
Das DJ-Set mit “Stars on 45″-Instrumentals, Sugar-Hill-Gang-Remixen und einer Karaoke-Version von “Pump up the Jam” übertölpelt mich gehörig. Erst halte ich es für mutig und tanze artig, dann wird mir klar: die 70er ertrag ich nicht mehr und die 90er noch nicht wieder. Aber es ist laut Schriftzug überm Plattenaufleger auch kein Mix für mich, sondern “Music for tipsy girls”. Die anwesenden Damen geben sich redlich Mühe, dem gerecht zu werden.
Ich suche die andere Tanzfläche ein Stockwerk höher auf. Dort passt keine Flasche Helles zwischen die Feiernden, so eng tanzen sie. Die Fenster sind beschlagen, Obazda und Brezn sind an der Bar ausverkauft, flüssige Nahrung ist aber großzügig bevorratet und fließt in Strömen. Der DJ hat den Blutdruck der Feiernden kontinuierlich mit Electro a la Digitalism erhöht und telekommandiert nun ihren Endorphinspiegel mit der Mediengruppe über die Grenze des Beherrschbaren. Man, ich, wir reißen die Arme in die Luft und zucken im Takt der 16tel-Noten, lächeln die Decke an und empfangen Blicke anderer: “Frag mich doch nach meiner Nummer” oder “Ist das noch Tanz oder schon Epilepsie?” sagen sie. Ich bekomme Hunger.

Das streetstylige, arty-farty Publikum lässt mich glauben, ich wäre auf einer Party in Mitte oder im Schanzenviertel. Aber das ist nicht Berlin, nicht Hamburg, sondern das Univiertel in München. Hier feiert die Akademie der Bildenden Künste. Ich verlasse den klassizistischen Prachtbau und laufe, mit Zwischenstopp bei einem Burger-Bräter, Richtung Glockenbach. Kopf frei kriegen und Sterne gucken nach gutem Abend. Eine halbe Stunde später schließe ich meine Wohnungstür auf.

Willkommen, bienvenue, welcome: Mit dem richtigen Conferencier erlebst Du eben Münchens verkannte Qualität
A-ller-dings. Wir sollten uns öfter zufällig treffen.
das wars in der tat.
parties, wie sie münchen selten sieht, aber wenn dann richtig gut eben
Es gab da durchaus Verbesserungspotential, vor allem technischer Art, aber man will ja nicht rummäkeln.
War übrigens schön dich zu treffen.
[...] Wochenende sitzt mir noch im Nacken und irgendwie wippen meine Füße noch den Samstagsbeat (Beatz) mit, der Freitagnacht seinen Anfang gefunden [...]
Eine Verkettung halb geplanter Zufälligkeiten, untermalt von teils sehr gutem und teils zum guten gezwungenen Rhythmus!
Inspirierendes Publikum und natürlich mit den richtigen Leuten am Start!
Gute Feier in diesen akademischen münchner Kunsthallen!
Seit Twitter, Skype & Co gibt es doch kaum mehr Zufälle, sondern eher direkt oder über Bande herbeigeführte Schicksale
oh gott ich kanns mir so vorstellen!
Wundert mich nicht, meine Güte, wenn Du einmal Amsterdam erlebt hast schockt Dich keine Stadt mehr.
Brauch auch nicht, Amsterdam ist smooth.