Ich schlage die Augen auf. Mein Kopf tut weh und meine Nase blutet. Warm und salzig läuft es über meine Lippen und tropft in meinen Schoß. Ich würde das Blut gerne es wegwischen, aber meine Hände sind an die Stuhllehnen gefesselt. weiterlesen »
- Mai
16
2005Rocco del Schlacko 2005
Rocco del Schlacko 2005 – alle Fotos von DeefIch komme gerade vom kleinen, feinen Festival Rocco del Schlacko. 16 Euro 50 für WIR SIND HELDEN und acht Vorbands. So viel Spaß für wenig Geld!
Mai
14
2005Maria, die Dolmetscherin und Willenbrock
“Maria voll der Gnade” stellt Dir eine junge Columbianerin vor. Weil sie ihren Job in einer Gärtnerei geschmissen hat und zu Hause weg will, wird sie Drogenkurierin und fliegt, den Magen voll mit Heroinpäckchen, in die USA.
Der Film erzählt aus einer weiblichen Perspektive und ohne Vorurteile, Kitsch und Pathos. Durch viele Handkameraaufnahmen gibt er sich einen dokumentarischen Anstrich. “Maria voll der Gnaden” ist der Gegenentwurf zu Hollywoods Männer-Drogenkrieg-Vater-holt-Tochter-aus-Junkyloch-Epos “Traffic”. Der war auch gut, aber das hier, ist etwas gaaaanz anderes.
“Maria voll der Gnade”: Schönes Anti-Hollywood. Sehr sehenswert!Nicole Kidman ist “Die Dolmetscherin”. Weil sie Zeugin eines Mordkomplotts wird, gerät sie in Lebensgefahr. Sean Penn soll eigentlich den Staatsmann schützen, der ermordet werden soll, interessiert sich aber immer mehr für das Wohl der Dolmetscherin. Paßt gut für ihn, seine Frau starb nämlich gerade. Jean Penn sieht aus, als hätte er den ganzen Film lang Kopfschmerzen. Und das die Dolmetscherin noch ein paar Überraschtungen für ihn auf Lager hat, macht diesen Zustand nicht besser. Der Film von Reggiseur Sydey Pollak (u.a. “Die drei Tage des Condor”, “Tootsie” und “Die Firma”) ist spannend und gut gemacht. Mir stießen die glattpolierten, auf Punkt formulierten Dialoge auf. Zwischen Tür und Angel beiläufig gesprochene Lebensweisheiten wie “Rache ist die schlechteste Form der Trauer” sind mir zu dick aufgetragen.
“Die Dolmetscherin”: spannendes Hollywoodkino. Sehenswert – kein Muss.Andreas Dresen hat mir den schönsten deutschen Dokumentarfilm der letzten Jahre geschenkt: „Herr Wichmann von der CDU“. Vorher entzückte er mich mit dem Beziehungsdrama „Halbe Treppe“.
Gestern habe ich seinen neuen Film gesehen. Axel Prahl, der kumpelhafte Imbissbesitzer aus „Halbe Treppe“, spielt darin den Titelheld Willenbrock. Er ist Autohändler und besitzt Haus, Wochenendhaus, dickes Auto, schöne Ehefrau und willige Geliebte. Das Leben läuft gut. Andreas Dresen nimmt sich Zeit und stellt mir in aller Ruhe seinen Helden vor. Dann, als ich glaubte, der Film ginge immer so weiter, zieht der Regisseur Willenbrock plötzlich und unvermittelt den Boden unter den Füßen weg.
Die Stärke des Films sind die perfekt besetzten Schauspieler und die von ihnen lebensecht gespielten Figuren. Dresen erzählt realistisch und sein Handlungsbogen ist ungewöhnlich. Wie im wirklichen Leben, zeigt er zu dem alles ändernden Ereignis, nicht nur ein vor sich hinplätscherndes Vorher, sondern auch ein längeres Nachher. Das klassische Drama setzt den Höhepunkt eher gegen Ende und deshalb überrascht „Willenbrock“ formal. Er lässt die zum Schluss erwartete Wendung weg. Mag an der Buchvorlage liegen.
