Apr
09
2011

Bi wie Bibi Blocksberg?

Bisexualitäts-Flagge - gemeinfrei via Wikipedia
Es gibt sogar eine Bisexualitätsflagge – Kochen jetzt auch noch die Bisexuellen ihr eigenes Minderheitensüppchen?

Gibt es sowas wie Bisexualität überhaupt? Oder ist sie nur die Ausrede von Menschen, die sich nicht festlegen wollen? Oder nur eine Heteromännerphantasie zu der Pornofilmer die Bilder liefern? Oder eine Sexualorientierung, die unbestreitbar existiert und dennoch von anderen allzu leichtfertig in Frage gestellt wird?

Woher weiß man überhaupt, das man bisexuell ist? Wie ist das, wenn man sich sowohl zu Männer als auch zu Frauen hingezogen fühlt? Was haben Bisexuelle mit Schwulen und Lesben gemein? Und mit Heterosexuellen? Wie gut gehen Bisexuelle in der LGBT (Lesbisch, Gay, Bisexuell, Transgender) Bewegung auf, mit welchen Vorurteilen aus der Gesellschaft bzw. von Schwulen und Lesben werden Bisexuelle konfrontiert?

Darüber unterhalten sich zwei Bisexuelle am Samstag, dem 16. April: die Berlinerin Paula (Blog, Twitter) und ich. Das Gespräch veröffentliche ich hinterher hier als Audiopodcast. Wie schon bei meinen Gesprächen mit Lantzschi und Roman Held (hoch21) könnt Ihr bestimmen, worüber wir sprechen sollen. Was wolltet Ihr schon immer über Bisexualität oder Paula und mich wissen?

Fragen könnt Ihr hier in den Kommentaren stellen oder per Mail an deef [at] gmx.de oder anonym über den Formspring-Account von Paula oder mir.

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Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , , |
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8 Kommentare

  • [...] freuen uns über Fragen jeglicher Art (an mich: in den Kommentaren oder bei Formspring / an Deef: in seinem Blog oder bei Formspring) und werden uns große Mühe geben, diese am kommenden Samstag zu beantworten. [...]

  • zizera sagt:

    Es gibt die “Theorie”, Bisexualität sei die natürliche Ausgangsform, die durch gesellschaftliche Gegebenheiten in die eine oder andere Richtung verformt würde. Und es gibt die (praktisch das selbe ohne Natürlichkeitsgedöns), dass Hetero- und Homosexualität gar nicht in ihrer reinen Form existierten, und Bisexualität die Erkenntnis und das Akzeptieren dieser Tatsache sei. Wie seht ihr das? Bisexualität als Zeichen der reiferen Persönlichkeit (/der “Rückkehr zur Unverfälschtheit”) oder eine Orientierung wie alle anderen?

  • Deef sagt:

    @Zizera: sehr gute Frage. Danke. :)

  • glamorama sagt:

    Vielleicht eine naive Frage, aber ich habe bisher keine befriedigende Antwort darauf gefunden:

    Von den vermutlich mehreren hundert Eigenschaften, deren jeweils einzigartige Kombination einen Menschen für einen anderen Menschen attraktiv macht, ist das biologische Geschlecht nur eine. Stimmt es, dass diese eine Eigenschaft für Bisexuelle gänzlich irrelevant ist? Und wenn ja: Warum wird dieser Eigenschaft vom Rest der Menschen eine so elementare Bedeutung beigemessen? (Ok, letzteres müsste man vielleicht die Hetero- und Homosexuellen fragen.)

    Schöne Grüße aus der Berghainstadt!
    Stefan

  • Tom sagt:

    @glamorama aka Stefan: Ich weiß nicht so recht ob die Frage bei einem Biologen nicht besser aufgehoben wäre.
    Das ist alles bei mir schon eine Weile her, aber hat die Antwort nicht vor allem etwas mit der Wahrnehmung von Pheromonen zu tun? Bei anderen Säugetieren funktioniert das wohl über das Jacobson-Organ. Beim Menschen nicht genauso, aber ähnlich.

    Eigentlich müsste deine Frage daher wohl lauten, gibt es einen Unterschied zwischen Rezeptoren für männliche und weibliche Pheromone und haben Männer und Frauen jeweils beide Typen? Falls ja, korreliert das Verhältnis der Anzahl dieser Rezeptoren mit der sexuellen Ausrichtung?

