Feb
07
2010

Axolotl Roadkill: Helene Hegemann entschuldigt sich

Manchmal geht es ganz schnell. Nicht mal 48 Stunden hat es gedauert, bis sich Verlag und Autorin des Romans “Axolotl Roadkill” (Partnerlink zu Amazon) zu den von mir erhobenen Plagiatsvorwüfen geäußert haben. Helene Hegemann entschuldigt sich. Hier nur ein kurzer Auszug, die komplette Entschuldigung bei buchmarkt.de:

“… Trotzdem habe ich natürlich einen legitimen Anspruch der Leute nicht berücksichtigt, weil mir die juristische Tragweite nicht bewusst und ich, so leid es mir tut, total gedankenlos und egoistisch war. Und obwohl ich meinen Text und mein Prinzip voll und ganz verteidige, entschuldige ich mich dafür, nicht von vorneherein alle Menschen entsprechend erwähnt zu haben, deren Gedanken und Texte mir geholfen haben.”

Ihre Verlegerin Dr. Siv Bublitz vom Ullstein Verlag nimmt ebenfalls Stellung (auch bei buchmarkt.de):

“Natürlich haben wir Helene Hegemann vor Drucklegung ihres Buches gefragt, ob sie Quellen oder Zitate verwendet hat. Sie verwies lediglich auf ein Zitat von David Foster Wallace, für das wir eine Abdruckgenehmigung eingeholt haben. Offenkundig hat sie die Tragweite dieser Frage unterschätzt und ist auf Quellen und Zitate aus dem Netz – wie etwa den Blog von Airen – nicht eingegangen.

Die Position des Ullstein Verlages ist eindeutig: Quellen müssen genannt und ihre Verwendung muß vom Urheber genehmigt werden. Wir haben uns bereits an den SuKuLTuR Verlag gewandt, um diese Genehmigung nachträglich zu erlangen. Sollte es weitere betroffene Rechteinhaber geben, werden wir auch sie kontaktieren und die Genehmigung zum Abdruck einholen.”

Schön, dass sich Hegemann entschuldigt hat. Was sie aber nicht versteht oder verstehen will ist, dass Remixen, Samplen, Transformieren usw. vollkommen in Ordnung gehen, so lange man sich nicht mit fremden Federn schmückt (wie das Mathias Richel hier treffend twitterte und wie es auch dort bei Netzpolitik steht).

Aber geschenkt – Helene Hegemann ist 17, hat ihren ersten Roman geschrieben (der mir auch gefällt) und dabei geschludert. Ich verlange von einem Teenager keine totale Professionalität, sondern gestehe ihr auch zu, Fehler zu machen. Kritischer sehe ich den Ullstein Verlag, der es anscheinend versäumt hat, das Skript genau auf verwendete Quellen hin zu prüfen. Hinterher die komplette Schuld auf die damals 16jährige Autorin abzuschieben, weil die ja auf die Frage nach Quellen keine vollständige Antwort gegeben habe (siehe Statement Bublitz oben), halte ich für sehr zweifelhaft.

Warum hat der Lektor es versäumt, die Sätze, die wie es in Axolotl Roadkill von einer Figur gesagt wird “von so’nem Blogger” stammen, zu googlen? Hat der Lektor es übersehen, hätte er unprofessionell gearbeitet. Hat er es erkannt, aber ignoriert, hätte er die Plagiate billigend in Kauf genommen. So oder so: Ich finde, Ullstein stünde ebenfalls eine Entschuldigung gut zu Gesicht, statt der minderjährige Autorin den schwarzen Peter zuzuschieben.

Nun bin ich gespannt, wie der Fall Hegemann im Feuilleton aufgenommen wird. Hoffentlich erhalten Airen und sein Roman STROBO (Partnerlink zu Amazon) durch das Skandälchen etwas mehr Aufmerksamkeit.

Update 7.02.2010: Die Berliner Morgenpost meint: “Es sich so einfach machen wie Helene Hegemann allerdings, die in einer eilig verfertigten Stellungnahme zwischen Originalität (Airen?) und Echtheit (Hegemann?) unterscheidet, das darf man nicht.”

Update 8.02.2010: Der Tagesspiegel berichtet, ohne Hegemanns Buch neu zu bewerten. Laut FAZ bestreitet Hegemann Airens Buch gelesen zu haben, während der SuKuLTuR-Verlag einen Beleg hat, der beweist, dass ihr Vater es für sie gekauft hat.

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Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , , |

143 Kommentare

  • rob sagt:

    @Marietta Böning:
    > Wo geht es um die wirtschaftliche Schädigung von Airen [...]

    Wo wurde er denn wirschaftlich geschaedigt? Sein buch wurde ihm nicht geklaut, er kann es nach wie vor verkaufen. Der ganze trubel hier ist werbung fuer sein buch, er wird also durch Helenes aktion sogar wirtschaftlich gefoerdert, da mehr leute auf sein buch aufmerksam werden und es sich neugierig kaufen werden. Niemand (!) wird vor der entscheidung stehen, ob er Strobo oder Axolotl Roadkill kauft, und sich sagen “hey, steht ja in beiden fast das gleiche drin, da kaufe ich mir mal lieber die abeschriebene fassung” – es sei denn sie waere bekanntermassen besser. Und wenn sie besser waere dann waere seine existenz gesamtgesellschaftlich gesehen doch wohl ein kultureller gewinn und dann faende ich die aufforderung “aber ihr sollt das schlechtere orginial lesen [und kaufen]!” ziemlich albern.

    Und angesichts der schmerzen, “meine Sätze im fremden Satzphatasieuniversum zu sehen.”, moechte ich wirklich zu ein bisschen weniger selbstverliebtheit aufrufen. Saetze sind keine babies, welchen ein leid geschieht, wenn sie in [dem autor] unangenehm erscheinendem umfeld existieren muessen. Ich bitte Dich. Als naechstes beklagt sich dann der maurer, dass er es nicht ertraegt, wenn boese menschen in dem einst von ihm erbauten haus wohnen? Dieses mass an identifikation mit dem eigenen werk halte ich fuer ziemlich fragwuerdig.

    Noch eine frage an die runde: verklagt ihr auch leute, wenn sie witze weitererzaehlen, die ihr euch ausgedacht habt? Oder nur, wenn sie euch dabei nicht als uhrheber nennen? Oder erst, wenn sie sie aufschreiben und damit geld verdienen, waehrend euch niemand in talkshows einladen mag, um euren witz zu hoeren?

    Noch mal: ich finde es auch nicht ok, was Helene sich da geleistet hat. Aber hier wird von seiten ihrer kritiker dermassen uebertrieben, dass eine vernuenftige auseinandersetzung mit der problematik meiner persoenlichen ansicht nach kaum stattfindet.

  • Esther sagt:

    Aus der Diskussion hier halte ich nach diesem Kommentar heraus.

    Mit meinen Einträgen wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass Frau Hegemann in anderen Zeiten groß geworden ist als die meisten von uns.

    Ich kann nur ahnen wie es sein könnte von klein auf mit Massenmedien aufzuwachsen. Mit der massiven Werbung, der oft schillernden Schwarz-Weiß-Welt der Zeitungen und Zeitschriften, dem Druck in der Schule, dem Schönheitsideal – welches scheinbar als echt verstanden wird (trotz Photoshop und ähnliches), den “Vorbildern” aus Politik und Wirtschaft, dem häufigen Durchkommen mit Abschreiben (in meinen Klasse – ich war an verschiedenen Schulen – wurden weniger erwischt als damit durchkamen – warum sollte das heute anders sein? Vielleicht haben die Lehrer ja sogar noch weniger Zeit als früher?) und so weiter und so fort.

    Die Kommentare von Frau Hegemann kommen vielleicht von ihr, vielleicht wurden sie ihr auch an die Hand gegeben? Wer kann das wissen?

    Gerade im Teenager- und beginnenden Twen-Alter kopieren viele Kids Stars, andere Klassenkameraden, Romanhelden, Lehrer, Eltern, etc. Manche Menschen hören nie damit auf.

    Mit interessiert an dieser Geschichte mehr folgende Fragen:

    Wie konnte es dazu kommen? Was für Faktoren könn(t)en daran beteiligt sein? Was kann ich daraus lernen? Was können wir (als Gesellschaft) daraus lernen und ggf. ändern?

    Das Abschreiben im großen Umfang (ab wann dieser erfüllt ist – darüber lässt sich vortrefflich streiten) Diebstahl ist – keine Frage. Menschen machen denn dennoch. Warum? Wozu?

    Eltern schlagen ihre Kinder, obwohl die meisten wissen es ist verboten. Warum? Wozu?

    Menschen töten andere Menschen, obwohl sie wissen es handelt sich um Mord. Warum? Wozu?

    Menschen geben mehr Geld aus als sie haben, obwohl sie ggf. wissen es nie zurückzahlen zu können. Warum? Wozu?

    Etc. pp.

    Tatbestandserhebungen schön und gut. Doch mich interessieren mehr mögliche Lösungen. Mehr als die Aussage:

    “Das macht man nicht. Das weiß man doch.”

  • moosmann sagt:

    Es würde mich nicht wundern, wenn sich herausstellte, daß gar nicht Helene Hegemann die Textkompilation hergestellt hat, sondern jemand anderer, ihr Vater vielleicht, oder sonstwer, der seine verkorkste Phantasie über die Innenwelt junger Frauen herauswürgt.

