Helene Hegemann ist neben vier anderen Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert, wie die Jury gestern bekannt gab. Brisant – sogar die New York Times berichtet. Laut der Nachrichtenagentur ddp wurde diese Entscheidung bereits am 28. Januar 2010, also vor dem Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe, festgelegt. Weiter heißt es (nachzulesen z.B. bei der Freien Presse):
“Später habe das Gremium in ständigem Kontakt zur Verlegerin des Buches gestanden. Inzwischen seien aber alle urheberrechtlichen Fragen geklärt. Für die Buchpreis-Jury habe es somit keinen Grund gegeben, die Autorin von der Nominiertenliste zu nehmen.”
Beim Plagiieren erwischt zu werden, ist also kein Grund? Mehr als diese implizite Aussage verwundert mich, dass die Preis-Jury nicht mit dem SuKuLTuR-Verlag gesprochen hat, wie mir Verlagschef Frank Maleu am Abend versichterte. Ullstein verbreitete bereits mittags eine Pressemitteilung von Dr. Siv Bublitz, die man z.B. auf buchreport.de nachlesen kann. Der erster Satz lautet:
“Wie bereits angekündigt, hat der Ullstein Verlag nun nachträglich Abdruckgenehmigungen für bislang nicht genannte Quellen des Romans ‘Axolotl Roadkill’ von Helene Hegemann eingeholt.”
Bei SuKuLTuR heißt es dazu “kein Kommentar”. Das klingt nicht nach einer besiegelten Einigung, wie sie Frau Bublitz verkündet. Aber vielleicht ist es nur noch eine Sache von Tagen, bis die Formalitäten geklärt sind. Ein paar Tage, die Ullstein freilich nicht warten konnte, wenn man der Preisjury noch rechtzeitig mitteilen wollte, dass die fehlenden Genehmigungen nun vorlägen.
Fassen wir zusammen: Eine geständige Plagiatorin ist der Leipziger Buchmesse eine Preisnominierung wert und man verlässt sich als Informationsquelle auf ihren Verlag, also die – man könnte sagen – “Täterseite”. Das ist gutgläubig. Wenn nicht gar naiv.
Update 12.02.2010: Laut dpa hat der Chef des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, Josef Haslinger, die Nominierung Hegemanns verteidigt. Allerdings bekäme der Fall eine andere Dimenson, sollte sich herausstellen, dass Hegemann sich auch noch bei anderen Autoren bedient habe. So nachzulesen beim Hamburger Abendblatt.
Lieber Herr Haslinger, ich darf Ihnen einen Vergleich der kompletten letzte Seite von “Axolotl Roadkill” (Partnerlink zu Amazon) mit dem Songtext des Titels “Fuck U” der Band Archive ans Herz legen. Es ist seit fast einer Woche schon nicht nur in diesem Blog, sondern auch anderswo bekannt, dass Helene Hegemann auch hier abgekupfert hat.
Es ist nicht Heleme Hegemanns alleinige Schuld, aber sie hat durch ihr Wirken nacheinander das Ansehen der deutschen Literaturkritik, des Ullstein Verlags und gestern das des Buchpreises der Leipziger Buchmesse beschädigt. Sachlich, aber vernichtend hält die New York Times zur Nominierung fest:
“And a member of the jury said Thursday that the panel had been aware of the plagiarism charges before they made their final selection.”
Ullstein arbeitet derweil an der Auffrischung des ramponierten Images. In der Pressemitteilung erfüllte Verlegerin Dr. Siv Bublitz eine u.a. von mir gestellte Forderung und entschuldigte sich:
“Allen Rechteinhabern, insbesondere dem SuKuLTur Verlag und seinem Autor Airen, danke ich für die faire und schnelle Reaktion auf unsere Anfrage. Dafür, dass diese Anfrage erst so spät erfolgte, möchten wir uns bei ihnen und bei den Lesern entschuldigen.” (Quelle: buchreport.de)
Und Helene Hegemann? Die sagte eben in der ARD-Show “Harald Schmidt” (Kritik der SZ dazu) sinngemäß, sie halte die Vorwürfe für gegenstandslos. Und das obwohl sie doch bereits am Sonntag gestanden hatte, plagiiert zu haben sowie “gedankenlos und egoistisch” gewesen zu sein. Als junger Mensch macht man Fehler und bewertet die Lage gelegentlich neu. Verheddert sich auch mal in Widersprüche. Denn als Helene Hegemann noch selbst bloggte, also so bis März 2007, wie hier zu lesen ist, da warnte sie die Besucher ihrer Internetpräsenz noch mit diesem Hinweis, der so gar nicht zu ihrer aktuellen Anti-Urheberrechtsattitüde passen will:
Ich vermute, dass dieser Text tatsächlich von Helene Hegemann stammt. Entdeckt hat ihn dieser dieser Kommentator. Danke für den Hinweis.
