Apr
07
2009

Der Tiefpunkt des Videospielebashings

Den Tiefpunkt des Videospielbashings hat vor einer Woche Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erzielt. Ich war auf der re:publica’09 in Berlin, reiche aber nun ein paar Worte dazu nach. Herrmann sprach auf der erstmaligen Verleihung des Deutschen Computerspielpreises und sagte über sogenannte “Killerspiele” diesen Satz: “In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.” (seine Pressemitteilung hier)

Das ist natürlich grober Unfug. Schwersten sexuellem Missbrauch von Kindern und Vergiftung durch illegale Drogen kann man nicht mit legalen Erwachsenen-Videospielen gleichsetzen. Wer es tut, macht sich lächerlich und das hat Joachim Herrmann getan. Besonders peinlich: Nicht mal unter seinen Ministerkollegen bekommt Herrmann Zustimmung. Martin Zeil, bayerischer Wirtschaftsminister von der FDP, distanzierte sich laut Gamesdienst mit den Worten: “Verbotsforderungen sind ein Zeichen von Hilflosigkeit”. Zeil blockiert gemäß der Meldung auch eine erneute Bundesratsinitiative der CSU für eine Verbot von Ego-Shootern.

Kritik hagelte es auch von der nordrhein-westfälischen CDU. Deren medienpolitischer Sprecher Thomas Jarzombek nannte Joachim Herrmanns Vergleich von Computerspielen und Kinderpornografie “vollkommen unangemessen”. Jarzombek zufolge zeugt Herrmanns Vergleich davon, “dass Medienkompetenzdefizite auch in Regierungen zu finden” seien. Wer solche Vergleiche ziehe, disqualifiziere sich für die weitere Diskussion über Jugendmedienschutz in Deutschland, schreibt Golem.

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Geschrieben von Deef in: Videogames | Tags: , , |
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3 Kommentare

  • Faustus sagt:

    Das ist alles so unfassbar. Man fühlt sich so hilflos. Es ist so sinnlos. So krass. Wo bleibt die Lobby? Wir brauchen endlich eine.

  • Stefan sagt:

    Hätte nicht gedacht, dass die Liberalen in Bayern tatsächlich was positives bewirken. Nach dem bitteren Fammilliendrama in Landshut heute wird die Diskussion wohl eh wieder in eine andere Richtung gehen, Stichwort “Waffengesetz” und Fähnchen-im-Wind-Prinzip.

  • Barbn sagt:

    ich habe die pressemeldung auch gelesen und wäre fast vom stuhl gekippt. es ist eine frechheit so einen vergleich in der öffentlichkeit über killerspiele zu ziehen. das stellt uns ego-shooter spieler doch an den pranger. die sollten wirklich mal woanders ansetzen! und zwar da, wo es auch nötig ist!

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