Mrz
21
2009

Offener Brief an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte

offener Brief - Foto von Deef

In der “Killerspiel”-Debatte kommen die Fans von Videospielen kaum zu Wort. Um das zu ändern, schlage ich einen offenen Brief an Medien, Politik und Eltern vor. Ich lade jeden Videospielfan ein, den Text zu nehmen, wie gewünscht anzupassen und mit seinem Namen weiterzuverbreiten.

Vorschlag für einen offenen Brief von Videospielfans an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte

Den Fans von Videospielen geht es wie vielen anderen, die die Debatte, die in der Folge des Massenmords von Winnenden losgetreten wurde, verfolgen: sie sind fassungslos und verärgert. Fassungslos hinsichtlich des Leids, welches ein scheinbar ganz normaler Jugendlicher mit der Pistole seines Vaters angerichtet hat. Verärgert darüber, wie nun versucht wird, diese Wahnsinnstat unter anderem damit zu erklären, dass Videospiele Jugendliche zu Killern machten.

Neue Medien gelten als suspekt. Das ist nicht nur bei Videospielen oder dem Internet so, sondern galt früher auch fürs Fernsehen, Film, Micky-Maus-Hefte (die als Schmutz- und Schund verunglimpft wurden) und Büchern. Angeblich hat schon Goethes “Die Leiden des jungen Werther” reihenweise junge Männer in den Selbstmord getrieben.

Sind Menschen Pawlowsche Hunde?

Die Diskussion läuft dabei immer nach dem gleichen Muster ab: einem neuen Medium, das viele nur vom Hörensagen kennen, wird vorgeworfen, junge Menschen zu verblöden. Das Reiz-Reaktions-Muster welches dieser Argumentation zugrunde liegt, ist das von Pawlow. Sind Menschen wie Hunde, die auf ein Signal hin zu sabbern anfangen? Nein. Die psychologische Forschung hat die Annahme, menschliches Verhalten könne sich über plumpe Reiz-Reaktions-Schemata erklären lassen, schon vor Jahrzehnten widerlegt.

Wir Videospiel-Fans appellieren an Journalisten, sich mit Spielen und der Gesetzeslage, über die sie berichten, professionell auseinanderzusetzen. Kennen Sie den Unterschied zwischen ab 18 Jahren freigegebenen und indizierten Spielen? Wissen Sie ob World of Warcraft ein Egoshooter oder ein Online-Rollenspiel ist und ob Counterstrike nur Gewalt enthält oder Gewalt verherrlicht? In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass Journalisten all das nicht wussten und mittels ausgesuchter Experteninterviews ihre eigenen Vorurteile gegenüber Videospielen bestätigten.

Journalistische Sorgfaltspflicht

Bei genauem Hinsehen werden Sie, verehrte Journalisten, feststellen, dass es eine breite Palette an Psychologen, Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftlern gibt, die nicht durch die Talkshows tingelt, keine lauten Verbotsschreie von sich gibt, sondern zur Differenzierung auffordert. Die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet Ihnen ihre Recherche vorurteilsfrei und ergebnisoffen zu gestalten und in Konflikten beide Seiten darzustellen. Berichten Sie über die Erkenntnisse der Medienforschung, statt pauschal vorzuverurteilen. Warum erwähnen Sie überhaupt , dass der Massenmörder von Winnenden auch Computerspiele auf seinem Rechner hatte, wenn nicht bewiesen wurde, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Medieninhalten und Gewalttaten besteht?

Möglicherweise haben Sie das Gefühl, die negative Wirkung von Videospielen liege auf der Hand, weil viele jugendliche Attentäter gewalthaltige Games besaßen. Wenn sie annehmen, hier bestünde ein einwandfreier Kausalzusammenhang, dann ignorieren Sie, dass Millionen Menschen sich mit derartigen Medien beschäftigen und ein friedliches Leben führen. Die Schlussfolgerung, die Sie mit einem Satz wie “alle Attentäter beschäftigten sich mit Gewaltspielen” ihren Lesern/Hörern/Zuschauern aufnötigen, folgt der gleichen Pseudo-Kausalität, wie die Aussage “Alle Attentäter sahen gerne fern” oder “Alle Attentäter aßen gerne Kartoffeln”. Macht das Sinn, verehrte Journalisten?

Politikverdrossenheit durch Ignoranz und Populismus

Wir Videospiel-Fans appellieren an Politiker, reflexhafte Verbotsschreie nach Attentaten einzustellen. In Bierzelten mag das Applaus bringen, aber Sie machen sich bei den Millionen von wahlberechtigten Menschen, die sich besser mit Spielen auskennen als Sie, lächerlich.  Ihre Erklärungsversuche und Schuldzuweisungen strotzen vor Ignoranz und Populismus. Sie schüren so – gerade bei jungen Leuten – die Politikverdrossenheit und Sie treiben Menschen, die noch wählen gehen, zu anderen Parteien.

