Erinnert Ihr Euch noch an die Alkopops-Diskussion Anfang des Jahrzehnts? Die fertigen Mischungen aus süßer Limo mit Schnaps schmeckten nicht nur Erwachsenen, sondern auch Jugendlichen. Dabei hätte der Handel Alkopops gar nicht an Minderjährige verkaufen dürfen. Kevin und seine Schulfreunde legten munter Palette um Palette Bacardi Breezer aufs Band und die Fachkräfte an den Kassen zogen sie anstandslos über den Scanner. Kann man nix machen, aber was dran verdienen, dachte sich der Staat und erfand die Alkopopsteuer. Die verteuerte diese Mixgetränke ab 2004 und machte sie uninteressant für junge Käufer. Einige Hersteller nahmen ihre Alkopops sogar vom Markt (mehr hier). Die Welt war gerettet.
Eine ähnliche Debatte hat sich im Herbst 2008 in den USA enzündet: an (wie passend) “Sparks“, einer Art fertig gemixter Wodka-Red Bull-Drink in der Dose. Der Erfolg des Getränks gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist für die Brauerei Miller ein Fluch. In den USA ist es bekanntlich Unter-21-jährigen verboten Alkohol zu trinken und es ist vielerorts im öffentlichen Raum generell nicht erlaubt. Da die Sparks-Dosen, denen von Softdrinks ähneln, haben die Autoritäten z.B. an Unis Probleme das Alkoholverbot praktisch durchzusetzen.
Hinzukommt die Wirkung von Koffein und bis zu 7 Prozent Alkohol in Sparks. Gesundheitslobbyisten und die Verbraucherorganisation CSPI hatten die Brauerei verklagt, da sie in Sparks eine Ursache für Komasaufen, betrunkenes Fahren und sexuelle Übergriffe sehen. Oberstaatsanwälte von mehr als einem Dutzend Bundesstaaten übten Druck auf Miller aus und bewegten die Brauerei dazu Koffein, Taurin, Guarana und Ginseng aus der Rezeptur zu nehmen und in Zukunft keine alkoholischen Energy-Drinks mehr herzustellen. Außerdem zahlt Miller 550.000 Dollar für eine Untersuchung gegen das eigene Produkt, die die Staatsanwälte im Vorfeld hatten anfertigen lassen (mehr hier und hier).
Partyexpertin Katie von Sorry I missed your party meint dazu: “Personally, I never liked Sparks because of the terrible taste, but I’d don’t like the government telling me what I can and cannot drink to put myself into a daterapeable stupor. Keep your laws out of my liver, Uncle Sam!” Und die San-Francisco-Website Sfist bringt auf den Punkt, wie das Leben für Sparks-Fans weitergeht: “Looks like it’s back to Vodka Red Bulls, folks”.
