• Airens STROBO gelesen von Deef - alle Lesungstermine hier
Jul
30
2006
6

Don’t try this at home!

Hot Tomato Juice - Foto von Deef

Kennst Du Steve O.? Das ist der dauergrinsende Typ aus MTV JACKASS, der die Stunts machte, die Johnny Knoxville zu krass waren. Zum Beispiel Tabasco-Sauce in die Nase sniffen. Ich habe gerade ohne nachzudenken etwas ähnlich bescheuertes getan. Bei 30 Grad Lufttemperatur in meiner Wohnung öffnete ich einen Küchenschrank und entdeckte ein Halblitertetrapack mit scharfem Tomatensaft. Ich mag Tomatensaft. Ich hatte Durst. Ich trank den halben Liter.

Jetzt glühen meine Mageninnenwände wie eine Ceranfeldplatte auf Stufe 6 und ich möchte ein Schwimmbecken austrinken. Chlor? Fußpilz? Kinderpipi? Egal! GEBT MIR WAS ZU TRINKEN. AAAAAHHH!

Geschrieben von Deef in: Akte Deef | Tags: , |
Jul
27
2006
5

Machinist drifts with hard candy into collateral damage

Das ist die ganz billige Nummer einer sinnlos aus vier Filmtiteln zusammengesetzten Headline. Aber dafür gibt es auch vier Empfehlungen: HARD CANDY, THE FAST AND THE FURIOUS – TOKYO DRIFT, COLLATERAL und DER MASCHINIST. weiterlesen »

Geschrieben von Deef in: Filme und Serien | Tags: |
Jul
09
2006
0

Von der Nationalfarbenblindheit geheilt

WM-Übertragung im Olympiastadion München - Foto von Deef

Als ich Zivi war, bin ich in Sanitäteruniform zur Bundeswehrvereidigung einiger Schulfreunde gegangen. Als die örtliche Haute-Volée bei der Nationalhymne aufsprang und mitsang, blieb ich gemeinsam mit anderen Langhaarigen demonstrativ sitzen. Und ich fühlte mich gut dabei.

Das ist zwölf Jahre her. Seitdem traf ich dänische Rucksacktouristen in Schottland, die ihre Landesflagge auf ihre Backpacks genäht hatten. In Leipzig lernte ich einen französischen Austauschstudenten kennen, der mir und allen Deutschen ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Nation vorwarf. Ich besuchte ein Baseballspiel in Cincinnati, vor dessen Beginn die anwesenden US-Bürger ganz selbstverständlich aufstanden, sich mit der Rechten ans Herz fassten und der Nationalhymne lauschten, die eine Sopranistin live schmetterte, während auf der Videoleinwand das Sternenbanner im Wind wehte.

Und trotzdem: Vor dem Hintergrund von verordnetem Patriotismus a la “Du bist Deutschland” oder dem Selbstbewußtseinssurrogat für Debile “Stolz ein Deutscher zu sein” konnte ich mir nicht vorstellen die Fahne zu schwenken oder “DEUTSCHLAND” zu brüllen. Im Verlaufe der WM-Spiele unserer Elf zerbröselte die spontane kollektive Begeisterung meinen verkopften Widerwillen. Bei der Übertragung des Spiels um Platz drei im Münchner Olympiastadion war ich soweit. Der schwarz-rot-goldene Enthusiasmus hat mich überwältigt. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein erreichen Flagge und Hymne in meinem Bewußtsein eine bisher unbekannte Normalität. Es war nicht geplant, aber es tut unheimlich gut und wird die Fußball-WM 2006 unvergeßlich machen.

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