Jan
27
2010

Borderlands – die verpasste Chance

Borderlands - Foto von Deef

Ein Rollenspiel mit Egoshooter-Steuerung auf einem Planeten mit Mad-Max-Landschaft, die in schöner Cell-Shading-Optik präsentiert wird. Dazu chilliger Gitarrensound und die Möglichkeit das Spiel per Splitscreen oder online im Koop-Modus zu spielen. Was kann da eigentlich schief gehen?

Mir wäre auf die Frage bis vor kurzem nicht viel eingefallen, aber Borderlands kriegt’s hin die guten Voraussetzungen nicht in einen Knüller, sondern in kalte Grütze zu verwandeln. Die Story kackt nach einem grandiosen Eröffnungsfilm in die Bedeutungslosigkeit ab. Landschaften und Gegner sind zwar abwechslungsreich und vielseitig, aber Handlung und Orte haben keinerlei Bezug dazu. Charaktere bleiben oberflächlich und sind austauschbar.

Man führt in ständiger Wiederholung die gleiche Prozedur durch: Mission annehmen, hinbegeben, alle Gegner platt machen, alles einsammeln, Missionsgegenstand sammeln/aktivieren, zurückkehren, abliefern und gesammeltes Zeug verkaufen. Der dünne, alles zusammenhaltende Handlungsfaden ist die Suche nach einer Kammer (“The Vault”), von der einem eine mysteriöse Unbekannte via HUD-Einblendungen erzählt. Warum man die Kammer suchen und betreten soll, bleibt bis zum Abspann fraglich.

Das Spiel macht den Eindruck, als hätten sich hunderte Entwickler um Maps und Grafiken gekümmert, aber nur einer um Handlung und Dialoge. So wurde aus Borderlands ein nur okayes Spiel, dem Seele und Wiederspielwert fehlen. Dennoch kann es Spaß machen: Wenn man es zu zweit (oder mehr) im Koop spielt und sich dabei unterhalt, wäre die Story ja ohnehin nebensächlich.

Update: im Koop-Modus hat das Spiel durchaus Suchtpotential. So sehr, dass Cousin Phil und nach dem Hauptspiel noch die Add-on-Episode “The Secret Armory Of General Knoxx” angefangen haben, die mit neuen Fahrzeugen, Gebieten und Gegnern überzeugt.

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Geschrieben von Deef in: Videogames | Tags: , , , , |
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3 Kommentare

  • ElClowno sagt:

    Sehr schade. Die ständige Abwesenheit von Borderlands in meiner Videothek und ein gutes First Look Video auf Youtube hatten mich schon auf “gutes Spiel” eingestellt. Ich werds dennoch antesten und dir dann entweder zustimmen oder … naja, is klar.

  • NachtPoet sagt:

    Borderlands ist nicht viel mehr und nicht weniger als eine Art 3D-Diablo-Clon. Rumlaufen, Gegner Metzeln, zufallsgenerierte Waffen einsammeln, geführt durch weitgehend belanglose und austauschbare Missionen. Technisch einwandfrei, optisch wirklich gelungen und von der Spielmechanik sehr gut umgesetzt. Story… bis auf eine Mission, in der man verstreute Tonbänder aufsammelt, die eine nette kleine Hintergrundgeschichte einer der NPCs erzählt, kaum existent und vollkommen belanglos.

    Wer Spaß an einem Shooter mit Rollenspiel-Elementen und Diablo-Sammelsucht hat, der wird mit Borderlands hervorragend bedient. Wer eine gelungene Endzeit-Story und -Athmosphäre sucht, ist z.B. mit Fallout 3 WEIT besser bedient.

  • DanielH sagt:

    Stimme Nachtpoet und Deef zu. Jegliche schönen Story-Elemente fehlen und das Ende ist einfach enttäuschend. Aber:
    Ich muss zugeben, ich hatte am Rest meinen Spaß. Es ist wohl einfach diese Diablo-Sammelsucht nach immer besseren Items. Ich denke allein hätte ich es nicht durchgespielt, aber zum Glück gibt es einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler – und die Möglichkeit zusammen zu spielen wertet bei mir so manches Spiel (vll nicht zu recht) auf.

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