Aus unserem Leben sind Medien nicht mehr wegzudenken. Warum haben wir immer noch keine regelmäßige Medienerziehung in den Schulen? Warum wird so wenig für die Aufklärung von Eltern bezüglich Medienwirkungsweisen und Medieninhalten getan? Warum wird zugelassen, dass unser Schulsystem aussortiert und frustriert und so eine hohe Zahl von Schulversagern produziert? Wie kann es sein, dass die einzige Anerkennung, die einzigen Erfolgserlebnisse, die manche Jungs erfahren aus Videospielen kommt? Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und der Anerkennung in den Schulen und wir müssen uns bewusst werden, welche Verantwortung Eltern hinsichtlich des Medienkonsums ihrer Kinder haben. Hier sind Sie gefragt, verehrte Politiker.

Nachhaltige Politik nimmt die Eltern in die Pflicht

Wir haben eines der restriktivsten Jugendschutzgesetze der Welt in Deutschland und das ist auch gut so. Wenn dennoch Spiele, die nicht für Kinder bestimmt sind, von Kindern gespielt werden, woran liegt das dann? Eltern sind verantwortlich dafür, dass ihre Kinder gut ernährt, gekleidet, erzogen werden. Wenn sie ihre Kinder verwahrlosen lassen, ist das ein Fall fürs Jugendamt. Wenn aber Kinder stundenlang vorm Fernseher oder dem Computer sich mit Inhalten beschäftigen, die nicht für sie gemacht sind, wenn diese Kinder also medial verwahrlosen, wieso ignoriert man dann die Verantwortung der Eltern und ruft nach Verboten für Videospielen? Nachhaltige Politik, die nicht nur auf schnelle Aufmerksamkeit abzielt, schaut auf die Ursachen, nicht auf die Symptome und nimmt die Eltern in die Pflicht.

Wir Videospiel-Fans appellieren an Eltern sich mit ihren Kindern und den Medien, die sie begeistern, auseinander zusetzen. Wenn Sie ihren Kindern schon Fernseher, Spielkonsolen oder Computer ins Zimmer stellen, sollten sie auch wissen, was damit gemacht wird. Sie werden feststellen, dass viele Spiele wunderbare Geschichten erzählen, die begeistern und berühren. Sie werden feststellen, dass viele Spiele völlig friedlich sind. Sie werden feststellen, dass Spiele, in denen Gewalt vorkommt, Brutalität nicht um der Gewalt willen einsetzen, sondern als Handlungsaspekt einer Geschichte oder im Rahmen eines sportlichen Wettkampfs mit Teamcharakter.

Wenn ihr Kind aber auch Spiele besitzt, die erst ab 18 freigegeben oder gar indiziert wurden, so passiert das maßgeblich deshalb, weil Sie als Vater oder Mutter keinen oder zu wenig Überblick haben, was Ihr Kind eigentlich macht. Schauen Sie hin, haben sie Interesse und haben Sie den Mut Ihren Kindern Spiele, die nicht für Kinder gemacht wurden, wegzunehmen und zu verbieten. Die Verantwortung für ihre Kinder kann ihnen niemand abnehmen, nicht der Gesetzgeber und kein Zensor.

Gewaltverherrlichende Spiele sind bereits verboten in Deutschland

Es gibt in Deutschland komplexe, mehrstufige Restriktionen für Gewaltinhalte. Komplett verboten ist schon lange die Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt (§ 131 StGb). Spiele oder andere Medien, auf die das nicht zutrifft, die aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden, werden von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien indiziert (§ 18 JuSchG) und dürfen nicht beworben oder offen verkauft werden. Spielezeitschriften dürfen nicht mal Rezensionen mit den Namen von indizierten Spielen drucken. Zu kaufen sind sie nur für Erwachsene, die im Laden gezielt danach fragen, weil indizierte Spiele nicht offen in Geschäften ausliegen dürfen.

Spiele oder andere Medien, die nicht kinder- oder jugendgefährdend aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden (§ 14 JuSchG). Sie werden je nach Inhalt von der USK, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, freigegeben ab 6, 12, 16 Jahren oder erhalten gar keine Jugendfreigabe (= Verkauf ab 18). Diese Spiele enthalten eine Kennzeichnung und dürfen normal beworben und in Geschäften präsentiert werden. Politiker, Journalisten oder andere, die fordern, gewaltverherrlichende Spiele müssten endlich verboten werden, verkennen, dass das schon der Fall ist (siehe oben).

Wir sind keine potentiellen Gewaltverbrecher oder Psychopathen

Bei einem Thema wie Jugendschutz und der Verhinderung von Gewalttaten ist es nicht nur wichtig, sondern absolut unerlässlich zu wissen, wovon man spricht. Da gibt es Leute, für die alleine schon der Verdacht, Videospiele könnten negative Einflüsse haben, genügt, um Verbote auszusprechen. Ob denen bewusst ist, dass sie damit die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Medienfreiheit mit Füßen treten, darf bezweifelt werden. Nur, was bringt es Spiele zu zensieren und zu verbieten, wenn der Nutzen dieser Restriktionen nicht erwiesen ist, sogar von den meisten Experten in Zweifel gezogen wird?

