Okt
28
2008

Far Cry 2: erste Eindrücke

Willkommen in der afrikanischen Savanne, willkommen im Krieg. In Far Cry 2 schlüpft man in den Khaki-Dress eines Söldners, der in einer offenen Welt voller Feinde versucht zu überleben – in dem er schießt, bevor die anderen dazu kommen. Ich habe etwa drei Stunden gespielt und die Statistik gibt an, dass ich damit 10 Prozent von Far Cry 2 absolviert habe. Zeit für eine erste Bilanz.

Die Optik und Szenerie ist beeindruckend. Nie wurde die Savanne in einem Spiel so  atmosphärisch und schön dargestellt. Die Details der Vegetation, die Wetter-, Tageszeit- und dadurch bedingten Licht- und Farbwechsel sind beeindruckend. Wenn man durch die Botanik läuft, teilt sich das Grün, einzelne Blätter biegen sich zur Seite. Werden Bäume oder Büsche beschossen, brechen sie und fallen um. Und wenn der Gras und Bäume brennen,  offenbart sich das grafische Highlight des Spiels. Die Darstellung der Flammen und der Feuerausbreitung sieht absolut realistisch aus. Auf der Playstation 3 zeigen sich ein paar grafische Macken (Tearing, Aliasing, späte Fade-ins und Pop-ups) aber insgesamt sieht Far Cry 2 sehr gut aus.

Blass dagegen Story und Figuren. Der Held und die helfenden Kameraden, die bislang im Spiel aufgetaucht sind, bleiben oberflächlich. Einen fortlaufender Handlungsstrang, der z.B. bei GTA4 motivierte immer weiter zu machen, auch wenn sich der Missionsaufbau wiederholte, konnte ich bei Far Cry 2 noch nicht erkennen.

Schade auch, dass die große, offene, schön anzusehende Welt bis auf ein paar Tiere nur von Söldnern bevölkert wird. Es gibt keine Zivilbevölkerung, was im Umkehrschluss heißt, jeder Mensch, den man zu sehen bekommt, ist ein Feind. Hat man einen Wachposten oder eine Siedlung von üblen Schergen befreit oder komplett in Schutt und Asche gelegt, so erlebt man ein Wunder im Stile von “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Kehrt man nämlich erneut an den Ort des Kampfes zurück, haben neue Feinde das Gelände besetzt als wäre nichts gewesen.

Fragwürdig ist der Umgang mit den ab und zu auftauchenden Kameraden. Sie retten einen im Kampf bevor man fällt. Wird er (oder sie) dabei verletzt, hat man nach dem Gefecht die Option, ihn zu verarzten, einfach zu verschwinden oder ihn mit der Waffe “zu erlösen”. Es ist nicht verwerflich, dass es grundsätzlich möglich ist, so zu handeln. Geschmacklos ist, dass es eine vom Spiel vorgesehene und erklärte Handlungsmöglichkeit darstellt. Ubisoft braucht dringend ein Ethikseminar.

Bislang motiviert mich Far Cry 2 immer nur für eine Stunde Spielzeit am Stück. Es wird sich zeigen, ob im weiteren Verlauf die Handlung packender und die Missionen abwechslungsreicher werden. Bislang sage ich, es ist ein gutes Spiel, aber kein Pflichtkauf.

Nachtrag: Die KI-Gegner zeigen nur wenige, immer gleiche Verhaltensweisen. Oft laufen sie sinnlos aus der Deckung direkt in meine Kugeln.

Nachtrag 2: Lautloses Anschleichen ist möglich, aber sobald bei einem Überfall ein Gegner stirbt – egal wie lautlos – ist der Rest seiner Gruppe alarmiert. Ein Action-, kein Strategieshooter.

Nachtrag 3: Schön, aber langweilig. Spiel verkauft.

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Geschrieben von Deef in: Videogames | Tags: , |
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3 Kommentare

  • tcr sagt:

    Farcry 2 hat dasselbe “Problem” wie Stalker etc. : Die Spielzeit wird künstlich durch die Wege gestreckt. Ich fahre ewig mit meinem Auto/Boot irgendwohin, baller meist weniger als 3 Minuten rum und fahre wieder ewig mit Auto/Boot zum Auftraggeber zurück. Da spiele ich lieber nen klassischen “Tunnel”-Shooter und ein gutes Rennspiel als das Spiel.

  • Deef sagt:

    Ich bin drauf und dran Dir zuzustimmen. Aber ich gebe Far Cry 2 noch ein paar Stunden Spielzeit, bis ich mir endgültig meine Meinung bilde.

  • tcr sagt:

    Um mal nicht nur zu meckern: Es sieht wirklich toll aus. Aber irgendwie fällt mir echt nicht mehr ein…

    Nach ein paar Stunden war ich wirklich extrem angeödet, der reine “Spiel”-Part nimmt wirklich 10-20% der Zeit in Anspruch, ich habe die Autos und Boote nach kurzer Zeit hassen gelernt. Und die Missionen sind sowieso immer am anderen Ende der Map.
    Was das Spiel von GTA oder auch Stalker (an dem ich wesentlich länger Spass hatte) unterscheidet: Es macht auch keinen Spass großartig die Gegend zu erkunden, bringt ja nix. Mir das auch alles zu beliebig, wie du schon geschrieben hast: Da räume ich an so nem Checkpoint auf, zehn Minuten später komme ich wieder vorbei, wieder irgendwelche Typen dort. Irgendwann rauscht man dann bei sowas immer einfach durch, bringt ja eh nix.
    Vielleicht macht irgend jemand anderes was schönes mit der Engine. Das wärs. :)

    Ich bin jedenfalls sehr froh das ich mir das für ein paar Kröten aus der Videothek um die Ecke leihen konnte und nicht kaufen musste. Mal sehen wann die Fallout 3 kriegen, ich hoffe das hält was es verspricht.

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