    Das ist die entscheidende Frage, oder? Lautet die Antwort auf die erste Frage “ja”, dann ist Bisexualität tatsächlich immer gegeben und eine sexuelle Ausrichtung ist nur eine Tendenz. Das beantwortet den ersten Teil deiner Frage. Es erklärt jedoch noch nicht, ob diese Tendenz angeboren oder erlernt ist.

    Lautet aber auch die Antwort auf die zweite Frage “ja” dann ist nachgewiesen, dass die sexuelle Ausrichtung genetisch bedingt ist und die Evangelikalen können einpacken.

    Deswegen würde ich auch viel lieber einen Biologen zu dieser Frage hören.

    Wäre das nicht mal ein verlockendes Forschungsthema?

    Scheitert wohl an ganz praktischen Überlegungen: wer mag schon gern für eine solche Studie unter dem Elektronenmikroskop Nasenschleimhäute sezieren? Wenigstens kann man im ersten Anlauf Schimpansennasen dafür verwenden. Die ticken ähnlich. Unschön ist es trotzdem. Wer bezahlt das schon?

    Lautet die Antwort auf eine der beiden Frage hingegen nein, dann muss die Unterscheidung wohl im Hirnstamm stattfinden. Das wollen wir mal nicht hoffen. Dann wird die Sache nämlich noch komplizierter. Sobald das Gehirn beteiligt ist wird es schwer zu entscheiden, ob es eine angeborene Struktur oder eine erworbene ist. Dazu müsste man die Struktur erst bei Erwachsenen identifizieren und dann bei Neugeborenen nachweisen (korrekt?). Und so sehr mir die Idee einer sezierten Nasenschleimhaut missfällt – in einer Vergleichsstudie die Stammhirne von Föten sezieren zu müssen stelle ich mir unangenehmer vor.

    Na, jedenfalls: ohne entsprechende Daten seitens der Biologen bleiben uns Laien doch zwangsweise nur Mutmaßung und Hörensagen. Private Meinungen sind schön – aber eben leider nicht allgemeingültig.

  • Luna sagt:

    Hm, ich hätt mal die Frage wie Bisexuelle denn die Hetero-bzw Homo”welt” so sehen; viele wollen ja nichts mit Bi’s zu tun haben (Also jedenfalls die lesbische Szene, soweit ich das erlebt habe)- ist es schwer für euch, euch zu behaupten?
    Und: hat euch jemand schon mal augenützt im Sinne von “Ich würd dich gern mal mit ner Frau/nem Mann sehen, weil mich das anmacht”?
    Grüße aus Österreich!

  • Deef sagt:

    @Tom: Du schreibst:

    Private Meinungen sind schön – aber eben leider nicht allgemeingültig.

    Wie kommst du denn auf die abwegige Idee, dass Paula und ich Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben? Das wollen und werden wir nicht.

    Zu deinem Biologie-Referat: Die Frage, ob alle Menschen biologisch die Voraussetzungen dafür mitbringen, um Bisexualität lustvoll auszuleben oder nicht, lenkt in die falsche Richtung (Biologismus, Determinismus, Behaviourismus) und führt zu nichts. Denn:
    Nehmen wir an, du bekommst den Beweis, dass Bisexualität angeboren ist. Und dann? Dennoch muss nicht jeder dieser Anlage nachkommen, so wie auch nicht jeder Fleisch essen muss, obwohl er/sie biologisch dazu sehr wohl in der Lage ist.
    Neben wir an, du bekommst den Beweis, dass Bisexualität nicht angeboren ist. Und dann? Dennoch dürfen Menschen bisexuell leben, so wie Menschen mit Hilfsmitteln auch Fliegen können, obwohl sie keine angeborenen Flügel haben.

    Menschen sind keine Säugetiere, sondern soziale, denkende, politische Lebewesen. Und das heißt für Bisexualität: Die, die sie ausleben möchten, tun das hoffentlich und die, die sie nicht ausleben möchten, lassen es einfach.

  • [...] ist ein Crosspost von meinem Blog.) Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit Gay, Podcast, Queerness verschlagwortet. [...]

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