  • Digger sagt:

    @rob
    Zitat:”Noch eine frage an die runde: verklagt ihr auch leute, wenn sie witze weitererzaehlen, die ihr euch ausgedacht habt? Oder nur, wenn sie euch dabei nicht als uhrheber nennen? Oder erst, wenn sie sie aufschreiben und damit geld verdienen, waehrend euch niemand in talkshows einladen mag, um euren witz zu hoeren?”

    Ein Witz ist i.d.R. ein weitergegebenes Allgemeingut zur allgemeinen Erheiterung und meist auf ein sehr eng begrenztes Umfeld gemünzt außerhalb dessen er nicht mehr als pointiert wargenommen wird. Ein Wort- oder Situationsspielchen z.B., welches ich selber auch nicht mit dem Ziel der Gewinnerzielung weitergebe.
    Ein Gag, der universeller einsetzbar ist, ist mehr Arbeit als ein plötzlich gezündendeter Alltsagsfunke, ebenso ein Buch, welches man als Autor mit Sätzen und Absätzen, die man sich in nächtelanger Arbeit abgerungen und zusammenkomponiert hat und versucht mit dem Ziel des Gewinns (Tantieme) zu veröffentlichen.
    In dem Sinne hinkt dein Vergleich aber sehr schwer, Rob. :-/
    Die nicht erfolgte wirtschaftliche Schädigung Airens ist ja nur Deef zu verdanken, der dieses perfide Spiel ans Licht brachte. Ohne ihn wäre ein (unbekannter / unerkannter) Schaden für Airen entstanden.

    Und was Übertreibungen von Seiten Ihrer Kritiker betrifft:
    HH bedient sich selber ja auch schon seit den ersten (positiven) Kritiken und Interviews dem Stilmittel der Übertreibung (!), der Altklugheit, der verbalen Nebel- und Tränengasgranaten und zusammengeschusteter Wischiwaschibigottphilosophie. Also sollte nach meinem Verständnis von Fairness dies auch ihren Gegnern / Kritikern zugestanden werden, denn so klein und mädchenhaft kann sie in ihrem Denken und Empfinden nicht sein, kommen doch jetzt weitere Plagiatsverdachte ans Tageslicht, die nichts mit ihrem “Roman” zu tun haben. Namentlich Kurzgeschichten, die bis aufs Wort den Settings und Dialogen eines Kurzfilms gleichen, der selber wiederum als genehmigte (!) Umsetzung eines französischen Autors einen Preis bekam.
    Es scheint also eine ihr gut liegende Masche zum Geld verdienen zu sein, sich an der Arbeit anderer (für sich selber) gewinnbringend zu bedienen.
    Wie sagte sie doch gleich selber von sich? Sie bediene sich schamlos überall, auch bei Freunden?
    Okay, wer so eine Freundin hat, der braucht keinen Ghostwriter mehr.
    Oder Hoffnungen auf (finazielle) Anerkennung seiner Arbeiten auch nicht, was das betrifft.

    Was also Übertreibungen sind, dass sollten wir HH vielleicht selber fragen, sobald sie heute abend bei Harald Schmidt im Fernsehen ihre nächsten 15 minutes of fame und eine wewitere Projektionsfläche zur (gewinnbringenden) Selbstdarstellung bekommt.

  • Martin A. Hainz sagt:

    Manchmal gibt es ja Gerechtigkeit — ein mit mir befreundeter Autor klaute mir mal einen Witz, der in einem bestimmten Kontext funktioniert hatte, 1:1 für ein Theaterstück. In der größten Rezension des Stücks war dann just dieser Witz Überschrift und Aufhänger für einen Totalverriß…

    Mit den ‘Sätzen im fremden Satzphatasieuniversum’ habe ich auch ein Problem, das verkennt womöglich, wie sehr ästhetische Zeichen ineinander greifen dürfen, weshalb ich das Niveau der Intertextualität als Kriterium vorschlug, ob also H. bloß abschrieb oder dabei einen Mehrwert schuf.

    Dieser Mehrwert erscheint mir anhand der mir bekannten Passagen eher fraglich; pekuniär ist er freilich gegeben — neidet man das H.?
    Oder ist man um den offenbar Plagiierten besorgt..?

  • rob sagt:

    @digger:

    Ja, der witz-vergleich hinkt, das ist wahr. Ich meinte ihn auch weniger als vergleich, sondern als offene frage, welches die kriterien sind, nach denen festgelegt wird, was man nachmachen darf und was nicht. Mariettas beitrag rief bei mir einige irritationen hervor, und implizierte fuer mich, dass es generell einen anspruch des schoepfers von saetzen geben sollte, die weiterverwendung und deren kontext bestimmen zu koennen. Daher wollte ich mal wissen, wie weit das geht.

    Zum schaden: mir ist unklar, welcher schaden entstanden waere, auch wenn niemand das plagiat entdeckt haette. Inwiefern schaedigt das eine buch das andere? Bzw. inwiefern ist der schaden groesser, als es allgemein der schaden durch andere buecher ist, die um das geld und die zeit der leser konkurrieren?
    Denn wenn man es ganz genau nehmen wuerde dann werde ich, als autor, durch _jede_ andere veroeffentlichung geschaedigt, weil sie die chance reduziert, dass sich leute gerade fuer mein buch entscheiden. Waere mein buch das einzige wuerden es viel mehr leute lesen.

    Helene vs. ihre kritiker: ich denke nicht, dass die kritiker das niveau der kritisierten annehmen sollten. Ich verteidige auch nicht Helene, ihr vorgehen oder ihre argumentation. Schon gar nicht das buch, welches ich ja nicht gelesen habe. Ich betreibe quasi nur meta-meckerei ;-)

    Zu der kurzgeschichte: da weiss ich leider auch nicht, wie genau sie mit dem film uebereinstimmt, jedoch sollte man da beruecksichtigen, dass eine von Helene gewuenschte widmung [an ihre quelle] ohne ihr verschulden nicht abgedruckt wurde. In dem fall war es also keine so bewusste verheimlichung wie bei ihrem jetztigen buch.

    Alles gute,
    rob

  • Digger sagt:

    Hi rob
    “mal eben vom Brötchenjob rüberwink, bevor die Weiber hier vollends das Kommando übernehmen *Panik,schluck*)”

    Ja, okay. Jetzt habe ich deine Intention verstanden. Sorry, manchmal (vor allem ab drei Kölsch *hicks*) bin ich eben etwas langsamer ;-)

    Ja, im gewissen Sinne hast du mit dem Schaden Recht.
    Der Schaden, der ohne die Entdeckung der „Hegemannschen Abschreibungs- und Zitiertheorie“ entstanden wäre, ist wahrlich nicht konkret zu benennen.
    Aber vielleicht deswegen umso größer? Strobo erschien in einer Auflage von 600 Stück. Axolotl in einer Erstauflage von ???
    Strobo wurde nicht im großen Rahmen besprochen und gelobt (was er aber offensichtlich verdient hätte) und hat aufgrund der Größe des Kleinverlages nur ein sehr stark eingeschränktes Einzugs- und Werbegebiet. Axolotl haut hier jedoch in die Vollen und spielt im Zusammenhang mit Kritiken und Hype Strobo locker an die Wand.
    Beides ist markttechnisch bedingt. Kleinverlag vs. Riese eben.
    Aber der eigentliche Schaden ist ein nicht materieller. Airen hat eben um entsprechende Wortkombinationen (Sätze) gerungen. Hat darum gekämpft seine Stimme in dem Wust aus Erinnerungen nicht untergehen zu lassen und kohärente Absätze aus den Sätzen zu formen. Da ist der Schaden in erster Linie (hier gebe ich dir absolut Recht) nicht in Geld zu bemessen, da JEDES Buch (selbst aus anderen Genres oder Gattungen) eben ein Konkurrenzprodukt ist, dass um die Gunst der zahlenden Leser buhlt.
    Was das Niveau der Kritiker betrifft … puuh … jein.
    Einerseits sollten man bei aller Kritik über den Dingen / dem Kritisierten stehen, andererseits ist aber gerade eine Diskussion über ein so „schwammiges“ Thema wie den geistigen Besitz im Zusammenhang mit Sprache so sehr mit Emotionen behaftet und wird zudem von einer großen Anzahl „Vorgeführter“ selber in die Richtung der harschen Kritiker an der Hegemannschen Abschreibungs- und Zitiertheorie mit Pathos, leeren Worthülsen, Bigotterie, Wort- und Sinnentstellungen und nicht zuletzt auch mit einer gehörigen Portion Schmutz betrieben (z.B. Daniel Haas, SPon), da fällt es selbst dem ausgeglichensten Gutmenschen schwer, auf Dauer seine Ratio über seine Emotio zu stellen.
    Insgesamt denke ich aber, dass diese Diskussion und auch die Grundebene, nämlich ein Nachdenken über das Urheberrecht, wieder im Sande verlaufen werden, wenn jetzt nicht auch von anderen, bisher ruhig gebliebenen Seiten auch mal schwerere Geschütze aufgefahren werden.
    *Es hat nicht immer der Recht, der am lautesten schreit. Aber wer zuerst schreit, bekommt meistens recht.

    Das es jetzt ausgerechnet ein 17jähriges Mädchen erwischt hat, ist schlimm, aber auch in weiten Teilen ihre eigene Schuld. **Wer keine Hitze verträgt sollte kein Platzwart in der Sauna werden.
    Auch wenn ich in diesem Post oft gelächelt, gezwinkert und gealbert habe weil ich aus Köln komme, dort arbeite und heute die Weiber ihren Ehrentag haben, hoffe ich, dass meine Gedanken ernst genug von mir verpackt wurden. Denn es geht um ein ernstes Thema, dass mir aus gutem Grund nahe geht. Bin ich doch selber ein Beinaheautor, der auch mit seinen selbstkomponierten (!) Sätzen gerne irgendwann einen selbstverdienten (!) Lohn (und sei es nur der Beifall von Lesern) ernten möchte, ohne das ein aufmerksamer und für die „Undergroundliteratur“ (ich hasse dieses Wort!) wichtiger Blogger auf ein Plagiat meiner Sätze und Absätze aufmerksam wird.