Update 13.02.2010: Womöglich hat sie auch diesen Hinweis abgeschrieben, wie hier behauptet wird.
Macht den Bock nun auch nicht mehr fett, wenn man auf die Menge an Material schaut, das Helene Hegemann aus STROBO (Partnerlink zu Amazon) und Airens Blog und entlehnt hat. Ich hatte bereits letzten Freitag einige Stellen aufgedeckt, Hegemann selbst sprach von einer Seite und die FAZ hat – wie hier zu lesen ist - noch viel mehr entdeckt und (unter einem lesenswerten Interview mit Airen) veröffentlicht:
Axolotl S. 9: Irgendwie läuft mir zu Lorbeerkränzen geflochtenes Blut aus dem rechten Ohr.
Strobo S. 117/118: Ich grinse aus dem Fenster, aus meinen Ohren fließt in dicken Strömen Blut, von Lorbeerblättern umflochten.
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Axolotl S. 10: Ich kann entweder zu qualitativ hochwertigen Hardcorepornos wichsen oder…
Strobo S. 143: Das übliche erfolglose Wichsen zu hoch qualitativen Hardcore-Pornographica entfällt.
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Axolotl S. 15: Ich erinnere mich an die Zeit, in der ich bei gutem Wetter etwas anderes gemacht habe als die Jalousien runter.
Strobo S. 138: … wenn so geiles Wetter ist wie früher, als ich dann noch was anderes gemacht habe als die Jalousien runter …
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Axolotl S. 23: … mein kaputtgefeierter Körper…
Strobo S. 107: … meines kaputtgefeierten Körpers…
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Axolotl S. 23: Ich habe Fieber, Koordinationsschwierigkeiten, ein Promille im überhitzten Blut…
Strobo S. 106: … ich habe ein Grad Fieber sowie ein knappes Promill Alkohol im überhitzten Blut.
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Axolotl S. 30: Alle Passagiere verbrachten ihre Zeit damit, sturzbesoffen auf Autodächern herumzuliegen und über Tropanalkaloide zu diskutieren.
Strobo S.162: Am Donnerstag lag ich mit einem von und zu stockbesoffen auf einem Autodach in Kreuzberg und redete über Titandioxid.
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Axolotl S. 34/35: Thomas bietet uns zwei Lines Ketamin an, das in der Tiermedizin zur Narkose eingesetzt wird und in kleinen Dosen bewusstseinsverändernd wirkt. (…) Das Zeug brennt höllisch in der Nase.
Strobo S. 108: Eigentlich ist Ketamin ein Narkosemittel aus der Notfallmedizin, aber in sehr viel geringeren Dosen wirkt es halluzinogen. (…) Ich zieh nur eine kleine Bahn, aber die tut schon höllisch weh in der Nase.
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Axolotl S. 36: Ophelia steht auf dem Klodeckel, um drei Lines Speed auf der Trennwand zur Nachbartoilette zurechtzumachen.
Strobo S. 146: … klettert Marc auf die Klobrille und macht die Lines an der Grenze zur Nachbartoilette zurecht.
