“Axolotl Roadkill” (Partnerlink zu Amazon) ist der gerade erschienene Debüt-Roman der 17jährigen Berlinerin Helene Hegemann. Das Buch wird aller Orten gelobt (Rezensionsüberblick via buecher.de):
- “An Axolotl Roadkill werden sich dieses Jahr wohl alle deutschsprachigen Debüts messen lassen müssen.” (Der Tagesspiegel, 2010)
- “Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben.” (FAS 2010)
- “Das Buch ist phänomenal. Und die Autorin ist ein Phänomen.” (Süddeutsche Zeitung, 2010)
- “Von einer großen Suchbewegung getrieben, voll treffender Beobachtungen und überraschender Gedanken.” (Der Spiegel, 2010)
- “Verblüffend klug, angenehm grotesk und herrlich sprachgewandt.” (Die Welt, 2010)
- “Ein Kugelblitz in Prosaform und Prosasprache.” (Die Zeit, 2010)
- “Axolotl Roadkill kann man als großen Coming-of-age-Roman der Nullerjahre lesen.” (FAZ, 2010)
Das Setting: Die 16jährige Berlinerin Mifti ist ein wohlstandsverwahrlostes, aber philosophisches Mädchen. Statt in die Schule zu gehen und sich mit Gleichaltrigen abzugeben, verbringt sie ihr Leben lieber mit degenerierten älteren Freunden und den beiden ebenfalls älteren Halbgeschwistern, erlebt dabei schlimmste Drogenabstürze, lieblosen Autosex und wünscht sich unausgesprochen nichts sehnlicher als Disziplinierung durch ihre Eltern. Doch ihre Mutter ist tot und ihr Vater wohnt nicht bei seinen Kindern, sondern zieht es vor mit seiner jungen Freundin in einer eigenen Wohnung zu leben.
Die Handlung von Axolotl Roadkill hat Helene Hegemann dekonstruiert und fragmentarisiert. Wo ist der Anfang, wo das Ende und wo die Dramaturgie dazwischen? Wer spricht in den Dialogen eigentlich miteinander? Egal, denn was zählt ist das unglücklich bis wütende Coming-of-Age-Gefühl, Opfer in einem Chaos zu sein, dass man selbst nicht verschuldet hat. Auf dieser Bühne lässt Helene Hegemann grandiose Sätze vom Stapel wie:
- “Ich liege als klar zu erkennendes Opfer mit blutendem Hinterkopf auf dem Bauch und genieße den Zustand der totalen Verantwortungslosigkeit.”
- “Hör endlich auf damit, diese pseudonaiven, pseudokleinkindlichen Aussagesätze aus dem Gehege deiner Zähne zu entlassen.”
- “Niedlich ist Silber, Sadismus ist Gold”
- “Ich hingegen erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfelds gleich mit entlarvt.”
- “Hätte man dich und mich nicht bei unseren Müttern lassen dürfen? (…) Das schmeckt nach Scheiße, Metall, das schmeckt bitter und das schmeckt definitiv nicht nach Trost, aber vielleicht schmeckt es nach Sinn, in diesem allgemeinen Dahinschimmeln.”
- “Ich habe Sandkuchen grundsätzlich nur dann gebaut, wenn die Möglichkeit in der Luft lag, wenigstens einen mit Kühltasche und Eistee ausgestatteten Erwachsenen auf der gegenüberliegenden Spielplatzbank davon zu begeistern. Genau dieser Impuls ist eigentlich das Einzige, was übrig geblieben ist aus ‘meiner schweren Kindheit’”.
- “Heroin ist keiner dieser diffuse Versprechungen abliefernden Zugänge zum menschlichen Leben, sondern die einzige Möglichkeit das Wort “Leben” als das zu entziffern, was es ist: gar nichts.”
Ich bin begeistert und frage mich, wie ein 17jähriges (bzw. als sie es schrieb, war sie 16) Kind so etwas schreiben kann. Ist es nicht eher unwahrscheinlich, dass sie sich mit Stoffen wie Heroin und Orten wie dem unvermeidlich vorkommenden Berghain auskennt? Ins Berghain dürfen dank härtester Türpolitik nicht mal Leute, die auch nur AUSSEHEN wie unter 21jährig. Hegemann schreibt trotzdem glaubhaft darüber, weil sie sich von anderen Autoren inspirieren ließ, was zunächst einmal legitim ist. Doch die Inspiration nimmt copy-paste-mäßige Züge an, wie wir hier sehen:
Axolotl Roadkill, Seite 23:
“Ich habe Fieber, Koordinantionsschwierigkeiten, ein Promille im überhitzten Blut…”
Im Buch STROBO (Partnerlink zu Amazon), welches der Berliner Blogger Airen letztes Jahr veröffentlichte, heißt es auf Seite 106:
“Ich habe ein Grad Fieber sowie ein knappes Promill Alkohol im überhitzten Blut.”
Axolotl Roadkill, Seite 36:
“Ophelia steht auf dem Klodeckel, um drei Lines Speed auf der Trennwand zur Nachbartoilette zurechtzumachen.”
Wir vergleichen mit Strobo, Seite 146:
“…als sich das als zu kompliziert erweist, klettert Marc auf die Klobrille und macht die Lines an der Grenze zu Nachbartoilette zurecht.”
In Axolotl Roadkill auf Seite 52 spricht Helene Hegemann von “Technoplastizität”. Ein Begriff, den Airen auf Seite 118 seines Buches verwendete.
Axolotl Roadkill, Seite 72:
“Wir erfahren an dieser Stelle, dass ich nicht nur neben Edmonds Keyboard aus eloxiertem Aluminium gekotzt, sondern mich (gleichermaßen skrupellos) mit dem Argument »Scheiß Kapitalismus!« geweigert habe, ihm meine Schulden vom Vortag zurückzuzahlen.”
Bei Airen liest sich das auf Seite 123 so:
“Wie ich eben erfahre also angeblich mit dem Argument »Scheiß Kapitalismus!« geweigert zu bezahlen, neben die Bar gekotzt und paar Tische umgeschmissen.”
Axolotl Roadkill, Seite 74:
“Ich mache drei Schritte nach vorn und knalle rückwärts gegen irgendeinen sich im öffentlichen Raum befindlichen Werbeträger von Langnese. Ich drehe mich um und knalle rückwärts gegen einen grobporigen Typen in grünen Klamotten. Er [der Polizist] setzt mich in ein Taxi…”
Wir vergleichen mit Strobo, Seite 124:
“Ich steige aus, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Dann stehe ich auf, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Schließlich kommen zwei so grobporige Bahnbullen und verfrachten mich in ein Taxi.”
Hegemann lässt ihre Protagonistin auf Seite 136 sagen:
“»Wir unterhalten uns gerade über Bisexualität!«, moderiere ich schwerstelegant zu ihr hinüber.”
