Dez
18
2008
4

Das Universum ist kompliziert

Der See ist schwarz wie Tusche und in ihm spiegelt sich der bewaldete Hügel dahinter. Mein Blick gleitet von der Wasserfläche auf das gegenüberliegende Ufer, den Wald und in den Nachmittagshimmel. Ein kleines Flugzeug nähert sich. Es fliegt S-Kurven auf seltsam unbeholfene, fast schon gefährlich anmutende Weise. Dann schwebt es dicht an den See heran und – ich muss zweimal hinsehen – wassert. Es sah zuvor gar nicht wie ein Wasserflugzeug aus, sondern wie eine lächerliche Miniaturversion einer Concorde. Eine Luke öffnet sich und aus dem Inneren winkt mein Cousin Phil.

Das Universum ist kompliziert und da gibt es Dinge, die man nicht für möglich hält. Sie passieren einfach und man freut sich, sofern man sie nicht durch zuviel Nachdenken ruiniert. Ich denke nicht nach und springe ins schwarze, bodenlose Wasser. Schnell bin ich rübergeschwommen, hab mich auf einen  Landeschwimmer der Machine gezogen und nehme im Cockpit Platz. Phil und ich umarmen uns. “Absolut schräge Steuerung”, meint er und überläßt mir den Start. weiterlesen »

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Mrz
23
2008
6

I’m dreaming of a white Easter

Weiße Ostern in Pirmasens - Foto von Deef
Ostern 2008 in Pirmasens – Foto von Deef

Ich träum auch eine Gülle, wenn die Nacht lang ist.
Ausgerechnet das wurde wahr.

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Dez
16
2007
10

Wer mich foltern möchte, hergehört

Foto von Deef

Eine bei mir sehr tiefsitzende, seit der Kindheit schwächer gewordene, aber immer noch spürbare Angst ist die, vor Dingern wie oben zu sehen. Das Foto jagt mir zwar keinen Schrecken ein, würde ich aber in ein Schwimmbecken springen, dessen Boden mit solchen Öffnungen versehen wäre, bräche ich in Panik aus. weiterlesen »

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Aug
10
2007
3

Dialogfetzen: Partyseelsorge

“Boah und dann hab ich die Pilze gefressen und hab versucht zu vergessen, dass ich meine Eltern beim Sex gehört habe.”
“Hat es geholfen?”
“Nein, ich hatte den Alptraum, ich würde mit im Bett liegen. GRAU-EN-HAFT!”
“Träume sind Wünsche.”
“ÜUAH! Im Ernst? Ich meine, Du hast doch Psychologie studiert. Sag mir, was Du davon hälst.”
“Nein. Nein, das wird Dir nicht gefallen.”
“Ich will es trotzdem wissen.”
“Meine Meinung?”
“Klar!”
“Na dann kurz und schmerzlos: Du bist im Arsch.”
“Verdammt… das hab ich in mir drin auch schon gefühlt…. Tom, was rätst Du mir?”
“Ich bin Frank. Tom ist da drüben und raucht.”
“Äh… ahja. Und wer von Euch ist nochmal der Psychologe?”
“Rate mal. Auch noch ein Bier?”

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Mai
10
2005
2

Viel schlimmer!

Ich laufe, nein ich renne. Um mich herum kalte Nacht. Hinter mir… ich weiß nicht, ich kann nicht stehen bleiben, kann mich nicht umdrehen. Aber aus den Augenwinkeln sehe ich die Verfolger. Es sind viele, mindestens ein halbes Dutzend, vielleicht mehr. Sie haben laute Hunde dabei, die meine Spur aufgenommen haben. Die kalte Luft brennt in meiner Lunge. Vor mir taucht aus dem dunklen Nebel ein schwarzer Umriss auf. Mein Auto. Es parkt am Straßenrand. Ich spurte noch schneller, so schnell es trotz Seitenstecken geht. Ich keuche und muss ausspucken. Fäden von Speichel ziehen sich aus meinem Mund in den Wind. Meine Häscher sind nur noch etwa fünfzig Meter hinter mir, rufen, schreien, die Hunde bellen laut. Noch bevor ich am Auto angekommen bin, zerre ich meinen Schlüsselbund aus der Hosentasche, nehme den Autoschlüssel zwischen die Finger. Endlich bin ich am Wagen, aber ich brauche zwei endlos lange Versuche, bis ich das schmale Ding im Schlitz des Schlosses habe. Einen Moment später sitze ich, knalle die Tür mit Schwung zu. Noch dreißig Meter sind sie von mir entfernt. Ich sehe jetzt, sie tragen Baseballschläger, schwingen sie hoch über ihren Köpfen. Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss, drehe ihn und… nichts. Noch 15 Meter. Ich drehe zurück, versuche noch einmal die Zündung… NICHTS. Ich blicke mich im Wagen um, suche ob da irgendein vergessener Schalter ist, ein Choke, den man ziehen kann, aber ich kann mich nicht erinnern, dass sowas nötig gewesen wäre. Mein Puls, der bereits bei 120 Schlägen pro Minute angekommen war, beschleunigt um weitere zehn als sie meinen Wagen erreichen und die Türen aufreißen. Ein Zucken fährt durch meine Glieder und ich sehe das fahle Morgenlicht durch die Fenster scheinen. Als ich mich aufsetze, dreht sie sich zu mir um.
„Was ist los, Süßer?“ Ich wische mir Sabber vom Kinn und blinzle die Decke an.
„Ich hab schlecht geträumt.“
„Und? Was ist passiert?“
„Mein Auto ist nicht angesprungen“. Sie streckt sich und gähnt.
„Oh Gott! Jungs-Alpträume…. ‚Hilfe, ich hab kein Tor geschossen’ und so.“

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