    Gruß aus Köln

    Digger ;-)

    * (Der ist meines Wissens nach von mir und darf gerne weiterverbreitet werden ,-) )

    **(von mir modernisiertes Sprichwort aus dem allgemeinen Sprachgebrauch, oft auch pädagogisch verwendet *zwinker*)

  • Der Hans sagt:

    Warum konzentriert ihr Euch nicht auf das was da ist, ich hab selber auch den Fehler gemacht und habe den Namen ins Googlemaschinchen eingegeben…Dabei gibt es richtig gute Autoren.
    A.L Kennedy zum Beispiel

  • [...] hat Helene Hegemanns Axolotl Roadkill als Plagiat enttarnt und gibt dazu ein [...]

  • hussl sagt:

    Hegemann hat mit ihrem Büchle das Fass print vs. online aufgemacht. Mal schaun, was noch da noch alles raus kommt.

  • Emilia Ragems sagt:

    @Marietta Böning:
    Danke, dass Sie auf Creative Commons und Lawrence Lessig verwiesen haben und sich ebenfalls mit dem falsch verwendeten Begriff des “Sharing” nicht einverstanden zeigen können. Ich finde es ehrlich gesagt erschütternd, wie die deutschsprachigen Feuilletons einer ahnungslosen 17-Jährigen hinterherplappern können, ohne auch nur verstehen zu wollen, worum es bei “Sharing”, “Remix” oder “Sampling” wirklich geht. Namensnennung wird in _allen_ CC-Lizenzen verlangt, zum Beispiel.

    @Martin A. Hainz:
    Vielleicht ist es auch noch simpler und sie hatte sich beim Schreiben des Romans einfach nicht darauf konzentriert, die Quellen zu behalten. Wer eine Geisteswissenschaft studiert hat, kennt das Problem aus den ersten Semestern: Eine Quelle, die man sich nicht sofort notiert, geht unter. Vor allem, wenn es eben ein vergleichendes und kein wörtliches Zitat ist. Da kann es einem schnell so vorkommen, als hätte man den Satz selbst so formuliert. Wäre ich nochmal 16 und würde einen Roman schreiben, in dem ich Versatzstücke aus diversen Quellen zusammentrage, würde ich mir auch nicht jede Quelle notieren und mir selbst dann ganz easy sagen: “Urheberrecht is doch sowieso kacke und von gestern.”

    @rob:
    Das Urheberrecht legt unter Anderem fest, dass der Autor ein Recht darauf hat, dass sein Werk nicht sinnentfremdend in einen von ihm nicht gewollten Kontext gestellt wird. Ähnliches gilt für das Recht auf das eigene Bildnis. Marietta Böhning hat also nicht irgendein diffuses emotionales “Weiber”-Problem, sondern stellt ihren Anspruch auf der Grundlage rechtlicher Tatsachen.

  • Martin A. Hainz sagt:

    Das verlangt freilich Optimismus, @Emilia Ragems: Sie hätte unbewußt fast wörtliche Passagen — ihr im Kopf spukend — wider Willen dann zu Papier gebracht? Zumal die Autorin ja stolz verkündet: “Ich habe einige Versatzstücke organisch in meinem Text eingebaut”…
    Und das Problem, das man als GEWI-Student mit den Quellen habe, kenne ich auch nicht, warum auch immer.

  • heikemai sagt:

    Das Mädchen hat sich mit fremden Federn geschmückt. “Da beißt die Maus kein Faden ab!” Mit siebzehn glaubt man einfach noch, dass die Welt um einen herum genau so dumm ist, wie man selbst. Das ist keine neue wissenschaftliche Erkenntnis. Das hat wohl jeder selbst erlebt. Erwachsen-werden mit all seinen Facetten ist auch gar nicht so leicht! Der Verlag? Naja, möchte mal sagen: Man will halt Geld verdienen! Der Markt ist umkämpft! Werbung zu machen, ist teuer! ….

  • Also Jetzt sagt:

    nervt es mich.

    Die Aussagen aller Mitglieder der Piraten-Partei hier sind noch mehr zum Kotzen, als der dreiste Diebstahl des geistigen Eigentums samt optimaler nachfolgender Kommerzialisierung.

    Es ist so dermaßen inspirierend, das Plagiat relativieren zu wollen, dass ich gerade dabei bin, Goethe abzuschreiben und es unter Goedhe verkaufen zu wollen. Sieht jetzt ganz anders aus oder?

    Hier mal die Stellen in der FAZ, um die es geht, samt Interview des Schriftstellers. Es verdient keine zweite Chance, das abgebrühte Pseudo-Kreativ-Ding, das sich ja erwiesenermaßen Strobo auch noch gekauft hat. Der Papa hat es bestellt. Aus der Kleinen sollte ja mal was werden.

    http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E88A9CA72ADE445F390437D064F10C598~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  • Frank sagt:

    http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E88A9CA72ADE445F390437D064F10C598~ATpl~Ecommon~Scontent.html:

    “Anbei eine Dokumentation von Parallelstellen, die sich aus einem Abgleich der Bücher „Strobo“ und „Axolotl Roadkill“ sowie des Blogs mit Hegemanns Buch ergeben (Warnung: Die Zitate sind teilweise sexuell sehr explizit und könnten die Gefühle der Leser verletzen):”

    Axolotl S. 9: Irgendwie läuft mir zu Lorbeerkränzen geflochtenes Blut aus dem rechten Ohr.

    Strobo S. 117/118: Ich grinse aus dem Fenster, aus meinen Ohren fließt in dicken Strömen Blut, von Lorbeerblättern umflochten.

    * * *

    Axolotl S. 10: Ich kann entweder zu qualitativ hochwertigen Hardcorepornos wichsen oder…

    Strobo S. 143: Das übliche erfolglose Wichsen zu hoch qualitativen Hardcore-Pornographica entfällt.

    * * *

    Axolotl S. 15: Ich erinnere mich an die Zeit, in der ich bei gutem Wetter etwas anderes gemacht habe als die Jalousien runter.

    Strobo S. 138: … wenn so geiles Wetter ist wie früher, als ich dann noch was anderes gemacht habe als die Jalousien runter …

    * * *

    Axolotl S. 23: … mein kaputtgefeierter Körper…

    Strobo S. 107: … meines kaputtgefeierten Körpers…

    * * *

    Axolotl S. 23: Ich habe Fieber, Koordinationsschwierigkeiten, ein Promille im überhitzten Blut…

    Strobo S. 106: … ich habe ein Grad Fieber sowie ein knappes Promill Alkohol im überhitzten Blut.

    * * *

    Axolotl S. 30: Alle Passagiere verbrachten ihre Zeit damit, sturzbesoffen auf Autodächern herumzuliegen und über Tropanalkaloide zu diskutieren.

    Strobo S.162: Am Donnerstag lag ich mit einem von und zu stockbesoffen auf einem Autodach in Kreuzberg und redete über Titandioxid.

    * * *

    Axolotl S. 34/35: Thomas bietet uns zwei Lines Ketamin an, das in der Tiermedizin zur Narkose eingesetzt wird und in kleinen Dosen bewusstseinsverändernd wirkt. (…) Das Zeug brennt höllisch in der Nase.

    Strobo S. 108: Eigentlich ist Ketamin ein Narkosemittel aus der Notfallmedizin, aber in sehr viel geringeren Dosen wirkt es halluzinogen. (…) Ich zieh nur eine kleine Bahn, aber die tut schon höllisch weh in der Nase.

    * * *

    Axolotl S. 36: Ophelia steht auf dem Klodeckel, um drei Lines Speed auf der Trennwand zur Nachbartoilette zurechtzumachen.

    Strobo S. 146: … klettert Marc auf die Klobrille und macht die Lines an der Grenze zur Nachbartoilette zurecht.

    * * *

    Axolotl S. 52: … Technoplastizität, Annika

    Strobo S. 118: … eine gierig in alle Ecken züngelnde Techno-Plastizität …

    * * *

    Axolotl S. 60: „Ey, vor der Tür wartet glaub ich jemand auf dich“ (…) Da steht er dann rauchend, und ich frage mich, ob es hierbei jetzt um Drogen oder Sex oder einen netten, kühlen Nachtwind geht. (…) Irgendwann liege ich dann mit angewinkelten Beinen (…) In dieser Position lasse ich mich aus diversen Gründen wahnsinnig lange in den Mund ficken.

    Strobo S. 143: „Hey, da in der Kabine wartet einer auf dich.“ (…) Ich stehe auf und gehe mit in die Kabine und frage mich, ob wir jetzt Sex haben oder was ziehen wollten. (…) die Beine angewinkelt (…) Ich lasse mich Ewigkeiten in den Mund ficken…

    * * *

    Axolotl S. 64: Man hätte dir echt die Gedärme aus dem Körper schneiden können, und irgendwann wärst du dann aufgewacht, ohne Tasche und mit nem 2×2 Quadratmeter großen Arschloch.

    Strobo S. 116: „Ich hätte dir echt den Blinddarm rausnehmen können. Wäre dir das im Club passiert, wärst du irgendwann ohne Handy und mit“ – ausladende Geste – „sooo einem Arschloch aufgewacht!“

    * * *

    Axolotl S. 72: Wir erfahren an dieser Stelle, dass ich nicht nur neben Edmonds Keyboard aus eloxiertem Aluminium gekotzt, sondern mich (gleichermaßen skrupellos) mit dem Argument „Scheiß Kapitalismus!“ geweigert habe, ihm meine Schulden vom Vortag zurückzuzahlen.

