Apr
28
2005

Lieber Frankie

Zieh Dir die Handlung rein:
- 9-jähriger Sohn hat Vater noch nie gesehen
- Mutter erfindet Geschichte, dass Vater nicht weg ist, sondern auf Schiff arbeitet
- Sohn schickt Vater Briefe
- Antworten schreibt heimlich die Mutter
- Eines Tages kommt Schiff mit dem von Mutter erfundenen Namen an.
- Sohn will Vater zum ersten Mal sehen
- Mutter beauftragt Fremden, Vater zu spielen, um Illusion aufrecht zu erhalten.
- Fremder versteht sich blendend mit Sohn und verliebt sich in Mutter

Kitschroman? Nein, feiner Film.

Er versetzt Dich ins herbstliche Glasgow. Laubbraun, Rostrot, Staubgrau und das schmutzige Weiß auf den Wellen am schottischen Strand sind die beherrschenden Farben. „Lieber Frankie“ kommt mit wenigen Worten aus und verzichtet auf billige Klischees. Frankie ist taub, aber diese Behinderung wird nicht benutzt, um auf die Trändrüse zu drücken, sondern ist ein zu anfangs beiläufiges Detail, für das erst gegen Ende die Begründung geliefert wird. Ich habe selten einen Film gesehen, der einen so gefühlsduseligen Plot stimmungsvoll und angenehm (!) traurig erzählt. Guter Stoff für ein verregnetes Frühlingswochenende.

„Lieber Frankie“ läuft zur Zeit u.a. in Berlin, Hamburg, München, Augsburg, Stuttgart und Mannheim. In einigen Kinos wird er als Originalversion („Dear Frankie“) angeboten. Vorsicht! Das Schottisch ist harter Tobak. Ich habe die OmU-Version gesehen und war dankbar für die Untertitel.

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Geschrieben von Deef in: Filme und Serien | Tags: , , , |
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