Sep
24
2012
-

Dieses Blog ist geschlossen

Leerer Pool eines verlassenen Hotels in der Nähe von Rethymnon auf Kreta - Foto von Deef

In den Jahren von 2005 bis heute war das Zentrum meiner Webaktivitäten dieses Blog. Der Titel “Die Gefühlskonserve” klingt mittlerweile selbst für mich komisch und unangenehm emo, aber 2005 fand ich ihn aussagekräftig und schön. Ich wollte mir – damals noch beim Bloganbieter twoday.net – Gedanken, Gefühle, Meinungen anonym von der Seele schreiben. Das ging eine Zeit lang gut.

Nach zwei Wochen sagte mir ein Freund auf den Kopf zu, dass dieses Blog mir gehöre. Kurz darauf begannen Kollegen mitzulesen. Ich hätte neu und ganz versteckt von vorne anfangen können, aber ich machte weiter. Ein Sammelsurium aus Filmreviews, protokollierten Träumen, Videospielbesprechungen und Kurzgeschichten entstand. Die meisten so – sagen wir mal – werkstattmäßig, dass ich sie verschämt wieder löschte.

Ich entdeckte das Podcasten, erzählte Erlebnisse, produzierte einige Hörbücher, hatte ein paar Tausend Hörer und verlor die Lust. Ich schrieb ein paar beachtete Blogartikel und sah die Leser kommen und gehen. Manche hinterließen Kommentare mit Dank oder mit Ablehnung – konstruktiv weitergebracht hat mich die Kommentarfunktion selten. Unabhängig davon lernte ich übers Bloggen und Podcasten einige spannende und kreative Menschen kennen und allein dafür hat sich das ganze schon gelohnt.

Doch ich habe mich verändert. Früher wollte ich viele meiner Meinungen öffentlich teilen und diskutieren. Heute frage ich mich, was mich Nichtblogger schon 2005 fragten: Wozu? Große Offenheit hat etwas Befreiendes, aber leider macht sich, wer sein Innerstes nach außen kehrt, angreif- und verletzbar. Die Gefühlskonserve war ein Ort des Ausprobierens. Das war sehr hilfreich, aber öffentliches Training bringt mich nicht mehr weiter.

Dazu kommt noch etwas anderes. Selbst ein Blog in dem nur noch Fotos von Friseursalons mit irrwitzigen Titeln veröffentlicht werden, will gepflegt sein. Früher war dieses Blog für mich da und motivierte mich dazu, kreativ zu sein. Heute ist es eine siechende Zeitvernichtungsmaschine. Zeit das Wasser aus dem Pool zu lassen. Das Hotel Gefühlskonserve wird geschlossen. Vielen Dank an alle Gäste. Es war ein kreativer Ort. Nichts war umsonst. Nichts wird verschwendet.

Wer an Lebenszeichen von mir interessiert ist, findet schriftliche bei Twitter und fotografische via Instagram.

 

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Apr
30
2012
-

re:publica 2012 – Das ist der Plan

Friedrichstadtpalast bei der Twitterlesung auf der re-publica 2011 - Foto von Deef

Wieder vorab jede Menge Vielversprechendes herausgesucht. Mal sehen, was tatsächlich geht. Zusammen mit Simone Stoffers von extra3 halte ich am Donnerstag, ab 17.30 den Vortrag: Rotfunk! Schwarzfunk! Böse Medien!

Mittwoch, 2.05.

10.00-11.00 Eröffnung, Stage 1
11.00-11.45 Why Freedom of thought requires Free Media, Stage 1
12.15-13.15 Der wandelnde Computer-User, Stage 3
oder “Ich glaube, wenn du den Kopf triffst, sind die meisten tot”, Stage 7
13.30-13.45 Kompetenz vor Quote, Stage 7
16.00-16.45 Anonymous!, Stage 2
19.45-20.30 Lobos Überraschungsvortrag, Stage 1
oder die ultimative Talkshow, Stage 2

Donnerstag, 3.05.

10.00-10.45 Der Digitale Dorfplatz, Stage 3
11.15-11.45 Arm aber gesünder, Stage 7
12.30-13.30 Social TV – Trends and Visions, Stage 4
15.00-16.00 ARD – und sie bewegt sich doch, Stage 4
16.15-17.15 Sag’s dem ZDF, Stage 4
17.30-18.15 Rotfunk! Schwarzfunk! Böse Medien! Stage 4
19.00-19.45 Webvideo FAIL-Award, Stage 1
oder Trollen oder getrollt werden, Stage 2
20.00-20.45 Royal Revue III, Stage 2
Danach: Wooga @re:publica Party

Freitag, 4.05.