    Strobo S. 123: Wie ich eben erfahre also angeblich mit dem Argument „Scheiss Kapitalismus!“ geweigert zu bezahlen, neben die Bar gekotzt und paar Tische umgeschmissen.

    * * *

    Axolotl S. 74: Ich mache drei Schritte nach vorn und knalle rückwärts gegen irgendeinen sich im öffentlichen Raum befindenden Werbeträger von Langnese. Ich drehe mich um und knalle rückwärts gegen einen grobporigen Typen in grünen Klamotten. (…) er setzt mich in ein Taxi…“

    Strobo S. 123: Ich steige aus, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Dann stehe ich auf, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Schließlich kommen zwei so grobporige Bahnbullen und verfrachten mich in ein Taxi.

    * * *

    Axolotl S. 74: … ich gehe drei Schritte nach hinten und knalle rückwärts gegen das Taxi …

    Strobo S. 124: … mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen das Taxi …

    * * *

    Axolotl S. 79/80: Sie holt eine erbsengroße Plastikkugel aus der zu ihrem Nachthemd gehörenden Brusttasche und schmeißt sie mir zu. (…) Anstatt mir zu antworten, wickelt sie die Plastikfolie ab. Schlussendlich liegt auf dem Mahagonitisch eine Messerspitze bräunlichen Pulvers, das wie Instanttee aussieht und nach einer Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig riecht. Aus einem Stück Silberpapier dreht sie sich ein Röhrchen, auf ein weiteres schüttet sie die Hälfte des Pulvers. Als sie ein Feuerzeug unter die Folie hält, schmilzt das Heroin und zieht eine kleine Rauchschwade hinter sich her. Dieser Dampf wird von Ophelia mit Hilfe des besagten Aluröhrchens inhaliert, bis nur noch irgendwas ganz Schmutziges, Kleines, Böses zurückbleibt und sie mich fragt: „Und, wie sehen meine Pupillen jetzt aus?“

    Strobo S. 65/66: … schiebe ein Scheinchen rüber und halte eine erbsengroße Plastikkugel in der Hand. (…) Schicht um Schicht wickle ich die Plastikfolie ab, bis in der Mitte eine gute Messerspitze bräunlichen Pulvers zum Vorschein kommt. Sieht in etwa so aus wie Instant-Tee und riecht säuerlich, wie eine Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig. Diacetylmorphin. Dann hole ich Alufolie. Aus einem Stück drehe ich mir ein Röhrchen. Auf ein anderes schütte ich ein Viertel des Pulvers. Sobald ich ein Feuerzeug unter die Alufolie halte, schmilzt das Heroin (…) und zieht eine kleine Rauchfahne hinter sich her. Mit dem Röhrchen im Mund versuche ich sie einzufangen. (…) Als alles verdampft ist und nur noch eine schmutzige Spur auf der Alufolie übrig bleibt, gehe ich ins Bad und begutachte meine Pupillen.

    * * *

    Axolotl S. 119: … auf dem untersten Level der Desillusion angekommen …

    Strobo S. 139: Wer auf dem untersten Level der Desillusion lebt, der heult nicht mehr.

    * * *

    Axolotl S.119: … keine Chance mehr auf eine heilsame Wendung zum Exzess.

    Strobo S.141: Der Mittwoch (…) nahm dann noch eine heilsame Wendung zum Exzess.

    * * *

    Axolotl S. 130: „…Ficken wir irgendwann mal weiter?“
    „Nein.“
    „Wieso nicht?“
    „Ich ficke nicht mehr.“
    „Mann, Alter, ich bin übelst geil!“
    „Ich ficke jetzt nicht mehr mit dir.“
    „Aber warum denn nicht?“
    „Ich will nicht.“
    „Bist du positiv?“
    „Ja.“
    „Wie bitte?“
    „Ja.“
    „Du bist positiv?“
    „Ja. Aber das weißt du doch.“
    (…) Ich gehe tanzen.

    Strobo S. 105: „Lass uns ficken!“
    „Nein.“
    „Wieso nicht?“
    „Ich ficke nicht.“
    „Mann Alter, ich bin übelst geil, wir holen jetzt nen Gummi von der Bar und ficken!“
    „Nein.“
    „Aber warum nicht? Bist du positiv?“
    „Ja.“
    Ich gehe tanzen.

    * * *

    Axolotl S. 135: „Der ist stockbisexuell. (…) Dort erklärt er dann einer zierlichen Schwarzhaarigen mit so einer Art olivfarbenen Traumbeinen, wie geil es ihn macht, dass ihre Haut überall gleich aussieht, sogar in den Achselhöhlen, und zwei Sekunden später findet die sich dann grottenschlecht durch ihre Netzstrumpfhose hindurch gefickt unter ihm wieder. So halt, irgendwie.“

    Strobo S. 95/96, im Kapitel „stock-bi“: Zierlich, schwarzhaarig, keine zwanzig und olivfarbene Traumbeine (…) Ich küsse ihren Körper, ihre ultrazarte Haut, die überall die gleiche ist: An den Waden, an den Schenkeln, am Bauch und am Po, zwischen ihren Schulterblättern, auf ihren Brüsten und sogar unter ihren Achseln. (…) Ich ficke grottenschlecht, zittere hilflos auf ihr rum und gebe irgendwann auf.

    * * *

    Axolotl S. 136: „Wir unterhalten uns gerade über Bisexualität!“, moderiere ich schwerstelegant zu ihr hinüber.

    Strobo S. 99: „Wir reden gerade über Bisexualität“, moderiere ich mich zu Jan rüber,…

    * * *
    Axolotl S. 172: Dann lege ich mich mit nassen Haaren zurück unter die Decke und lesen Zettel: Bleib ruhig liegen, es ist alles in Ordnung.
    Im Türrahmen steht der ausschließlich in Boxershorts steckende Mottosweatshirttyp und sagt: „Bleib ruhig liegen, es ist alles in Ordnung.“

    Strobo S. 115: Der Nette Fucker steht nackt in der Tür und wispert: „Hey Airen! Bleib ruhig liegen! Alles ok!“ Vor dem Sofa steht ein Tisch, darauf ein Zettel: „Lieber Airen! Bleib ruhig liegen, das ist ok!“

    * * *

    Parallelen zum Blog:

    Axolotl S.11: … von einer hyperrealen, aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelöste Vaselintitten-Installation halb zerfleischt …

    Blog 28.5.09: … mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten …

    * * *

    Axolotl S.15: Berlin is here to mix everything with everything.

    Blog 5.6.09: Berlin is here to mix everything with everything.

    * * *

    Axolotl S.35: Ich beschließe, fortan jeden klaren Moment mit Ketamin oder dem Satz „50 Whiskey Soda bitte!“ zu beseitigen.

    Blog 16.8.09: … kann ich nicht sagen, warum ich seit Monaten jeden klaren Moment mit „Einen doppelten Wodka on the rocks, bitte!“ bekämpfe.

    * * *

    Axolotl S.48: Diese ganzen Afterhour-Mitverwundeten…

    Blog 23.1.09: … treuer Berlinbesucher, Afterhour-Mitverwundeter …

    * * *
    Axolotl S.105: …als nachts mit Bleigewichten an den Knöcheln vor dem Spiegel auf in Techno gemixte Geigenpassagen zu tanzen. Jeder Track war eine Herausforderung. Ich hätte Strom gefressen, um länger als achtundvierzig Stunden ekstatisch über einen vollgekotzten Dancefloor springen zu können. Eine Zeit, in der fremde Leute im Regionalexpress „Krasse Choreographie“ tuschelten …

    Blog 11.11.08: … die Zeit, als ich jeden Abend mit Bleigewichten an den Knöcheln vor dem Spiegel übte, als ich jeden Track als Aufgabe sah, als fremde Leute in der U-Bahn auf mich zeigten und „krasse Choreographie“ tuschelten, als ich elektrischen Strom gefressen hätte, nur um besser tanzen zu können.

    * * *
    Axolotl S.148/149: …weil es halt nicht darum geht, ob man etwas erlebt oder verpasst, es geht ja ausschließlich um das Ausmaß der Intensität, oder? (…) „Man kann jemandem auch ein Eisbärbaby als Hund verkaufen“

    Blog 5.6.08: Eine Sache zu erleben oder eine Sache zu verpassen: Wenn du es nur bewusst genug tust, ist es dasselbe Gefühl in derselben Intensität, nur mit umgekehrten Vorzeichen. (…) „Oder jemandem einen jungen Eisbären als Hund verkaufen, hihi!“

    * * *

    Axolotl S.177: Wiederhole mich seit drei Jahren, in diesem Glitter-Schmutz- und Pailetten-System, ganz böser Nightmare Bass für Erwachsene.

    Blog 28.5.09: … also mit Glitter, Schmutz und Pailletten, mit ganz bösem Nightmare-Bass für Erwachsene …

    * * *

    Axolotl S.199: Sie parkt vor einem Rokokoaltbau, der näher am türkischen als am schwulen Teil Schönebergs liegt und nur hundert Meter entfernt von einer der beiden bestgeöffneten Lidl-Filialen. Ich kurbele das Fenster runter und sehe ihr dabei zu, wie sie durch die Haustür in einen Flur mit schwarzem Holz und Spiegeln geht.