Der Satz steht fast genau so auf Seite 99 von Strobo:
“»Wir reden gerade über Bisexualität«, moderiere ich mich zu Jan rüber,…”
Axolotl Roadkill, Seite 80:
“Anstatt mir zu antworten, wickelt sie die Plastikfolie ab. Schlussendlich liegt auf dem Mahagonitisch eine Messerspitze bräunlichen Pulvers, das wie Instanttee aussieht und nach einer Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig riecht. Aus einem Stück Silberpapier dreht sie sich ein Röhrchen, auf ein weiteres schüttet sie die Hälfte des Pulvers. Als sie ein Feuerzeug unter die Folie hält, schmilzt das Heroin und zieht eine kleine Rauchschwade hinter sich her. Dieser Dampf wird von Ophelia mit Hilfe des besagten Aluröhrchens inhaliert, bis nur noch irgendwas ganz Schmutziges, Kleines, Böses zurückbleibt und sie mich fragt: »Und, wie sehen meine Pupillen jetzt aus?«”
Die gleiche Szene bei Airen auf Seite 65f:
“Schicht um Schicht wickle ich die Plastikfolie ab, bis in der Mitte eine gute Messerspitze bräunlichen Pulvers zum Vorschein kommt. Sieht in etwa so aus wie Instant-Tee und riecht säuerlich, wie eine Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig. Diacetylmorphin. Dann hole ich Alufolie. Aus einem Stück drehe ich mir ein Röhrchen. Auf ein anderes schütte ich ein Viertel des Pulvers. Sobald ich ein Feuerzeug unter die Alufolie halte, schmilzt das Heroin (…) und zieht eine kleine Rauchfahne hinter sich her. Mit dem Röhrchen im Mund versuche ich sie einzufangen. (…) Als alles verdampft ist und nur noch eine schmutzige Spur auf der Alufolie übrig bleibt, gehe ich ins Bad und begutachte meine Pupillen.”
Update 7.02.2010: Axolotl Roadkill, Seite 11:
“Meine Existenz setzt sich momentan nur noch aus Schwindelanfällen und der Tatsache zusammen, dass sie von einer hyperrealen, aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten-Installation halb zerfleischt wurde.”
Vergleich mit Airens Blogtext Einerseits vom 28. Mai 2009:
“…für Erwachsene, mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten, …”
Das sind nur die offensichtlichsten Stellen. Es gibt noch mehr, in denen nicht Wort für Wort kopiert, aber das Handlungsmotiv einer Szene übernommen wurde. Helene Hegemann zeigt uns in Axolotl Roadkill zwar, dass sie nicht nur für ihr Alter, sondern ganz allgemein eine beachtenswert wortgewaltige und wundervoll böse Schreibe hat. Aber statt sich nur von anderen inspirieren zu lassen und zu zitieren, schreibt sie ab. Das stört den guten Eindruck ganz empfindlich.
Update 7.02.2010: Hegemann lässt ihre Figur Edmond auf Seite 15 erwähnen, dass ein Spruch bei “so ‘nem Blogger” abgekupfert ist, nämlich der Satz “Berlin is here to mix everything with everything”, den Airen am 28. Juni 2008 in sein Blog schrieb. Edmond fährt fort mit den Worten: “Ich bediene mich überall, wo ich Inspirationen finde und beflügelt werde, Mifti”. Der konkrete Hinweis auf Airen, sein Blog oder Buch fehlt. Er wird lediglich ab der zweiten Auflage von Axolotl Roadkill in der Danksagung (siehe Foto, danke für den Hinweis in den Kommentaren an @Clara) aufgelistet. In der ersten Auflage fehlt die Nennung (Foto).
Das alles ändert freilich nichts daran, dass Hegemann Worte und Ideen von Airen als ihre eigenen ausgibt, da die konkreten Stellen (siehe oben) nicht als Zitat kenntlich gemacht wurden und keine nachvollziehbare Quellenangabe erfolgt. Anders geht sie dagegen mit einem Satz aus David Foster Wallace’ Erzählung John Billy auf S. 193 um. Es ist als Zitat kenntlich gemacht und Ullstein hat beim Verlag Kiepenheuer & Witsch die Erlaubnis eingholt es zu verwenden und darauf mit voller Quellen- und Copyrightangabe auf S. 4 von Axolotl Roadkill hingewiesen. Von Airen hat Hegemann mehr als einen Satz übernommen, dennoch wird ihm keine entsprechende Zitation zuteil. Was soll das?
Helene Hegemanns Quasi-Eingeständnis “ich bediene mich überall” kann nicht als Rechtfertigung herangezogen werden. Es stellt sich viel mehr die Frage, warum andere Rezensenten an dieser Stelle nicht begonnen haben, Lunte zu riechen. Eine Google-Suche hätte sie zu Airens Blog und darin zu seinem Roman geführt.
Das Schlimme an der Sache ist, dass Axolotl Roadkill derzeit in den Himmel gehypt wird und die kleine Helene sich zum Lieblingskind von Maxim Biller und (siehe oben) vielen Feuilletonisten mausert. Airens Strobo kennt dagegen praktisch niemand, da es in einem kleinen Undergroundverlag und nicht wie Axolotl Roadkill bei Ullstein erschienen ist. So ist zu befürchten, dass Hegemann damit durchkommt, von einem guten, aber leider unerfolgreichen Autor abgeschrieben zu haben.
Update 6.02.10: Durch einen Kommentar unter diesen Artikel werde ich auf eine weitere Textquelle von Hegemann aufmerksam. Sie beendet Axolotl Roadkill auf Seite 204 mit einem Brief, den Miftis tote Mutter an ihre Tochter richtet:
“…ich sehe die Sünde in deinem Grinsen. In der Form deines Mundes. Alles, was ich will, ist, dich in schrecklichen Schmerzen aufgehen zu sehen. Obwohl wir uns nie wieder treffen werden, erinnere ich mich an deinen Namen. Ich kann nicht glauben, dass du mal so warst wie jeder andere. Du bist inzwischen kein Kinder mehr, sondern ein Abbild des Teufels….”
So geht das noch eine halbe Seite weiter. Vergleicht man die ganze Passage mit dem Songtext von “Fuck U”, einem Titel, der 2005 auf dem Album Noise der Band Archive (Song bei Youtube) erschien, so fällt auf, dass Hegemann diesen ins deutsche übersetzte und fast wörtlich übernahm. Hier nur ein Teil:
“…see the sin in your grin and the shape of your mouth.
All I want is to see you in terrible pain.
Though we won’t ever meet I remember you name.
Can’t belive you were once just like anyone else.
Then you grew and became like the devil himself….”
Update 7.02.10: Lesenswertes zum Thema in der Basler Zeitung, dem Autorenforum, dem Blog Leben im Zitat.
Update 7.02.10: Die Fotos von der Danksagung mit und ohne Nennung von Airen sind nun weiter oben im Artikel verlinkt.
Update 7.02.10: Helene Hegemann und der Ullstein Verlag reagieren.


ach manche Menschen suchen doch immer nur ärger sowie die elise…
nur so zur info
http://offensichtlich.wordpress.com/2009/09/07/immer-wieder-diese-sache-mit-den-bildrechten/
da hats den wortman.wordpress.com an die grosse glocken gehangen weil er nicht mehr folgen wollt.
die ist sonst nicht happy! hang loose
gibt zig menschen die ein pic mit buch haben.
dein artikel ist klasse…
ich finde den artikel auch super:) ich habe heute ein interview mit helene hegemann im tagesspiegel gelesen und dabei stellte sich heraus, dass sie manche der sätze, die sie geschrieben (oder kopiert) hat, nicht einmal selber versteht. sie hatte wohl etwas aus einem philosophischen text etwas übernommen, wusste aber nicht, was es heißt als der redakteur sie danach fragt.
