Neu in München: die Clubs Flashbox und Elli Disco sowie die Partyreihe So-not-Berlin. Nicht neu, aber immer wieder gut: der Club Erste Liga
Die Flashbox hat im Juni 2009 neben dem Kraftakt am Sendlinger Tor eröffnet. Ein netter, kleiner Club, der im Erdgeschoss eine Bar bietet und im Keller Tanzfläche und weitere Bar. An der Wand des Dancefloors blinkt eine bunte Lichtinstallation. Das Publikum war an dem Abend, an dem ich drin war, bedingt durch die Bergwerk-Party, schwul und cool. Aus der etwas zu hochtönenden Soundanlage kam eine hübsche House-Electro-Mischung. Mankos sind die stickige Luft und die falsche Preispolitik. 10 Euro Eintritt und 4 Euro für ein Bier treiben die Leute in die wenige Schritte entfernten Läden Erste Liga und Pimpernel.
Die ebenfalls recht neue Elli Disco befindet sich im Elisenhof beim Hauptbahnhof. Der Club hat einen eingezäunten Außenbereich, in dem man MIT seinem Getränk frische Luft schnappen kann. Innen ist es dank (fast zu starker) Klimaanlage kühler als draußen. Die Wände sind schwarz und teilweise mit Spiegeln versehen, was die Räume größer wirken lässt. Musik ist (natürlich) elektronisch, Mix sehr ordentlich, Sound gut. Auch hier gibt es Lichtinstallationen und zwar an Decke und Bar-Wand. Das Publikum ist Anfang bis Mitte 20 und angenehm. Eintritt 6 Euro, Bier 3 Euro. Guter Laden, um die Zeit nach dem Vorglühen im Café Kosmos und vor der Afterhour im Palais zu überbrücken.
So-not-Berlin:
“München hat weitaus mehr zu bieten als kleinbürgerliches Spießertum und Kommerzkacke. SO NOT BERLIN widmet sich in Zukunft den interessanten Seiten Münchens und rechtfertigt München gegenüber dem schier endlosen Hype um Berlin.”
Sympathisch. Die erste Party der Aktion fand am gestrigen Samstag im Zrwrk statt und wurde umfangreich mit Plakaten, Flyern und via Facebook beworben. Eintritt faire 5 und Bier 3 Euro. Die Hütte war voll und das Publikum freute sich über den mainstreamigen Electrodancepophousehiphopbeatmix und störte sich nicht an der berüchtigten Soundqualität im Zrwrk. Für diesen Erfolg Gratulation an die Macher.
Und dennoch ein Aber. Ist es nicht ein großes Versprechen, wenn man sich mit Berlin (und damit meint man ja nicht den Mist, den es dort wie überall gibt, sondern das innovative, internationale Berlin) vergleicht und der Hauptstadt etwas Interessantes entgegensetzen will? Wenn man es so versteht, dann könnte man gestern enttäuscht gewesen sein, weil die Party zwar gut abging, aber gewöhnlich und innovationslos daher kam. Ich bin gespannt, was So-not-Berlin bei zukünftigen Partys bietet.
Hoher Wow-Faktor im Sinne von “Schaut her, DAS ist das pralle München” dagegen gestern in der Ersten Liga. Black Gain vs. Weirdelic Soundsystem kombinierten eine starke Live-Gesang- und Gitarren-Performance mit wunderbar harten Electrobeats. Extrapunkte natürlich, weil die Liga der Laden mit der Mutter aller Lichtinstallationen ist. Eintritt 8 Euro, Bier 3,80. Nicht billig, aber das war es wert. Nice things cost money.



Woher kommt eigentlich diese, ausserhalb Berlins weitverbreitete Annahme, es würde viel Hype um Berlin geben?
Auch irgendwie komisch, sich über die partytschnische “Ablehnung” zu einer anderen Stadt zu definieren. Versteh ich nich.
Der Hype wird natürlich außerhalb von Berlin gemacht von Nicht-Berlinern, die in der Hauptstadt bei einer tollen Veranstaltung oder in einem tollen Club waren oder eine völlig abgeranzte Lokalität voll ungewöhnlicher Leute besuchten. Derartiges finden sie nicht in ihrer Heimat und dann sagen sie “Ach in Berlin…”.
Und wenn sie es doch in ihrer Heimat finden, heißt es “Oh, das ist ja voll Berlin hier”. Nachvollziehbar, aber zumindest was München angeht, ignorant. Ich bin bei meiner Ankunft an der Isar allerdings auch drauf reingefallen.
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nun…den hype um berlin verstehen berliner auch nicht so ganz.
und ich denke kaum, dass so not berlin sich in irgendeiner art und weise, bzw. münchen in irgendeiner art und wiese, mit berlin vergleichen möchte.
zumal diese zwei städte nichgt u vergleichen sind.
Gegen Vergleiche hab ich nichts einzuwenden. Aber es sollte nicht auf “X ist besser als Y” hinauslaufen, sondern auf “X ist anders als Y wegen Z”.