Die Idee Friseursalonnamen mit kruden Namen zu sammeln, ist nicht neu. Auch Fotos davon zu machen nicht. Als ich im Februar 2009 damit anfing, war ich sicher nicht der erste, der soetwas gemacht hat. Und auch nicht der letzte. Im Mai 2010 erhielt ich eine anonyme Mail eines Menschen, der mir viele Komplimente machte, sich verbal vor mir in den Staub schmiss und mich bat, meine Friseursalonfotos auch in seinem Blog zeigen zu dürfen. Ich hatte natürlich nichts dagegen, meine Fotos sind ohnehin creative commons lizensiert.
Einige Zeit später sah ich mir dieses “Barbierblog” (es startete offiziell erst am 25. Juni 2010, aber diverse Beiträge wurden zurückdatiert, teilweise bis 2008) an und stellte fest, dass der Macher nicht nur die von mir gemachten Fotos in sein Blog übernommen hatte, sondern auch die, die mir Dritte zur Veröffentlichung auf gefuehlskonserve.de überlassen hatten. Die hätten ihm die Erlaubnis auf Nachfrage vielleicht auch erteilt, aber so ungefragt geht das nicht. Ich bat ihn daraufhin alle Fotos, die er aus meinem Blog entnommen hatte, von seiner Seite zu nehmen. Das geschah auch, unter Rumgejammere, dass die Blogger ja so unlocker seien und er nun maßlos enttäuscht wäre.
Damit war die Geschichte eigentlich vorbei und es hätte keinen Grund gegeben, der Sache weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Nun haben sich aber Leute, die mir Friseursalonfotos zur Veröffentlichung überließen, bei mir gemeldet und mitgeteilt, dass der anonyme Barbierblogger sie angeschrieben habe, um auch ihre Fotos zu bekommen. Auch dass wäre kein Beinbruch, wenn es nicht wie Spam rüberkäme, wie hier moniert wird. Wenn allerdings in solchen Mails hintenrum gegen Blogger im Allgemeinen und mich im Besonderen Stimmung gemacht wird, dann wirft das kein allzu gutes Licht auf das Barbierblog. Aber urteilt selbst. Hier mal ein Ausschnitt aus so einer anonymen Mail, die mir Uli Eder zeigte:
Es geht allein um die Freude an diesem deutschen Phänomen. Und ja, die Idee ist uralt – aber bisher leider nur suboptimal umgesetzt. Ansonsten hätten wir – ca. 10 PapHAARrazzi aus ganz Deutschland – uns auch nicht die Arbeit mit dem Blog gemacht. Denn wir sind alles keine Blogger, sondern ehrlich arbeitende Menschen aus Journalismus, Werbung, Kunst, Literatur und Design. Der Blog ist nur ein Mittel zum Zweck. Anders als bei Deef soll darum auch die Selbstexposition nicht im Mittelpunkt stehen. Wir wollen nicht unsere Distinktion steigern, sondern unsere Sammelleidenschaft soll die Idee bestimmen und die Salons sollen das Wichtigste sein. Darum findest du auf unserer Seite auch keine Namen im Impressum. Das so viele Prominente die Idee gut finden, ehrt und freut uns.
Sehr interessant, was der Macher des Barbierblogs für ein Bild von Bloggern hat. Die arbeiten also nicht. Schon gar nicht ehrlich. Und dass bei mir hin und wieder Friseursalonnamenfotos veröffentlicht werden, ist also Selbstdarstellung. Und warum war im Barbierblog nochmal kein Name im Impressum? Achja, weil dann die Salons nicht mehr das Wichtigste wären. In Mails und im Blog wird aber mit Wiglaf Drose, Bastian Sick und Thomas Gsella, die das Projekt angeblich unterstützen, geworben. Impressum nein, Promis rein. Sich selbst drücken, aber mit fremden Federn schmücken.
So ein Verhalten kann man mit viel Wohlwollen als ungeschickt bezeichnen. Man könnte es aber auch feige und frech nennen, wenn aus der Anonymität heraus über andere Blogger hergezogen wird, von denen man aber gerne Bilder abgreifen möchte. Schade, denn das Barbierblog war grundsätzlich ein schönes Projekt, welches ich gerne unterstützt hätte, wenn der Betreiber seriös wäre.
Danke an Uli Eder für den Hinweis. Bei ihm gibt es noch etwas mehr zum Thema.

[...] ging es wohl genauso, denn er hat ebenfalls einen Beitrag dazu geschrieben. Den will ich nicht groß kommentieren, sondern nur den zugehörigen Briefwechsel [...]
Ach Gottchen. Haben sich die Möchtegern-Blogger also bei echten Bloggern bedient. Wurden auf das Urheberrecht bzw. überlassene Nutzungsrechte hingewiesen und sind jetzt beleidigt.
Und die, die vorher das Urheberrecht fröhlich ignorieren, behaupten dreist “… wir sind eben keine Blogger, sondern achten das Urheberrecht.”
http://www.dia-blog.de/2010/08/haarfresser/
- Machen ein Blog, wollen aber Blogger sein
- Behaupten das Urheberrecht zu achten (was sie wohl nachweislich erst auf Anforderung tun)
- und unterstellen Bloggern Urheberrechtsverletzer zu sein.
Da lachen ja die Hühner. Wat is dat denn für’ne Truppe?
Unionista
“Denn wir sind alles keine Blogger, sondern ehrlich arbeitende Menschen aus Journalismus, Werbung, Kunst, Literatur und Design. Der Blog ist nur ein Mittel zum Zweck.”
Was für eine Frechheit und welche Arroganz sich in der Aussage verbirgt. Werden die fürs Bilder klauen bezahlt oder was wollen sie mit dem “ehrlich arbeitend” sagen? Welchen Zweck verfolgen sie den genau, frage ich mich da? Sich dafür bezahlen zu lassen, anderer Leute Ideen und Werke wortlos zu klauen?
Hallo,
ich weiß nicht inwieweit in der Ricchtung schon Schritte unternommen wurden, aber wenn man den Leuten von diesem Blog wirklich eins auswischen will, kann man sie durchaus versuchen wg. ihrem unzureichendem Impressum rechtlich unter Druck setzen (also anzeigen).
Laut /www.e-recht24.de muss im Impressum “eine ladungsfähige Anschrift vorhanden sein”. Ich weiß nicht, inwieweit diese Definition auf ein Postfach zutrifft. Zweitens muss im Impressum klar erkenntlich ein Verantwortlicher genannt sein. reicht da der einfache Verweis auf ein “Bündnis Barbierblog”? Ist ein Bündnis überhaupt eine (juristische) Person? – Ich glaube nicht (laut wikipedia ist das nur ein zusammenschluss von juristischen und normalen Personen). Ergo gibt es ein Postfach, aber keinen genauen Ansprechpartner und der Impressumspflicht ist zumindest nicht vollständig Genüge getan.
Wenn ich in der Situation wäre, in der der Artikelschreiber oben ist, würde ich diese Möglichkeit zumindest einmal prüfen.
@jemand:
Genau. So kann man dann rausfinden, wer dahinter steckt.
Und dann alles weitere in nem drive-by-shooting klären;)
@Jemand: Du kennst das Sprichwort von den Kanonen und den Spatzen? :)
@Mannfred: Das Leben ist keine GTA4-Mission. Jedenfalls meins nicht.