    Blog 3.12.08: Ich fand ein schönes Ein-Zimmer-Apartment, Rokokoaltbau, im Hausflur schwarzes Holz und Spiegel. Zwischen S-Bahn und Volkspark, näher am türkischen als am schwulen Teil Schönebergs gelegen hatte es nebenan einen Getränkemarkt und war nur hundert Meter entfernt von einem der beiden bestgeöffneten Lidls in Berlin.

  • rob sagt:

    @also jetzt:
    Apropos kotzen. Um es mal auf den punkt zu bringen: genau die denke, die dazu fuehrt, dass man nicht bereit ist, ueber eine relativierung/abwaegung von schutzrechten “geistigen eigentums” zu diskutieren, fuehrt auch dazu, dass in afrika aidskranke verrecken, nur weil sie sich die patentierten medikamente nicht leisten koennen. Diese verabsolutierung, das klammern ausschliesslich an die eigenen interessen, ohne jede kompromiss- oder diskussionsbereitschaft, zum wohle der eigenen egos und zum schaden der restlichen menschheit, die kuenstliche verknappung unlimitierter gueter als alleinseeligmachendes dogma, DAS finde ICH zum kotzen.

    @Emilia:
    Wenn das UrhG so zu interpretieren ist dann verlagere ich meine kritik zum teil auf den gesetzgeber. Aendert aber nichts an der [von mir so gedeuteten/unterstellten] geisteshaltung, bei der es nicht primaer um rechtliche ansprueche ging. Warum es deswegen noetig ist,die sexismus-masche zu probieren erschliesst sich mir vermutlich nur deswegen nicht, weil ich ein genetisch-bedingt unsensibler mann bin.

  • hussl sagt:

    Anders als ihre meist bierernsten Kritiker verfügt Helene Hegemann über Witz, Selbstironie und Charme. Sie hat aus dem kitschigen und selbstgefälligen Sprach-Müll der Blogger (zu denen ich selber gehöre) einen intelligenten, zynischen und niemals langweiligen Text konstruiert, den ihre Material-Lieferanten nicht zustande kriegen, weil sie sich selbst und ihre bedeutungslose Szene samt dazugehöriger Online-Welt viel zu wichtig nehmen, um mit ihr kreativ umgehen zu können. Die Hegemann hat sich’s auf diese Weise mit den Bloggern, den Moralisten, den Spießern und den Anti-Spießern gleichermaßen verdorben, die ihr allesamt vorwerfen, einen Standpunkt eingenommen zu haben, der ihnen Unbehagen bereitet, der aber in Wirklichkeit der einzige ist, von dem aus sich noch produzieren lässt: einen Standpunkt nämlich jenseits von Gut und Böse.

  • Also jetzt sagt:

    @rob
    Apropos auf den Punkt bringen:
    Da ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, vor dem Diskutieren sorgfältig nachzudenken (apropos “Denke”), war MIR was DIESES Thema betrifft – hier handelt es sich um ein offentsichtliches Literaturplagiat einer wohlhabenden, gelangweilten damals 16-jährigen mit kulturschaffendem Papa im Hintergrund – auch vor dem Schreiben meines Kommentars klar, dass es nicht alle schaffen werden, während des Denkens (und vor dem Schreiben) zu differenzieren.
    Differenzieren ist nämlich ganz arg notwendig bei der Meinungsbildung. Das scheint hier nicht geklappt zu haben, sonst würde man bei Thematisierung des besagten Literaturplagiats(!) nicht die Afrika-Aids-Verknappungs-Keule schwingen. Das ist sowas von übel und an Schlichtheit schwer zu überbieten. Mist, jetzt ist MIR nochmal schlecht geworden.
    Gegen die Abschaffung oder Einschränkung des Urheberrechts sind nach meiner Erfahrung im Übrigen meist Leute, die kaum, selten, nie oder erfolglos kreative Leistung erbringen, also ihr Geld mit Arbeit verdienen, die man schlichtweg nicht kopieren kann.
    Keine Sorge daher. Die geforderte Abwägung hatte im Denkprozeß längst stattgefunden.

  • Also jetzt sagt:

    @rob (Hatte den ersten Beitrag ganz oben übersehen. Leider dann doch noch gelesen.)

    “Als naechstes beklagt sich dann der maurer, dass er es nicht ertraegt, wenn boese menschen in dem einst von ihm erbauten haus wohnen?…
    verklagt ihr auch leute, wenn sie witze weitererzaehlen, die ihr euch ausgedacht habt? …”

    - Es ist schwer, klar. Aber das mit dem Differenzieren hilft ungemein, aber – man muss es regelmäßig üben.

    “…eine vernuenftige auseinandersetzung mit der problematik..”

    - Ach so…

  • @ rob. wesentlich zur wirtschaftlichkeit: es geht nicht um das beispiel. der fall hegemann ist exponiert in den medien und damit eine ausnahme unter solchen fällen. deswegen ist der wirtschaftliche nutzen für airen dann auch eine ausnahme. mir geht es nicht um ausnahmen, sondern um die regel, die eine wirtschaftliche schädigung sein wird. das hat nichts damit zu tun, welcher text besser ist. dazu kann ich auch nichts sagen, da beide nicht gelesen.

    (unwesentlich zur selbstverliebtheit: gut, gut. also: bin ich nicht. warum ich es geschrieben habe, hat nichts mit meine einstellung zum text zu tun, im sinne einer nähe zu mir, ganz im gegenteil, meine texte haben mit mir so gut wie ganz wenig zu tun, ich vertrete die textferne (@ martin: und das weiß du). im gegenteil, ich betrachte texte als eine bedeckung dessen, was ist. ich bin das nicht, die über sich oder ihre gefühle schreibt, ich mag das und solche texte nicht. leider ist es aber so, dass meine texte so behandelt wurden vom abschreiber, als würden sie mit mir zu tun haben. deswegen konnte ich mir die anmerkung nicht verkneifen, davon abgesehen also gebe ich dir völlig recht. (das war kein reines plagiat, aber auch kein wirklicher intertext, sondern ein racheakt des autors, der diese nähe zur person erdichtete. so in der art: stell dir vor, dir schlägt einer, den du in der vergangenheit mal kritisiert oder verletzt hast, ernsthaft ins gesicht, deine nase blutet, und sagt dann: “das war nur ein dreh, siehst du die kameras nicht?” du schaust dich um, da sind tatsächlich, staunst du, kameras. er fährt fort: “das hat nichts mit dir persönlich zu tun.” du siehst das setting: klar, hat nichts mit dir zu tun. aber die festigkeit mit der dir als zälligerweise anwesendem statisten in die fresse gehauen wurde, hat dich also notwendig persönlich erreicht. und wenn du die nase gebrochen hast, verklagst du ihn. man kann die schweinerei auch wegstecken, wenn es persönlich nicht schädigend war (ich). aber ungefragt, ohne tantiemen, sich im film später entdecken? nö.))

  • bisschen werbung darf sein, wo es passt: http://www.ahs-aktuell.at/buecher/aspetsberger/aspetsberger.html. mein beitrag darin: wer ist der urheber, wenn wir den autor durchstreichen? zur frage der kompatibilität erkenntniskritischer und urheberrechtlicher ansprüche an autorschaft

  • [...] Blogger, von dem abgeschrieben wurde, Deef Pirmasens, reagierte mit wohltuender Zurückhaltung. 13. Februar 2010 | Romantagebuch | Kommentare willkommen! Schlagworte: Literaturbetrieb, [...]

  • Martin A. Hainz sagt:

    Manchmal hat etwas so gut wie nichts mit einem zu tun, manchmal wenig, manchmal aber: ‘so gut wie ganz wenig’, was ich doch als schönen lapsus clavis verzeichne.

    Im Übrigen fände ich es wichtig, hier Moral und Ästhetik nicht gleich zu vermengen.
    Natürlich ist ein Plagiat Raubbau an fremden Ideen und insofern problematisch, was man als ‘sharing’ schönreden kann — dann aber bitte mit der Konsequenz, daß Hegemanns Text zum Gratisdownload bereitgestellt wird.
    Aber ebenso ist natürlich ein Intertext von hoher Qualität durch seinen Mehrwert ästhetisch gerechtfertigt, zumal das Zitieren eines Jargons nicht affirmativ sein muß. Wenn man Taboris ‘Mein Kampf’ als Plagiat auffaßte, dann hätte man etwas nicht verstanden…

    Deshalb plädiere ich für Differenzierung; wenn Airen unmaßgebliches Wortmaterial für einen Geniestreich lieferte, so, wie jedes Schreiben auf existente Phrasen (ironisch, dekonstruktiv, …) zurückgreift, dann ist das etwas anderes, als wenn ein Text von legitimem ästhetischem Anspruch einfach abgeschrieben wurde.

    Die Wahrheit mag hier in der Mitte liegen; eine durchaus nicht talentfreie, aber mit fremden Federn aufgerüstete Göre, deren Machwerk zufällig in einige populäre Kategorien fällt, hat einen Subkultur-Text abgeschrieben. Tantiemen zahlen, Qualitätsbegriff überdenken..!

  • rob sagt:

    @Marietta:
    Danke fuer die erklaerung, nun verstehe ich besser, was Du meintest. Scheint sich ja um eine sehr spezielle angelegenheit gehandelt zu haben. Meine “selbstverliebtheits-deutung” war offenbar unzutreffend.

    Ausnahme/regel: ok, aber wie sieht denn normalerweise der (wirtschaftliche) schaden fuer einen autor aus, wenn jemand teile aus seinem werk abschreibt? Das ist mir wirklich noch nicht klar, und da es fuer die meisten hier voellig offensichtlich zu sein scheint waer’s nett wenn jemand das kurz erlaeutern koennte.

