Wo ist die Frauenbewegung hin? Die Süddeutsche berichtet von Menschen und Mäusen.
- Mai
07
2008Frauen dürfen Autofahren
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“Wir sind gleichberechtigter, als uns lieb ist.” Wenn ich sowas schon lese, bekomme ich Pickel.
…der ewige Drang alles und jeden zu kategorisieren und zu erklären. “Frauen sind so, weil….” Männer sind so, weil….” Blogger sind so, weil….” “Mäuse sind so, weil….”. Warum nicht auch: “Afrikaner sind so, weil…”, “Türken sind so, weil…”, “Computerspieler sind so, weil….”, “Schwule sind so, weil…” Mal ist es die Biologie die für unseren Drang nach Ordnung und Rollenmuster herhalten muss, mal die Gesellschaft, mal der Staat und seine hohen Abgaben oder auch die nicht mehr vorhandenen Werte unserer Nation (welche seltsamerweise meist in den 50er Jahren ihren Ursprung haben, warum auch immer dieses Jahrzehnt wertetechnisch eine so große Anziehung hat)
Rollen sind unser Leben und bestimmen die Ordnung in der wir leben und uns zurechtfinden. Was wären wir und unser Denken bloß ohne diese Vereinfachung. Ändern sich Rollen ist meist auch gleich wieder eine biologische Erklärung parat. Wenn Frauen in den 50er Jahren nicht ohne die Erlaubnis des Mannes ein Konto eröffnen durften, so gabs dafür biologische Gründe. Manche Erklärungsmuster ändern sich eben nie.
Verzeihung, aber das musste einfach mal raus.
An Kategorisieren und Erklären ist nichts auszusetzen. An vorurteilsbehaftetem Pauschalisieren schon.
Der Artikel sagt keineswegs ALLE Frauen sind SO und SO (sehen wir mal vom ersten Satz ab, das ist journalistische Zuspitzung). Er beschreibt unterschiedliche Typen. Und das kann man auch für Männer, Christen, Heteros, Journalisten, Podcaster etc. machen, wenn man das möchte. Wenn man Markforschungs- oder sozialwissenschaftlicher Profi ist oder wie der Artikel einen zitiert, dann können sogar fundierte Ergebnisse bei rauskommen.
Nur leider entsteht aus der Kategorisierungswut vorurteilsbehaftetes Pauschalisieren. Dies sowohl im weniger gefährlichen Bereich (Frauen können nicht einparken) als auch im gefährlichen (Moslems sind per se gewaltbereiter).
…obwohl dem ja nicht so ist. Aber es wird so wahrgenommen und mit vermeintlich sozialwissenschaftlicher oder eben biologischer Erklärung zementiert.
Das ist kein Argument. Wissenschaftliche Kategorisierung macht Sinn und kann nichts dafür, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wird.
Kein Argument gegen die wissenschaftliche Kategorisierung. Aber eins gegen unsere Wunsch nach Kategorie und Ordnung.