Ich denke, dass das ziemlich peinlich und banal ist. Es ist wirklich schlimm, dass so jemand in der literaturwelt (oder wo auch immer) so bekannt und gepriesen werden kann…
@Mother Goose
Danke.
Leider muß man ja sagen, daß auch noch so viel eigene Entwicklung und Eigensinn von Kindern Prominenter noch keine Garantie sind, zu bestehen, wie man z. B. an den Kindern Thomas Manns erkennen kann.
Heute habe ich in der Süddeutschen einen Bericht von G. Seibt über Helene Hegemanns Gebutstags- und Buchvorstellungsparty gelesen. Er hat sich wohl mächtig geekelt. Wenn das auch nur halb so schlimm war, mache ich mir ernsthaft Sorgen, daß Hegemanns Umfeld sie gerade in Grund und Boden rammelt. Gibt es da noch irgendjemanden um sie herum, der etwas anderes will und tut?
sagte ULLSTEIN bei H.H. Party zum 18.
ich warte auf die angemessene Reaktion:
wer wird nun sämtliche Bücher des Verlags nutzen für einen großen, schönen Remix??? (Natürlich ohne Genehmigungen, ist ja klar :- )
Verdient hätten sie’s, mit diesem Aufspringenwollen aufs schicke Karussell…
…Das war, was sie sagten…
“WIR SIND WOHL URHEBERRECHT-EXTREMISTEN”
they said.
Pardon, der Tastatur scheint’s zu widerstreben…
:-)))
[...] um Zufälle zu sein. Zumal in der Menge. Also veröffentlichte er auf seinem Blog “Gefühlskonserve” einen Artikel, in dem er genau diese Zusammenhänge dokumentierte. Damit trat er eine [...]
“Als “Fräulein Hegemann” wird sie immer wieder bezeichnet, und das zeigt noch einmal, wie brutal diese einfache Anrede sein kann. Bloß wegen eines von ihr inszenierten Theaterstücks und eines von ihr gedrehten Kinofilms müsse sie ja jetzt nicht glauben, sie könne sich alles erlauben, wo sie doch noch nicht mal wie ein Star aussieht. Egal, daß sie diesen pädagogischen und projektiven Bedürfnissen mit der Wahl des Titeltieres (siehe Bilder) schon kokett entgegengekommen ist. In den Augen der Rechtsbewußten hat sie eine Dummheit angestellt, die Erwachsene entweder romantisierend verklären oder streng bestraft sehen wollen – oder beides.”
http://www.classless.org/2010/02/22/das-fraulein-bedient-sich/
Nun, liebe Mitgefangene,
teilt der Verlag der Künstlerin Helene Hegemann mit, das “Original”, also “Strobo”, ebenfalls zu veröffentlichen!
Bleibt nur noch zu mutmaßen, ob nun auch der Leipziger Buchpreis, für den Hegemann ja bekanntlich nominiert ist, zwischen den beiden Autoren geteilt werden muss.
Interessant dürften auch die Rezensionen von M. Biller und Co ausfallen werden: “Alles nur geklaut”?
Denn eines ist ja klar: Hegemann war früher da!
Hegemann klaut, Jelinek hat geklaut, Brecht würde, wenn er noch könnte und Thomas Mann und Paul Celan werden in der Aufzählung der Fremdinspirierten in der DIE ZEIT Nr.8 auch nicht verschont.
Die Radisch versteigt sich sogar, dem Feuilleton süfisant zu unterstellen, da es ja von Männern beherrscht wird, auch noch sexistisch zu sein.
Dabei ist doch eigentlich alles so einfach.
Wenn A-Hörnchen B-Hörnchen bummst und C-Hörnchen dafür A-Hörnchen erschießt, nennen wir es Beziehungsdrama und es kommt immer nur darauf an, wie sich Autor/in an diesem Uralt-Thema vergreift, um von der Jounaille gelobt oder verdammt zu werden.
Und wenn das ganze vielleicht noch in Zeiten ganz großer Umbrüche stattfindet, könnte man von DEM GANZ GROßEN SITTENROMAN (der jeweiligen Epoche) sprechen.
DER GROßE WENDEROMAN meinetwegen!
Dabei sieht auch die Rechnung ganz anders aus.
100.000 Exemplare Erstauflage in einer Woche verkauft, macht bei branchenüblichen 10% Autoren-Honorar vom VK, etwa knappe 149.500 EUR brutto!
Bücher werden meist geschrieben um gelesen zu werden und vor allem, verkauft!
Nun sieht man mal wieder, wies kommen kann.
Hegemann gibt sich als Autor/in eines Textes aus, der zu höchstens/mindest 5% Fremdtext (Aussage Ullstein) enthält. Wenns stimmt, dann stimmts eben. Doch ich denke, da muss nochmal nachgebessert werden. Vom Verlag, mögl. auch von Hegemann.
Nun gut, die Hitlertagebücher (wo Experten schon vermuteten, dass die Geschichte unbedingt umzuschreiben sei)waren nicht von Hitler, sondern Kujau.
Aber beide Hits der Deutschen Journaille, waren eben nicht von den genannten Autoren.
Aber, wie Iris Radisch mutmaste und Peter Kümmel (beide DIE ZEIT Nr 8) sekundiert, besser als von den Original-Autoren.
Peter Kümmel geht sogar noch eine Stufe weiter und bemerkt, dass, wenn Herr Castorf ein Theaterstück inzeniert, der Name des Regisseurs größer als der des Autors geschrieben würde.
Wohl zu Recht, weil es eben der Regisseur sei, der nur soviel vom Original nimmt, wie es seiner eigenen künstlerischen Leistung gut tut.
Und da Hegemann über die Jahre von Theatermusen geküsst wurde, konnte es im Falle von Hegemanns Bestseller auch nur in diese Richtung gehen. “Nimm dir nur das, was dir nutzt”.
Nur, Castorf nennt trotzdem den Namen des “früheren Autors”, Herr Kümmel.
Ganz im Gegenteil zu Hegemann!
Und, um noch einmal zu den Hitler-Tagebüchern zu kommen. Wer sagt den eigentlich, dass die Fälschungen von Konrad Kujau, wirklich so viel schlechter waren, als die leider (?) nie geschriebenen Orginale?
“Originalität gibt es sowieso nicht, nur Echtheit” (Helene Hegemann)
Na, wenn das so ist! Herr Knopp kann sich ja mal dranmachen, ans Historische,Echte!