11.15-12.15 Copyriots! Stage 2
12.30-13.15 Soylent Green, Stage 2
13.45-14.15 Twitter: joining the conversation, Stage 1
14.30-15.30 Interview mit @Regsprecher, Stage 1
oder 15.00-15.45 Mashup, Stage 5
16.15-17.00 Spielejournalismus, Stage 4
oder 17.00-17.30 Standardsituationen der Technologiebegeisterung, Stage 1
17.45-18.30 Verabschiedung, Stage 1
Danach: Abschlussparty mit #tassebier

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Jun
07
2011
3

Der Volkszähler war da

Der Volkszähler war bei mir - Foto von Deef

Letzte Woche hatte er mir einen Brief in den Kasten geworfen. Ich gehöre zu den 9,5% Befragten der Haushaltsstichprobe des Zensus 2011. Eine Telefonnummer hatte er mir dazugeschrieben für eine Terminabsprache. Kein Anschluss unter dieser Nummer. Eine Servicenummer vom Amt gab’s auch. Ständig besetzt. Aber wozu machte ich mir überhaupt die Mühe? Er musste ohnehin wiederkommen.

Und das war eben der Fall. Ich öffnete die Tür, er – schmächtig, Glatze, Mitte 50, in kurzen Hosen und mit Sportrucksack ausstaffiert – sagte mit Gerhard-Polt-Stimme: “Ich bin dein Volkszähler.” weiterlesen »

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Dez
22
2010
4

Jahresabschluss 2010

Weihnachten im kleinen Salon - Foto von Deef

2010 hielt einige Besonderheiten für mich bereit. Da waren der Hegemann-Airen-Skandal, meine Mandel-Op (vorher, nachher), die verunglückte Blogger-Nummer der Welt Kompakt (Ergebnis) und das Sprechen des STROBO-Hörbuchs (Hörproben).

Außerdem viele schöne Lesungen, Dialogfetzen, Videospiele, Friseursalonnamen aus der Hölle sowie das LOST-Finale, Street Art, einen ansprechenden Club-Relaunch, erster und letzer Besuch eines Speed Datings, die Münchner Zwischennutzung des Jahres und das Zusammentreffen mit Rainald Goetz und mit dem Captain Future-Komponisten Christian Bruhn. Darüber hinaus habe ich noch ein paar Dinge notiert,  mit denen ich mich in diesem Jahr beschäftig habe: weiterlesen »

Dez
01
2010
-

Meine kleine Playlist auf QUU.FM

Heute abend um 21 Uhr spielt der “Social Web Sender” QUU.FM eine Playlist von und ein Interview mit mir. Ausgewählt habe ich diese wilde Mischung:

Royksopp – The Girl and the Robot
Kele – Tenderoni
Simian Mobile Disco – Audacity of Huge
Ryan Paris – Dolce Vita (Original)
Madonna – Material Girl
Wir sind helden – Die Konkurrenz
Christian Bruhn – Feinde greifen an
(Interview mit dem Komponisten hier)
Digitalism – Zdarlight
Justice – DVNO
Deichkind – Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)
Megadeth – Addicted to Chaos
The Beatles – Norwegian Wood

Mehr da.

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Jul
31
2010
23

Speed Dating

Am Platz und wartend beim Speeddating - Foto von Deef

Speed Dating verspricht, dass man schnell potentielle Partner kennenlernt. Sieben Männer und sieben Frauen treffen sich, sprechen jeweils für sieben Minuten miteinander und wechseln dann den Platz. Am Ende kreuzt man auf einem Formular an, wen man wiedersehen möchte und wenn der Wunsch auf Gegenseitigkeit beruht, werden vom Veranstalter die Kontaktdaten ausgetauscht. Effizient, nicht wahr? weiterlesen »

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Jun
28
2010
36

Ist eine Mandel-Entfernung schlimm?

Gegen Schmerzen gibt es dankenswerter Weise Mittel - Foto von Deef
Gegen Schmerzen gibt es dankenswerter Weise Mittel – Foto von Deef

Meine regelmäßigen Halsschmerzen sollten ein Ende haben. Selbst wenn es nicht weh tat, waren gelbe Punkte auf den Mandeln zu sehen und Ihr wollt nicht wissen, was ich jeden Morgen hochwürgte. Die Brutstätte in meinem Rachen musste weg. Streptokokken sind nicht ungefährlich, können langfristig zu Rheuma und Herzleiden führen. Deshalb ging ich vor knapp zwei Monaten ins Krankenhaus, um mir endlich die Mandeln entfernen zu lassen. Freunde warnten mich: “Für Erwachsene ist es viel schlimmer, als für Kinder”, “Die Nachblutungen werden die Hölle sein!”, “Iß weder Obst noch Gemüse hinterher, Tomaten und Bananen brennen wie Feuer im Hals”, “Die ersten Tage hast du das Gefühl, du hättest Rasierklingen im Hals”. Ich ging trotzdem. weiterlesen »

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Mai
09
2010
14

Ich lasse mir zwei weiche Teile abschneiden

Tonsils = Mandeln - Foto gemeinfrei vom U.S. National Cancer InstituteIn den nächsten Tagen werde ich viel rumliegen und Eis essen. Denn nach langer Überlegung und vielen Jahren des Wartens – Jahren voll unzähliger Vereiterungen im Hals – habe ich mich entschlossen mir die Mandeln rausnehmen zu lassen. Wird alles halb so wild. Gegen die Schmerzen gibt es ja was und bei Nachblutungen kann man den Notarzt rufen.