Wir Fans von Videospielen haben im Hinblick auf Games die Medienkompetenz, die vielen Journalisten, Politikern und leider auch Eltern abgeht. Viele von uns haben selbst Kinder, einige bloggen oder nutzen andere Web2.0-Techniken und nehmen so an der Debatte teil. Wir sind ganz normale Leute und wir sind viele. Wir wollen nicht mehr belogen und in die Nähe von Gewaltverbrechern und Psychopathen gerückt werden. Wir wünschen uns eine offene, auf Fakten basierende Diskussion. Hören Sie auf unsere Stimmen.

Anmerkung: In einer früheren Fassung des Textes war der Abschnitt über das Gewaltverherrlichungsverbot und die Indizierung von Spielen kürzer und nicht ganz korrekt. Danke für die Hinweise in den Kommentaren.

Nachtrag 1: “Derzeit ist es opportun, Computerspiele zu bashen” – jetzt.de hat mich interviewt. (23.03.09)
Nachtrag 2: “Offener Brief – Wir haben es satt” – Interview bei Südwild vom Bayerischen Fernsehen (24.03.09)
Nachtrag 3: Hinweis auf den offenen Brief und aktueller Stand der Debatte bei Bartl spielt, dem Game-Blog von kress.de. (19.04.09)

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Geschrieben von Deef in: Videogames | Tags: , , , |
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112 Kommentare

  • Deef sagt:

    @ Toni: Ich meinte, dass die Politikverdrossenheit bei jungen Leuten und verärgerten Videospielern wie uns steigen könnte.

    Dass sich mit populistischen Verbotsforderungen Stimmen von Leuten, die Videospiele nur aus den Medien kennen, fangen lassen, ist klar.

  • Deef sagt:

    Mehr Informationen zur Diskussion:

    Spieleverbände stellen sich gegen Verbotsforderungen
    http://arm.in/1vO

    Meinungsumfrage von Infratest Dimap:
    http://arm.in/1vP
    Für ein Verbot von “Killerspielen” sind demnach
    - 15% der 18-29jährigen
    - 31% der 30-44jährigen
    - 40% der 45-59jährigen
    - 64% der 60+jährigen

    Und nochmal der schon verlinkte Artikle der taz, der fragt, ob man nicht statt Computerspielen einfach populistische Studien verbieten könnte.
    http://arm.in/1oe

  • Daniel sagt:

    Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass in vielen anderen Ländern weniger restriktiv gegen Videospiele und Filme vorgegangen wird und es dort nicht mehr oder sogar weniger Amokläufe in solchen Maßstäben wie in Erfurt oder Winnenden gibt. Siehe: Altersfreigaben. Ich habe die Zahlen jetzt nicht recherchiert, aber die meisten Meldungen, zu Amokläufen in Schulen, habe ich bisher aus den USA und Deutschland gehört, während es in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Spanien oder der Schweiz eher ruhig ist. Sind dort die Waffengesetze härter? Wird innerhalb der Gesellschaft und den Familien anders mit dem Thema umgegangen? Vielleicht können wir uns dort noch etwas abschauen.

  • [...] Die Gefühlskonserve – Hörbücher, Storys und Spieltrieb [2] Podcast 168: Offener Brief an Medien, Politik und Eltern zur Killerspieldebatte | Die Gefühlsko… Hallo Besucher,wenn Dir unsere Artikel gefallen haben oder hilfreich waren, dann abonniere doch [...]

  • m.fehn sagt:

    Hm.

    Was ist mit »uns Videospielfans«, die auch in USK-freigegebenen Spielen durchaus gewaltverherrlichendes Material entdecken? Und die ebenso der Meinung sind, dass Gewalt und Brutalität sehr wohl und sehr häufig rein als Selbstzweck eingesetzt werden (und eben nicht bloß als Handlungsaspekt oder im Rahmen eines sportlichen Wettkampfes)?

    Für »uns« spricht dieser Brief nicht, obwohl er uns instrumentalisiert, solange wir uns nicht von ihm distanzieren oder gar gegen ihn wehren — was schwer fällt, weil wir letztlich natürlich die identischen Interessen haben.

    Anstatt die Gewalt in Spielen herunterzuspielen (sorry), könnte man zur Abwechslung auch mal zu den Inhalten stehen. Dann wird die Argumentation zwar schwieriger, dafür aber umso ehrlicher.

