Feb
05
2010

Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?

Axolotl Roadkill © Helene Hegemann, Ullstein Verlag - Foto von Deef

Axolotl Roadkill” (Partnerlink zu Amazon) ist der gerade erschienene Debüt-Roman der 17jährigen Berlinerin Helene Hegemann. Das Buch wird aller Orten gelobt (Rezensionsüberblick via buecher.de):

  • “An Axolotl Roadkill werden sich dieses Jahr wohl alle deutschsprachigen Debüts messen lassen müssen.” (Der Tagesspiegel, 2010)
  • “Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben.” (FAS 2010)
  • “Das Buch ist phänomenal. Und die Autorin ist ein Phänomen.” (Süddeutsche Zeitung, 2010)
  • “Von einer großen Suchbewegung getrieben, voll treffender Beobachtungen und überraschender Gedanken.” (Der Spiegel, 2010)
  • “Verblüffend klug, angenehm grotesk und herrlich sprachgewandt.” (Die Welt, 2010)
  • “Ein Kugelblitz in Prosaform und Prosasprache.” (Die Zeit, 2010)
  • “Axolotl Roadkill kann man als großen Coming-of-age-Roman der Nullerjahre lesen.” (FAZ, 2010)

Das Setting: Die 16jährige Berlinerin Mifti ist ein wohlstandsverwahrlostes, aber  philosophisches Mädchen. Statt in die Schule zu gehen und sich mit Gleichaltrigen abzugeben, verbringt sie ihr Leben lieber mit degenerierten älteren Freunden und den beiden ebenfalls älteren Halbgeschwistern, erlebt dabei schlimmste Drogenabstürze, lieblosen Autosex und wünscht sich unausgesprochen nichts sehnlicher als Disziplinierung durch ihre Eltern. Doch ihre Mutter ist tot und ihr Vater wohnt nicht bei seinen Kindern, sondern zieht es vor mit seiner jungen Freundin in einer eigenen Wohnung zu leben.

Die Handlung von Axolotl Roadkill hat Helene Hegemann dekonstruiert und fragmentarisiert. Wo ist der Anfang, wo das Ende und wo die Dramaturgie dazwischen? Wer spricht in den Dialogen eigentlich miteinander? Egal, denn was zählt ist das unglücklich bis wütende Coming-of-Age-Gefühl, Opfer in einem Chaos zu sein, dass man selbst nicht verschuldet hat. Auf dieser Bühne lässt Helene Hegemann grandiose Sätze vom Stapel wie:

  • “Ich liege als klar zu erkennendes Opfer mit blutendem Hinterkopf auf dem Bauch und genieße den Zustand der totalen Verantwortungslosigkeit.”
  • “Hör endlich auf damit, diese pseudonaiven, pseudokleinkindlichen Aussagesätze aus dem Gehege deiner Zähne zu entlassen.”
  • “Niedlich ist Silber, Sadismus ist Gold”
  • “Ich hingegen erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfelds gleich mit entlarvt.”
  • “Hätte man dich und mich nicht bei unseren Müttern lassen dürfen? (…) Das schmeckt nach Scheiße, Metall, das schmeckt bitter und das schmeckt definitiv nicht nach Trost, aber vielleicht schmeckt es nach Sinn, in diesem allgemeinen Dahinschimmeln.”
  • “Ich habe Sandkuchen grundsätzlich nur dann gebaut, wenn die Möglichkeit in der Luft lag, wenigstens einen mit Kühltasche und Eistee ausgestatteten Erwachsenen auf der gegenüberliegenden Spielplatzbank davon zu begeistern. Genau dieser Impuls ist eigentlich das Einzige, was übrig geblieben ist aus ‘meiner schweren Kindheit’”.
  • “Heroin ist keiner dieser diffuse Versprechungen abliefernden Zugänge zum menschlichen Leben, sondern die einzige Möglichkeit das Wort “Leben” als das zu entziffern, was es ist: gar nichts.”

Ich bin begeistert und frage mich, wie ein 17jähriges (bzw. als sie es schrieb, war sie 16) Kind so etwas schreiben kann. Ist es nicht eher unwahrscheinlich, dass sie sich mit Stoffen wie Heroin und Orten wie dem unvermeidlich vorkommenden Berghain auskennt? Ins Berghain dürfen dank härtester Türpolitik nicht mal Leute, die auch nur AUSSEHEN wie unter 21jährig. Hegemann schreibt trotzdem glaubhaft darüber, weil sie sich von anderen Autoren inspirieren ließ, was zunächst einmal legitim ist. Doch die Inspiration nimmt copy-paste-mäßige Züge an, wie wir hier sehen:

Axolotl Roadkill, Seite 23:

“Ich habe Fieber, Koordinantionsschwierigkeiten, ein Promille im überhitzten Blut…”

Im Buch STROBO (Partnerlink zu Amazon), welches der Berliner Blogger Airen letztes Jahr veröffentlichte, heißt es auf Seite 106:

“Ich habe ein Grad Fieber sowie ein knappes Promill Alkohol im überhitzten Blut.”

Axolotl Roadkill, Seite 36:

“Ophelia steht auf dem Klodeckel, um drei Lines Speed auf der Trennwand zur Nachbartoilette zurechtzumachen.”

Wir vergleichen mit Strobo, Seite 146:

“…als sich das als zu kompliziert erweist, klettert Marc auf die Klobrille und macht die Lines an der Grenze zu Nachbartoilette zurecht.”