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Axolotl S. 52: … Technoplastizität, Annika
Strobo S. 118: … eine gierig in alle Ecken züngelnde Techno-Plastizität …
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Axolotl S. 60: „Ey, vor der Tür wartet glaub ich jemand auf dich“ (…) Da steht er dann rauchend, und ich frage mich, ob es hierbei jetzt um Drogen oder Sex oder einen netten, kühlen Nachtwind geht. (…) Irgendwann liege ich dann mit angewinkelten Beinen (…) In dieser Position lasse ich mich aus diversen Gründen wahnsinnig lange in den Mund ficken.
Strobo S. 143: „Hey, da in der Kabine wartet einer auf dich.“ (…) Ich stehe auf und gehe mit in die Kabine und frage mich, ob wir jetzt Sex haben oder was ziehen wollten. (…) die Beine angewinkelt (…) Ich lasse mich Ewigkeiten in den Mund ficken…
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Axolotl S. 64: Man hätte dir echt die Gedärme aus dem Körper schneiden können, und irgendwann wärst du dann aufgewacht, ohne Tasche und mit nem 2×2 Quadratmeter großen Arschloch.
Strobo S. 116: „Ich hätte dir echt den Blinddarm rausnehmen können. Wäre dir das im Club passiert, wärst du irgendwann ohne Handy und mit“ – ausladende Geste – „sooo einem Arschloch aufgewacht!“
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Axolotl S. 72: Wir erfahren an dieser Stelle, dass ich nicht nur neben Edmonds Keyboard aus eloxiertem Aluminium gekotzt, sondern mich (gleichermaßen skrupellos) mit dem Argument „Scheiß Kapitalismus!“ geweigert habe, ihm meine Schulden vom Vortag zurückzuzahlen.
Strobo S. 123: Wie ich eben erfahre also angeblich mit dem Argument „Scheiss Kapitalismus!“ geweigert zu bezahlen, neben die Bar gekotzt und paar Tische umgeschmissen.
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Axolotl S. 74: Ich mache drei Schritte nach vorn und knalle rückwärts gegen irgendeinen sich im öffentlichen Raum befindenden Werbeträger von Langnese. Ich drehe mich um und knalle rückwärts gegen einen grobporigen Typen in grünen Klamotten. (…) er setzt mich in ein Taxi…“
Strobo S. 123: Ich steige aus, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Dann stehe ich auf, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Schließlich kommen zwei so grobporige Bahnbullen und verfrachten mich in ein Taxi.
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Axolotl S. 74: … ich gehe drei Schritte nach hinten und knalle rückwärts gegen das Taxi …
Strobo S. 124: … mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen das Taxi …
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Axolotl S. 79/80: Sie holt eine erbsengroße Plastikkugel aus der zu ihrem Nachthemd gehörenden Brusttasche und schmeißt sie mir zu. (…) Anstatt mir zu antworten, wickelt sie die Plastikfolie ab. Schlussendlich liegt auf dem Mahagonitisch eine Messerspitze bräunlichen Pulvers, das wie Instanttee aussieht und nach einer Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig riecht. Aus einem Stück Silberpapier dreht sie sich ein Röhrchen, auf ein weiteres schüttet sie die Hälfte des Pulvers. Als sie ein Feuerzeug unter die Folie hält, schmilzt das Heroin und zieht eine kleine Rauchschwade hinter sich her. Dieser Dampf wird von Ophelia mit Hilfe des besagten Aluröhrchens inhaliert, bis nur noch irgendwas ganz Schmutziges, Kleines, Böses zurückbleibt und sie mich fragt: „Und, wie sehen meine Pupillen jetzt aus?“
Strobo S. 65/66: … schiebe ein Scheinchen rüber und halte eine erbsengroße Plastikkugel in der Hand. (…) Schicht um Schicht wickle ich die Plastikfolie ab, bis in der Mitte eine gute Messerspitze bräunlichen Pulvers zum Vorschein kommt. Sieht in etwa so aus wie Instant-Tee und riecht säuerlich, wie eine Mischung aus Zigarettenkippen, Müll und Essig. Diacetylmorphin. Dann hole ich Alufolie. Aus einem Stück drehe ich mir ein Röhrchen. Auf ein anderes schütte ich ein Viertel des Pulvers. Sobald ich ein Feuerzeug unter die Alufolie halte, schmilzt das Heroin (…) und zieht eine kleine Rauchfahne hinter sich her. Mit dem Röhrchen im Mund versuche ich sie einzufangen. (…) Als alles verdampft ist und nur noch eine schmutzige Spur auf der Alufolie übrig bleibt, gehe ich ins Bad und begutachte meine Pupillen.
