Ein paar Worte zur Blogger/Internet/Digi-Lifestyle-Tagung Re-publica, derentwegen ich letzte Woche nach Berlin flog. Im Deutschland Radio Kultur hörte ich ein Interview, in dem sich der Moderator vor der Hörerschaft und dem interviewten Markus Beckedahl, einem der Re-publica-Organisatoren, lächerlich machte: “Ich hab ja gerade mal eben in Ihr Programm geschaut. Blogs contra echten Journalismus ist eines Ihrer Themen, wie ist denn da der Stand der Dinge?” Solange es solche Fragen gibt, ist es schon allein aus medienpädagogischen Aspekten sinnvoll, Re-publicas zu veranstalten. Mal abgesehen davon, dass es ein entspannter Szenetreff ist.
Nur schade, dass es pro Tag nur eine bis zwei sehenswerte Veranstaltung gab. Schuld daran waren zum einen fehlende Podiumsdiskussionsteilnehmer. Wenn man z.B. über Blogs vs. Journalismus diskutieren möchte, aber alle konservativen Printvertreter absagen, dann sollte man diese Podiumsdiskussion im Vorfeld mit anderem Thema und willigen Teilnehmern neu aufstellen, statt sie halbherzig durchzuziehen. Zum anderen gab es einige Referenten, die sich (so vermute ich) selbst bei den Organisatoren angeboten haben und deren Qualitäten unterirdisch waren. Sowas senkt den Schnitt und verschwendet Zeit. Besser wäre eine Re-publica mit nur einem statt drei Tagen, dafür aber durchgängig hochwertigem Programm.
Was ich nicht verstehe ist, warum Johnny Haeusler und Markus Beckedahl, denen man sehr dankbar sein darf fürs Aufstellen der ganzen Nummer, in der Eröffnungsveranstaltung größtmögliches Unterstatement betrieben haben. Kein programmatisches “letztes Jahr haben wir” und “dieses Jahr möchten wir”. Kein “die Veranstaltung steht unter dem Titel ‘die kritische Masse’, weil…”. Statt dessen Sätze wie “die SMS-Kommentar-Wand kennt Ihr ja vom letzten Jahr” und “die Toiletten sind schräg über den Hof”. Haut doch mal auf die Kacke, Jungs, wenigstens ein bisschen.
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Einige der Referenten haben sich tatsächlich selber angeboten. Da sind teilweise hochspannende Ergebnisse bei rumgekommen, teilweise mag das auch enttäuschend gewesen sein. Das Konzept finden wir aber trotzdem prima, dass ein Teil der Beiträge aus der Community kommt. Wir arbeiten aber noch an einer Evaluationsmöglichkeit, um beim nächsten Mal die Sachen auszusortieren, die in die Hose gingen.
Und das mit dem Understatement ist immer so eine Sache. Ich mags ja eher. Und wenn man dann “auf die Kacke haut”, gibts leider soviel Kommentare aud die man eingehen muss, dass es während einer Konferenz nur noch stressig ist. Aber wir beherzigen es und schauen beim nächsten Mal, ob wir nochmal genauer auf das Motto eingehen (Was wir mehrfach vorher im Blog schon beschrieben haben und daher eigentlich redundant fanden)
Ich freue mich über die schnelle Antwort, Markus und ziehe meinen Hut vor der von Euch geleisteten Arbeit.
Konstruktive Kritik: mehr Redundanz ist gut, denn sie erhöht die Verständlichkeit und weniger ist mehr, denn das erhöht die Qualität.
Na. wieder ausgeschlafen? Das vorige Posting klang ja doch ein wenig müde :-)
Zwölf Stunden Schlaf taten gut, ja.