  • rob sagt:

    @Digger:
    Die emotionalitaet der kritiker ob der offensichtlichen ungerechtigkeit/frechheit dieser angelegenheit ist verstaendlich. Um so mehr bei denjenigen, denen aehnliches bereits passiert ist oder, da sie selbst kreativ taetig sind, noch passieren koennte.
    Sie kann gelegentliches absinken des niveaus erklaeren, aber natuerlich nicht begruenden, denn richtig/sinnvoll wird es dadurch nicht. Das sage ich aber weniger um es Dir zu erklaeren (weil Du es selbst weisst), sondern um mich zu erklaeren, bzw. worauf ich hinaus will. Naemlich dass die “schwereren geschuetze” durchaus auch am ziel vorbei schiessen koennen so dass der diskussionserfolg als kollateralschaden auf der strecke bleibt. Ein erfolg waere hier aus meiner sicht vor allem der erkenntnisgewinn bzgl. der meinungen und gedanken der anderen diskussionsteilnehmer. Mehr ist auch nicht moeglich, da wir hier weder gesetze aendern noch sie durchsetzen koennen.
    Nun kann es durchaus eine persoenliche eigenart/macke von mir sein, dass ich nicht imstande bzw. gewillt bin, gedanken mitzugehen, welche von grundlagen ausgehen, welche ich fuer unsinn halte (wie z.B. eben “urheberrechtsverletzung = diebstahl”). So lange aber kein konsens ueber die praemisssen herrscht, bringt es mir nichts, darauf aufbauende gedanken zu lesen, da ich sie dann ebenfalls nur als unsinn ansehen kann.
    Da ich aber einsehe, dass weder die kommentarfunktion eines fremden blogs noch die lebenszeit meiner “mitleser” dazu da sind, meine intellektuelle erleuchtung zu befoerdern, werde ich mich nach meinem naechsten beitrag hier wieder etwas zurueckhalten ;-)
    Alles gute,
    rob

  • rob sagt:

    @Also jetzt:
    Differenzierung, was war das noch mal? Etwas so was:
    “Die Aussagen aller Mitglieder der Piraten-Partei hier sind noch mehr zum Kotzen”? Hast Du eigentlich so eine art piraten-sensor, oder wie findest Du heraus, wer da mitglied ist und wer nicht?
    Es ist schoen [fuer Dich], dass Du Dir der ueberlegenheit Deiner eigenen denkleistung so sicher bist, jedoch, argumente sehen anders aus. Es geht hier keineswegs nur um dieses eine buch, es geht laengst auch um allgemeine und grundlegendere fragen, auf die sich auch (aber nicht nur) meine kommentare beziehen.
    Und das von Dir verlinkte interview – hast Du das eigentlich gelesen?
    “Helene Hegemann hat mir nichts getan, sie hat mich nicht angegriffen. Mir fehlt nichts, die Geschichte ist immer noch meine.”
    Ist das eine besonders kuriose form des stockholm-syndroms, oder warum kotzt Airen nicht wegen des dreisten diebstahls?

    Bzgl Deiner statistik frage ich mich, ob da nicht “Fuer” stehen sollte, statt “Gegen”? Andernfalls waere mir unklar, was Du damit sagen willst:
    “Gegen die Abschaffung oder Einschränkung des Urheberrechts sind nach meiner Erfahrung im Übrigen meist Leute, die kaum, selten, nie oder erfolglos kreative Leistung erbringen, also ihr Geld mit Arbeit verdienen, die man schlichtweg nicht kopieren kann.”
    Ich verdiene mein geld uebrigens mit der entwicklung von software – ein produkt, dass nicht gerade fuer seine unkopierbarkeit bekannt ist. (Fuer wie kreativ man das haelt bleibt natuerlich jedem selbst ueberlassen.) Gerade in dem bereich gibt es auch eine menge leute, denen bewusst ist, dass “nicht-abschreiben” eine riesenhafte verschwendung darstellt, weswegen sich dort auch zunehmend geschaeftsmodelle herausbilden, die vom ueblichen “ich mach mal was und hoffe dann dass es moeglichst viele leute kaufen” abweichen.
    Nebenbei bin ich aber auch nicht fuer eine abschaffung des urheberrechts (einschraenkung allerdings schon), sondern hier und jetzt hauptsaechlich dafuer, dass die begruendung, warum man das UrhG fuer richtig haelt, ueberprueft wird. Denn die gruende, die hier teilweise genannt wurden (“das ist diebstahl”, “macht man in der schule auch nicht”, “wirtschaftlicher schaden fuer den quellenautor”), halte ich fuer quatsch, was ich versucht habe zu erklaeren. Ich glaube auch nicht, dass diese begruendungen aus ergebnisoffenen ueberlegungen entstanden sind, sondern dass sie rationalisierungen einer bereits feststehenden meinung sind (grob vereinfacht: “geistiges eigentum muss geschuetzt werden”).
    Zur weiterentwicklung meiner eigenen meinung haette ich es sehr begruesst, vernuenftige argumente zu hoeren. Meine vorstellung, solche argumente als antwort auf provokante beispiele, in denen keine privilegien, die mit dem schutz “geistigen eigentums” vergleichbar sind, bestehen (maurer) oder bestehen sollten (aidsmedikamente), bekommen zu koennen, mag ein irrtum gewesen sein. Waere schoen, wenn doch noch welche kommen, ich halte ab jetzt aber meinen mund, wenn keine expliziten fragen bestehen.
    Alles gute,
    rob

  • moosmann sagt:

    @ rob
    Lieber Rob,
    stell Dir vor, es h#tte ein prominenter Literaturkritiker das Buch von Airen entdeckt (Carl Hegemann hat es ja auch entdeckt, möglich wäre es also), und hätte es ähnlich hymnisch besprochen wie Hegemanns Buch. Ander wären darauf angesprungen, es hätte einen ähnlichen Hype für “Strobo” gegeben wie für AR. Schlöießlich haben beide Bücher ja durchaus Gemeinsamkeiten, und Airens Geschichte ist vielleicht nicht uninteressanter als Hegemanns. Dann hätte der Kleinverlag einen Bestseller gehabt und Airen hätte 100 000.- Euro verdient. Da ich vermute, daß der Kleinverlag noch Kontakte zu anderen Autoren hat, die bisher gänzlich unbekannt sind, wäre es mit dem frischen Geld vielleicht möglich gewesen, da noch die eine oder andere Perle aus dem Underground auf den Ladentisch zu befördern. An Ende hätte Hegemann in diesem Verlag einen Band mit Kurzgeschichten veröffentlicht, der ein achtbarer Erfolg gewesen wäre.
    Das ist so jetzt nicht mehr möglich, und für die Benachteiligten ist das ein enormer Schaden. Deshalb ist das Urheberrecht nicht etwas abstraktes, sondern es macht es erst möglich, daß ein Kreativer von seiner Arbeit leben kann. Schriftsteller zu sein auf professionellem Niveau und über längere Zeit (also nicht nur für einen Sonntagsschuß) ist ja nicht als Feierabendbeschäftigung zu machen. Juristisch nennt man ein Plagiat nicht Diebstahl, aber in der Umgangssprache ist das üblich, wir sind ja nicht ein Volk von Juristen. Was die Medikamente angeht, das ist Patentrecht und Politik, hat irgendwie auch mit Urheberrecht zu tun, aber eben in einem ganz anderen Bereich. Und da nicht alles gleich ist, ist das nicht egal. Wenn man die Parallele zwischen diesen Fällen konstruieren möchte, dann ist Airen der aidsbedrohte Schwarzafrikaner, dem durch das Großkapital (Ullstein) der Zugang zum Literaturzirkus verbaut wird. Der Verzicht auf Profit oder die Ammortisation der Entwicklungskosten, der von den Pharmaherstellern verlangt wird, wäre dann vergleichbar mit der Forderung, daß Ullstein/Hegemann AR kostenlos ins Netz stellen und Airen eine Entschädigung zahlen. Insofern ist Dein Vergleich durchaus sinnvoll.

  • moosmann sagt:

    Nachtrag: @rob
    Wenn Du Sortware-Entwickler bist, kennst Du das doch: Es gibt die Software, die einem Unternehmen gehört, wenn jemand damit etwas machen möchte, muß er Lizenzen kaufen. Und es gibt die Open-source-Software. Ein Geschäftsmodell, was auschließlich von freiem Inhalt profitabel leben kann, gibt es nicht. Freie Software wird durch Werbung, durch Donatoren usw. finanziert. Auch die Zeitungsverlage sehen allmählich ein, daß sie nicht existieren können, wenn sie alle Inhalte frei verfügbar machen (da reichen auch Werbungs-Erlöse nicht aus.)
    Es gibt im Fundus der kollektiven Bilder so etwas wie den “Armen Poeten”, oder die These, daß gute Kunst nur aus einem existenziellen Mangel entsteht, (und weil es für den Kunstnutzer am preisgünstigsten ist, wird hier gern der Mangel an Finanz genommen). Das ist eine Rechnung ohne den Wirt. Frag mal einen Übersetzer anspruchsvoller Belletristik, was er in einer Stunde verdient. Auch Hegemann würde, wenn sie denn wirklich Urheberin ihres Werkes wäre, zuwenig verdienen. Ich nehme mal an, daß sie wegen der exzellenten Vernetzung ihres Umfeldes mit der Kulturindustrie (wer kann schon seinen Erstling bei Ullstein unterbringen?) etwa 7% des Verkaufspreises bekommt. Das wäre etwa ein Euro pro Buch, andere Newcomer kriegen oft erstmal nur eine Pauschale, und werden ab einer bestimmten Verkaufsauflage erst am Erfolg beteiligt. Das heißt umgekehrt, daß 83% des Buchpreises für Herstellung, Marketing, Handel, Steuer usw. draufgehen. Vielleicht doch ein Mißverhältnis? Eine ungerechte Verteilung des Risikos? Und dann noch das Risiko obendrauf, daß Dir jemand durch Plagiat den möglichen Erfolg wegschnappt? Wie wäre das zu rechtfertigen??

