Wenn man mit ZDF-Kinderserien wie Anderland groß geworden ist, dann vermutete man es schon vor 25 Jahren: Beim ZDF wird nicht nur Mineralwasser getrunken. Die Bestätigung bekommt man, wenn man diese Meldung liest: Harald Schmidt wird morgen abend mit Claus Kleber das Heute Journal moderieren. Angeblich erhofft sich das ZDF so einen “netten Abend”.
So baut man Nachrichtenkompetenz also nach Mainzelmännchen-Art auf. Ganz anders die RTL-Propaganda. Die stellt uns den knuddelig dreinschauenden Klöppel Peter als Mister News vor, der “Nachrichten aus Leidenschaft” macht. Fast so wie REWE EDEKA (danke, Marc), die “lieben Lebensmittel”. Oder wie Bluna. Sind wir nicht alle ein bisschen…? Derweil macht das ZDF auf “entspannte” Redaktion und lässt Komiker als Gaststars antanzen. Glückwunsch, es hätte schlimmer kommen können (Rudi Car… ach nee, aber Thomas Gottschalk. Oder Mike Krüger).
Aber warum morgen? Das beste Datum für die Nummer wäre der Tag gewesen, an dem der 1. April auf Rosenmontag fällt. Helau nach Mainz!
Nachtrag nach gesehener Sendung:
Kleber, der zu Beginn der Heute Journals noch Wolfgang Schäuble ohne mit der Wimper zu zucken professionell in die Parade fuhr, fängt fast an zu stottern, als er Harald Schmidt anmoderiert. Dann präsentiert Schmidt mit abgehackter Spreche und wackelndem Kopf eine verquaste Anmoderation für eine Filmrezension. Hinterher darf er noch sagen, dass morgen wieder das altbekannte Team das Heute Journal moderiert und dann – puh jetzt ist die Lachnummer geschafft – kichern sich Kleber, Schmidt und Gause in den Abspann. Klasse ZDF. Und nächste Woche ladet Ihr bitte Bernd das Brot als Probemoderator ein. Inklusive Schaf und dem durchgeknallten Busch.
EDEKA “liebt Lebensmittel”. REWE fragt sich nur, ob die Eier in Nudeln auch mal Bio sein dürfen.
Auch das noch.
Eine treffliche Gelegenheit, mal wieder an “Wir amüsieren uns zu Tode” von Neil Postman zu erinnern, der ja ganz ausdrücklich nichts gegen Unterhaltung hat, der aber darauf aufmerksam macht, dass nun eben ALLES Unterhaltung wird. Und das Buch ist nicht neu, sondern immerhin von 1985!
“Mister News”. Soso …
Grüße,
markus
Stimmt. Mittlerweile würde ich eher sagen, wir werden zu Tode “emotioniert”. Entweder etwas wird als total lustig, super, kultig, sensationell gehypt. Oder aber als skandalös, schrecklich und unmöglich verdammt. Da wird sogar ein Foto von einer drittklassigen Lokalpolitikerin, die Handschuhe trägt, die jede Omi bei der Gartenarbeit benutzt, zum Tabubruch. Ist es wichtig? Nein. Kann man einen Aufreger draus machen? Sure, Mister Cane!
Ja, ja…. wie schon Peter Hahne sagte: “Schluss mit lustig” ….. ;-)
Quatsch. Der ist in meinen Augen auch nur ein biederer Wichtigtuer mit Betroffenheitsmine, der sich ein peinliches Etikett anklebt. “Tugend aus Leidenschaft”, könnte es für Hahne heißen.
Also wesentlich schlimmer fand ich den “Kommentar” der Kinderreporterin des KIKA (die mit 12 schon einen besseren Lebenslauf hat als ich) in den gestrigen Tagesthemen. Die redet schon so wie Münchener Schickeria “Stubenfliege-Puck-Brillen-Frauen” mit 30.
Aber so leicht kommst Du mir hier nicht davon… Peter Hahne und die seinen sehen das sicher genauso mit dem “heute journal”. :-)
Kann man den Kinder-Kommentar nochmal irgendwo sehen?
Vielleicht isst der Peter auch gerne einen Schweinsbraten und zwei kühle Helle dazu und vielleicht mache ich das auch gerne. Und nu? Das macht mich trotzdem nicht zum Mitlgiied der Bauspar- und Schrankwand-Fraktion.
Der Bausparfraktion vielleicht schon. Schrankwand kann im Falle des Gelsenkirchener Barock auch wieder cool sein. Es geht ja darum, dass dieser Mann ein Buch über genau dieses Thema schreibt. Von daher hinkt der Vergleich mit dem Schweinebraten ein wenig. Ich meine, Peter Hahne trinkt sicher auch Wasser. Von daher….
Ja, kann man unter http://www.tagesschau.de
:-)
Na siehst Du! Er trinkt Wasser. Und wir Helles.
Ich hab mir den Kommentar angesehen. Eins muss ich der ARD lassen. Sie haben PR-technisch dazugelernt. Die Meldung über den Kinderkommentar ging durch die Gazetten und bringt Gesprächswert für diese Themenwoche. Das klappt besser als beim letzten Themenwochenthema (Krebs). Der Kommentar und das Kind an sich sind… ach das ist den Verriss nicht wert.
Ich finde es ausgezeichnet, Kinder kommentieren zu lassen. Aber natürlich nur zu Themen, bei denen sie sich auskennen und nicht nachplappern, was die Heinis aus der Redaktion vorschwafeln. Interessant wäre zum Beispiel Carla Zellers Meinung zur neuen Fairytopia Barbie…
Stimme Dir absolut zu. Aber ich muss trotzdem was zu dieser Carla schreiben…. Das ist ein, wie auch Miss Golightly es ausdrückte: Un-Kind. Ein derartig künstliches und was weiß ich Auftreten. Aber Du hast schon recht. Besser als die Krebswoche ist es allemal. Aber was mich richtig genervt hat, war die Einblenung dieser Kinderwoche in dem Tatort am Sonntag. Schrecklich!
In der Kinderwoche gab es Kindermord im Tatort. Uff, uff! Aber stell dir mal vor, sie wären so übertrieben konsequent bei der Krebswoche gewesen: Der Kommissar sucht 90 Minuten vergeblich einen Mörder. Denn das Opfer starb am Lungen-Karzinom…