    Gleiches gilt für den Jugendschutz — wieso ist der »gut so«? HABEN wir etwa ein rein deutsches Problem mit gewalthaltigen Medien oder nicht? Falls ja, ist der gesamte Brief hinfällig, falls nein, sind unsere Jugendschtzgetze nicht »gut« sondern hilflos übertrieben und aktionistisch.

    Mal so als Einwurf…

    PS: Werther hat nicht nur angeblich etliche junge Leute in den Selbstmord getrieben, sondern tatsächlich und wahrhaftig. Schlechtes Beispiel also. ;)

  • Tom sagt:

    Sehr guter Text! Das unterstütze ich.

    Im Übrigen als Ergänzung zu dem Teil zum Thema Psychologie: ich weiß partout nicht, warum diese “Studien” von Journalisten überhaupt noch herangezogen werden.

    Eigentlich war ich der Meinung, dass die Medienpsychologie schon lange über diese Phase hinaus ist, seitdem wir andere Modelle haben, wie die Theorie der selektiven Medienwahl, welche sehr viel besser erklären warum gewalttätige Jugendliche gewalthaltige Medien konsumieren.

    Soweit ich weiß ist also die folgende Darstellung aus psychologischer Sicht momentan die Wahrscheinlichste: Nicht gewalthaltige Medien machen Jugendliche aggressiv, sondern die Tatsache dass sie aggressiv sind führt zu einem stärkeren Konsum gewalthaltiger Medien. Die Medien zu verbieten beseitigt nicht die Aggressivität.

    Demnach manifestiert sich eine vorhandene Neigung in entsprechendem Medienkonsum. Verbietet man diese Medien, manifestiert sich diese Neigung trotzdem – nur eben auf andere Weise. Zum Beispiel durch den Konsum aggressiver Musik oder Filme, oder gewalthaltiger Literatur.
    Unstrittig ist außerdem, dass der Konsum die Aggressivität, von Probanden die ohnehin aggressiv sind, zwar kurzfristig verstärkt, aber dieser Effekt ist vom Konsumenten ja auch beabsichtigt. Langfristige Auswirkungen sind dagegen soweit ich weiß nicht nachgewiesen.

    Ob der übermäßige Konsum gewalthaltiger Medien aggressiv macht ist eine absolute Scheindiskussion. Viel wahrscheinlicher ist: wenn sich eine Person beim Konsum eines Videospiels schlecht fühlt, dann wird sie aufhören das Spiel zu spielen und ein anderes Spiel wählen, welches ihrer Stimmung besser entspricht. Ohne gesellschaftlichen Druck kommt es also gar nicht erst zu einem übermäßigen Konsum.

    Nach meinen (bescheidenen) Kenntnisse ist also folgende Aussage korrekt: wenn ein latent aggressiver, frustrierter Jugendlicher ein Mittel sucht um seine Aggression zu verstärken, dann wählt er gezielt ein gewalthaltiges Medium und er wird es so konsumieren, dass er den gewünschten Effekt erreicht. Ist das eine Medium nicht verfügbar, wählt er eben ein anderes.

    Verbote bringen also gar nichts. Wir brauchen eine öffentliche Diskussion über gesellschaftliche Ausgrenzung und über den Preis, den wir für unsere Leistungsgesellschaft bereit sind zu zahlen. Denn dieser Druck lastet auf einem Kind deutlich schwerer als auf einem Erwachsenen.

  • Deef sagt:

    @ m.fehn: Siehe ganz oben. Dieser offene Brief ist ein Vorschlag. Jeder Videospielfan kann ihn nach seinen Wünschen anpassen und seinen Namen drunter setzen. Ich spreche nicht für dich, sondern nur für mich und jeden, der sich aus freien Stücken hinter mich stellt. Wenn du andere Aspekte beleuchten willst, nur zu. Ich freue mich, wenn so viele Videospieler wie möglich sich in der aktuellen Debatte zu Wort melden.

    Die Leiden des jungen Werther sind ein herrvoragendes Beispiel für eine verzerrte Sichtweise. Damals wurde das Buch als skandalöses, jugendverderbendes Machwerk gescholten, heute ist es Literatur und Goethes Name ziert die Institute, die die Deutsche Kultur in aller Welt vertreten und verbreiten.

    @ Tom, deinen letzten Absatz kann ich nur unterschreiben.

  • [...] Sinne passt Es auch zur Debatte um den Einfluss der Neuen Medien auf Jugendliche bzw. und Menschen. Hier kann man sich meinen Eintrag auch anhören. Dann muss man nicht [...]

  • m.fehn sagt:

    @Deef: OK, aber erklär mir doch wenigstens mal, wie Du auf die lustige Idee kommst, es gäbe keine gewaltverherrlichenden Spiele in Deutschland (steht ja so im jetzt.de-Interview) bzw. mit USK-Freigabe.

    Das ist ja so, als gäbe es keine Tempoüberschreitungen in Ortschaften, oder als würde niemand Steuern hinterziehen.