In Axolotl Roadkill auf Seite 52 spricht Helene Hegemann von “Technoplastizität”. Ein Begriff, den Airen auf Seite 118 seines Buches verwendete.

Axolotl Roadkill, Seite 72:

“Wir erfahren an dieser Stelle, dass ich nicht nur neben Edmonds Keyboard aus eloxiertem Aluminium gekotzt, sondern mich (gleichermaßen skrupellos) mit dem Argument »Scheiß Kapitalismus!« geweigert habe, ihm meine Schulden vom Vortag zurückzuzahlen.”

Bei Airen liest sich das auf Seite 123 so:

“Wie ich eben erfahre also angeblich mit dem Argument »Scheiß Kapitalismus!« geweigert zu bezahlen, neben die Bar gekotzt und paar Tische umgeschmissen.”

Axolotl Roadkill, Seite 74:

“Ich mache drei Schritte nach vorn und knalle rückwärts gegen irgendeinen sich im öffentlichen Raum befindlichen Werbeträger von Langnese. Ich drehe mich um und knalle rückwärts gegen einen grobporigen Typen in grünen Klamotten. Er [der Polizist] setzt mich in ein Taxi…”

Wir vergleichen mit Strobo, Seite 124:

“Ich steige aus, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Dann stehe ich auf, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Schließlich kommen zwei so grobporige Bahnbullen und verfrachten mich in ein Taxi.”

Hegemann lässt ihre Protagonistin auf Seite 136 sagen:

“»Wir unterhalten uns gerade über Bisexualität!«, moderiere ich schwerstelegant zu ihr hinüber.”

Der Satz steht fast genau so auf Seite 99 von Strobo:

“»Wir reden gerade über Bisexualität«, moderiere ich mich zu Jan rüber,…”

Axolotl Roadkill, Seite 80:

“Anstatt mir zu antworten, wickelt sie die Plastikfolie ab. Schlussendlich liegt auf dem Mahagonitisch eine Messerspitze bräunlichen Pulvers, das wie Instanttee aussieht und nach einer Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig riecht. Aus einem Stück Silberpapier dreht sie sich ein Röhrchen, auf ein weiteres schüttet sie die Hälfte des Pulvers. Als sie ein Feuerzeug unter die Folie hält, schmilzt das Heroin und zieht eine kleine Rauchschwade hinter sich her. Dieser Dampf wird von Ophelia mit Hilfe des besagten Aluröhrchens inhaliert, bis nur noch irgendwas ganz Schmutziges, Kleines, Böses zurückbleibt und sie mich fragt: »Und, wie sehen meine Pupillen jetzt aus?«”

Die gleiche Szene bei Airen auf Seite 65f:

“Schicht um Schicht wickle ich die Plastikfolie ab, bis in der Mitte eine gute Messerspitze bräunlichen Pulvers zum Vorschein kommt. Sieht in etwa so aus wie Instant-Tee und riecht säuerlich, wie eine Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig. Diacetylmorphin. Dann hole ich Alufolie. Aus einem Stück drehe ich mir ein Röhrchen. Auf ein anderes schütte ich ein Viertel des Pulvers. Sobald ich ein Feuerzeug unter die Alufolie halte, schmilzt das Heroin (…) und zieht eine kleine Rauchfahne hinter sich her. Mit dem Röhrchen im Mund versuche ich sie einzufangen. (…) Als alles verdampft ist und nur noch eine schmutzige Spur auf der Alufolie übrig bleibt, gehe ich ins Bad und begutachte meine Pupillen.”

Update 7.02.2010: Axolotl Roadkill, Seite 11:

“Meine Existenz setzt sich momentan nur noch aus Schwindelanfällen und der Tatsache zusammen, dass sie von einer hyperrealen, aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten-Installation halb zerfleischt wurde.”

Vergleich mit Airens Blogtext Einerseits vom 28. Mai 2009:

“…für Erwachsene, mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten, …”

Das sind nur die offensichtlichsten Stellen. Es gibt noch mehr, in denen nicht Wort für Wort kopiert, aber das Handlungsmotiv einer Szene übernommen wurde. Helene Hegemann zeigt uns in Axolotl Roadkill zwar, dass sie nicht nur für ihr Alter, sondern ganz allgemein eine beachtenswert wortgewaltige und wundervoll böse Schreibe hat. Aber statt sich nur von anderen inspirieren zu lassen und zu zitieren, schreibt sie ab. Das stört den guten Eindruck ganz empfindlich.

Update 7.02.2010: Hegemann lässt ihre Figur Edmond auf Seite 15 erwähnen, dass ein Spruch bei “so ‘nem Blogger”  abgekupfert ist, nämlich der Satz “Berlin is here to mix everything with everything”, den Airen am 28. Juni 2008 in sein Blog schrieb. Edmond  fährt fort mit den Worten: “Ich bediene mich überall, wo ich Inspirationen finde und beflügelt werde, Mifti”. Der konkrete Hinweis auf Airen, sein Blog oder Buch fehlt. Er wird lediglich ab der zweiten Auflage von Axolotl Roadkill in der Danksagung (siehe Foto, danke für den Hinweis in den Kommentaren an @Clara) aufgelistet. In der ersten Auflage fehlt die Nennung (Foto).

