Im München der 90ern und frühen 2000ern hatte man erst das Flughafengelände in Riem, später verlassene Industrieareale, wie die Pfanni Knödelfabrik, für Partys und Clubs genutzt. Mittlerweile sind die Feierareale namens Kultfabrik und Optimolgelände heruntergekommen und nur noch bei Publikum beliebt, das Porno/Absturz/1-Europartys schätzt. Allein das wunderbare Harry Klein hält wie der letzte Kosmonaut auf der MIR die Stellung an der Friedensstraße beim Ostbahnhof. Wenn der Technoclub irgendwann in hoffentlich naher Zukunft (und nicht wie falsch bei Wikipedia steht “im November 2009″) in die Innenstadt ziehen wird, ist die Ära der dezentralen Satellitenclubs endgültig vorbei.
Schon viele Nachtschwärmer kreisen bereits jetzt um die Sonne bzw. die Sonnenstraße, denn im Bermudadreieck von Sendlinger Tor, Maximiliansplatz und Hauptbahnhof liegen z.B. Erste Liga, Pimpernel, 8 Seasons, Milchbar, Cord, 59:1, NY Club, Match, Chez Nous, 089 Bar, Baby, Pacha, Rote Sonne, Café Kosmos und Palais. Die Anziehungskraft dieses Partyplaneten ist so groß, dass diverse Neueröffnungen einen Stück vom Kuchen haben wollen. In den letzten Monate z.B. Elli Disko, Flashbox und das Chaca Chaca. Wie bei Klonen ähneln sich ihre Features: Housemusik, blinkende Lichtinstallationen und (mit Ausnahme der Elli) 10 Euro Eintritt auch wenn nur der unbekannte Resident auflegt. Das ist im Grunde auch nicht schlimm, denn Konkurrenz belebt das Geschäft, mehr Clubs bedeuten mehr Auswahl und bessere Verteilung des Publikums.
Nur Innovationen fehlen. Und da richten sich die Teleskope wieder aufs Harry Klein. Vollmundig haben die Betreiber der Süddeutschen erzählt, sie würden eine halbe Million Euro in den Umbau der neuen Location in der Sonnenstraße 8 investieren. Zitat: “Damit schaffen wir locker Platz fünf, wenn nicht Platz eins unter den besten Clubs der Welt”. Dass das stimmt ist dem Münchner Clubuniversum sehr zu wünschen. Doch wann finden Umzug und Neueröffnung endlich statt? Vom Harry Klein ist seit Monaten nichts zu hören als die Einladungen zu den Partys in den bisherigen Räumlichkeiten. Verglüht der Club am Rand der Partygalaxis oder wird er der hellste Stern der Münchner Innenstadt? 2010: Das Jahr in dem wir Antwort erhalten sollten.
Nachtrag: Peter Fleming vom Harry Klein erzählte mir, es habe Verzögerungen wegen eines Architekten-Wechsels gegeben. Der Umzug finde im April statt.


Hoffen wir das Warten bleibt nicht umsonst und der Publikumsmix den das Harry Klein heute ausmacht geht durch den Umzug nicht verloren.
Momentan funktioniert der weite Weg nämlich auch ein bisschen als Auslese- nur die die Musik und Atmo wirklich zu schätzen wissen packens auch wirklich bis zum Ostbahnhof.
Grade Rote Sonne und Baby sind für mich zB. durch das zunehmende Trend Publikum konstant schlechter geworden. Donnerstag Nacht bei Saukälte am Ostbahnhof mit Publikum von Trainigshose bis Burberry Schal sind für mich immer die besten Abende gewesen. Wir denken mal positiv…
Im Moment gibt es keinen Club mehr, der glänzt. Die Registratur ist dicht, der Kongress nur ein Lala-Ersatz. Alte Größen sind verkommen (Liga, Rote Sonne), andere immer nur Mist geblieben. (Milchbar, 8 seasons, 59:1).
Naja. Ich geh lieber ein Bier trinken, als weg.
Peter Fleming vom Harry Klein erzählte mir, es habe Verzögerungen wegen eines Architekten-Wechsels gegeben. Der Umzug finde im April statt.