  • Gunnar sagt:

    Ich diesen Brief per Mail an meine örtliche Tageszeitung geschickt.

    Die Antwort lautet: “vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich mit Interesse gelesen habe. Sollten Sie darüber hinaus daran interessiert sein, dass Ihre Meinung zum Thema Games als Leserbrief veröffentlicht wird, wäre es allerdings erforderlich, dass Sie Ihren Text deutlich kürzen, nämlich auf höchstens(!) ein Drittel des bisherigen Umfanges. Darüber hinaus gehende Kürzungen müssen wir uns außerdem vorbehalten. Außerdem sind direkte Anreden, wie “Sie als Journalisten” oder “Sie als Politiker” in Leserbriefen, die wir veröffentlichen, eher unüblich.”

  • Deef sagt:

    @m.fehn: Welche in Deutschland im Handel befindlichen Spiele sind denn Deiner Meinung nach rechtswidrig gewaltverherrlichend?

    @Gunnar: Danke für dein Engagement und die Rückmeldung. Zugegeben, der Brief ist lang. Er ist aber auch nicht als Leserbrief gedacht, sondern als Statement über das man als Journalist berichten kann. Wenn man will. Er will ganz einfach nicht.

  • Tommi sagt:

    Man könnte auch sagen: Alle Gewalttäter hatten Kontakt zu Schusswaffen … ups! … Dann müsste man die ja jetzt verbieten. Ne, das geht nicht. Aus welchen Gründen auch immer ;)

  • m.fehn sagt:

    @Deef: Definiere doch mal »in Deutschland im Handel befindlich«.

  • Bekenntnis – diesmal mit vielen Worten…

    Beim Dirk habe ich eben einen Beitrag zur kritischen Diskussion über Killerspiele und deren vermeintliche Folgen gelesen. Der in Dirks Beitrag enthaltene offene Brief (von Deef Pirmasens erschienen in dessen Blog Gefühlskonserve.de) an Medien, Poli…

  • Deef sagt:

    Heute in der Süddeutschen Zeitung, München-Ausgabe, S.40: Abdruck von Auszügen aus dem offenen Brief und Link zum Interview bei jetzt.de

    @ m.fehn: Die komplette Frage ist konkret genug, um mich richtig zu verstehen, wenn man mich richtig verstehen möchte.

  • FireFlyer sagt:

    Wow toller Brief, ich hoffe er findet ein bisschen Aufmerksamkeit.

    Ich muss den meisten hier wohl nicht erzählen was gerade los ist. Für die die es nicht wissen.

    Stuttgart hat der ESL (Electronic Sports League) ihr IFNG (Intel Friday Night Game: Ein wöchentlich stattfindendes Spektakel in dem die Profi- Spieler und Teams ihre Matches öffentlich, also vor Zuschauern, austragen) abgesagt/verboten. Es wird offensichtlich nicht stattfinden, auch wenn die ESL noch kein Statement dazu abgegeben hat.

    Ich wollte dort hingehen und dieses erleben, ich war noch nie dort habe aber von Bildern und Berichten anderer Spieler / Besucher nur positives gehört. Ich hatte sogar noch 4 andere Leute (die sonst nix mit Computerspielen zu tun haben) überredet mit zu kommen. Sie waren einverstanden und hatten sich ebenfalls sehr darauf gefreut als ich ihnen auch ein paar Bilder und Videos zeigte.
    Gestern abend kommt nun mein Vater zu mir und meint: “Du wolltest doch auf dieses Event gehen, SWR3 hat gerade gemeldet das es abgesagt wurde”. Zuerst mal war ich sprachlos nachdem ich ein bisschen herumgesucht hatte fand ich einige Comments in denen das gleiche Behauptet wurde.
    Jetzt in der Mittagspause hatte ich wieder ein bisschen geschaut und siehe da, die Nachricht schien sich wie ein Lauffeuer verbreitet zu haben.
    Portale wie readmore.de, projektlan.de etc. haben diese Meldung in ihren News stehen. Egal wo man schaut es herrscht große Resonanz seitens der Community, auch einige Clanpages posten diese Meldung. Fast schon jede Minute finde ich einen neuen Blog in dem ein Spieler seine Meinung äussert. So fand ich auch deinen Brief und ich find ihn Klasse.
    Auch alte Diskussionen und Blogs werden wieder hervorgeholt, denn diese Diskussion ist ja nichts neues.
    Seiten wie:
    http://www.gamingisnotacrime.de/
    oder das bekannte Video von dImAMadi
    http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak
    werden wieder besucht und beachtet.

    Zu meiner Person:
    Ich bin 19 Jahre bin momentan Zivi und fange voraussichtlich noch dieses Jahr ein Studium in Richtung Informatik an.

    Wie gesagt ich hoffe dieser Brief findet ein wenig Gehör bei den Medien, denn er ist echt gut geschrieben!