@antionesusini
Ihr Beitrag ist so einer, wie ich sie immer wieder lese, wo einfach ales durcheinandergeht, irgendwie alles eins ist, und am Ende Wichtiges und Unwichtiges, Richtiges und Falsches so vermantscht wird, daß dann sowas wie eine Menungsfreude herauskommt. Nee, das muß nicht sein. In diesem Blog wurden schon sehr viele Aspekte der verschiedenen Themen ausgeführt, und es bemühen sich doch einige um eine realistische, differenzierte Beurteilung. Wenn dann immer wieder Namen von Autoren genannt werden, die angeblich geklaut hätten: Dazu gibt es nicht nur in diesem Blog vernünftige Beiträge, das immer wieder nachkäuende Raunen ohne Butter bei die Fische ist unredliche Rufschädigung nach dem Motto. Irgendwas bleibt immer hängen (so z.b. in diesem Blog mit Irmgard Keun geschehen).
Theaterregie ist etwas anderes als Plagiat, dafür gibt es Regeln, die im allgemeinen auch eingehalten werden, und wenn ein Autor nicht möchte, daß sein Stück von einem Regisseur umgedeutet wird, kann er das verhindern.
Keineswegs werden branchenüblich 10% des Verkaufspreises an die Autorin gezahlt, auch das ist hier schon zutreffender beschrieben worden.
Ich frage mich, was wollen Sie mit Ihrem Beitrag eigentlich? Die 15 Kilobyte Berühmtheit? (Im Vertrauen, dazu wird der Blog zu wenig gelesen.) Haben Sie der Diskussion einen neuen Aspekt hinzugefügt?
Wäre es denn möglich, sich ohne Schaum vor dem Mund auch im Internet zivilisiert über ein Thema auszutauschen, ohne den Kanal gleich mit soviel Unnötigem zu verstopfen, daß potentielle Beiträger irgendwann den Überblick verlieren, und das Durchlesen einfach zu lange dauert?
Lieber Deef Pirmasens, in mir erwacht deutlich die Sehnsucht nach einer stärkeren Moderation des Blogs!
@Moosmann: Solange Kommentare nicht beleidigend oder grob unsachlich sind, muss ich nicht zwingend eingreifen. Außerdem finde es gerade spannend, wenn Kommentatoren aufeinander Bezug nehmen und Argumente austauschen. Das möchte ich nicht im Keim ersticken.
Hi Moosmann,
nichts für ungut. Nicht ich, die DIE ZEIT stapelte hier hoch. Nämlich in dem sie FRL. Hegemann in eine Reihe berühmter Gesichter einordnete, die sich ebenfalls solcher Praktiken bedienten. Also ganz legitim im Fundus Fremder bedienten.
Hier nun wird, gegenteilig zu meiner eigenen Auffassung, der Eindruck erweckt, es wäre geradezu ein ganz normaler Vorgang, sich zu uneingeschränkt bedienen. Die Aufzählung der Namen sollte wohl begründen, dass, wenn es jeder tut, alles in Butter wäre.
Der wirklich neue und für mich eher überraschendere Aspekt, trat für mich im Artikel der Frau Iris Radisch in eben der erwähnten Ausgabe Nr.8 zutage.
Frau Radisch vermutete, dass die männliche Führungselite des Literaturbetriebes eine Newcomerin, die auch noch kluge Worte finde einfach abstrafen müsse.
Geschlechterkampf also im Foilleton, auf Kosten des etwas begabteren Nachwuchses.
Die “üblich” gennanten Autoren-Honorare von 10% des Ladenverkaufspreises eines gebundenen Druckwerkes, stellen zumindest einen Durchschnittswert dar und die ruckzuck verkaufte Erstauflage von 100.000 Exemplaren, wurden auch in der Ausgabe 8 der DIE ZEIT so genannt. Jeder Autor und jeder Verlag mögen da ganz andere Vereinbarungen treffen. Hier im Ländle besteht die Vertragsfreiheit.
Theater-Regie bedeutet in der Wirklichkeit, dass sich Regisseur mit fremdem Text befasst und diesen in seinem eigenen Sinne benutzt. Hier könnte man den Begriff “Werktreue” mit in die Diskussion einführen.
Auch dieser Umstand wurde in betr. Ausgabe ausführlich beleuchtet.
Die einzige Frage in diesem Meinungsforum die es eigentlich zu beantworten gilt, ist doch : hat Frl. Hegemann unredlich gehandelt (?) und ist sie wirklich die zu lobende Autorin und genau hierzu geben weder die genannte DIE ZEIT – Ausgabe eine Antwort, noch die bisher hier veröffentlichen Meinungen.
Ich möchte gerne weiterhin an Frl. Hegemanns Genius glauben und bitte sie daher nur, in ihrer nächsten epochalen Arbeit, doch die von ihr genutzten Quellen der Einfachheit halber zu nennen.
Ihr böseste Absichten zu unterstellen geht zu weit.
Frl. Hegemann befindet sich in allerbester Gesellschaft.
Nur, sie muss noch einiges lernen. Bei all ihrer Jugendlichkeit, wahrhaftig kein Grund, verzweifelt zu sein.
@Deef
Zwingend sowieso nicht. Aber ich wie alle anderen Kommentatoren sind hier bei Ihnen zu Gast, das allein ist für mich Grund genug, höflich zu sein, sachlich und nicht allzu ausschweifend. Ich bemühe mich ja nach Kräften, den Bezug zueinander zu verstärken, der ist viel zu schwach, und Argumente und Fakten vorzutragen und nicht so sehr freischwebende Meinungen; ich sehe doch, daß Kommentatoren aussteigen, weil sie das alles nicht mehr lesen wollen.
@antoinesusini
Jetzt, wenn Sie es einfacher erklären und nicht so sehr in dem bemüht pseudo-satirischen Ton, verstehe ichs besser und kann erkennen, was Sie sagen wollten. Danke.
@Moosmann: Natürlich steigen Kommentatoren aus. Nach über 300 Kommentaren ist wohl so ziemlich alles gesagt. :)
@antoinesusini
Ich habe den Artikel von Radisch in der ZEIT nicht gelesen. Es gab an anderer Stelle zu Hegemann schon einmal die Behauptung, ältere Männer hätten Angst vor jemandem wie ihr. Mag sein, daß es das gibt, aber im Wesentlichen ist Helene Hegemann und ihr Werk doch das Produkt männlicher Phantasien und männlichen Einflusses. Nicht nur, daß ihr persönliches Umfeld aus älteren Männern besteht, nein, sie identifiziert sich doch gerade als Plagiatorin mit dem männlichen Blick auf Erlebnisse eines Mannes und gibt sie nahtlos als die ihren aus. Wäre vielleicht interessanter, zu untersuchen, wie männertypisch oder gar männerspezifisch Hegemanns Beschreibungen sind, statt zu behaupten, das ihr zugeneigte Feuilleton sei männerdominiert (was wahrscheinlich eh nicht zutrifft, siehe Radisch selbst, v. Lovenberg, Auffermann, Bublitz etc.) Ich sagte ja schon, Helene Hagemann ist der Avatar von Männern, das im einzelnen an Motiven, Sprache und Sichtweise zu untersuchen, wäre vielleicht der Mühe wert. Ich glaube, es käme dabei heraus, daß sie außerordentlich stark fremdbestimmt und abhängig ist.
