• Airens STROBO gelesen von Deef - alle Lesungstermine hier
Aug
24
2009
2

Büchertischbashing

Neue Rubrik: Büchertischbashing. Ihr kennt Tische, öffentliche Regale oder Kartons vor Haustüren, auf bzw. in denen “Bücher zu verschenken” liegen? Ich fotografiere die besten Angebote. Hier zum Beispiel eine Geschichte voller Widersprüche, erzählt von einem famosen Doppelpack:

Büchertischbashing - Foto von Deef

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Apr
30
2009
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Thomas Klupp: Paradiso

Thomas Klupp - Foto von Deef
Thomas Klupp bei einer Lesung in München – Foto von Deef

Paradiso, der Debütroman von Thomas Klupp, ist eine rasante Roadmovie-Geschichte, die den Filmhochschulstudenten Alex Böhm von Potsdam nach München führt. Sein Ziel ist es, sich mit seiner Freundin am Münchner Flughafen zu treffen und in Urlaub zu fliegen. weiterlesen »

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Apr
08
2009
2

Kari Hotakainen: Lieblingsszenen

Man stelle sich vor, Francis Ford Coppola hätte vor dem Drehbeginn von “Der Pate” (Reklamelink zu Amazon) Drohungen der Mafia erhalten. Was hätte er getan? Vielleicht außerhalb der USA gedreht? Unwahrscheinlich, aber möglich. Könnte der Ausweichdrehort möglicherweise in Finnland liegen? Absolut unglaubwürdig. Dennoch ist genau das der Rahmen der Handlung, die Kari Hotakainen in “Lieblingsszenen” (Reklamelink zu Amazon) erzählt. Und überraschender Weise wirkt der Roman abgesehen von der abstrusen Prämisse absolut realistisch. weiterlesen »

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Feb
15
2009
2

Irvine Welsh: Die Bettgeschichten der Meisterköche

Romane von Irvine Welsh - Foto von Deef

Danny Skinner hat einen aussichtsreichen Job als Restaurantinspekteur in Edinburgh, er kommt bei Frauen gut an, er genießt Alkohol und Drogen. Aber der Endzwanziger weiß nicht, wer sein Vater ist und das kann er nicht verwinden. Ein Koch, den seine Mutter bei einem Konzert von The Clash kennengelernt hatte, soll es sein. Mehr will ihm seine alte Dame nicht verraten. Außerdem nervt ihn sein schleimiger Kollege Brian Kibby, der ihm die Beförderung wegschnappen will. Aber Danny Skinner ist ein Kämpfer und er weiß, dass er etwas unternehmen muss. weiterlesen »

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Jan
22
2009
3

Chuck Palahniuk: Der Simulant

Victor Mancini hat sein Medizinstudium abgebrochen und schuftet in einem historischen Vergnügungspark, um das Pflegeheim für seine sterbende Mutter zu bezahlen. Weil sein Geld nicht reicht, simuliert er in Restaurants Erstickungsanfälle und lässt sich von seinen Lebensrettern einladen und beschenken. Nebenbei geht Victor zu einer Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige. Er nimmt jedoch selten an den Sitzungen teil, sondern nutzt die Treffen, um mit Frauen zu schlafen. weiterlesen »

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Jun
14
2008
0

Kinski Jesus Christus Erlöser

Das hat man schon mal gesehen: Ein Mann mit kantigen Gesichtszügen und langen Haaren steht im Scheinwerferlicht und beschimpft das Publikum. Er scheucht einen Protestierer von der Bühne, nennt ihn “dumme Sau”, befiehlt ihm “die Schnauze zu halten”. Es ist Klaus Kinski, wie man ihn kennt: exzentrisch, aggressiv, irre. So ist der Eindruck, der durch Ausschnitte entsteht. Sieht man den ganzen Auftritt vom 20. November 1971, der im neuen Film “Jesus Christus Erlöser” unkommentiert gezeigt wird, so ergibt sich ein komplexeres Bild. weiterlesen »

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Jun
09
2008
4

Mund-zu-Muschi-Beatmung

Auch ich habe Charlotte Roches “Feuchtgebiete” gelesen. Ich könnte viele Gründe anführen, warum es schlecht und nicht lesenswert ist. Allerdings befürchte ich, dass ich mit einem fundierten Verriß auch (oder gerade) für das Buch werben würde. Also mache ich es kurz: “Feuchtgebiete” ist quälend langweilig.