Das alles ändert freilich nichts daran, dass Hegemann Worte und Ideen von Airen als ihre eigenen ausgibt, da die konkreten Stellen (siehe oben) nicht als Zitat kenntlich gemacht wurden und keine nachvollziehbare Quellenangabe erfolgt. Anders geht sie dagegen mit einem Satz aus David Foster Wallace’ Erzählung John Billy auf S. 193 um. Es ist als Zitat kenntlich gemacht und Ullstein hat beim Verlag Kiepenheuer & Witsch die Erlaubnis eingholt es zu verwenden und darauf mit voller Quellen- und Copyrightangabe auf S. 4 von Axolotl Roadkill hingewiesen. Von Airen hat Hegemann mehr als einen Satz übernommen, dennoch wird ihm keine entsprechende Zitation zuteil. Was soll das?

Helene Hegemanns Quasi-Eingeständnis “ich bediene mich überall” kann nicht als Rechtfertigung herangezogen werden. Es stellt sich viel mehr die Frage, warum andere Rezensenten an dieser Stelle nicht begonnen haben, Lunte zu riechen. Eine Google-Suche hätte sie zu Airens Blog und darin zu seinem Roman geführt.

Das Schlimme an der Sache ist, dass Axolotl Roadkill derzeit in den Himmel gehypt wird und die kleine Helene sich zum Lieblingskind von Maxim Biller und (siehe oben) vielen Feuilletonisten mausert. Airens Strobo kennt dagegen praktisch niemand, da es in einem kleinen Undergroundverlag und nicht wie Axolotl Roadkill bei Ullstein erschienen ist. So ist zu befürchten, dass Hegemann damit durchkommt, von einem guten, aber leider unerfolgreichen Autor abgeschrieben zu haben.

Update 6.02.10: Durch einen Kommentar unter diesen Artikel werde ich auf eine weitere Textquelle von Hegemann aufmerksam.  Sie beendet Axolotl Roadkill auf Seite 204 mit einem Brief, den Miftis tote Mutter an ihre Tochter richtet:

“…ich sehe die Sünde in deinem Grinsen. In der Form deines Mundes. Alles, was ich will, ist, dich in schrecklichen Schmerzen aufgehen zu sehen. Obwohl wir uns nie wieder treffen werden, erinnere ich mich an deinen Namen. Ich kann nicht glauben, dass du mal so warst wie jeder andere. Du bist inzwischen kein Kinder mehr, sondern ein Abbild des Teufels….”

So geht das noch eine halbe Seite weiter. Vergleicht man die ganze Passage mit dem Songtext von “Fuck U”, einem Titel, der 2005 auf dem Album Noise der Band Archive (Song bei Youtube) erschien, so fällt auf, dass Hegemann diesen ins deutsche übersetzte und fast wörtlich übernahm. Hier nur ein Teil:

“…see the sin in your grin and the shape of your mouth.
All I want is to see you in terrible pain.
Though we won’t ever meet I remember you name.
Can’t belive you were once just like anyone else.
Then you grew and became like the devil himself….”

Update 7.02.10: Lesenswertes zum Thema in der Basler Zeitung, dem Autorenforum, dem Blog Leben im Zitat.

Update 7.02.10: Die Fotos von der Danksagung mit und ohne Nennung von Airen sind nun weiter oben im Artikel verlinkt.

Update 7.02.10: Helene Hegemann und der Ullstein Verlag reagieren.

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Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , , , |
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382 Kommentare

  • Carlo sagt:

    #glumm
    Du schreibst oben: “die erlebnisse eines anderen als die eigenen auszugeben ist zum kotzen.”
    — macht das nicht jeder anderthalbte Autor??

  • pyrrhussieg sagt:

    Lustig ist, dass Kulturzeit (3sat) gestern dieses Thema aufgegriffen hat. Es wurden die hier erwähnten Passagen zitiert – und auch die mit dem Marker gekennzeichneten Danksagungen wurden gezeigt. Die Quelle – also dieses Blog – wurde aber nicht genannt. Ziemlich bekloppt, wenn man sich mit geklauten Inhalten beschäftigt – und selbst nicht die Urheber nennt.

  • Gutes Vorbild…

    Mit mäßigem Interesse habe ich den Hype um Helene Hegemanns Buch “Axolotl Roadkill” (Ullstein) verfolgt und mich die ganze Zeit gewundert, ob es – abgesehen vom Alter der Autorin – wirklich nachvollziehbare Gründe für die Lorbeeren gibt, die alle…

  • Der grosse Buana sagt:

    Also ich verstehe nicht, warum man da nicht einmal Strenge walten laesst und ein Exempel statuiert: Keine Nachdruckgenehmingung erteilen und die gesamte Auflage einstampfen lassen, die Autorin oder besser gesagt Diebin fortan boykottieren, Schadenersatz verlangen und und und! Was, bitte schön, sollen denn die ehrlichen Autoren denken, die sich in anstrengender Arbeit den Kopf zermartern??? Nee, für mich ist das, was hier passiert ist, allerunterste Schublade und ein Verbrechen gegen die Anständigkeit und vor allem gegen die Rechte anderer Autoren!
    Kollegen……n!

  • edition zungenkuss sagt:

    Das ist unmöglich. Als selbst tätige und verlegte Schriftsteller, die sich die Originalität tatsächlich aus dem wunden Hirn quetschen und eben mehr als “Echtheit” als Ziel ihres Schaffens haben, muss man sich über das Unverständnis der vermeintlichen ‘Autorin’ (und einiger Medien) wundern…
    Die Erlebnisse von anderen einfließen lassen – ja! Ganze Formulierungen übernehmen – nein!

