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Jun
28
2007

Dampfplaudern leichtgemacht

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“Die Wucht der Globalisierung hat zu einem wütenden Rückzug ins Nationale geführt.”

Alexander Hagelüken heute auf Seite 4 in der Süddeutschen Zeitung.

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Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , |
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6 Kommentare

  • nberlin sagt:

    Besuchen sie Europa solange es noch steht! So ähnlich muss das wohl gemeint sein, ich kann es gut verstehen schließlich verschwimmen und verschwinden die ganzen Nationalitäten und Traditionen durch die Globalisierung. Da bekommt das Wort Nationalismus plötzlich eine ganz neue Bedeutung.

  • Deef sagt:

    Der Satz ist aus dem Zusammenhang gerissen und so – wie ich finde – sehr dumm, weil er sehr komplexe Vorgänge aufs Äußerste verkürzt und pauschalisiert. Aber das liegt ja auch an mir, weil ich den Satz so “freigestellt” habe. In Gänze ist der Artikel von Herrn Hagelüken dagegen sehr ordentlich.

  • Ich denke der Satz ist vollkommen richtig. Die Leute kommen mit der Globalisierung nicht klar und klammern sich an das bekannte aber sinkende Schiff.

  • Deef sagt:

    Glaubst Du denn, “die Leute” haben eine klare Vorstellung, wie sich der Begriff Globalisierung definiert und welche verschiedenen Aspekte, Entwicklungen und Folgen dieses Schlagwort vereint? Das glaube ich nicht. Globalisierung ist ein modernes Schreckgespenst. Jeder kann seine persönlichen Ängste hineinprojizieren. Perfekt für Dampfplauderer, denn jeder gibt einem Recht, wenn man “der Globalisierung” die Schuld an irgendetwas gibt.

    Dabei wird geflissentlich übersehen, dass viele Menschen sich über den Dumpingpreis von Bohnenkaffee freuen, für kleines Geld in der Domrep Urlaub machen, gerne günstige Marken/Produktkopieren aus Fernost kaufen und das alles auch noch am liebsten günstig beim Discounter oder bequem im Internet. Damit kommen “die Leute” ausgezeichnet klar. Auch damit, dass die deutschen Exporte auf Rekordniveau sind. Ist nicht all das auch ein Aspekt der Globalisierung? Willkommen in der Welt der selektiven Wahrnehmung.

    Womit “die Leute” nicht klarkommen ist, dass sie auf einmal mehr arbeiten sollen für weniger Geld. Oder – falls sie am Fließband, im Reisebüro oder an der Supermarktkasse gearbeitet haben – dass sie gar nicht mehr gebraucht werden. Demnächst jedenfalls, wenn noch mehr im Internet gebucht wird, noch mehr Automatenkassen kommen. Alles normale Prozesse des Kapitalismus. Optimale Kapitalallokation. Wer würde da widersprechen? Außer wir geben der Sache einen diffusen Namen, der auf etwas Fremdes von außen verweist und der so zum kollektiv akzeptierten Sündenbock für alles werden kann. Globalisierung. Mit Wucht! :)

    Nachtrag: was ist eigentlich Globalisierung?

  • markus sagt:

    Ich frage mich, ob der “wütende” nicht eher ein “verängstigter” Rückzug ins Nationale ist. Denn ein globales jeder-mit-jedem-immer-und-überall hat auch seinen Preis: den Verlust des Eigentümlichen, des Gewachsenen, kurz: den Verlust von Identität.

    Ich sehe das Ziel des Rückzugs auch eher im Regionalen als im Nationalen (was ist schon eine “Nation”?).

    Grüße,
    markus

    (PS: Deine momentane Podcast-Frequenz ist echt schwer beeindruckend! Weiter so!)

  • Deef sagt:

    Da ist wohl was dran. Was ist schon die “Deutsche Nation”? Schwer zu sagen, was tatsächlich deutsch ist. Sogar die dämliche “Du bist Deutschland”-Kampagne hat schön die Finger davon gelassen und nichts definiert und keine Beispiele für “typisch Deutsch” geliefert.

    Aber jeder der lokal oder regional verhaftet ist, weiß, für was seine Region steht. Und ist irgendwie glücklich damit. Das Bekannte und Beliebte als Kontrast zum fremden, unbekannten Globalen.

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