  • Calamitas sagt:

    Was soll die Aufregung? Das ist doch ganz einfach nur das, was passieren MUSS, wenn man die “Jugend” zum Kulturträger erhebt, statt sich von ihr, wie es sich gehören würde, die kollektiven Fingernägel vorzeigen zu lassen.

  • Also jetzt sagt:

    @rob
    Zunächst habe ich mich dagegen gewehrt, dass (ständig aus der Ecke der Piraten-Partei) so getan wird, also ob der Schutz von Kreativität etwas ganz Gemeines sei – irgendwie war mir einfach klar, dass es aus dieser Ecke tönt, ohne Sensor. Mit dieser gewonnen Überzeugung (!) brächte man nämlich “in Afrika Aids-Kranke zum Verrecken” (deine Worte und voll daneben).

    Themen Software-Entwicklung & Pharma:
    Euch geht es um technische Weiterentwicklung (“riesenhafte verschwendung”) und das Teilen von guten Ergebnissen. Das ist bekannt und schon lange nachvollziehbar. Es bleibt mir immer noch schleierhaft, wie man diesen Anspruch mit derben Worten völlig undifferenziert (s.o.) auf die Literatur oder Kunst übertragen kann.
    Den Beiträgen von moosmann dazu ist nichts mehr hinzuzufügen.

    Zu dem FAZ Interview. Ich finde deine Art zu argumentieren und Dinge aus dem Zusammenhang zu reissen üble Zeitverschwendung. Sorry, aber du solltest gänzlich bei den gut bezahlten Naturwissenschaften bleiben.

    Zitat von Airen aus dem Interview:

    “Ein Opfer? Was die Urheberrechtsverletzung angeht: ja.”

    Hallo? Gehts noch deutlicher? Er macht sein Urheberrecht damit geltend. Und ja, wie jeden Kreativen kotzt es ihn an, das tun zu müssen.

    “Meine Forderung ist: Meine Geschichte soll gewürdigt werden.”

    Hier noch andere Zitate aus dem Interview von Airen.
    “Ich habe seit Montag ganz viel über Helene Hegemann gelesen, aber über „Strobo“ gar nicht viel gehört.”
    “Helene Hegemann hat das nicht erlebt. Ich habe das so erlebt.”
    “..sind mir schon sehr viel mehr Stellen aufgefallen.”

    Ebenfalls alles Gute.

    @moosmann
    Wunderbar, man kann es nicht besser darstellen.

  • moosmann sagt:

    @Also jetzt: Danke.
    Eins noch: Softwareentwicklung zähle ich nciht zu den Naturwissenschaften, die übrigens ein sehr kreatives Betätigungsfeld sind. Ich zähle die Softwareentwickler zu den Kreativen, und oftmals dürfte die Qualität ihrer Ergebnisse wie auch die naturwissenschaftlicher oder mathematischer Forschung von ästhetischen Kriterien abhängen, zumal Software ja unter Umständen ein Kommunikationsmedium mit Schnittstelle Mensch ist. Deshalb ist ja diese Branche so sehr am Urheberrecht und seiner scharfen Durchsetzung interessiert.

  • moosmann sagt:

    @rob(12.2. 11.05):
    “die künstliche Verknappung unlimitierter Güter”, da liegt vielleicht ein Knackpunkt in der Diskussion. Kreativität ist ein eng limitiertes Gut, und aus kreativer Arbeit Werte entstehen zu lassen, die auf einem anspruchsvollen Markt bestehen können, macht die limitierung noch viel enger.
    Einen Roman zu schreiben mag nicht schwer sein, aber einen Roman zu schreiben, der künstlerisch überzeugt und möglicherweise noch Jahrzehnte später gelesen wird als ein repräsentatives Kunstwerk für eine Zeitepoche, dazu gehört viel Entwicklung, Kritik, Konzentration, handwerkliche Fertigkeit, Disziplin, auch ein bißchen Phantasie und Kreativität, letztere werden von Laien gern weit überschätzt. Helene Hegemann hat Kurzgeschichten gepostet (kurzgeschichten.de)und sie der Kritik von Leuten ausgesetzt, bei denen teilweise die Kompetenz im reziproken Verhältnis zum Vernichtungswillen steht. Dazu gehört Mut, und sie ist mit dieser Kritik ziemlich souverän umgegangen (kann man alles nachlesen.)Das kann der Anfang einer Entwicklung sein, die eine professionelle Autorin hervorbringt. Nur ist AR noch lange nicht der Beweis, daß diese Entwicklung gelaufen ist. Einer Autorin, die über Fingerübungen und den Wunsch, so schreiben zu können wie jemand anderer, noch nicht hinausgekommen ist, tut man keinen Gefallen, wenn man sie dafür schon lobt und prämiiert.
    Es kann ja sein, daß Helene Hegemann mit dem Schreiben Dinge verarbeiten will, die sie erlebt hat. Ich kann mir gut vorstellen, daß der Tod ihrer Mutter etwas ist, womit sie mühsam klarkommen muß. Aber noch viel schwieriger stelle ich mir das Zusammenleben mit ihrer Mutter vor, wenn diese wirklich an Alkoholismus gelitten hat. Macht sich jeder Diskutant klar, was es heißt, wenn Fürst Alkohol regiert? Und möchte jemand glauben, das Leben in der Sphäre ihres Vaters sei einfach? Wie sehr ist sie festgelegt und eingeschränkt allein dadurch, daß sie auf diese “Kulturszene” fixiert ist. Welche Wahl hat sie denn als Schulabbrecherin, einen eigenen Weg zu finden, ein eigenes Interesse? Vielleicht ist das Schreiben wichtig, um sich auseinanderzusetzen und abzugrenzen, aber muß es deshalb gleich eine Schriftstellerinnen-Karriere werden? Hunderttausende in ihrem Alter schreiben und werden keine Schriftsteller.
    Ich sehe es so, daß Helene Hegemann schon mehrfach in Abgründe geschaut hat. Das jüngste dieser Erlebnisse ist wohl der Abgrund der Literaturvermarktung. Wenn nun die Leipziger Jury trotzig behauptet, sie halte fest an dem Buch, dann sollte sie lieber festhalten an der Person und sie aus dem Markt nehmen, in dem sie zerrieben werden wird.

  • [...] Helene Hegemann, author/curator of the German party-generation novel Axolotl Roadkill, has been busted lifting passages from several sources, including another German party-generation [...]

  • moosmann sagt:

    Helene Hegemann und German party-generation?
    oO das geht vielleicht ein bißchen was durcheinander…

  • [...] HeleneHegemann, author/curator of the German party-generation novelAxolotl Roadkill, has been busted lifting passages from several sources, including anotherGerman party-generation [...]

  • @rob – habe lange nicht hier gelesen, vermute, jemand hat dir schon geantwortet. ein text ist ein produkt wie ein zahnbürste oder ein ofen produkte sind. die marktregeln sind etwas anders (ich kann hier darauf nicht eingehen, nur ein bisschen). nehmen wir den ofen: da sind der ofenbauer beteiligt und leute, die ihm einzeltele liefern, die in einer fabrik produziert wurden. all diese teile ergeben dieses ganze. in den bau der einzelteile wurde investiert: peknuiäre Ressourcen, Wissensressourcen Arbeitskraft verschiedenster Mitarbeiter auf ihren Mitarbeiterstufen. Der Ofenbauer dürfte diese Teile nicht einfach klauen, er würde die Teileproduzente schädigen. Und zwar – das ist wichtig – nicht nur weil das Material für genau diesen Ofen weg wäre (Airens Text war ja webbasiert, also ist gar nichts weg), sondern auch wg. der Investition. Stell dir vor, du hast eine Chefin/einen Chef, die/der Humanressourcen verschleudert, verdeckt für andere Ebenen auf autoritäre Weise und mit Drohgebärden Überstunden schuften lässt und selbst früher geht und keiner sieht es, weil es keiner glaubt, weil sie/er zu allen nett ist. Da siehst du sofort: Missmanagement für den Geschädigten. Er kann gehen, wenn es ihm nicht passt. Aber wenn es allen nicht passt, wird es für das Unternehmen ineffizient. Oder er/sie ist einfach nicht dazu in der Lage, wirtschaftlich zu handeln, fehlbesetzt als ManagerIn, vertuscht das eine zeitlang, infiltriert einen Group Think im Team durch die klassischen dummen (?), dreisten Methoden: Verdrehung von Fehlerzuschreibungen, Niederhalten der Fähigen, Einverleibung der Ergebnisse naderer – Missmanagement signifikant hohen Ausmaßes. Missmanagement ist es generell, wenn nicht das zurück kommt, was hineingesteckt wurde. Angenommen, Airen ist das egal, er will Sharing, er nutzt selbst Texte anderer (nur angenommen, das ist hier keinerlei Behauptung!), d a n n ist der Fall eingetreten, wo wir sagen: okay. Aber er hat selbstbestimmt gehandelt (–> Creative Commons <–). Er hat einen anderen Begriff von Wirtschaftlichkeit. Vielleicht reicht es ihm, dass sein Name in aller Munde ist. So sehr ich gegen den in Europa gewachsenen Urheberrechtsbegriff bin, er hat dzt. den großen Vorteil, die Urhebernebenrechte – die Verwertungsrechte – am Zügel relativ beim Urheber/der Urheberin zu lassen.

