
Schwarz, Rot, Gold über dem Olympiastadion in München.
Petrus war für uns, der Fußballgott dagegen.
Oder anders gesagt: Wir haben trotz optimaler Kulisse mies gespielt.

Schwarz, Rot, Gold über dem Olympiastadion in München.
Petrus war für uns, der Fußballgott dagegen.
Oder anders gesagt: Wir haben trotz optimaler Kulisse mies gespielt.
4players testet das neue “Alone in the Dark” und stuft es als nur “befriedigend” ein. Publisher Atari antwortet mit einer Unterlassungsklage. Und zieht sie, nachdem es öffentlich geworden war, kleinlaut zurück.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht darauf, wie Spielehersteller versuchen, Einfluss auf die Fachpresse zu nehmen. Mehr bei 4players und der Süddeutschen.
Der Spiegel widmet dem deutschen Mann ein Titelthema. So scheint es, dabei geht es eigentlich um die weibliche Emanzipation. Zehn Autoren beschreiben auf elf Seiten den aktuellen Stand der Gleichberechtung und dem Weg dorthin in den letzten Jahrzehnten. Das ist eine nette, streckenweise sogar interessante Fleißarbeit, aber kein knalliges Heft-Verkäufer-Thema.
Deshalb versieht der Spiegel das Thema “50 Jahre Emanzipation” leider mit dem dick gedruckten Untertitel “Was vom Manne noch übrig ist”. Genauso irreführend wie blöde, denn Männer haben, wie der Artikel auch sagt, durch die Emanzipation viel gewonnen. Sie sind akzeptiert, wenn sie Kinder erziehen, Gefühle zeigen, private Beziehungen pflegen und sich von der patriarchaischen Rolle als Familienernährer und -bestimmer distanzieren.
Aber nicht nur der Titel ist schlecht gewählt. Der Artikel erzählt viel über Gesetze, Frauengruppen, Alice Schwarzer usw. vernachlässigt aber einiges der aktuellen gesellschaftlichen Realität. Zum Beispiel, weiterlesen »
Das hat man schon mal gesehen: Ein Mann mit kantigen Gesichtszügen und langen Haaren steht im Scheinwerferlicht und beschimpft das Publikum. Er scheucht einen Protestierer von der Bühne, nennt ihn “dumme Sau”, befiehlt ihm “die Schnauze zu halten”. Es ist Klaus Kinski, wie man ihn kennt: exzentrisch, aggressiv, irre. So ist der Eindruck, der durch Ausschnitte entsteht. Sieht man den ganzen Auftritt vom 20. November 1971, der im neuen Film “Jesus Christus Erlöser” unkommentiert gezeigt wird, so ergibt sich ein komplexeres Bild. weiterlesen »
Nach meinem Umzug ins Glockenbachviertel erforsche ich meinen neuen Kiez. Um die Ecke, in der Fraunhoferstraße befindet sich das Werkstattkino. Ein Hinterhofkeller mit schwarz getünchten Ziegelwänden, wo man Pogorausch trinken und alte Filme sehen kann. Diese Woche: “Kinski Paganini“.
Ende der 80er brannte Klaus Kinski darauf, einen Film über den Geigenvirtuosen Paganini zu drehen. Er schrieb selbst ein Drehbuch und suchte einen Regisseur. Werner Herzog, der fünf Filme mit (und später eine erstaunliche Dokumentation über) Kinski gedreht hatte, war nicht zur Mitarbeit zu bewegen. Herzog hielt das Skript laut Wikipedia für unverfilmbar. Kinski führte kurzerhand selbst Regie und besetzte auch noch seinen kleinen Sohn Nikolai als Achille Paganini.
Nikolai spielt überraschend gut, Klaus Kinski gewohnt irre. Ich frage mich, ob Kinski sich der Rolle anpasste oder ob er das aus Paganini machte, was er irgendwie immer verkörperte: einen Getriebenen – maßlos und wahnsinnig. Gewisse Übereinstimmungen scheint es zwischen Paganini und Kinski gegeben zu haben, zumindest waren beide jungen Frauen (bei Kinski immerhin volljährig) sehr zugetan. Das belastet auch “Kinski Paganini”, der unkritisch zeigt, wie der Geigenvirtuose junge Maiden im Dutzend defloriert.
Ein maßlos delierendes Porträt, sagt der Kinoflyer und meint damit wohl den hektischen Schnitt zwischen bunten Bildern, die fast die kompletten 80 Filmminuten lang mit anstrengendem Stakkatogefidel unterlegt sind. Ob das Kunst ist? Auf alle Fälle ist es 100 Prozent Kinski. Der Paganini-Film war sein einziger als Regisseur und sein letzter überhaupt.
Heute abend seh ich mir im Monopol-Kino an der Münchner Freiheit “Jesus Christus Erlöser” an. Update: Review hier.
“Du hast mich heute nacht angerufen und mir intimste Details aus Deinem Sexleben erzählt… – Ok, war nur Spaß.” // “Das ist dein Cousin? Lass mich raten, er ist hetero und wurde gezwungen mitzukommen.” // “Das war die falsche Reaktion, du Minusromantiker. Jetzt geh ich ins Bett und weine mich in den Schlaf.” // “Wie ist nochmal dein Vorname? Ich will’s nur wissen, damit ich weiß, welchen Eintrag ich aus meinem Handy löschen kann.” // “Wer mich zum Freund hat, braucht keine Feinde.” // ” Ich suche… - all das, was sich ganz tief unten in meiner Handtasche verbirgt.”
Auch ich habe Charlotte Roches “Feuchtgebiete” gelesen. Ich könnte viele Gründe anführen, warum es schlecht und nicht lesenswert ist. Allerdings befürchte ich, dass ich mit einem fundierten Verriß auch (oder gerade) für das Buch werben würde. Also mache ich es kurz: “Feuchtgebiete” ist quälend langweilig.
Wenn man sieht, wie Medien und Vorzeigeintellektuelle solch seichte Ware als “mutig” hochjubeln, kann man nur den Kopf schütteln. Roger Willemsen soll über “Feuchtgebiete” gesagt haben, “Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses”. Aufwachen, Roger!
Und zur Frage, ob Charlotte Roche mit ihrem Buch den deutschen Feminismus reanimiert, hat Juli Zeh bereits alles in der Süddeutschen gesagt.

Captain Future-Komponist Christian Bruhn live in der Ersten Liga in München – Foto von Deef
Letzte Woche landete das Raumschiff Comet in München. Heraus stieg Captain Future in der Person von TV-Komponist Christian Bruhn und die Future-Crew in Form eines Fan-Band-Projekts und bescherte mir und mehr als 100 anderen die totale Erinnerung. Gänsehaut und weiche Knie. Musikalischer Orgasmus. Serotoninüberdosis wie durchs Kinderfernsehen 1980.
Die Captain Future-Titelmelodie kann man sich auf Bruhns Homepage anhören. Den kompletten Soundtrack gibt es hier auf CD. Was Christian Bruhn noch so alles komponiert hat, kann man dort nachlesen.
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