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Axolotl S. 119: … auf dem untersten Level der Desillusion angekommen …
Strobo S. 139: Wer auf dem untersten Level der Desillusion lebt, der heult nicht mehr.
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Axolotl S.119: … keine Chance mehr auf eine heilsame Wendung zum Exzess.
Strobo S.141: Der Mittwoch (…) nahm dann noch eine heilsame Wendung zum Exzess.
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Axolotl S. 130: „…Ficken wir irgendwann mal weiter?“
„Nein.“
„Wieso nicht?“
„Ich ficke nicht mehr.“
„Mann, Alter, ich bin übelst geil!“
„Ich ficke jetzt nicht mehr mit dir.“
„Aber warum denn nicht?“
„Ich will nicht.“
„Bist du positiv?“
„Ja.“
„Wie bitte?“
„Ja.“
„Du bist positiv?“
„Ja. Aber das weißt du doch.“
(…) Ich gehe tanzen.Strobo S. 105: „Lass uns ficken!“
„Nein.“
„Wieso nicht?“
„Ich ficke nicht.“
„Mann Alter, ich bin übelst geil, wir holen jetzt nen Gummi von der Bar und ficken!“
„Nein.“
„Aber warum nicht? Bist du positiv?“
„Ja.“
Ich gehe tanzen.* * *
Axolotl S. 135: „Der ist stockbisexuell. (…) Dort erklärt er dann einer zierlichen Schwarzhaarigen mit so einer Art olivfarbenen Traumbeinen, wie geil es ihn macht, dass ihre Haut überall gleich aussieht, sogar in den Achselhöhlen, und zwei Sekunden später findet die sich dann grottenschlecht durch ihre Netzstrumpfhose hindurch gefickt unter ihm wieder. So halt, irgendwie.“
Strobo S. 95/96, im Kapitel „stock-bi“: Zierlich, schwarzhaarig, keine zwanzig und olivfarbene Traumbeine (…) Ich küsse ihren Körper, ihre ultrazarte Haut, die überall die gleiche ist: An den Waden, an den Schenkeln, am Bauch und am Po, zwischen ihren Schulterblättern, auf ihren Brüsten und sogar unter ihren Achseln. (…) Ich ficke grottenschlecht, zittere hilflos auf ihr rum und gebe irgendwann auf.
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Axolotl S. 136: „Wir unterhalten uns gerade über Bisexualität!“, moderiere ich schwerstelegant zu ihr hinüber.
Strobo S. 99: „Wir reden gerade über Bisexualität“, moderiere ich mich zu Jan rüber,…
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Axolotl S. 172: Dann lege ich mich mit nassen Haaren zurück unter die Decke und lesen Zettel: Bleib ruhig liegen, es ist alles in Ordnung.
Im Türrahmen steht der ausschließlich in Boxershorts steckende Mottosweatshirttyp und sagt: „Bleib ruhig liegen, es ist alles in Ordnung.“Strobo S. 115: Der Nette Fucker steht nackt in der Tür und wispert: „Hey Airen! Bleib ruhig liegen! Alles ok!“ Vor dem Sofa steht ein Tisch, darauf ein Zettel: „Lieber Airen! Bleib ruhig liegen, das ist ok!“
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Parallelen zum Blog:
Axolotl S.11: … von einer hyperrealen, aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelöste Vaselintitten-Installation halb zerfleischt …
Blog 28.5.09: … mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten …
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Axolotl S.15: Berlin is here to mix everything with everything.
Blog 5.6.09: Berlin is here to mix everything with everything.
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Axolotl S.35: Ich beschließe, fortan jeden klaren Moment mit Ketamin oder dem Satz „50 Whiskey Soda bitte!“ zu beseitigen.
Blog 16.8.09: … kann ich nicht sagen, warum ich seit Monaten jeden klaren Moment mit „Einen doppelten Wodka on the rocks, bitte!“ bekämpfe.