@Deef
Ich meinte ja schon weit oben mit Karl Valentin, es sei vielleicht schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Aber ich finde, es sind im Lauf der Zeit einige weiterführende Gedanken aufgetaucht, ich würde da gern von denen, die sie geäußert haben, Rückmeldungen kriegen. Vielleicht schätze ich die ganze Bloggerei auch falsch ein. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wieviele Menschen hier lesen, ohne sich zu äußern, ob z.B. die Beteiligten selbst wahrnehmen, was so gepostet wird. Es wäre doch gut, wenn sie (z.B. Helene Hegemann selbst) hier einschalten würden.
Ich meine, wenn die Blogger als ein medial anders strukturiertes Gewicht im kulturellen Diskurs wahrgenommen werden wollen, wäre es förderlich, wenn Qualität, Ernsthaftigkeit und Beharrlichkeit der Beiträge und Kommentare zunähmen. Ich wünschte mir das, damit es ein Gegengewicht zu den teilweise sehr selbstherrlichen Strukturen in etablierten Medien gäbe. Ich möchte übrigens auch für das gedruckte Feuilleton mal eine Lanze brechen: Es gibt in einigen Zeitungen trotz der unfehlbaren Großkritiker und Literaturpäpstinnen doch noch einige, die mich auf interessante Erscheinungen aufmerksam machen und sie so rezensieren, daß ich etwas über ein Buch erfahre und selbst besser entscheiden kann, ob ich es lesen möchte oder nicht; und die mir nicht nur sagen, ich soll es kaufen oder es verreißen, oder mir nur sagen, wie sie selbst es fanden. Meinungsbildende Presse heißt ja nicht, daß ich die Meinung eines Journalisten kennenlernen soll, sondern daß mir die Grundlagen geliefert werden, daß ich mir eine Meinung bilden kann. Die Journalisten kommen und gehen, aber ich bleibe. Würde die Maxime gelten, könnten solche Hochjubelarien wie zu Hegemann gar nicht passieren.
[...] Februar hat dann Deef Pirmasens in seinem Blog einen Artikel veröffentlicht, in dem er nachgewiesen hat, das Helene Hegemann aus dem Buch Strobo vom anonymen [...]
Tja, auch hier muss ich erkennen, miss-verstanden worden zu sein @Moosmann.
Frau Radisch hatte in erwähntem Artikel gemutmaßt, die plötzliche Aberkennung der außerordentlichen Pfiffigkeit der verehrten Autorn H.H nach ihrer Enttarnung als wilde Kopistin, sei der männerdominierten Überheblichkeit des Feuilleton zu verdanken.
Wenn ich es so ganz genau betrachte, zieht sich die von mir ansonsten sehr geachteten Fachfrau in Sachen Buchstabensuppe (achtung, versuch zynisch zu sein)hier insoweit selber den Roten Teppich einer Wissenden weg.
Denn, wenn Literaturkritiker und -Lober männlich dominiert sind und das den letztendlichen Ausschlag über gut und schlecht gibt, müssen ja die zunächst zahlreichen positiven, als auch die nun negativen Aspekte aus der selben tiefen Frauenangst stammen.
Oder, Frau Iris Radisch hat mal wieder alles ganz anders gemeint und ich als Mann bin nur erblich vorbelastet.
Das Verschiebe-Manöver von Radisch ist so durchsichtig, da muss man gar nicht lange drüber sprechen. Das war einer der lächerlichsten Debattenbeiträge.
Hier jetzt mal fachlich kompetenter und letztlich wohl auf dem Punkt:
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/nennt_das_kind_beim_namen_1.5076939.html
[...] die eigene nicht mehr reicht. Und das hat Hegemann gemacht. In der ersten Pressemitteilung, nachdem Deef die ganze Chose aufgedeckt hatte, hat sie sich noch einigermassen annehmbar entschuldigt. Aber [...]
Richtig @Brett, bräuchte Mann/Frau nicht.
Wenn die NZZ richtig läge, sollte es eigentlich keinen Unterschied mehr machen, so die heuchelnde Kulturkritik aller-Ort-en, ob man nur ein paar Äpfel vom Baum des Nachbarn pflückt, oder man sich mit ganzen Körben voll des fremden Obstes auf den nächsten Wochenmarkt stellt!
Ja, es geht nicht um die Menge des Textklaus. Ein Plagiat kann auch vorliegen, wenn kein einziger stibitzt wurde. Umgekehrt kann eine reine Textcollage ein Werk ergeben, das man einem Autor zuschreiben kann. Siehe “Dokumentarliteratur”, z.B. Peter Weiss “Die Ermittlung”. Ich glaube, Hegemann hat Autorin gespielt. Sie stand ja nach verfrühtem Abgang von der Schule quasi vor dem Nichts. Studieren ging nicht. Es blieb ja nur “Künstlertum”. Jetzt hat sie Erfolg, d.h. sie kann weitermachen. Der Scoop ist gelungen. Es wird sogar noch darüber gestritten, ob Plagiat oder nicht etc. Ich glaube, der Kern dieses Buchs, des Umfelds rund um die Berliner Theaterkantinen und der Strukturen der deutschen Literaturkritik sind von Äfferei und Eitelkeit verseucht. Alles schlaue Leute, keine Frage. Aber bei allem, was sie sagen, tun oder von ihren Gefühlen mal jammernd, mal neo-neo-neo-expressionistisch “ausdrücken”, schielen sie auf die mediale Wirkung. Hegemann ist der verdiente Höhepunkt des deutschen Kulturschaffens der Nuller-Jahre, möchte ich sogar sagen ^^. Die Arbeit am Werk kommt zu kurz, das Marketing wird ausgebaut. Hauptsache “schnell raus auf die Bühne”, Launch-Video auf Youtube, “ruft jemand das ZDF an, hakt da mal nach?” etc. etc. Faszinierend, das so etwas wirkt. Die Bücher werden gekauft, möchte nicht wissen, wie viele der Exemplare bereits buchstäblich im Müll gelandet sind. Unterdessen bewegt sich eine ganze hoch verdiente Verleger-Generation auf die Insolvenz zu. Amann in Zürich hat mal einfach dicht gemacht. Viele weitere, die seit 20, 30, 40 Jahren sich für gute Bücher oft eben auch persönlich aufgeopfert haben, stehen mit ihren Literatur-Plattformen vor dem Tor zur Totenwelt. Mich macht diese nahtlose Durch-Hugendubelisierung der Literatur traurig. Nüchtern betrachtet, ist es wohl einfach der Welten Lauf. Ach, trotzdem entsetzlich, wenn man die Bastionen in Staub fallen sieht, von denen man dachte, die da oben, die werden doch noch scharf zurückschießen. Tun sie aber nicht. Die haben die Gewehre schon umgedreht. “Selbstentleibung des Literaturbetriebs” hat das Philipp Theisohn genannt. Nun gut, soll er nicht übertreiben. Es gibt ja noch andere. Ich finde schon noch was, was ich gerne lese ^^.
Hat da jemand etwas vom Ende des Verlegerischen Standes gerufen? (Ersatzweise, den Tod des Christlichen Abendlandes vorhergesagt?)