    Best regards FireFlyer :)

  • [...] löblicher der Offene Brief an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte von gefuehlskonserve.de, der genau hier ansetzt: Das Wissen von [...]

  • tilotschek sagt:

    Wenn die Spiele die ein Kind spielt, egal ob Räuber und Gendarm oder Counterstrike, nicht der Grund seiner Entwicklung sind was dann? Etwa die Beispiele der Vorbilder (Eltern, Freunde, …), der bei ihnen erlernte Umgang mit Problemen. Das würde ja bedeuten, die Frage zu stellen: Was hat diesem Kind ein Vater beigebracht der Waffen gehortet hat. Was ist ausser Geld denn noch in seine Entwicklung investiert worden. Da würden plötzlich auch Fragen gestellt die auf die Verantwortung von Politik, Medien und dergleichen hinaus liefen. Darum ist es gar nicht nötig die Inkompetenz der Politik gegenüber den neuen Medien zu beleuchten und Journalisten ihre Blauäugigkeit vorzuhalten. Die Sündenbockrolle der Spiele ist ja ganz bewusst gewählt um Abzulenken von Fragen nach den eigentlichen Gründen solcher Taten.
    Also lasst uns die Autos verbieten und schluss ist mit den Geisterfahrern.

  • Michael sagt:

    @tilotschek
    Ein Kind lernt in dieser Phase Spielerisch kennen was OK ist und was nicht. Genau wie mit dem Fassen auf die Hertplatte oder dem hinfallem beim Laufen.

    Einem Kind zu unterstellen das es den Unterschied zwischen Tot Spielen und Töten nicht (bzw. die sehr frühe grenze dazwischen) mitbekommt ist absolut lächerlich. – Sicher kann man nun argumentieren das in einem Virtuelem Spiel die möglichkeit fehlt zu lernen das man im SPiel nur so tut als würde man jemanden Schlagen und es nicht wirklich tut…. aber genau dies ist einer der Gründe aus dem diese Spiele erst ab 16, 18 oder ohne Jugendfreigabe sind. – Obwohl ich selbst bei jüngeren der meinung bin das sie durch aus mit dem unterschied der Virtuelen und realen realität umgehen können.

    Alles weiter beim ted. talk zum thema spielen.

  • Deef sagt:

    Offener Brief – Wir haben es satt” – Interview bei Südwild vom Bayerischen Fernsehen

  • [...] gefühlskonserve.de bin ich über folgenden offenen Brief zur “Killerspiel”-Debatte gestolpert. Da dieser [...]

  • Killer Jack sagt:

    WTF diese kackboons eh ololol roflcopter … ja f*** deine ***** die sollen halt machen was die wollen ich krieg meine killer spiele so oder so her und wenn nich ich hab schon alle lohnenswerten. durch dan geh ich halt und such mir ne freundin….
    ps der einzige grund hart amok zu laufen währe dene ihre bitterlich thrashige berichterstattung… aber dann bei hart aber fair im studio alles kaputt schlagen und die uhrhässliche psychologin hart rannehmen dann freut die sich und kuckt nich mehr so griesgrämig drein… des mit dem brief is zwar ne gute idee aber de werden eh nur sagen : ja äh hier … massive kritik von killerspielern usw. Wenn nicht schreibt ihnen das hier:

    Jeder Journalist in der heutigen Zeit ist für mich ein unseriöses hinterlistiges idividum, eurer ehrloses und pietätloses verhalten, jede tatsache so zu verdrehen um daraus eine actiongeladene oder angsteinflösende storry für einschaltquoten zu schustern und euch in alles einzumischen was euch und die ausenwelt absolut nix
    angehuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu
    uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuhhhhhhhhhhhhhhhh
    hhhhhhreeeeeeeeeeeeeeeeeeeeennnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnns
    ssssssssssssssssssooooooooooooooooooohhhhhhhhhhhhhhhhh
    hhhhhhnnnnnnnnnnnnnnnn

  • [...] den derzeit wohl besten Artikel zu aktuellen Debatte rund um "Killerspiele" hinzuweisen. Deef von der Gef?hlskonserve schrieb einen offenen Brief an Medien, Politik und Eltern und ich kann nur dringendst empfehlen, diesen zu lesen. Mehr ist der uns?glichen Diskussion n?mlich [...]

  • Otti sagt:

    Tja, und bei all der guten Resonanz zeigt uns der mutig, anonyme und mit Legasthenie gesegnet ‘Killer Jack’, das manche Kinder scheinbar wirklich von Videospielen verblöden. Noch schlimmer als die schlechte Beleuchtung dieses Thema durch Journalist und selbsternannten Kennern, sind Kommentare von Spielern die wirklich zeigen wie blöd sie sind. Nur weiter so… wenn es solch dummes Volk gibt, wird auch niemand in einer höheren Position uns Spieler ernst nehmen.

  • [...] Gefuehlskonserve wurde nun ein “Offener Brief an Medien, Politik und Eltern zur [...]