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Axolotl S.48: Diese ganzen Afterhour-Mitverwundeten…
Blog 23.1.09: … treuer Berlinbesucher, Afterhour-Mitverwundeter …
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Axolotl S.105: …als nachts mit Bleigewichten an den Knöcheln vor dem Spiegel auf in Techno gemixte Geigenpassagen zu tanzen. Jeder Track war eine Herausforderung. Ich hätte Strom gefressen, um länger als achtundvierzig Stunden ekstatisch über einen vollgekotzten Dancefloor springen zu können. Eine Zeit, in der fremde Leute im Regionalexpress „Krasse Choreographie“ tuschelten …Blog 11.11.08: … die Zeit, als ich jeden Abend mit Bleigewichten an den Knöcheln vor dem Spiegel übte, als ich jeden Track als Aufgabe sah, als fremde Leute in der U-Bahn auf mich zeigten und „krasse Choreographie“ tuschelten, als ich elektrischen Strom gefressen hätte, nur um besser tanzen zu können.
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Axolotl S.148/149: …weil es halt nicht darum geht, ob man etwas erlebt oder verpasst, es geht ja ausschließlich um das Ausmaß der Intensität, oder? (…) „Man kann jemandem auch ein Eisbärbaby als Hund verkaufen“Blog 5.6.08: Eine Sache zu erleben oder eine Sache zu verpassen: Wenn du es nur bewusst genug tust, ist es dasselbe Gefühl in derselben Intensität, nur mit umgekehrten Vorzeichen. (…) „Oder jemandem einen jungen Eisbären als Hund verkaufen, hihi!“
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Axolotl S.177: Wiederhole mich seit drei Jahren, in diesem Glitter-Schmutz- und Pailetten-System, ganz böser Nightmare Bass für Erwachsene.
Blog 28.5.09: … also mit Glitter, Schmutz und Pailletten, mit ganz bösem Nightmare-Bass für Erwachsene …
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Axolotl S.199: Sie parkt vor einem Rokokoaltbau, der näher am türkischen als am schwulen Teil Schönebergs liegt und nur hundert Meter entfernt von einer der beiden bestgeöffneten Lidl-Filialen. Ich kurbele das Fenster runter und sehe ihr dabei zu, wie sie durch die Haustür in einen Flur mit schwarzem Holz und Spiegeln geht.
Blog 3.12.08: Ich fand ein schönes Ein-Zimmer-Apartment, Rokokoaltbau, im Hausflur schwarzes Holz und Spiegel. Zwischen S-Bahn und Volkspark, näher am türkischen als am schwulen Teil Schönebergs gelegen hatte es nebenan einen Getränkemarkt und war nur hundert Meter entfernt von einem der beiden bestgeöffneten Lidls in Berlin.
(Auflistung übernommen mit freundlicher Genehmigung der FAZ)

@traurigaberwahr
> Auf den Punkt gebracht, klauen die Deutschen wie die Raben.
> Kaufen gestohlene Daten
Erstens nicht “die Deutschen”, zweitens hat die Daten jemand anders geklaut bzw. kopiert (könnte durchaus ein Schweizer sein, wenn er für schweizer Banken arbeitet)
> Vielleicht stehen große Pläne dahinter
Nicht hinter jedem Blödsinn steckt gleich die Weltverschwörung.
> Bei dem übetriebenen Sexualismus handelt es sich wohl um eine
> Abwehr. Eben, weil dieser nicht typisch deutsch ist,
Ist schon klar. Was du da von dir gibst, fällt in die Kategorie Vulgärethnologie bzw. vernageltes Schubladendenken.
> der Deutsche aber erwartet oder missversteht,
Ich versuche gerade nachzuvollziehen,wovon du eigentlich redest. Ich gehe also in mich – als Deutscher, der ich bin, und der genauso ist wie ca. 80 Millionen Deutsche (inklusive derer mit Migrationshintergrund) – überprüfe meine Erwartungen und meinen Verständnishorizont und komme zu folgendem Schluss: Du schreibst wirres Zeug und bist in einem seltsamen Schubladendenken gefangen.