Nein, ich glaube da geht doch noch was. Es gibt sie, “Die Jungen Wilden”, doch und auch hier möchte ich nicht ganz zu pessimistisch denken, sie wollen nur ihre Arbeit ordentlich honoriert sehen.
Denn, sind wir doch mal ehrlich, Hegemann ist doch nur die Spitze des Eisbergs.
Nein, nicht dass jemand glaubt, es würde nur noch geraubt und die eigene “Mutter von hinten genommen”, dem “Vater beim Pinkeln zugeschaut” und “der kleinen Schwester …!
Nur, das Eingangs-Lektorat wird, und nun nach Hegemann um so heftiger, sich mit Händen und Füßen wehren und im Zweifel einen wirklich guten Text erstmal gar nicht wahrnehmen wollen
Das Net ist voll guter Texte! Nicht wenige müssen dieses Medium volltexten nur um überhaupt noch so etwas wie Öffentlichkeit herzustellen.
Allerdings dürfte auch im Jahre “Null nach Hegemann”, das Eingangslektorat der Verlage aus der Tränentütrigkeit erwacht, gutes Manuskript vom Schund selektiert, zu mehr Zugeständnissen bereit sein.
Nun gut, ja ich bin bekennender Optimist.
Nehme, wenig interessiert noch, ständige Kommentare von antoinesusini und moosmann zur Kenntnis, von den einzigen, die sich noch geziert echauffieren wollen. Alle ernsthaft mit den Hegemann-Lügereien Beschäftigten haben längst mit diesen Kindereien abgeschlossen und sind zu Wichtigerem übergegangen – vielleicht zum eigenen Schreiben. Jetzt meldet sich dann heute “Brett” zu Wort. Und ich finde dabei sprachduktus-ähnliche Parallelen zu Papa Carl. Herr Doktorand, lesen Sie das auch? Wie viele Hegemänner stolpern eigentlich durch diese Republik? Von “linksresigniert” – die entscheidende Vokabel im ganzen Gequatsche! – lese ich in diesem Blogg leider gar nix! Alles also studentisch unreifes oder selbstherrliches Gebrabbel?
@ Wolfgang Douven
Sie sind ja lustig. Ich hatte mich weiter oben diverse Male geäußert. Udn relativ früh Carl Hegemann als einen meiner Lieblingsfeinde in dieser Sache hervorgehoben. Und nun hängen Sie mir das an “Und ich finde dabei sprachduktus-ähnliche Parallelen zu Papa Carl.” Mensch, wissen Sie, was Sie mir damit antun?!
Aber Spaß beiseite. “Von “linksresigniert” – die entscheidende Vokabel im ganzen Gequatsche! – lese ich in diesem Blogg leider gar nix!” Ja, dann fangen Sie doch an! In dem Buch kommt dieses Milieu offenkundig nicht so gut weg. Was kein Wunder ist, denn die Zeit, da man aus dem Zurschautragen politischer Positionen mit einem Achtungsgewinn im Kulturbereich belohnt wurde, sind vorbei. Die Kritiker finden große Kunst nur dort, wo die Politik maximal eine latente Haltung ist. Kroetz war genau so lange der meistgespielte lebende Theaterautor, wie sich das für die “Hegemänner” ganz gut machte. Das ist aber alles lange, lange her. Wobei es ja bei dem auch schon teilweise die gleiche Gruselsckocker-Elemente gab wie bei HH, nur zur damaligen Zeit passend im Rahmen des “Sozialstücks” oder “Volkstheaters”. Ich weiß gar nicht, ob es bei den unter 40jährigen noch irgendwo so etwas wie einen “linken Schriftsteller” gibt. Das Private hat sich für viele – anscheinend – komplett vom Geschichtlichen gelöst.
@Wolfgang Douven, Blinzeln, mit beiden Augen? Wenn mich ein Thema, weil schon mit Verve (oder auch nur den Dritten durchgekaut) behandelt wurde und mich daher nicht mehr interessiert, schließe ich im Allgemeinen meine Augen und wende mich Interessanterem, weil möglicherweise, ertragreicherem hin. Schließlich muss ja endlich `ne neue Sau durch`s Dorf getrieben werden.
Sie aber sind, mit Verlaub, doch noch interessiert!
Ähnelt dem Flammenwerfer, der lauthals nach der Feuerwehr ruft.
Aber nichts für ungut. Ein Thema, wie ein Feuer erhält sich manchmal selbst. Wenn nicht, wird einfach nachgelegt.
In diesem Sinne, bis bald.
@Wolfgang Douven
Lieber Herr Douven,
Ein Blog kann doch eine Gelegenheit sein, ohne den in vielen Medien gegebenen Aktualitätsstreß (täglich neue Sau durchs Dorf)ein Thema zu diskutieren. Die Causa Hegemann ist wahrlich nicht über den Tag hinaus interessant (es sein denn, es treffen zu befürchtende Vorhersagen ein, dann kann man sich ja von neuem darum kümmern). Aber so ein Fall kann doch Anlaß sein, weitergehende Überlegungen anzustellen. Das wird hier in (leider zu kleinen) Ansätzen getan, und wenn ich mich dazu äußere, soll das nicht als “geziertes Echauffieren” wahrgenommen werden. Die Fragen nach dem Wandel des Autor-Begriffs oder des Urheberrechts, die Intertextualität, – oder gar des Untergangs des Abendlandes, medienbedingt neue Formen des Schreibens und der Textrezeption… das kann man doch ganz ungeziert reflektieren.
Vielleicht stelle ich mir allzu naiv vor, daß es da ein echtes Interesse gebe, aber es könnte ja sein, daß nicht alles Gebrabbel oder Wortgeklingel ist. “Linksresigniert” ist ja ein schönes Wort, und wenn es in diesem Zusammenhang wichtig ist, wäre ich für einen Diskussionsbeitrag dankbar, der diesen Zusammenhang deutlich macht. Ich persönlich jedenfalls bin über das Studentische altersmäßig weit hinaus und kann mir nicht vorstellen, daß Sie mit “selbstherrlich” meine Beiträge meinen können.
Weiter ober schrieb schon mal jemand, die ganze Diskussion hier sei Bockmist. Aber das ist sie nicht, auch wenn sie manchmal ein bißchen konzentrierter geführt werden könnte. Sie müssen sich hier ja nicht beteiligen, aber die Kommentatoren so rundweg abqualifizieren, nee, das müssen Sie auch nicht. Ich wünsche mir von Ihnen einen etwas ausführlicheren Beitrag, denn ich habe den Eindruck, daß Sie aus eigener Erkenntnis durchaus etwas beizutragen haben.
Alles sehr akademisch und irgendwie… na ja… deutsche Gründlichkeit und aufs i-Tüpfelchen genau… definieren, ausdiskutieren, zensieren…
@gittakohl
Meinen Sie mich?
@moosmann
nee, die Diskussion natürlich, und daran sind ja mehrere beteiligt.
“Die Causa Hegemann ist wahrlich nicht über den Tag hinaus interessant (es sein denn, es treffen zu befürchtende Vorhersagen ein, dann kann man sich ja von neuem darum kümmern).”
Frage 1: nicht über den Tag hinaus interessant… Damit wären wir doch mit dem Thema eigentlich durch?