Ich hab meine Tasche gepackt, darin Wäsche, Toilettenartikel und drei Staffeln Futurama auf DVD. Das dürfte für fünf Tage Krankenhaus reichen. Morgen früh geht’s los. Wünscht mir Glück.

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Apr
09
2010
2
Feb
16
2010
4

Charles Deefkowski

Henry Deefkowski - Foto © Erik Mosoni
Foto © Erik Mosoni

Ich muss wirklich zum Friseur. Und wo ist eigentlich mein Bartschneider?

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Jan
20
2010
2

Für Dosen-Vermisser

Nach Jahren der Gesichtslosigkeit habe ich nun bei Twitter und Facebook ein Foto von mir als Avatar hochgeladen. Ich weiß, ein herber Schlag für alle, die mein bisher dort verwendetes Dosenlogo (geschaffen von Jan Hähnel) lieben. Aber hier im Blog lebt es fort. Zum Anschauen, zum Ausdrucken, zum Epilepsie kriegen. Macht das Beste draus.

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Jan
05
2010
1

“Wie sieht ein perfekter Tag für dich aus?”

Ich stehe um 10 Uhr auf, ein Bote bringt ein Präsidenten-Frühstück aus dem Bayerischen Hof rüber. Ich nehme es zur neusten Folgen von Lost und Dexter. Beim Abspann ruft die Berliner Synchron Gesellschaft an und fragt, ob ich die neue deutsche Stimme von Matthew Fox oder Michael C. Hall werden möchte. Ich nehme beide. Nach einem halbstündigen Ausdauerlauf an der Isar dusche ich mit zwei asiatischen Badefrauen und lasse mich hinterher von einem Shiatsu-Experten mit süßem französischem Akzent durchkneten. weiterlesen »

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Dez
31
2009
9

Lieblingszeug 2009

Lieblingszeug 2009  - Foto von Deef

Hier sind 35 extrem rockende Spiele, Songs, Alben, Bücher, Filme, Serien und Animationsserien, die ich dieses Jahr genossen habe. weiterlesen »

Dez
31
2009
-

Mein Kind der Krise

Violette von Rosenweiß bei der Lesung am 16.07.2009 Foto © Judith Haeusler

Zwei Dinge kamen 2009 für mich zusammen. Erstens die Krise, die mir ungewünschte Freizeit bescherte und zweitens mein Wunsch nicht nur im stillen Kämmerlein Texte zu schreiben und zu lesen, sondern live vor Publikum. Herausgekommen sind die Multimedialen Lesungen von denen ich zusammen mit ein paar wunderbaren Mitstreitern dieses Jahr sieben veranstaltete.

Vor der ersten Lesung war ich nicht sicher, ob es jeweils eine zweite geben würde. Ich habe mich damals gefragt, ob überhaupt Publikum kommen würde, ob Geschichten, die mit Musik und Visuals bereichert werden, Leute begeistern würden. Und jetzt im Nachhinein bin ich glücklich und dankbar für den Erfolg, den wir hatten. Danke an VJ gently.radical für seine großartigen Visuals und die kreative Zusammenarbeit. Danke an Alex, den Wirt der NIEDERLASSUNG, der mit seiner Unterstützung die Lesungen erst möglich machte. Und natürlich danke an alle beteiligten Autoren für ihre Geschichten.

2010 sind bereits vier weitere Lesungen geplant und ich hoffe, das Publikum wird dabei genausoviel Freude haben wie bisher. Ich bin selbst gespannt und freu mich drauf, es auszuprobieren.

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Feb
08
2009
9

Music For Tipsy Girls

Music for typsy girls - Foto von Deef

Das DJ-Set mit “Stars on 45″-Instrumentals, Sugar-Hill-Gang-Remixen und einer Karaoke-Version von “Pump up the Jam” übertölpelt mich gehörig. Erst halte ich es für mutig und tanze artig, dann wird mir klar: die 70er ertrag ich nicht mehr und die 90er noch nicht wieder. Aber es ist laut Schriftzug überm Plattenaufleger auch kein Mix für mich, sondern “Music for tipsy girls”. Die anwesenden Damen geben sich redlich Mühe, dem gerecht zu werden. weiterlesen »

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