
Zehn Euro Eintritt sind etwas happig, aber sehenswert ist Annie Leibovitz’ Fotoausstellung “A Photographer’s Life 1990-2005″ allemal. Zu sehen gibt es zum Glück wenige von den bekannten Coverfotos, wie zum Beispiel von der schwangeren Demi Moore. Statt dessen zum Beispiel ein Bild auf dem George W. Bush samt seiner Regierungstruppe verschlagen wirkt wie die Sopranos. Vor dem Hintergrund, dass Leibovitz auch für die Mafia-Serien-Familie fotografierte (siehe Video hier), wirkt das umso interessanter. Aus der Soprano-Serie werden allerdings keine Bilder in der Austellung gezeigt.
Am meisten beeindruckte mich eine Aufnahme, in der Donald Trump zur Staffage wird für seine Frau und den obszön zur Schau gestellten Reichtum. Sie steht mit einem Gold-Bikini bekleidet im Zentrum des Bildes auf der Gangway von Trumps Privatjet, während er wie ein Chauffeur abseits am Steuer eines Luxussportwagens sitzt.
Außerdem zeigt die Ausstellung Aufnahmen von Annie Leibovitz’ Lebensgefährtin, Verwandten und Kindern. Einiges ist belanglos, manches wunderschön. Wie obsessiv Leibovitz der Fotografie verfallen ist, sieht man daran, dass sie sogar bei der Geburt ihrer Töchter im Kreissaal fotografierte. Wobei ich mich frage, ob sie das mit Hilfe von Assistenten oder Selbstauslöser bewerkstelligte.

Bemerkenswert sind auch die Ausstellungsräume. Ich liebe die Galerie C/O Berlin im alten Postfuhramt Oranienburger- Ecke Tucholskystraße. Sie versprüht einen bladerunneresken Charme von verblichenem Luxus mit Mosaikfußboden und abblätternder Wandfarbe. Die Ausstellung ist dort noch bis 24. Mai 2009 zu sehen.
Reklame:
Du Glücklicher, ich hatte mir auch vorgenommen, während der re:publica für zwei Stündchen rüber in die Ausstellung zu gehen. Habe es aber leider nicht geschafft und werde wohl bis zum 24. Mai voraussichtlich nicht mehr nach Berlin kommen.
Die 10,- Euro sind m. E. schon angemessen, wenn man bedenkt, dass es sich bei c/o Berlin um eine private Initiative handelt, die sich selbst finanzieren muss.
[...] bis zum 24.05.2009 eine Ausstellung der feinen Photographin Annie Leibowitz; die man übrigens sehr mögen kann, aber nicht mögen [...]
War heute am letzten Tag auch da. Das Trump Bild ist echt genial! Ansonsten auch sehr nett