Der Film endet ohne Bild. Die Leinwand bleibt schwarz, aber die Tonspur läuft weiter und dokumentiert nur mit Geräuschen die Hinrichtung von Sophie Scholl und ihren Mitstreitern. Das ist mit Abstand das Eindringlichste und Grauenvollste, was ich jemals im Kino nicht sah.
“Sophie Scholl – Die letzten Tage” stellt die Verhöre in den Mittelpunkt. Die Dialoge zwischen der Titelheldin und Kriminalobersekretär Robert Mohr (achtet auf den Satz, in dem er erläutert, wo er wäre, wenn die Nazis nicht die Macht ergriffen hätten) beruhen auf den Originalvernehmungsprotokollen der Gestapo. Der schnell aufgestiegene Beamte, der nicht urteilen, sondern nur “Recht” anwenden will, liefert sich Wortgefechte mit der Studentin, die hinterfragt, urteilt, anklagt bis zum Ende, obwohl schon ihre Festnahme ihr Todesurteil besiegelte.
“Sophie Scholl – Die letzten Tage” mit einer großartigen Julia Jentsch als Sophie, einem überzeugenden Alexander Held als Vernehmungsbeamten Mohr und einem gruseligen André Hennicke als Richter Freisler – heute, Mittwoch, 20.02.2008 um 20:15 im Ersten.
Wird auf jeden Fall angesehen!
Ob ich das überhaupt noch kann; Fernsehen schauen?
Das werden wir irgendwann mal den Kindern so erklären: Ist wie von der Festplatte oder Disk schauen, nur ohne Pause. Und teilweise mit Werbung.