  • papo sagt:

    Erstmal vielen Dank dass man Helene Hegemann so entlarvt hat.

    Ich finde geistiges Gut in so einer Form zu klauen etwas sehr persönliches und weil auch die Leser so getäuscht wurden würde ich es als eine faire Geste finden wenn der Verlag die Zusammenarbeit kündigt und man Helene Hegemann rechtlich belangt.

    Es wäre das mindeste was man hier tun könnte.

  • johannes Mapro sagt:

    Ich finde das gut das Du das so klar publik genacht hast, weil es wird hier jemand als wunderautor gehypt und in wahrheit hat ein anderer die arbeit gemacht und das ist eine riesen sauerei.

    wenn das so weiter geht, dann gibt es irgendwann nur noch Kunstdarsteller und autorendarsteller die zur Marke aufgebaut werden und lohnsklaven die in wirklichkeit schreiben aber total unbekannt sind.

    das schlimme an dem ganzen ist, durch den vater das alter und ein paar punkte mehr ist sie für die vermarktung interessant, während der bestohlene autor diese chance nicht bekommt, was auch sagt wie verlage heute funktionieren.

    man kann nur hoffen das der urautor so jetzt eine andere chance bekommt und eine andere wahrnehmung.

    schreibende wunderkinder gehen mir auf den geist
    Johannes mapro

  • [...] denkwürdigen Satz Siv Bublitz, die Leiterin der Ullstein Buchverlage, im Zusammenhang mit dem auf Gefühlskonserve.de aufgeworfenen Plagiatsvorwurf gegen die jugendliche Bestsellerautorin Helene Hegemann (Axolotl [...]

  • Der grosse Buana sagt:

    Ganz genau!
    Ich habe mir die Stellen hier genau angesehen und denke, dass es sich hier eindeutig um ein Plagiat handelt! Was ist denn dann kein Plagiat, bitte schön? An den Pranger der Literatur mit ihr! Soll doch alle Welt wissen, was es mit ihr und ihrem Buch auf sich hat! Nee, das ist so eine Schweinerei, etwas zu klauen und es als das eigene Werk auszugeben! Pfui! Pfui! Pfui!

  • Manu sagt:

    Falls jemand noch etwas mehr von Helene Hegemann hören möchte, hier ein längeres Interview mit Ihr:

    http://www.kuechenradio.org/wp/?p=379

    Mir kam sie damals schon etwas abgehoben vor, dachte mir dann aber, dass das halt die Jugend von heute ist;o)

  • KaraokeMan sagt:

    Ich kenn weder Buch noch die Autorin, aber die Schlagzeilen wegen der Dame gingen nicht an mir vorbei. An der Stelle will ich nur mal kurz Jim Jarmusch zitieren:

    othing is original. Steal from anywhere that resonates with inspiration or fuels your imagination. Devour old films, new films, music, books, paintings, photographs, poems, dreams, random conversations, architecture, bridges, street signs, trees, clouds, bodies of water, light and shadows, also Digg submissions. Select only things to steal from that speak directly to your soul, or that will make Digg front page. If you do this, your work (and theft) will be authentic and earn you many Diggs. Authenticity is invaluable; originality is nonexistent. And don’t bother concealing your thievery, because we can track it anyhow—celebrate it if you feel like it. In any case, always remember what Jean-Luc Godard said: “It’s not where you take things from—it’s where you take them to.

  • [...] Deef Pirmasens kamen zahlreiche Passagen bekannt vor: Aus dem 2009 im Sukultur-Verlag erschienenen Buch „Strobo“ des Berliner Bloggers Airen. Damit sich jeder selbst ein Bild machen konnte, stellte er die originalen und abgeschriebenen Passagen gegenüber und veröffentlichte alles in seinem Blog http://www.gefuehlskonserve.de. [...]

  • Der grosse Buana sagt:

    Niemals! Der Skandal zeigt nur einmal mehr wie die Kultursezene funktioniert: Da wird die Tochter eines beruehmten Dramaturgen hochgehypt bis zum geht nicht mehr, und kaum hat sie ihr erstes Buch abgesondert reissen sich die Rezensenten darum, es hochjubeln zu dürfen. Entsprechend dürfig fallen jetzt die Retourkutschen aus. Aber ist den Leuten eigentlich klar, wer hier alles betrogen wird? Die ehrlichen Autoren, die unbekannten Autoren, die nie eine Chnace bekommen und natürlich auch die Leser, die nie eine Chance bekommen, das zu Lesen, was bei fairer Lektoratarbeit wirklich auf den Markt kommen würde. Aber leider ist es heute so, dass es im Vergleich zum Literaturbetrieb in jeder Bananenrepublik gerechter zugeht!

  • [...] Morgen habe ich ein Gespräch mit Deef Pirmasens geführt, der am Wochenende mit seinem Blogtext über die Ähnlichkeiten im Text der Helene Hegemann (“Axolotl Roadkill”) zu Airens [...]

  • [...] auf Platz 5. Offenbar stammen aber nicht alle Sätze auch wirklich von ihr. Das Blog gefühlskonserve listet Passagen auf, die teils wörtlich teils sinngemäß aus dem Online-Roman Strobo des Berliner [...]

  • [...] Richel spricht in einem Podcast mit dem Blogger Deef Pirmasens, der die Hegemann-Story aufdeckte. Wer eine schnelle Zusammenfassung der Geschichte haben will. Hier klicken. « [...]