Frage 2: zu befürchtende Vorhersagen… also der Leipziger? Der hat m.E. wenig mit der “causa HH” selbst zu tun. Sondern vielmehr mit Auffermann und KollegInnen und damit dem Wert oder Unwert der Literaturkritik heute. Wobei man schließlich doch wieder bei der “causa Hegemann” als Ausgangspunkt wäre. Na ja, ich bekenne mich zum “Axolotl”, irgendwie alles genial hingebogen, der Text, der Klau und damit die “Intertextualität” des Textes, der Papa als Manager des Ganzen so hinter den Kulissen. Also, mich amüsiert`s irgendwie, wenn ich den “moralischen” Aspekt mal außenvor lasse.
Es kommt, wie in der Literatur, wo ich nun nicht unbedingt die literarischen Zirkel in verqualmten Salons meine, (ja gibt es die überhaupt noch?), immer auf die an, die etwas zum Thema sagen können oder auch nur wollen.
So, wie es Leute gibt, die nur genügend Gossenjargon quirlen, in Büchern zum Besten geben und darüber zu Stars werden, (wobei ich nun gar nichts gegen die Gosse und deren spezifische Kommunikationsformen habe, die, gut eingesetzt, ein Gewinn für jeden Unterhaltungsroman darstellen können)gibt es Autoren, die ungeheuer klug reden, aber auch…langweilen.
Ebenso, und dafür liebe ich das Net, gibt es Schreiber, die nix zu sagen haben und es dennoch tun.
Eine Diskussion kann nur so interessant sein, wie die Bereitschaft der Beteiligen, sich daran zu beteiligen.
Ich weiss, ich langweile, weil jeder Mann/Frau bekannt.
Ich bin aber froh, noch mal dran erinnern zu dürfen.
[...] Deef Pirmasens im Blog Gefühlskonserve Anfang des Monats ein kleines Bömbchen hochgehen ließ, indem er die noch gerade minderjährige Debütantin Helene Hegemann überführte, [...]
…Schreiber, die nix zu sagen haben und es dennoch tun: ist ja irgendwie auch genial. Wenn sie´s nicht gerade in so einem gewissen Bierernst tun und in der festen Überzeugung, dass sie wirklich was zu sagen hätten…
Viel schlimmer als das Kopieren ist ja, dass, wie man sogar aus Kreisen ihrer Lektorin vernimmt, nicht das Fräulein Hegemann das Buch geschrieben hat, sondern ihr Vater.
@gittakohl
1. Könnte man sagen, mit dem Axolotl sind wir durch, aber
2. der Roadkill kommt erst noch. Ich glaube, es gibt gute Gründe, sich Sorgen zu machen, daß Helene Hegemann von der Maschine überfahren wird, die mehrere breite Räder hat: die Berliner Theaterkantinenszene, die – wie sie selbst zu glauben scheint – sich der am weitesten entwickelten Kommunikation befleißige; ihre Abhängigkeit von ihrem Vater und seinen Peers; den Großverlag; das Großfeuilleton; das unkritische Publikum… Das alles ist ein großrädriger Schützenpanzer, der einen Lurch im Dauerlarven-Jugendstadium ungerührt plattmacht.
3. Komme ich gerade aus einer Lesung mit Wilhelm Genazino, der nichts zum Fall Hegemann gesagt hat, mich aber durch seine Präzision und seine Weisheit stark fasziniert hat; denn er hat ganz viel zum Fall Hegemann gesagt. Er hat aus einem im Werden befindlichen Manuskript gelesen, in dem die Hauptfigur in eine Gebrauchtwelt hineinrutscht und sich darin einrichtet, indem er sich in Hülsen Verblichener hineinschleicht und gedrängt wird, die er dann teils widerwillig, teils durchaus bequem mit sich füllt, aber doch gewissermaßen als Avatar der Vorgänger ihr Gebrauchtleben weiterspinnt, ohne ihm eine neue “Echtheit” verleihen zu können, ein life.2 sozusagen, das er dann aber auch weiteren Nachfolgern warmhält, die in seine Hülse in der Hülse nachrücken werden. Ein Leben, was man erstmal aushalten lernen muß, wenn man reflektiert und erkennt, aber auch weiß, daß man nicht herauskann.
Der eklatante Widerspruch, den dieses Subjekt in sich spürt als einen schweren Klotz, ist der, daß es erkennt, daß sein Eigenbeitrag zu seinem nie vollkommenen Unglück ein erheblicher ist, es selbst die größte Verantwortung trägt dafür, daß es nie das lebt, was es eigentlich wollte. Genazino zitierte einen kennzeichnenden Satz von Ödön von Horvath: “Ich bin ganz anders, komme aber so selten dazu.”
Das erinnerte mich an die grenzenlose Weisheit Imre Kertesz’, der in jungen Jahren aus dem einschneidenden Erlebnis der Odysse durch mehrere Konzentrationslager die Erkenntnis ziehen mußte, daß er selbst ein Rädchen in der Maschine ist, die ihn vernichtet.
Genazino weist in seinem Buch nach, daß seine Figur wie typischer- und realistischerweise die meisten Menschen in unserem Kulturkreis heute in einem Korsett struktureller Gewalt eingezwängt sind. Selten und nur bei entsprechend geschärfter Aufmerksamkeit kommt es zu augenblickslangen Momenten der Selbstvergewisserung, in denen der würgende Kragen sich lockert und eine kleine Beobachtung einen Funken der Freiheit aufscheinen lassen kann, die sein kann. Diese Augenblicke zu verlängern, dieses Glücksgefühl der Freiheit zu verstetigen, bedeutet aber, es zu verdinglichen und sich an etwas festhalten zu wollen, das durch die Verdinglichung schon zu seinem Gegenteil, nämlich einem Zwang zu neuer Organisation struktureller Gewalt wird (wie eine Religion oder ein spirituelles esoterisches System beispielsweise).
Diese Weisheit hat mir sehr gefallen, und ich glaube, daß Helene Hegemann in einem solchen Leben im Falschen, das im Falschen eingebettet liegt, leben muß. Die Rebellion, die in der Jugend dazu da ist, wenigstens zu der Erkenntnis der strukturellen Gewalt zu kommen, hat sie anscheinend übersprungen und ist auf direktem Wege in die Hülsen Verblichener eingenistet worden und hat sich selbst darin breitgemacht, was die Verblichenen ihr mit großem Lohn und Lob versüßen. Aber sie ist dabei nicht über “LOS” gegangen und hat nicht wenigstens von den flüchtigen Glücksmomenten gekostet; -oder vielleicht: vom Baum der Erkenntnis genascht…?
Darum meine ich, daß wir vielleicht noch anders von ihr hören werden, als sich mancher erträumen mag. Also nicht mit einem neuen, selbstgeschriebenen Buch, sondern durch Hiobsnachrichten aus ihrem life.1. Der Buchtitel, den manche hier als so unverständlich und zusammenhanglos empfunden haben, ist für mich im obigen Sinne höchst verständlich, aber auch alarmierend. Ich weiß, daß es täglich Jugendliche gibt, die sich umbringen wollen oder es versuchen, die schreckliche Einbrüche und Scheitern erleben und daran zerbrechen. Daß Helene Hegemanns Scheitern sich in der Öffentlichkeit darstellt und weiter darstellen wird, macht es aber nicht bedeutungslos, zumal sie als öffentliche Figur Identifikations- und Projektionsobjekt für andere sein wird.