    Kurz: Angenommen, Airen ist keineswegs Sharing-Anhänger. Dann ist es simpel, warum er jedenfalls wirtschaftlichen Schaden erlitten hätte, hätte es niemand gemerkt: Seine Arbeitskraft wäre missbraucht worden, denn er würde keinen Cent von den Tantiemen und den Verkaufserlösen erhalten. Hegemann scheint ja auch viel an Idee übernommen zu haben. Geistiges Eigentum kostet in der Wirtsfchaft sehr viel. Nicht jeder hat die Fähigkeit zu schreiben.

  • moosmann sagt:

    @Marietta Böning
    Im Nachbarthread hatte ich versucht, durch Hinweis auf eine sehr schöne Diplomarbeit (http://othes.univie.ac.at/4714/1/2009-04-23_9910872.pdf) die Diskussion um Urheberrechte ein bißchen zu unterfüttern. Dieses Rechtsgebiet ist komplex und hat sich selbstverständlich auch immer entlang der technischen Entwicklung der Medien entwickelt. Mit Einführung des Buchdrucks ging erst einmal um das Nachdruckrecht. In gewissem Sinne stellt die Forderung nach freiem Zugang zu Informationen im Netz eine Parallele dar zu der Regelung, daß ein ungenehmigter Nachdruck erlaubt war, wenn der Rechtsinhaber das Werk nicht mehr verfügbar hielt.
    Im Übrigen ist ja überhaupt das Interesse, als Künstlerindividuum in dem Werk erkennbar zu sein und damit zuz Ruhm zu kommen, eine relativ neue Erfindung und nicht in allen Kulturkreisen verbreitet (Der schon erwähnte Roman “Rot ist mein Name” von Orhan Pamuk stellt diese durchaus konfliktbehaftete Entwicklung unnachahmlich schön dar.)
    Nun kann man auf der Ebene der Literaturtheorie, -Philosophie, Medienwissenschaft Begriffe wie Intertextualität entwickeln und daran Forderungen knüpfen. Wirklich neu ist das nicht, Bücher waren schon immer auch Bücher über Bücher, schon weil Schreibende auch immer Lesende sind. Aber die Betonung liegt auf Auch. Es ist doch nicht zu leugnen, daß durch die Arbeit einer Autorin immer etwas huinzugefügt wird. Selbst ein wortwörtliches Abschreiben und Neuveröffentlichen eines ganzen fremden Werkes unter neuem Namen zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort ist eine Transposition, die dem Werk möglicherwqeise einen neuen Sinn gibt und eine völlig neue Rezeption ermöglichen kann.
    Dennoch ist das eben noch nicht alles. Das Urheberrecht ist auch ein Eigentumsrecht, also ein Sachenrecht im übertragenen Sinne, ein Zwitter. Es ist gewiß nicht möglich, alle Lebensvorgänge zu verrechtlichen. Aber die Sicherstellung der wirtschaftlichen Existenz durch eigene Arbeit kann und soll man verrechtlichen und auf Regeln und Verträge gründen. Die Rechtsprechung, die in uneindeutigen Einzelfällen Abgrenzungen vorzunehmen hat, entwickelt das Recht weiter, und von Zeit zu Zeit – wenn ein politischer Wille da ist – führt der Gesetzgeber seinerseits nach.
    So wie ich es sehe, ist der Fall Hegemann überhaupt kein Grenzfall, und die Frage der Intertextualität stellt sich auf rechtlicher Ebene m. E. nicht dringend, solange die im Netz und im sonstigen literarischen Feld Tätigen bereit sind, sich an die Regeln zu halten, das heißt, leben und leben lassen. Daß das möglich ist, zeigt ja gerade der Ullstein-Verlag. Eine ausführliche Quellenangabe und eine Lizenzentrichtung an den Quellen-Rechteinhaber schadet dem neuen Werk in keinster Weise.
    Das eigentliche Problem, das ich sehe, ist die Aufteilung von Autoren- und Verwerterrechten. Das ist in der Literatur anders als in der Musik-, Bild- und Filmbranche oder der Softwareentwicklung, nämlich so, wie Sie sagen, daß beim Text die Verwertung näher beim Autor bleibt, ansonsten aber meist ganz an den Verwerter abgetreten wird. Die Verwertungsgesellschaft Wort hat deshalb bei weitem nicht die Bedeutung erlangt wie die GEMA.
    Ich würde mir wünschen, daß diejenigen, die so nonchalant das Ende des Urheberrechts oder seine Lockerung verlangen, diese Kompexität berücksichtigen. Ich meine, dabei sollten grundlegende rechtliche Regeln eine viel längere Lebensdauer haben als Moden, die auch in der Wissenschaft eine zeitlang die Diskurse bestimmen, dann aber auch wieder von anderen Moden abgelöst werden. Das Leben eines Autors muß modeüberdauernd gesichert sein, wenn er etwas werthaltiges anzubieten hat.

  • Also jetzt sagt:

    @moosmann
    Wenn es ganz genau sein soll: die Softwareentwicklung entspringt der Informatik und diese ist (wie die Mathematik) eine sog. Strukturwissenschaft. In diesen befasst man sich mit selbst hergestellten und in der wissenschaftlichen Forschung nötigen Methoden. Das methodische Vorgehen steht (ebenso bei den Naturwissenschaften) im Vordergrung.
    Die Kreativität demgegenüber nicht. Aber: diese hilft in allen Wissenschaften bei der Erlangung von Ergebnissen, wie zum Beispiel auch in den Rechtswissenschaften, die einen starken sozialen Bezug aufweisen. Ob man vom Ergebnis (“oftmals ästhetisch”) auf das Vorgehen schließen sollte, bezweifel ich.
    Ich habe den Bezug zur Literatur und Kunst deutlich gemacht und diese von den Naturwissenschaften (die Strukturwissenschaften stehen diesen methodisch nahe) abgegrenzt. Denn bei den Geistes- und Sozialwissenschaften sind zur Verwertung oft die Schöpfer selbst berufen, und nicht Organisationen wie Unternehmen (bei der Software in der Regel der Fall) oder Verwertungsgesellschaften (vgl. Musik). Daher ist es für Natur- oder Strukturwissenschaftler wie wir hier sehen auch leichter, die Abkehr von der Durchsetzung des Urheberrecht zu fordern, denn die wirtschftliche Existenz steht hier naturgemäß selten(er) auf dem Spiel. Denn zB. im Bereich Software sieht man sehr häufig klassische Angestelltenverhältnisse. Bei den Geisteswissenschaften ist das generell nicht der Fall.
    Hm. Das wäre begrüßenswert, wenn die Branche der Softwareentwickler (und nicht der dahinterstehenden Unternehmen) an der Durchsetzung des Urheberrechts interessiert sein sollte, jedoch für mich eine Neuigkeit.

  • moosmann sagt:

    @Also jetzt
    So neu ist das nicht. Die Rechtsprechung behandelt Software urheberrechtlich genauso wie einen Text. Wenn jemand angestellt ist, tritt er ja meist im Arbeitsvertrag die Rechte an seinen Produkten an den Arbeitgeber ab, das ist bei Journalisten auch so, nur gibt es im Journalismus und in der Softwareentwicklung eben viele Freiberufler, im künstlerischen Bereich sowieso.
    Ich sehe übrigens in der Softwareentwicklung wie auch in der Mathematik sehr viel Kreativität walten, und weiß das sehr zu schätzen. Wenn ich mir z. B. den Gödel’schen Beweis zu Gemüte führe und Schritt für Schritt nachzuvollziehen versuche, erstarre ich in Ehrfurcht vor einem solchen Kunstwerk. Ähnlich ist es bei komplexen Algorithmen, die Programmteilen zugrundeliegen; die ästhetische Komponente solcher Sachen wird gern unterschätzt. In der Mathematik gibt es schöne Beispiele, wie ästhetische Gesichtspunkte bei der Lösung nicht systematisch lösbarer Probleme den Ausschlag geben, man lese Heisenbertg, der sehr schön schildert, wie sie damals in den jungen und höchst kreativen Team Integrale erraten haben… Da ist viel mehr drin, als sich die meisten träumen lassen (man ist halt leider vom Rechenunterricht der Schule ganz irreführend orientiert).

  • Lee sagt:

    Ich würde demjenigen, der meine literarischen Klimmzüge mit einem Fingerwink zu seinem Eigen konstruiert, just mein Blutschweiß, mit dem ich geschrieben habe ins Gesicht kotzen…soviel zur Sache an sich..

  • pryscilla sagt:

    kriegt euch mal ein. bitte. vor den ganzen querelen, vor der veröffentlichung überhaupt ist eine 16jährige schlicht mit ihrem script zu ullstein und die fandens geil. weil wirs geil finden, selber schuld. for sure hat die aktion hinterfotzige züge. nur, wär sie keine diebin macht ihn das auch nich reicher. und wir fänden ihn auch nich geiler.
    Außerdem steht es dem buch keine original fullversion der psyche einer minderjähriegen zu sein. wär auch ungesund.

    wurst drauf, respect to the sentences! mir egal wer sie schrieb, mir egal wer von profitiert.

  • ARTiBerlin sagt:

    Lalalaaa. Hegemann Hegemann Hegemann.
    Abe rhey, vielleicht interessiert Euch das hier:

    http://www.artiberlin.de/article/Axolotl_Roadkill-Wie_ich_mich_mit_Helene_H_ve

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