
Ich habe die Laufschuhe schon an, als ich merke, dass es zu regnen beginnt. Kein leichtes Nieseln, sondern schwere Tropfen prasseln laut an meine Fenster. Ich ziehe die Schuhe wieder aus. Kann ich aus der Not eine Tugend machen? Mit Deiner Hilfe, ja. Ich habe vor ein paar Wochen das dreizeilige Fragment (s.u.) hingeschmiert. Es könnte die Basis einer vielversprechende Fortsetzungsstory werden. Schreib eine paar Zeilen ins Kommentarfeld und bestimme wie’s weitergeht. Bist Du bei diesem Regenexperiment dabei?
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“Wird es weh tun?” fragte ich verunsichert.
“Sie werden sich fühlen, wie nach einer durchzechten Nacht”, sagte Doktor Mahlzahn und lächelte mich an.
Fortsetzung in den Kommentaren

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Unsicher wanderten meine Augen zu seiner hübschen jungen Assistentin, die mich beruhigend ansah. “Wir machen das nicht zum ersten Mal”, versicherte sie mir mit einem Lächeln, das das des Doktors spielend übertraf. “Glauben Sie uns, wir haben schon recht viel Erfahrung in Fällen wie Ihrem.”
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Ich bemühte mich, ihr Lächeln zu erwidern, aber es gelang mir nur ein klägliches Verziehen der Mundwinkel. Mir war klar, dass man mich lediglich zu beruhigen versuchte, mir die Angst zu nehmen versuchte, aber weil mir nichts anderes übrig blieb, klammerte ich mich an das Lächeln und die Beschwichtigungen, lehnte mich zurück und nickte stumm. Die Assistentin rollte meinen Ärmel auf, während der Doktor hinter meinen Rücken verschwand und scheinbar eine Schublade öffnete.
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Was für ein Name, dachte ich, Doktor Mahlzahn. Wie der Drache in “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer”. Als ich ein Kind war, hatte mir meine Mutter oft aus dem Buch vorgelesen. Doch diese Zeit war lange vorbei. Es war so viel inzwischen passiert.
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Ein gellender Schmerzensschrei riss mich aus meinen Gedanken. Die weiß gekleidete Assistentin stand erstarrt mit einer Spritze in der Hand neben mir. Der hohe Schrei einer Frau war aus anderen Behandlungsraum irgendwo hinter mir gekommen. Ich fuhr herum. Mahlzahn stand vor einem Schrank und glotzte verdattert zur Tür. Aber bereits eine Sekunde später hatte er sich wieder gefangen, sah mich verbindlich an und sagte:
„Wie Sie vielleicht wissen, behandelt unser Institut auch Patienten aus psychiatrischen Einrichtungen.“ Er macht eine Pause und lächelte. „Aber Sie von Ihren Alpträume zu befreien, ist weitaus weniger aufwendig, als die Maßnahmen, die wir an pathologischen Gehirnen vornehmen müssen.“
„Und“, flötete die junge Frau mit der Spritze, „vor allen Dingen wird es viel angenehmer sein.“
„Genau! Schwester Martha gibt Ihnen nun ein leichtes Beruhigungsmittel. Wenn es wirkt, komme ich wieder und wir beginnen.“
Worauf hatte ich mich da eingelassen? Nach dem Beratungsgespräch und den Voruntersuchungen erschien die Behandlung als die perfekte Lösung. Ich hatte keinen Zweifel, dass der Doktor mich von meinen immer wiederkehrenden Alpträumen würde heilen können. Heute kamen mir Zweifel und mit jedem Augenblick wurde ich unruhiger. Ich konnte die Spritze gut gebrauchen, die mir die Schwester in wenigen Sekunden geben würde.
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Die Erde begann zu beben. Die Tauben, die bis eben noch auf dem Fenstersims saßen flogen aufgeschreckt in die Abendsonne. Die Gläser in der Zentrifuge klapperten und ein Skalpell klingelte auf den Boden. Staub säuselte von der Deck und mit einem Rums stand ein waschechter Panzer im Zimmer.