  • saibot sagt:

    1. Es wirft diese Sache ein deutliches Licht auf den Litheraturbetrieb, der einerseits blind ist für die tatsächliche Ausdrucksfähigkeit einer 16jährigen und andererseits als lobt, das hipp klingt und sich vermeindlich neuer Stielmittel bedient.
    2. Die Reaktion der “Autorin” in unverfroren und infam, jedenfalls in meinen Augen. Sie hat mutmaßlich alles nur geklaut und gibt das jetzt auch noch als große Kunst (“Inspiration”) aus. De Verlag sollte sich öffentlich entschuldigen und den Vertrag mit der “Autorin” aufkündigen. Das wäre jedenfalls den Lesern gegenüber anständig und das richtige Signal an andere “Jungautoren”.

  • [...] Hegemann mit fremden Federn schmückte. Der Blogger Deef Pirmasens postete auf seinem Blog “Gefühlskonserve” Ausschnitte des Romans und verglich sie mit frappierend ähnlichen Zeilen des Berliner [...]

  • Der grosse Buana sagt:

    Bravo Saibot! An den virtuellen Marterpfahl mit dieser Ideendiebin! Gehört das dann nicht auch zur Netzkultur in der diese Pseudo-Autorin aufgewachsen sein will!? Soll doch dieselbe Netzwelt für alle Zeiten diese Schandtat anprangern! Sie hat sich nichts dabei gedacht? Oh, wir denken uns auch nichts dabei!!!

  • frankwh sagt:

    Eine lächerliche Farce mehr im bundesdeutschen Literaturzirkus. Das vermeintliche Wunderkind wurde offensichtlich erst vom Herrn Papa mit einschlägiger Literatur zum Abschreiben gefüttert (Presseberichten zufolge hat er das Originalbuch sogar gekauft!) und dann dank seiner Beziehungen in die Verlagslandschaft gehievt. Und natürlich sind die Schwachköpfe im “Qualitäts”-Feuilleton darauf reingefallen. Für jemanden, der sich seine Texte und Bilder bislang immer selbst ausdenken mußte, ist das so ziemlich das Letzte.

  • Amaryllis sagt:

    Es gäbe noch einige interessante Fragen, denen die “Qualitätsjournalisten” doch mal nachgehen könnten….

    Wo steckt eigentlich Herr Hegemann? Er ist doch sonst nicht medienscheu. Und hat doch vermutlich den Buchvertrag seiner minderjährigen Tochter mit-unterschrieben. Ein Vertrag, in dem versichert wird, keine Rechte Dritter zu verletzen…

    Und wie sind eigentlich die Verflechtungen zwischen dem Haus Hegemann und diversen jubelnden Literaturkritikern?
    Kann ich Frau Kugelblitz oder Herrn Sensationsbuch eigentlich noch ernst nehmen als Kritiker? Oder haben sie sich selbst zur Lachnummer degradiert?

    Komisch auch, daß nur in Deutschland kritikerseits gejubelt wurde, als sei man nicht mehr bei Verstand.
    In Österreich und in der Schweiz war man darüber eher verblüfft…. warum wohl?

  • [...] Pirmasens hat in seinem Blog Die Gefühlskonserve eine Gegenüberstellung von Textstellen aus “Axolotl Roadkill” und aus dem Buch [...]

  • [...] Helene Hegemann (der Titel als ein Zitat Hegemanns kenntlich gemacht). Denn auf dem Blog “Die Gefühlskonserve“* wurde enthüllt, dass die gefeierte Jungautorin in einem Blog bzw. Buch eines Bloggers [...]

  • theolounge sagt:

    Sind das alle Parallelstellen ? Das Werk ist doch viel umfangreicher. Dann wäre es doch eigentlich kein so sonderliches Problem das Ganze…

  • [...] mal hier weiter lesen. Alles nur [...]

  • Erika sagt:

    @ Carlo

    “#glumm
    Du schreibst oben: “die erlebnisse eines anderen als die eigenen auszugeben ist zum kotzen.”
    — macht das nicht jeder anderthalbte Autor??”

    Ich denke, es ist durchaus legitim, die Erlebnisse Dritter als Autor zu be- und verarbeiten, sich damit zu beschäftigen und daraus eine eigene Sichtweise zu gewinnen – auch wenn man es nicht selber erlebt hat. Ein reines Copy/Paste-Werk wie “Axolotl Roadkill” tut das freilich nicht. Es ist nur eine Zitatesammlung mit etwas Handlung als Kitt dazwischen, verfasst in einem (meiner Meinung nach) etwas bemühten, aber durchaus nettem Schreibstil.

    Den sauren Nachgeschmack hinterlässt vor allem der Umgang der Autorin mit der Kritik. Normal wäre das nichts weiter als eine Jugenddummheit einer 16jährigen gewesen, für die man sich angemessen entschuldigt und dann Wiedergutmachung leistet. So bleibt der Eindruck, Fräulein Hegemann fände es lediglich doof, erwischt worden zu sein.

    Gut, mein 16. Geburtstag liegt nun schon 9 Jahre zurück, aber selbst da wusste ich schon, das klauen rechtlich nicht einwandfrei und moralisch höchst unfein ist. Das Zitatrecht hatten wir in der Schule meiner Erinnerung nach auch in der 7. Klasse behandelt. Unwissenheit vorzuschützen ist in dem Zusammenhang einfach nur extrem unreif und respektlos.

