Mrz
19
2008

Ein langweiliger Tag. Bis Gott anrief.

Hallo?
Deef, hier ist Gott.
Wer?
Du glaubst nicht an mich, ich weiß. Wie kann ich dir beweisen, dass ich es bin?
Ich hätte gerne drei Wünsche frei.
Wir sind nicht in einem Märchen.
Wenn Gott anruft, sind wir’s.
Ich will dich aber nicht mit Wünschen bestechen, sondern dir einen Beweis meiner Existenz liefern.
Wie wär’s mit Weltfrieden?
Ich hab die Menschen so gemacht, dass sie unabhängig und eigenständig handeln. Für den Weltfrieden müsste ich in das Verhalten von sehr vielen Menschen gleichzeitig eingreifen und das kann selbst ich nicht.
Sogar Gott rechtfertigt sich? Das ist ein harter Schlag.
Willst Du wissen, wann du stirbst? Ich kann es dir auf die Sekunde genau sagen.
Bloß nicht!
Dann glaub an mich, oder ich lasse auf jedem Bildschirm, jeder Wand, jedem Fußboden dein Todesdatum erscheinen.
Jetzt glaube ich an dich.
Na also, ich wußte doch, womit ich dich kriege.
Nein, aber die Vorstellung, dass auch Gott ein Arschloch ist, erklärt so einiges. Völkermord, Kriege und dass ich beim Tennisturnier verloren habe, obwohl ich im Gegensatz zu meinen Gegnern braver Messdiener war, konnte ich nie mit einem lieben Vater im Himmel unter einen Hut bringen.
Siehst du? Glauben erleuchtet.
Wieso rufst du eigentlich an? Um mir das zu sagen?
Nein, mir war gerade langweilig. Jetzt hab ich gleich Nachmittagskonferenz mit Gabys Garde und dann ist auch schon Feierabend.
Gaby?
Gabriel. Der mit den Flügeln.
Ahja. Na dann viel Spaß.
Danke, danke. War nett, Deef. Ach übrigens, iss übermorgen kein Fleisch.
Warum? Salmonellen? Gammelfleisch?
Nein, da ist Karfreitag. Es wird Fisch gegessen.

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Geschrieben von Deef in: Storys | Tags: , , |

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