„Willenbrock“: schön erzählte Novelle mit tollen Darstellern, aber ohne Schlussbonbon. Ein Muss für Andreas Dresen-Fans.Geschrieben von Deef in: Filme und Serien | Tags: Andreas Dresen, Axel Prahl, CDU, Drogen, Filme, Nicole Kidman |
Mai
10
2005Viel schlimmer!
Ich laufe, nein ich renne. Um mich herum kalte Nacht. Hinter mir… ich weiß nicht, ich kann nicht stehen bleiben, kann mich nicht umdrehen. Aber aus den Augenwinkeln sehe ich die Verfolger. Es sind viele, mindestens ein halbes Dutzend, vielleicht mehr. Sie haben laute Hunde dabei, die meine Spur aufgenommen haben. Die kalte Luft brennt in meiner Lunge. Vor mir taucht aus dem dunklen Nebel ein schwarzer Umriss auf. Mein Auto. Es parkt am Straßenrand. Ich spurte noch schneller, so schnell es trotz Seitenstecken geht. Ich keuche und muss ausspucken. Fäden von Speichel ziehen sich aus meinem Mund in den Wind. Meine Häscher sind nur noch etwa fünfzig Meter hinter mir, rufen, schreien, die Hunde bellen laut. Noch bevor ich am Auto angekommen bin, zerre ich meinen Schlüsselbund aus der Hosentasche, nehme den Autoschlüssel zwischen die Finger. Endlich bin ich am Wagen, aber ich brauche zwei endlos lange Versuche, bis ich das schmale Ding im Schlitz des Schlosses habe. Einen Moment später sitze ich, knalle die Tür mit Schwung zu. Noch dreißig Meter sind sie von mir entfernt. Ich sehe jetzt, sie tragen Baseballschläger, schwingen sie hoch über ihren Köpfen. Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss, drehe ihn und… nichts. Noch 15 Meter. Ich drehe zurück, versuche noch einmal die Zündung… NICHTS. Ich blicke mich im Wagen um, suche ob da irgendein vergessener Schalter ist, ein Choke, den man ziehen kann, aber ich kann mich nicht erinnern, dass sowas nötig gewesen wäre. Mein Puls, der bereits bei 120 Schlägen pro Minute angekommen war, beschleunigt um weitere zehn als sie meinen Wagen erreichen und die Türen aufreißen. Ein Zucken fährt durch meine Glieder und ich sehe das fahle Morgenlicht durch die Fenster scheinen. Als ich mich aufsetze, dreht sie sich zu mir um.
„Was ist los, Süßer?“ Ich wische mir Sabber vom Kinn und blinzle die Decke an.
„Ich hab schlecht geträumt.“
„Und? Was ist passiert?“
„Mein Auto ist nicht angesprungen“. Sie streckt sich und gähnt.
„Oh Gott! Jungs-Alpträume…. ‚Hilfe, ich hab kein Tor geschossen’ und so.“Mai
01
2005Kotze, Kacke, Liebe
In einer halben Stunde hab ich Feierabend. Ich bin ziemlich geschafft. Heute Mittag gab’s für die Gruppe Tortellini in Schinken-Sahne-Soße. Das ist ein Klassiker, die Kids lieben sie. Irgendwie hab ich nicht aufgepasst – jedenfalls hat sich Sophie drei Teller reingeschaufelt. Als alle beim Mittagsschlaf lagen, kam sie mit grünem Gesicht angetapst. Ich hab nicht lang gefackelt und bin mit ihr zackig auf die Toilettentür zu gerannt. Vergebens – plötzlich war ich voller Kinderkotze. weiterlesen »
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