  • Der grosse Buana sagt:

    Ich finde da sollte mal Frontal oder eine andere investigative Redaktion die ganze Literaturszene ins Visier nehmen und den ganzen Schmutz zusammenkehren! Oder irre ich mich da? Besitzen die Hegeners vielleicht doch so überragendes genetisches Material, dass ihre Ausdünstungen automatisch preisverdächtig sind? Ich meine, es gibt Autoren mit Hochsculabschluss und wer weiss nicht was für Qualifikationen, die sich trotzdem jahrelang vergeblich Mühen, auch nur eines ihrer Werke verlegt zu bekommen! Und da kommt also so eine siebzehnjährige daher und pastet sich da so ein Plagiat in F**k- und K**z-sprache (Zitat) zusammen und schon applaudieren die Kritiker unisono. Dann wird der ganze Skandal hochgespült und Spiegel Online schreibt: “Na und?”
    Wenn das so weitergeht, dann müssen wir bald wohl die Analphabeten beneiden!

  • truth.ahn sagt:

    irgendwie ziemlich witzig. aberwitzig.
    da sind zwei seiten (autorin und feuilletonisten) die ein leben besingen, dass sie nicht kennen.
    recherche bitte!

  • [...] Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut? (Blog Gefühlskonserve, 5. Februar) By Eric at 4:01 pm CET | Category: Great sayings, In Flagranti, LinktipsPermalink | TrackBack URL | Leave a Comment [...]

  • Der grosse Buana sagt:

    Noch einmal an alle, die die Sache verharmlosen (wollen): In solchen Fällen können die Geschädigten neben Schadenersatz auch die Einstellung der Buchproduktion und die Beseitung aller bereits gedruckten Bücher verlangen. Daneben sehen die Gesetze Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren für gewerbsmaeßigen Urheberklau vor, der meiner Meinung nach hier durchaus vorliegt. Ein Täter kann sich dabei ausdrücklich nur in selten Fällen auf Unkenntnis berufen, z.B. auf Doofheit bzw. auch auf die Tatsache, dass die Täter/in noch unmündig war? Müsste alles zu prüfen sein. Jedenfalls soll das vermeintliche Supertalent ja ausdrücklich befragt worden sein, und da sie schon im Kulturbusiness tätig war und aus bestem Hause kommt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie von nichts wusste. Mal sehen, was daraus wird …

  • [...] Helene Hegemann, ist also nach der Enthüllung von Deef Pirmasens größtenteils geklaut. Nachdem Spiegel, Zeit, FAZ etc. pp. Hegemann in den Himmel gelobt haben und nun von einem Blogger [...]

  • Friedhelm Böpple sagt:

    Hallo,

    auf dem Gentrificationblog von Stadtsoziologe Andrej Holm befindet sich
    schon ein erster Hinweis -in Form eines Leserbriefes-, das vieles bei Hegemann “abgetippt” ist. Ein Insider, mit dem ich auch auf besagter Veranstaltung gesprochen hatte, erzählte mir davon und schrieb diesen Leserbrief. Er macht sich darin tierisch über SPIEGEL Redakteur, Suhrkamp Autor und “intimer” Berghain Kenner Herrn Tobias Rapp lustig. Der erst neulich im SPIEGEL Fräulein Hegemann hochgejubelt hat….Wie ich heute weiss, der “Szenemensch” wußte schon damals Bescheid. Pirmasens war wohl definitiv NICHT der Erste der dies bemerkt hat.
    Link : http://gentrificationblog.wordpress.com/2010/01/18/berlin-clubkultur-und-gentrification/

  • Peter Meyer sagt:

    Habe ein neues Spiel erfunden, es heißt Hegemannzitate googlen.

    S. 51 “Er kämpft sich zurück durch einen Schwall neureicher Galeristen”

    Man landet dann hier:
    http://www.kurzgeschichten.de/vb/archive/index.php?t-38141.html

    Eins zu Null für mich.

  • JeanPaulCotton sagt:

    Wenn denn Helene Hegemann nicht nur wortwählerisch sondern auch ein wenig fromm wäre, könnte sie ihre zusammengebauten Zeilen doch auch ins Netz stellen.

    Kostenfrei lesbar für jeden.

    Immerhin ist sie ein Kind der Ablösung von diesen Urheberrechtsexzessen.

    Ob Helene ihren Worten Taten folgen lässt ?

    Jean

  • David sagt:

    Wenn man den akuten Kern des Falls mal ausblendet, kann man daraus und dem (Nicht-)Widerhall des ganzen in der breiteren Masse übrigens eine so vortreffliche wie ernüchternde Lehre ziehen.

    Denn das Szenario “hier die etablierte, die akzeptierte Kunstform, evtl. mit einem neuen Akzent oder einem Abglanz davon, die bejubelt und ergeben angebetet wird; dort einer von diesen sog. ‘Blogs’ (das sind so Homepages wo jeder über alles was tippen kann auch wenn es keinen Interessiert[tm]), gewöhnlich ignoriert und bestenfalls gönnerhaft erwähnt” ist natürlich nichts anderes als die 836875712578543876. Neuauflage eines Stückes, das wir bereits aus Inszenierungen wie “Brief vs. Telefon”, “Pferd gegen Viertaktmotor”, “Filmorchester vs. Tonfilm”, “Foto vs. Feinradierung”, “Oper vs. Operette”, “Papier vs. Stein” und was nicht noch alles kennen.

    Egal, wie viel “die Menschheit” aus einem Blick auf Vergangenes für die Gegenwart lernen könnte: Aus dem ewigen Spannungsfeld zwischen bisher und künftig, gewohnt und unbekannt, alt und jung kommt sie einfach nicht raus.