Wenn man sieht, wie Medien und Vorzeigeintellektuelle solch seichte Ware als “mutig” hochjubeln, kann man nur den Kopf schütteln. Roger Willemsen soll über “Feuchtgebiete” gesagt haben, “Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses”. Aufwachen, Roger!

Und zur Frage, ob Charlotte Roche mit ihrem Buch den deutschen Feminismus reanimiert, hat Juli Zeh bereits alles in der Süddeutschen gesagt.

Mrz
07
2008
12

Angebot eines Verlages

Soeben erhielt ich die Antwort von einem Frankfurter Verlag, dem ich ein paar Geschichten angeboten hatte. Erwartet habe ich nichts, aber DAS übertrifft meine kühnste Vorstellungskraft (ich gebe es sinngemäß wieder):

Lieber Herr Pirmasens,
Ihre Geschichten passen ganz ausgezeichnet in unsere hochwertigen Anthologien. Ihre Werke könnten bereits Teil unserer nächsten Sammelbände sein, die zur kommenden Frankfurter Buchmesse erscheinen. Schicken Sie uns doch gleich eine Vita, ein Foto und überweisen Sie 900 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für die 36 Autorenexemplare, die sie selbst zum 50 Prozent rabattierten Preis erwerben.

Merke: Mit dem Schreiben kann man ein kleines Vermögen machen. Wenn man vorher ein großes besessen hat.

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Apr
27
2005
0

Silentium!

Jetzt ist schon wieder was passiert. Das ist der Satz, mit dem Wolf-Haas-Krimis beginnen. Der Österreicher pflegt einen eigensinnigen Erzählstil: umgangssprachlich, vertraut und doch wieder exotisch durch das Österreichische. Der Erzähler schildert nicht nur die Handlung, sondern auch wichtigste gesellschaftliche und mediale Veränderungen wie folgende:

„Bei der Wetteransage im Fernsehen hat sich auch viel verändert im Lauf der Jahre. Früher waren sie mit den Tricks noch nicht so gut, und die Ansager auch noch ein bisschen steif. Heute natürlich Computertricks eins a, da erheben sich die Berge so dreidimensional, daß man oft beobachten kann, wie die Ansagerin sich streckt, damit sie nicht ins Hintertreffen kommt. (…) Jetzt, dass es in Salzburg oft regnet, dafür braucht man keinen Wetterbericht, weil reinstes Sprichwort. Aber nur die wenigsten wissen, dass in Salzburg der Regen das gute Wetter ist. Weil Auswahl nicht sehr groß: entweder Regen oder Föhn, und jetzt schon seit Tagen der Regen im Anmarsch, hat der Brenner natürlich Schädelweh gehabt, frage nicht.”

Der Brenner ist kein Alpenpaß, sondern der wortkarge Underdogdetektiv, der meistens Migräne und nie gute Laune hat. Trotzdem bekommt er zum Schluss oft das Mädchen. Einen Vornamen hat der Brenner noch seltener als Derrik Stefan genannt wird. Im Haas-Roman „Der Knochenmann“ offenbart sich der praktisch unbekannte Vorname als eine Nutte danach fragt. Merke: es gibt kein „Sie“ im Puff. Und Brenners Antwort war Simon..

Zwei Wolf-Haas-Krimis mit Anti-Hero Brenner wurden verfilmt. Nummer eins: „Komm, Süßer Tod“ – eine Geschichte rund um die Machenschaften zweier verfeindeter Rettungsdienste in Wien. Nummer zwei: “Silentium” – ein Krimi rund um eine Knabenschule, Mädchenhandel und die Festspielszene in Salzburg. Josef Harder ist wieder die perfekte Besetzung für den Brenner, mit dabei und sehenswert sind auch Joachim Król und Jürgen Tarrach.

Genau wie für die Bücher, gilt auch für diese Haas-Verfilmung: die Handlung ist eigentlich egal. Am Schluss von „Silentium“ hat man nicht kapiert, warum wer wen umgebracht hat. Sei’s drum. Was der Brenner an wenigen Worten zu sagen hat, bringt viel mehr als die kriminalistische Durchsicht: zum Beispiel, „dass der Leberkäs aus den Resten von den Knackwürsten gemacht wird und die Knackwürste aus den Resten vom Leberkäs. Das ist ein ewiger Kreislauf.“

„Silentium“ ist wie „Komm, süßer Tod“ ein schräger Schmarrn. Für alle die Wolf Haas mögen.

Reklame:

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