  • Deef sagt:

    Antwort aus der SWR3-Redaktion, die mir erlaubt hat, diese Mail zu veröffentlichen:

    Hallo Herr Pirmasens,

    vielen Dank für die Mail und den Hinweis auf Ihren offenen Brief.

    Wir, bei SWR3, sind in der Berichterstattung zum Amoklauf in Winnenden eh immer in
    Ihrem Sinn mit dem Thema Videospiele umgegangen. Ich selbst habe in diversen
    Interviews mit Soziologen und Kriminalpsychologen darauf hingewiesen, dass viele Puzzleteile dazu gehören, bis ein junger Mann solch eine Tat verübt. Alle Experten haben in den Gesprächen “on air” dies bestätigt.

    Von daher sehe ich zur Zeit keine Notwendigkeit, das Thema durch einen offenen Brief noch einmal aufzugreifen. Ich werde aber Ihre Mail mit der Telefonnummer aufheben um bei Gelegenheit noch einmal darauf zurückzukommen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Norbert Diener, SWR3 Layout

  • smtprelay sagt:

    So aus dem Bauch raus: Die von SWR3 sind feige. Jetzt bringen Berichte keine Quote mehr, also lassen wir das auch.

    Just my 2 cents

  • [...] Link: Link zum Brief [...]

  • [...] Klick Besser haette ich es nicht ausdruecken koennen. [...]

  • [...] offenen Brief an Medien, Politik und Eltern zur Killerspieldebatte veröffentlicht und das sowohl schriftlich wie auch hörbar. Er befasst sich als Videospielfan mit den Einschätzungen, wie sie über die [...]

  • Prospero sagt:

    Ähm, Deef? Den sogenannten “Werther-Effekt” gabs tatsächlich – es haben sich wirklich zu Goethes Zeiten junge Leute wie Werther benommen. Allerdings sind das heute vermutlich auch genau diejenigen, die Amok laufen würden. Also nichts mit “vermeintlich” – den Werther-Effekt gibts in der Literaturforschung als Begriff durchaus.
    Ad Astra

  • Deef sagt:

    @ Prospero: Ich weiß, dass es den Begriff gibt. Es geht um etwas anderes. Die Leiden des jungen Werther sind ein herrvoragendes Beispiel für eine verzerrte Sichtweise. Damals wurde das Buch als skandalöses, jugendverderbendes Machwerk gescholten, heute ist es Literatur und Goethes Name ziert die Institute, die die Deutsche Kultur in aller Welt vertreten und verbreiten.

  • Juli sagt:

    Ist eigentlich irgendjemandem aufgefallen, dass der Typ fast nur Mädchen und Lehrerinnen abgeknallt hat ??? Das ist mir nach dem Artikel im Stern erst aufgefallen … der hatte keine Probleme mit oder durch Killerspiele – der hatte ein Problem mit dem weiblichen Geschlecht.

    Aber wir können den Täter durchleuchten wie wir wollen – wir werden nie dahinterkommen WAS wirklich der Auslöser war.

    By the way … ich bin allerdings auch der Meinung, dass in unser heutigen Medienwelt zu viel Gewalt präsent ist …… viel zu viel – und zu deutlich

  • Genau der Punkt wurde auch bei mir auf der Seite angesprochen. Ich denke, nicht nur die Spiele sollen dafür zur Rechenchaft gezogen werden.

  • Deef sagt:

    Im Moment geistert der sogenannte “Kölner Aufruf gegen Computergewalt” durch die Medien. Hier als pdf und dort in der Aachener Zeitung.

    Der “Kölner Aufruf” ist in aggressivem Ton verfasst und wirft seinen Kritikern pauschal Korruption vor.
    “Über 3500 empirische Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Mediengewalt und gesteigerter Aggressivität. Wissenschaftler, die dies leugnen, machen sich zu Komplizen und sind Profiteure des militärisch-industriell-medialen Komplexes, denn deren Institute erhalten umfangreiche finanzielle Unterstützung der Games-Industrie.”

    Prof. Dr. Norbert Neuß, der Vorsitzende der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, weißt die Vorwürfe zurück und kommentiert den “Kölner Aufruf”, siehe hier und dort.

  • [...] Brief zum Thema Killerspiele Kopierbefehl bestätigt und ausgeführt *salutiert zackig* Quelle: Gefühlskonserve.de (instant->lesbar-link) Vorschlag für einen offenen Brief von Videospielfans an Medien, Politik [...]

  • Hulud sagt:

    Zuerst einmal an Deef:

    Obwohl ich selbst nur für eine lurze Zeit “sogenannte Killerspiele” gespielt habe und mittlerweile einfach nichts mehr an ihnen finde, kann ich deinen Aussaegn & Darlugungen voll und ganz zustimmen!
    Auch wenn ich mich durch die aktuelle Debatte niemals persönlich angegriffen gefühlt habe, wollte icich trotzdem immer den differenzierenden Umgang mit dieser Thematik.
    Danke

    @ Freggle: Fehlende Medienkompetenz haben nicht nur die Jäger von der CDU/CSU (bin selbst in der JU). Das beweist der Fall um den Kinderporno-”Polizisten” und Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss (SPD).