    Tröstlich allein ist, daß wir aus den genannten Beispielen ja wissen, wer letztlich “gewinnt”.

  • Anne sagt:

    Solche angeblich so grandiosen Sätze wie von Helene Hegemann findet man fünfmal täglich überzeugender auf Twitter. Hat da mal jemand nachgeforscht? ;)

  • Birdsbird sagt:

    Seit Walter Benjamins Passagenwerk gibts ja nun schon den Total-Remix….
    Muss eben gut sein…
    D.h. mehr als nur abgeschrieben sondern kontextualisiert und potenziert und ggf. sogar gewendet ins Gegenteil.

    Bei Hegemann zu Airen sehe ich das so gar nicht… auch bei den andern hier zitierten Passagen nicht.
    Ich glaube ihr, dass sie meinte, eine coole Sache zu machen und lieber nicht danken wollte, wo es ihr unheimlich wurde..
    Letztlich ist das Feuilleton mehr blamiert als sie.
    Sie aber auch..
    Remix gibts seit Jelinek, Eva Meyer etc. sogar schon mit Robert Walser, auf höchstem Niveau.
    Heute 40-jährige denken evtl. noch, man sollte es transparent machen, dass man mit Remix etc. arbeitet (oder glauben, die Legitimation dazu ist eigens jedesmal herzustellen), und 17 jährige denken womöglich nur noch: na, so mach ichs halt, ist doch eh klar, nichts ist eigen. Etc.etc.

    Aber Hegemann übersieht den konkreten finanziellen Schaden für Airen (er sollte einfach auf Lebenszeit % an ihren Tantiemen aus allen AXolotl-Print + Verwertungen (Filmrechte, lecker!) bekommen! :- )
    Auch den Marktzynismus übersieht sie.. bzw. verinnerlicht ihn letztlich.

    Es ist ein bisschen tragischkomisch, das eine nicht dumme 17-jährige einerseits diskursiv vergleichsweise hochroutiniert ist, und zum andern das alles s o naiv verinnerlicht hat was Papa & Co betreiben, dass alle Rede dazu unaufhaltsam zu leeren Hülsen gerinnt. Trotzdem bleibt es “echt” empfunden…
    Das ist das komische, zeittypisch, u n d nicht untypisch für ein Leben mit Genieplan.

    Man wird irgendwann sehen, wie weit ihr Verständnis vom “nicht man selber sein” (müssen) reicht, und ob sie damit mal genuin selbstständig wird arbeiten können.

  • Ich sagt:

    Interessanter Link: http://www.perlentaucher.de/buch/33565.html

    “Im Interview habe die 17-jährige Autorin erklärt, ihr Vater sei großartig und habe das Manuskript als erster lesen dürfen.”

    Wie wahr! Pappi hypt Tochter, kauft ihr Buch von Airen, Tochter kopiert daraus, Pappi liest es noch mal durch und merkt angeblich nichts, lässt Beziehungen spielen, Tochter bekommt Vertrag, Kritiker jubeln, Skandal kommt ans Tageslicht, Kritiker sagen alles nicht so schlimm, Verlag bietet Buch weiter an als sei nichts geschehen.

  • helene peymann sagt:

    hallo welt, hier ist mein neuestes gedicht, mein vater meint, es sei voll toll:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es zweitausend Stäbe gäbe
    und hinter zweitausend Stäben keine Welt.
    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Dance von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein megagroßer Wille steht.
    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich stumm und still auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder stressige Stille –
    und hört im Herzen auf zu sein.

  • marc sagt:

    Interessante Gedanken zum Fall Hegemann gibt es auch hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=4511

  • [...] ordentlich geklaut (ganz ohne rechtliche Wertung) zu haben. Die ausführliche Analyse kann im Blog Gefühlskonserve nachgelesen werden, wo das Thema aufgedeckt wurde und das im Fortgang des Geschehens gestern – wohl wegen des [...]

  • helga peymann sagt:

    hallo welt, hier ist mein neuestes gedicht, mein vater meint, es sei voll toll:

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es zweitausend Stäbe gäbe
    und hinter zweitausend Stäben keine Welt.
    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Dance von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein megagroßer Wille steht.
    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich stumm und still auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder stressige Stille –
    und hört im Herzen auf zu sein.

    ich hoffe es hat euch allen viel spass gemacht, und die monate harter arbeit die ich da hinein gesteckt habe haben sich gelohnt.

    ach übrigens demnächst erscheint der sex&drugs-generations-abrechnungs-roman von meiner 9jährigen schwester.
    das wird auf alle fälle der heiße scheiß in diesem jahr.

  • antoinesusini sagt:

    Nun sollte Airen, himselbst, das Buch von Hegemann einfach komplett ins Net stellen, Freunde!
    Könnte er allerdings, für ganz im Gegenteil zur Anständigkeit eines Bloggers sehen!
    Oh, du traurige Welt!
    Aber trotzdem, nur mal gefragt, ob Hegemann wirklich böse sein sollte?
    Geklaut wird nicht erst seit gestern, doch meist werden nur die ganz ungeschickten erwischt!

  • Phil sagt:

    Ergänzend zu Peter Meyer (09.02. 16:37): Der unter anderem in einem fr-online Artikel (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=2262228&em_cnt_page=1) zitierte Satz “Ich hingegen erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten, misshandelten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfeldes gleich mitentlarvt.” ist der eins zu eins übernommene Wortlaut eines Kommentars zu der in Peter Meyers posting verlinkten Kurzgeschichte.