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“Sagen sie Herr Doktor, wann wird das Serum wirken?”
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“Herr Doktor? Herr Mahlzahn?” Nachdem ich keine Antwort erhielt drehte ich meinen Kopf ruckartig von einer Seite zur anderen. Im Behandlungszimmer war niemand mehr. Außer mir.
“Das gibts doch nicht. Spinn ich jetzt?” sagte ich mehr genervt als ängstlich vor mich hin.
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„Ja so würde ich das jetzt nicht direkt sagen,“ hörte ich eine Stimme unter mir sagen. Ehe ich herausfinden konnte, wem denn diese Stimme mit dem rostigen Timbre herkam, sprach sie weiter.
„Spinnen wir nicht alle ein bisschen? Und wer definiert überhaupt, ob jemand spinnt? Sind wir es selber oder ist es die Gesellschaft, die Medizin, Psychologie, Freud… was weiß ich. Sicher, sich hier Spritzen gegen Albträume verpassen zu lassen, das ist schon ein bisschen grenzwertig, aber wenns scheee macht.“ Die Stimme lachte laut und verschluckte sich dabei. Ich blickte unter den OP-Tisch und da sah ich, was sich da gerade mit mir unterhalten hatte.
Das Skalpell schrubbte auf dem Boden hin und her und wälzte sich in einem Erstickungsanfall von links nach rechts und wieder zurück. Gerne hätte ich mich gebückt und dem Skalpell auf den Rücken geschlagen… wenn ich nur gewusst hätte, wo sein Rücken war. Schließlich, das Röcheln des Skalpells war schon etwas leiser geworden, wagte ich, mich zu ihm herunterzubeugen, doch gerade in dem Moment, als ich es anfassen und hochheben wollte, wurde der Hustenanfall wieder schlimmer. Mit einer Bewegung hatte es mir den Mittelfinger meiner rechten Hand abgetrennt, Blut schoss aus der offenen Wunde und in Panik riß ich mein T-Shirt vom Leib und band mir den Arm ab.
„Verficktes Miststück“, rief ich, nahm den Panzer, der eben noch durch die Wand geschossen war und schlug mit links solange auf das Skalpell ein, bis es sich nicht mehr muckste. In meiner Wut hatte ich ganz vergessen, mich um meinen abgeschnittenen Mittelfinger zu kümmern und ihn irrtümlich genauso zu Brei geschlagen wie die ganze restliche Praxiseinrichtung.
„Ich muß hier raus! Wer weiß, zu welchen Schadensersatzforderungen ich deswegen noch verurteilt werde!“ Ich griff ein letztes Mal zum Gefechtsturm des Panzers und schlug ein Loch in den Boden. Was ich dann dort sah, das war allerdings selbst für meine Vorstellungskraft zu groß.
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Als ich wieder zu mir kam, lag ich mit ausgestreckten Armen auf einem großen weichen Bett. Von der Decke plätscherte Klaviermusik. Langsam öffnete ich die Augen. Der Raum war abgedunkelt, dunkelrötlich. Was war passiert? Ich erinnerte mich an die Ordination, den Kampf mit dem Skalpell, den Lärm … das Loch im Boden, durch das ich diese fremde, glühende Stadt sah.
Meine Hand! durchschoss es mich plötzlich. Sie war unversehrt. Da ging ein Kribbeln durch meinen Körper, ein Leuchten, und gleichzeitig sah ich, dass sich die gewaltigen Türflügel vor mir zu öffnen begannen.
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ich lebe, alles nur ein Alptraum? Noch von der Pianomusik gebadet, suche ich nach Blutflecken auf den Boden, bis ich weiße Arzthelferinen Schuhe auf den Boden auf mich zu kommen sehe. Schwester Martha stand im rötlichen Schein des Lichtes vor mir, ihre Silhouette war nur unscharf. Herr Schmidt uns ist da wohl ein Fehler unterlaufen….