Deshalb sind wir mit dem Thema noch lange nicht durch.
Viel schlimmer als kopieren ist, dabei erwischt zu werden!
@Donatello
Das vermute ich ja schon die ganze Zeit. Wo hört man das?
Helene Hegemann scheint mir mit so viel mentaler und emotionaler Intelligenz gesegnet zu sein, dass sie sehr wohl zwischen ihrem “second life”, gewissermaßen der Vermarktung ihrer Person, und ihrem “Innenleben” umschalten kann. Entsprechend “doppelbödig” ist ja auch der Axolotl. Ich glaube nicht, dass man sie irgendwie “retten” muss. Man wird bestimmt noch von ihr hören – nur bin ich sicher, dass es weniger “Hiobsbotschaften” aus ihrem first life sein werden, sondern eher literarisch verarbeitete “Botschaften” daraus.
s.o. gedacht als Replik auf @moosmann
Plagiarismus ist Kunst und Kunst ist alles und darf alles. Noch Fragen, Pirmasens?
Die Kust besteht darin, eben nicht geschnappt zu werden. Alles Andere ist erstmal…ziemlich dumm!
[...] Romans von anderen (größtenteils Untergrund-)Autoren längere Textstellen nur leicht verändert übernommen ohne dies in ihrem Buch zu [...]
[...] erfreut! —- Ach. Ich hab am Wochenende „Strobo“ gelesen, von Airen, dem Blogger, ihr wisst schon. Naja. Und heute hab ich dann mit „Axolotl Roadkill“ angefangen. Na, ihr wisst schon. [...]
[...] Roche und Axolotl Roadkill von Helene Hegemann (welches wie ich anmerken möchte anscheinend nett zusammen geklaut ist), die primär schockieren sollen, aber in meinen Augen keinen wirklichen Wert haben, außer das [...]
Gefallener Stern…
Helene Hegemann hat es mit ihrem vor kurzem erschienen Roma ……
Hallo! Rückbetrachtung ist angesagt, Leute!
Harald Martenstein hat in seiner überaus durchdringlichen Rückschau (Zeit-Magazin v. 4.3) auf Helene H. festgestellt, dass “Mottosweatshirttyp” es genauer treffe, als “Netter Fucker”!
Nun gut, mir als schon etwas betagterem Model der Gattung Mensch, kann ja in den letzten Jahrhunderten, eine ganze Menge an “Neusprech” entgangen sein, was ja möglicherweise, vielen genauso an Sprache als Kulturtransportmittel Interessierten ebenso gehen könnte.
Wir sind zwar alle verdammt nah dran, aber, und hier wedelt der Schwanz mit dem Hund, niemals mitten drin!
Und genau darauf kommt es an! Mitten drin zu sein, worin auch immer.
Helene H. war es wohl, zu befürchten ist allerdings, dass sie es noch immer ist! Drinnen, in dieser Generation, die nicht nur sich, sondern vor allem ihre Umwelt scheinbar immer wieder neu zu erfinden sucht.
Solches ersteinmal zu begreifen ist die Kunst. Doch wenn es erstmal so ist? Dann wird Wirklichkeit erst begreifbar.
Und dann auf einmal erschließt sich einem die ganze Welt der Helene H.
Helene H. als die große Moderatorin. Die, die sich darin versteht, Jugendlichen Wahrheiten ein neues Gesicht zu verpassen, damit wir Metusaleme (alo alle, über der Zeitschiene 17 Jahre -also Helene- und 23 -also Airen- Verweilenden) überhaupt etwas mit solchen erlebten Texten umgehen können.
Harald, so scheint es, kanns!
Das was Helene H. leichtfüßiger heran transportiert, erscheint bei dem wohl etwas “gröber gestrickten Blogger” Airen, mit festerem Schuhwerk daher zu kommen.
Mottosweatshirt (möglw. AC/DC, schwarz auf tiefschwarzem Cotonshirt, oder “machs mir, Oller!”, grün auf Pink, oder “Bullemiealzheimer”, wie bei Cindy aus Mahrzahn?)klingt doch feiner als Netter Fucker!
Blos, worin besteht hier der vom ZEIT-Denker festgestellte Unterschied?
Muss man als Motto-T-Shirt-Träger befürchten, für nett gehalten zu werden? Sich doch tatsächlich unbedingt dazu bereit erklären, seinen Lustlachs ungeschützt in bereitgestellte Vertiefungen Menschlicher Körper ungefragt versenken zu wollen? Wobei das Geschlecht den wohl untergeordneteste Rolle spiel?
Ich kann nur hoffen, Herr Martenstein irrt! Oder, mich betrifft das alles schon lange nicht mehr, weil ich schon längst aus dem Focus jugendlicher Wahrnehmung etwichen!
Sonst, Herr Martenstein, hätte ich beim letzten Konzert der Kurzwelttourne der Südstaaten-Rocker Lynyrd Skynyrd, eine verdammt schlechte Figur abgegeben!
Ach ja, wenn denn Harald M. Recht haben sollte, wird sich Helene H. demnächst möglicherweise dazu versteigen, der Bibel ein etwas “schlankeres Design” zu verpassen. Denn, seit seiner letzten Überarbeitung durch Martin L. vor Jahrhunderten, hat sich Sprache ja doch sehr modernisiert.
Und für das Bodenpersonal des Lieben Gottes, könnte sich die Neufassung durch die begnadete Lektorin/Korrektorin Helene H., doch tatsächlich im Sinne einer neugierig gemachten jugendlichen Zielgruppe, als segensreich erweisen.
Nun aber gut, mit der Guten (weil demnächst bald Frommen) Helene.
Lassen wir, Sie und ich, Herrn Martenstein das letzte Wort!
[...] gehypet wird, aber noch nicht gesehen. Der Stoff hat ja momentan auch einen kleinen aktuellen Bezug, so mancher Dialog über die Notwendigkeit eines jungen, frischen Gesicht um das Buch zu vermarkten [...]
@antoinesusini
Nein, als ein letztes Wort ist sowohl Ihres als auch das von Herrn Martenstein einfach zu flach.
Leider ist die Bloggerei offenbar so, daß ich auf Fragen keine Antworten bekomme, deshalb ist es kein Wunder, daß die Gespräche stagnieren und sich schon totlaufen, bevor es zu irgendwelchen Synthesen kommt. Wäre doch immerhin möglich, daß sich eine Haltung zur Intertextualität oder zum Autor-Begriff herauskristallisierte. Oder daß sich die Online-Lesenden zu einer Forderung vereinen, z.B. AR kostenlos ins Netz zu stellen…
Na, anscheinend sind wir noch nicht soweit.
Wie wäre es mit einem Haiku als Schlußwort:
Lotteratur
Im kalten Winter
steigt Glühwein in die Köpfe
auf dem Büchermarkt.