  • pyrrhussieg sagt:

    Noch ein paar Überlegungen zu dem Thema:

    1.) Warum schicken Verlage die Manuskripte – gerade von solchen “Wunderkindern” – nicht einfach durch Plagiatssoftware. An der Uni hat man uns Studenten das schon vor Jahren angedroht. Sicher gibt es mittlerweile sehr gute Programme dafür…

    2.) Warum rezensieren Feuilletonisten eigentlich Bücher, von denen sie keine Ahnung haben – deren Dunstkreis sie nicht kennen? Schließich basiert der Hype um Hegemann doch einzig und allein auf Unwissen: Denn wenn sich nur einer der Edelkritiker mit der Materie genauer ausgekannt hätte, so hätte der gute Qualitätsjournalismus und nicht die verruchte Bloggerwelt dieses lächerliche Unterfangen aufgeklärt.

    3.) Bei Musik besteht die Kunst des Samplens darin, Samples entweder so zu verfremden, dass daraus etwas komplett Neues entsteht. Oder man präsentiert – wie beim Hip-Hop – Samples ganz bewusst auf dem Silbertablett, um ein Tribut an den Originalmusiker zu zollen. Aber was hat das bitte mit der Argumentation von Fräuleinchen Hegemann zu tun, die nun meint, dass Sampeln bedeutet, sich höchst unehrenhaft mit dem Original auseinanderzusetzen, indem das Original schlicht und schlecht kopiert wird. Das funktioniert bei Musik nicht – und bei Texten erst recht nicht.

    4.) Wie kommt man überhaupt auf die Idee, ein Buch zu schreiben, indem einfach Passagen übernommen werden? Klar: Sie ist ein Kind. Aber war es nicht seit je her normal, dass nur diejenigen sich mitteilen, die wirklich etwas (neues) zu sagen haben? Diejenigen, die in der Regel ein paar Jahre erwachsen sind…

    5.) Warum wird das Thema überhaupt so lange als “Präzendenzfall” diskutiert? Sonst wird auch nicht lange bei Plagiaten gefackelt – diejenigen, die es betrifft, werden zur Rechenschaft gezogen. Warum sollte mit Fräuleinchen Hegemann bzw. ihrem Verlag nicht genauso verfahren werden?

    6.) Warum wird die Geschichte eigentlich so gedreht, als sei dies ein Problem der Zeit, ein Problem einer Generation? Schüler oder Studenten kriegen schließlich auch keinen Applaus sondern Sanktionen, wenn sie am Copy-and-Paste-Syndrom leiden…

  • [...] übrigens der Münchner Blogger Deef Pirmasens, aufgedeckt, am Freitagabend veröffentlichte er auf http://www.gefuehlskonserve.de den Beitrag “Axolotl Roadkill: Alles nur [...]

  • Konsumenten gieren nach Neuigkeiten, Medienmacher müssen Seiten füllen und Formate voll bekommen. Schnell werden Kinder da in einem Atemzug mit Nobelpreisträgern genannt, rasch finden sich Tankwarte beim Grand Prix Eurovision de la Chanson wieder. Ein Ghostwriter, der nochmal kräftig drüber geht, Haare schön machen, fertig ist der Knüller: “Deutschlands genialste Schülerin!” Wenn es einen Skandal gibt, dann den, dass man die Schülerin ihre Texte neuerdings selbst montieren lässt, statt den Kram samt Danksagungen Profis zu übergeben. Solche Sparmaßnahmen müssen wir nicht hinnehmen.

  • Brett sagt:

    Mein Mitleid wächst mit jeder weiteren Stelle, die als Zitat enthüllt wird. Das meine ich nicht ironisch. Es bleibt nur ein Papagei übrig. Sie hat als Mädchen mit 14 Jahren angefangen, die Platitüden nachzuäffen, die sie irgendwo aufschnappte, vor allem aus Vaters Mund. Ja, so eine wie Papa müsste sie sein. Wie stolz wäre Papa auf sie. Welche Freude wenn er sich ihre YouTube-Clips angucken. “Du bist großartig!” Das tat endlich mal gut. Dann war sie runter von der Schule mit 16. Kleine Frau, was nun? Da ging ja nichts Reelles. Studieren ging nicht. Kaufmännische Kauffrau werden? Kindergärtnerin? Papa kümmerte sich um nichts. Es kam nur ein Weg in Frage: Künstler werden. Irgendwas mit Kunst, Theater, Filmchen. Wie diese Theaterleute. Die auch alle immer nur Texte anderer Leute aufsagen und dafür gelobt werden und ganz wichtig sind. Wer weiß, vielleicht sollte der “Roman” ursprünglich ein Theaterstück werden. Dann sammelte sich Material an, ein ganzer Haufen – “das ist ein Roman!” Vater lobte das Mädchen. Vermutlich das einzige echte Luder in dieser Geschichte ist dieser Carl H.. Der alles weiß, ohne Punkt und Komma schwadronieren kann. Und nichts bemerkt. Nichts mitfühlt. Lieber Himmel, die Geschichte von der kleinen Hegemann kommt mir wie eine ganz furchtbare Geschichte vor. Diese furchtbare Geschichte wurde aber nicht geschrieben. Stattdessen geht das Schwadronieren weiter. Und was soll sie denn tun außer sehr tapfer sein?

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