Um deine Thesen mal zusammenfassen:
Die Deutschen sind alle Diebe, weil Ihre Regierung Daten von ankauft die sie möglicherweise auf die Spur von Steuerhinterziehern bringt, die wiederum von den Datenverwaltern (Hier: Banken) gedeckt werden. Außerdem sind “wir” natürlich automatisch Diebe, weil einzelne mediokre Jungschreiberinnen fremde Texte kopieren und ihren Namen darunterschreiben. Außerdem kommen “die Deutschen” nicht mit Pornosprache in Vulgärliteratur zurecht. Das sind sie nämlich im normalen Sprachgebrauch nicht gewohnt, offensichtlich weil sie im alltäglichen Umgang miteinander nicht ständig von Ficken, Pussies, Schwänzen, Geilheit etc.reden. In anderen Ländern, so also der Umkehrschluss, ist das so, deshalb haben die [beliebige Nationalitätsangehörige deiner Wahl einsetzen] kein Problem mit Pornosprache und können sie auch nicht missverstehen.
Du solltest mit nem Kasten Bier im Kopf keine Kommentare schreiben…
Stoppt die Hegemanns! Lasst sie damit nicht durchkommen! Es gibt eine Form von Dreistigkeit, die grenzt nicht nur das Unerträgliche, die überschreitet auch jegliches Maß an Toleranz.
[...] und Denker als überdrehten Christkindlmarkt der geldgetriebenen Hysterien zu entlarven. Blogger Deef Pirmasens schreibt zum Plagiatsfall: Es ist nicht Heleme Hegemanns alleinige Schuld, aber sie hat durch ihr [...]
[...] bisschen vorsichtig natürlich auch. Weil derselbe «Spiegel» ja auch schrieb, dass die von einem Blogger des Abschreibens überführte Helene Hegemann (also, bevor der Schwindel aufflog hat der «Spiegel» das geschrieben und die «FAZ» und die [...]
Jens Hensel Berlin, turbulenter Februar 2010
Herrn O. Zille Direx Leipziger Buchmesse
Sehr verehrter Herr Zille,
natürlich schwebt Ihre Jury für den Leipziger Buchpreis 2010 für Sie unerreichbar am Grund des Atlantiks. Nahe dem Marianengraben. Dort sahen sie ein Lebewesen. In ihrer Einsamkeit freuten sie sich über einen Axolotl. Klaro, war keiner. Sind endemisch, aber weder dort noch im Berghain anzutreffen, Quelle: wikipedia. Halluzinationen ohne Drogen – darüber würden wir gern mehr erfahren. Wenn beim Riquet die Elefanten verenden, zeige ich Sie wegen Tierquälerei an.
Mit den besten Wünschen für Ihre Microsoftunterstütztebasteldirwasmesse,
Jens Hensel
Mhmm…dieses sechsseitige Quellenverzeichnis scheint ja neben Airens Blog und Buch ja auch zwei Songtexte sowie andere Autorenstellen zu beinhalten (American Psycho?). Ullstein versucht ja das Ganze als postmodernes Experiment darzustellen, mit dem Hinweis auf “Intertextuelle Ästhetik”….auch dort werden die netten Etikettierungen der Postmoderne und des Poststrukturalismus’ hergenommen und als Argument für ein Plagiat verwendet…Es gibt keine “intertextuelle” Ästhetik, Intertextualität nach Julia Kristeva und Roland Barthes hat etwas mit einer hermeneutischen Interpretationsmethode und philosophischer Reflexion zu tun, aber nicht wirklich etwas mit dem kreativen Prozess, das könnte man “Collage” oder etwas veraltet “Kolportage” nennen… der Versuch, sich aus dieser peinlichen Situation zu ziehen, könnte vielleicht dennoch fehl schlagen…
[...] mittlerweile und die möchte ich natürlich auch nicht vorenthalten, ich zitiere hier nach gefuehlskonserve.de, nicht, dass der Anschein entsteht, sich irgendwo inspiriert zu [...]
Der Nachhall des Skandals: Axolotl Aftermath http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-aftermath-29042010.html