
Danny Skinner hat einen aussichtsreichen Job als Restaurantinspekteur in Edinburgh, er kommt bei Frauen gut an, er genießt Alkohol und Drogen. Aber der Endzwanziger weiß nicht, wer sein Vater ist und das kann er nicht verwinden. Ein Koch, den seine Mutter bei einem Konzert von The Clash kennengelernt hatte, soll es sein. Mehr will ihm seine alte Dame nicht verraten. Außerdem nervt ihn sein schleimiger Kollege Brian Kibby, der ihm die Beförderung wegschnappen will. Aber Danny Skinner ist ein Kämpfer und er weiß, dass er etwas unternehmen muss.
In Irvine Welshs “Die Bettgeschichten der Meisterköche” (Reklamelink zu Amazon) geht es um verletzte Gefühle, Hass und Alkoholismus. Ort der Handlung – wie fast immer – das kalte, grauen Edinburgh. Welshs Stärke in früheren Romanen war, die Handlung voranzutreiben, in dem er abwechselnd aus den Egoperspektiven verschiedener Charaktere erzählte. Wahrnehmungen, Sichtweisen und Gefühle sehr unterschiedlicher männlicher und weiblicher Figuren schilderte er meisterlich. Im Vergleich dazu sind Danny Skinner und Brian Kibby nur blasse Kopien. Noch dazu gleitet die Handlung erstmalig bei Welsh ins Übernatürliche ab, was albern und uninspiriert wirkt. Prägende Stellen, wie etwa den “Sag ja zum Leben”-Monolog aus Trainspotting, sucht man vergebens.
“Die Bettgeschichten der Meisterköche” ist nur Fans zu empfehlen. Allen anderen lege ich diese lesenswerten Welsh-Romane ans Herz:
- Trainspotting: der Hit aus den 90ern rund um Drogen, Beziehungen, Drogen, Edinburgh, Drogen, Musik und Drogen.
- Drecksau: Mobbing in seiner krassesten Form, begangen von einem Polizisten, der an Bandwürmern leidet.
- Klebstoff: Vier Freunde und ihre Geschichten in drei verschiedenen Jahrzehnten ihres Lebens. Ein Edinburgh-Epos.
- Porno: Trainspotting zehn Jahre später. Es gilt alte Rechnungen zu begleichen. Und einen Wurstfilm zu drehen.
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Oh, ich freu mich.
Und eine klitztekleine Korrektur zum Thema Uebernatuerliches:
Ich habe das besprochene Buch ja noch nicht gelesen, aber “Uebernatuerliches” und Trips sind bei Mr. Welsh doch bisher gerne mal ineinander ueber gegangen, zB. ganz extrem in “Acidhouse”
Diesmal ist das Übernatürliche aber keine Folge von Drogen. Aber vielleicht gefällt es dir ja.