Ich sitze im Auto. Es steht halb auf der Straße, halb auf dem Gehweg. Links von mir rumpelt eine Straßenbahn heran. Eine Autolänge vor der rollenden Bahn liegt etwas auf der Straße. Ich sehe genauer hin: es ist ein kleines Mädchen. In diesem Moment kommt es unter die Räder. Ich strampele mich aus dem Sicherheitsgurt, reiße die Autotür auf und stürze zu dem Kind. Es ist ganz ruhig und scheint unverletzt. Dann bemerke ich das Blut an der linken Hand des Mädchens. Vier Finger liegen auf der Straße. Ich nehme das Kind auf den Arm und hebe mit der freien Hand die Finger auf. Um mich herum ist keine Menschenseele. Am Straßenrand geht ein Fußweg ab, ein Schild mit der Aufschrift “Krankenhaus” weist in seine Richtung. Das ruhige Mädchen auf dem Arm, die Finger in der Hand renne ich den Weg entlang. Einen Kilometer entfernt taucht das Krankenhaus vor mir auf. Ich laufe, bis meine Lungen brennen und ich laut keuchend stehen bleibe. Rechts von mir entdeckte ich die Einfahrt einer Feuerwache. Durch die geöffneten Garagentore sehe ich Feuerwehrmänner, die einen großen, roten Löschzug polieren. Ich renne auf sie zu, das Kind noch immer auf dem Arm und bitte sie uns schnell zum Krankenhaus zu fahren.
“Kein Problem”, antworten sie, “machen wir”. Ich bin froh. Alles wird gut. Doch… nichts passiert. Als wäre nichts gewesen, polieren sie weiter den roten LKW. Ich blicke sie ungläubig an und bin sprachlos. Der Moment dauert endlos lange, bis ich schließlich verstört aufwache.
- Jun
15
2005Straßenbahn und Feuerwehr
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TITLE: Irgh.
Bin gerade froh, dass ich die Psychoanalyse für wirre Kokainhallus eines seltsamen Kauzes halte.
Heftig.