Mir ist dieses Rumgeknute und -geflocke um Eisbären und sonstiges kurzzeitig süß aussehendes Raubtierkroppzeug zutiefst zuwider. Klar mag ich auch Tiere. Aber doch bitte nicht die animalischen Pendants zu den No-Angels, die von den Zoo-Event-Managern wie schnelllebige Popstars vermarktet werden.
Wenn ich als Kind im Zoologischen Garten zu Berlin war, dann faszinierten mich zwei Dinge: das Nachttierhaus, von dem ich immer dachte, Graf Zahl wohne hier. Und der Schaukasten neben dem Seelöwenbecken, in dem die Gegenstände gezeigt wurden, die man verstorbenen Wassersäugern aus den Mägen geholt hatte: Matchbox-Autos, Schlüssel, Taschenmesser, Glasscherben…
Mutti musste mich immer wieder hinführen – ich verweigerte den Streichelzoo. Auch heute geh ich abseits des Mainstrams und favorisiere die Underdogs. So wie das richtig schön hässliche Leipziger Schuppen-(what the fuck?!)-Tier. Gesehen bei Heldenstadt. Das wäre doch ein lässiger Nachfolger für Voi Nam, den kleinen, von Erfolg und Fernsehkarriere verwöhnten und deshalb sicher total arroganten Leipziger Elefanten.