(hebt ab und wählt)
Hi ich bin’s! Na wie geht’s? … Was?! Echt?!! … Das’s ja super! Herzlichen Glückwunsch! Wann ist es soweit? … Ja das ist ja toll. … Na Du, lass uns das mal feiern. … Bei Mario’s? Gut, wann? … Ja, passt. Du ich muss’s noch mal sagen: Ich find das soooo toll. Ich freu mich tierisch für Dich. … Ok, also bis morgen abend! Tschauiiii!
(legt auf)
Oaaah, Mann ist das abartig! Jetzt werden alle schwanger! Ich bin echt die letzte, die sich zurückhalten kann, ey!
- Jun
29
2005“Oh Mann, ist das abartig!”
Jun
28
2005“Mutter, ich möchte Hülsenfrüchte”

Heute esse ich es mal abends: Herrliches Full English Breakfast. Während ich vollmundig genieße, fällt mir eine Szene ein, die ich in einem Hotel beobachtetet hatte. Ein liebenswerter Brite von etwa fünf Jahren stand vorm opulenten Frühstücksbuffet und antwortete auf die Frage seiner Mutter, was er noch zu essen gedenke, gut hörbar für alle Anwesenden: “I WANT BEANS!” Recht hatte er. Breakfast mit Bohnen und mehr rult. Wenn ich nur wüsste, wo ich in Deutschland die kleinen Würstchen dafür herbekomme.
Jun
24
2005Mildes Antidepressivum
Ich liege in der Badewanne. Im Radio läuft “The living daylights” von A-HA, aus dem Bond-Film “Der Hauch des Todes”. Ich erinnere mich an früher, an traurige Tage meiner Pubertät. Wenn die Schule demotivierte, die Freunde keine Zeit hatten, die Mädchen auf andere standen und der Hautarzt nichts gegen meine Pickel auszurichten vermochte, dann war Winter im Herzen.
Als Balsam für meine spröde Seele wirkte Ian Flemings 007. Ich las die Bücher, sah die Filme, hörte die Soundtracks und – YES – ich war wieder da! James Bond hat meine miesen Launen, Traurigkeit und Selbstzweifel gekillt. Während ich mich abbrause, spreche ich ein thanx to Mister Fleming mit Worten von A-HA: I’ve been waiting long for one of us to say: Save the darkness, let it never fade away. In the living daylights…
Jun
20
2005Der Abend vor dem längsten Tag
Morgen fängt der Sommer an. Die Sonne wird um 4 Uhr 43 aufgehen und um 21 Uhr 32 hinterm Horizont verschwinden. Dazwischen liegen fast 17 Stunden Tag. Ich höre “Sun always shines on TV”, trinke ein köstliches Helles und mache eine Liste von Dingen, die mich ankotzen. Ich brauche 20 Minuten, um fünf Punkte zusammenzubekommen. Keiner hat mit meiner Gesundheit, meinem Arbeitsplatz, meinem Wohnort oder Menschen zu tun, die ich liebe. Nichts von Belang also, trotz Grübeln. Ich schüttle den Kopf, denn ich frage mich, wie Holden Caulfield in mein Hirn kommen konnte. Dann zerreiße ich die Liste und hole mir noch ein Helles.
Jun
16
2005Batman begins
Christian Bale (“American Psycho”) ist ein guter Schauspieler, Christopher Nolan (“Memento”) ein mutiger Regisseur. Gemeinsam haben Sie einen neuen Batman-Film geschaffen, der – ich übertreibe nicht – gequirlte Scheiße ist. Auf der Top Five, der grottigsten Filme seit 2000 belegt er locker die ersten vier Plätze. Nummer fünf geht an “Der Manchurian Kandidat”. “Batman begins” ist so mies, das ich keine Lust habe, auch nur eine Minute für einen detaillierten Verriss zu verschwenden. Der SPIEGEL übernimmt das.
Jun
15
2005Straßenbahn und Feuerwehr
Ich sitze im Auto. Es steht halb auf der Straße, halb auf dem Gehweg. Links von mir rumpelt eine Straßenbahn heran. Eine Autolänge vor der rollenden Bahn liegt etwas auf der Straße. Ich sehe genauer hin: es ist ein kleines Mädchen. In diesem Moment kommt es unter die Räder. Ich strampele mich aus dem Sicherheitsgurt, reiße die Autotür auf und stürze zu dem Kind. Es ist ganz ruhig und scheint unverletzt. Dann bemerke ich das Blut an der linken Hand des Mädchens. Vier Finger liegen auf der Straße. Ich nehme das Kind auf den Arm und hebe mit der freien Hand die Finger auf. Um mich herum ist keine Menschenseele. Am Straßenrand geht ein Fußweg ab, ein Schild mit der Aufschrift “Krankenhaus” weist in seine Richtung. Das ruhige Mädchen auf dem Arm, die Finger in der Hand renne ich den Weg entlang. Einen Kilometer entfernt taucht das Krankenhaus vor mir auf. Ich laufe, bis meine Lungen brennen und ich laut keuchend stehen bleibe. Rechts von mir entdeckte ich die Einfahrt einer Feuerwache. Durch die geöffneten Garagentore sehe ich Feuerwehrmänner, die einen großen, roten Löschzug polieren. Ich renne auf sie zu, das Kind noch immer auf dem Arm und bitte sie uns schnell zum Krankenhaus zu fahren.
“Kein Problem”, antworten sie, “machen wir”. Ich bin froh. Alles wird gut. Doch… nichts passiert. Als wäre nichts gewesen, polieren sie weiter den roten LKW. Ich blicke sie ungläubig an und bin sprachlos. Der Moment dauert endlos lange, bis ich schließlich verstört aufwache.Jun
04
2005Funny Business
Sybille Paulinus, guten Tag. Wir haben telefoniert. Setzen Sie sich. Tja, was soll ich sagen. Ich bin die Frau, die ihren Mitarbeiter umgebracht hat. Sie wissen das, deswegen besuchen Sie mich hier im Gefängnis. Trotzdem sag ich Ihnen das gleich zu Anfang nochmal, damit Sie sehen, dass ich Ihnen reinen Wein einschenke. Der Mitarbeiter, den ich ermordet habe, hieß Jo Elser und war einer meiner Grafiker. Ich musste ihn aus dem Weg schaffen, weil er mein System zerrüttet hat. weiterlesen »
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