    @ Juli: Die Sache mit den Mädchen war eine der ersten populistischen Schlagzeilen in der BILD vom Tag nach dem Amoklauf. “Populistisch” sage ich daher, weil keiner nachvollziehen kann, wie dieser Junge getickt hat. Eine theoretisch mögliche Erklärung wäre z.B. auch, dass in der ersten Reihe eben nur Mädchen gesessen haben und er auf dem Gang ‘zufällig’ die Referendarinnen traf. Klingt vielleicht extrem vereinfacht, aber wäre auch möglich.
    Es kann natürlich auch sein, dass er es voll bewusst und gezielt gemacht hat.
    Aber genau so wie wir beim Thema “Killerspiele und Amokläufer” differenzieren müssen, ist es auch hier vonnöten.

  • Gino sagt:

    Naja ein wenig werden sie in manchen Fällen schon dazu beigetragen haben. Aber ich glaub das selbe müsste für Filme, Musik, etc auch gelten.

  • Deef sagt:

    Tim Renner schreibt hier sehr lesenswert: “Online-Spiele sind die neue Rockmusik: Das ideale Feindbild konservativer Hinterbänkler”

    Auszug:
    Die Welt der Computerspiele ist vielen Erwachsenen jedoch fremd. Besonders die der Online-Games. Gerade das macht sie für Kids so attraktiv. Papi weiß aus eigener Erfahrung, wie er auf den musikalischen Antichristen reagieren muss, Counterstrike und Co. machen ihn jedoch komplett ratlos. Was man emotional nicht verstehen kann, bleibt fremd und bedrohlich. Toll für die Adoleszenten, die in der Abgrenzung zu ihren Eltern eine eigene Identität zu finden versuchen. Toll für Journalisten, die mit einfachen Modellen versuchen müssen das Unfassbare greifbar zu machen.

  • [...] jetzt die Computer. Computerspiele haben nämlich ganz ganz schlimme Folgen. Und wie hat Deef auf Gefuehlskonserve.de in seinem offenen Brief bereits festgestellt: „Gewaltverherrlichende Spiele sind bereits verboten [...]

  • Hannes sagt:

    Das muss eigentlich mal in die regionale Tagespresse.

  • Deef sagt:

    Auch lesenswert:

    “Gegen eine pauschale Verdammung gewalttätiger Video-Spiele hat sich der Zukunftsforscher Matthias Horx ausgesprochen. (…) Die Gesellschaft könne nicht immer nur vor neuen Medienformen warnen. ‘Im 19. Jahrhundert galt das Lesen von Romanen als größte Sucht und Schädlichkeit’, sagte Horx, der in Kelkheim ein Zukunftsinstitut leitet. Beim Aufkommen des Kinos sei vom ‘Ende des Wortes’ die Rede gewesen. Statt ‘Gespensterdebatten’ zu führen müsse massiv in Wissen und Kompetenz investiert werden. Schulen dürften ‘neue Technologien nicht immer nur als Feind’ betrachten.”

    Aus der Frankfurter Rundschau.

  • [...] bereits in einem durchaus medienwirksamen offenen Brief eine Entschuldigung von Herrmann gefordert wurde ist nun auch eine Petition hinzugekommen. Bereits [...]

  • Stefan sagt:

    Re: “Wir haben eines der restriktivsten Jugendschutzgesetze der Welt in Deutschland und das ist auch gut so. ”

    Nein, das ist nicht gut so! Indizierung und Beschlagnahmung sind weltweit einzigartige Instrumente, die vollkommen sinnlos sind und abgeschafft werden müssten. Der deutsche Jugendschutz ist mit den Idealen einer freiheitlichen Gesellschaft schon lange nicht mehr vereinbar. Tatsächlich geht es hier nur noch um die Bevormundung von Erwachsenen.

    Was wir bräuchten ist ein vernünftiger Jugendschutz wie es ihn auch in den meisten anderen westlichen Ländern gibt. Das heißt alles maximal ab 18 freigeben und dann die Einhaltung aber strikt kontrollieren. d.h. z.B. Testkäufer einsetzten und die Geschäfte bestrafen wenn sie sich nicht daran halten.

    Zum Vergleich: in den USA sind sämtliche Freigaben erstens völlig freiwillig und zweitens Empfehlungen. Und trotzdem gibt es dort Kontrollquoten zwischen 70 und 90% (d.h. die meisten Käufer werden aufgefordert ihr Altern nachzuweisen). In wäre erstaunt wenn man in Deutschland auf 10% käme.

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