Zwei Wochen war die Panarama-Bar im Berliner Berghain geschlossen. Letztes Wochenende wiedereröffnete sie nach, wie es im Flyer heißt, “umfangreichen Umbauarbeiten”. Aufgefallen sind mir eine neue Lichtinstallation an der Decke und neue Kunst an den Wänden. Wo bisher eine riesige Vagina von der Wand grinste, provoziert nun ein großes Foto eines männlichen Pos, dessen Backen weit auseinander gezogen sind. Was war der Grund für den Wechsel? Vielleicht will man Presseartikel wie diesem widersprechen, in denen es hieß: weiterlesen »
- Jan
09
2010Planet Party
Im München der 90ern und frühen 2000ern hatte man erst das Flughafengelände in Riem, später verlassene Industrieareale, wie die Pfanni Knödelfabrik, für Partys und Clubs genutzt. Mittlerweile sind die Feierareale namens Kultfabrik und Optimolgelände heruntergekommen und nur noch bei Publikum beliebt, das Porno/Absturz/1-Europartys schätzt. Allein das wunderbare Harry Klein hält wie der letzte Kosmonaut auf der MIR die Stellung an der Friedensstraße beim Ostbahnhof. Wenn der Technoclub irgendwann in hoffentlich naher Zukunft (und nicht wie falsch bei Wikipedia steht “im November 2009″) in die Innenstadt ziehen wird, ist die Ära der dezentralen Satellitenclubs endgültig vorbei. weiterlesen »
Aug
23
2009Flashbox, Elli Disco, So-not-Berlin-Party, Erste Liga
Neu in München: die Clubs Flashbox und Elli Disco sowie die Partyreihe So-not-Berlin. Nicht neu, aber immer wieder gut: der Club Erste Liga weiterlesen »
Geschrieben von Deef in: Fotos und Videos | Tags: Clubbing, Elli Disco, Flashbox, Fotos, München, So-not-Berlin, Zrwrk |
Apr
14
2009Berghain: Der ausführliche Gebäudeplan

Berghain, Schlange sonntags morgens um 7 Uhr. Foto von DeefEin guter Club ist ein Szenetreff. Werden klassische Medien auf ihn aufmerksam, spülen sie Mainstreampublikum hinein und vertreiben die Szene, die sich einen neuen Insider-Ort sucht. Beim Berghain ist das – vermutlich dank der restriktiven Türpolitik, die erkennbar Szenefremde draußen hält – noch nicht passiert, aber der Hype um den düsteren Berliner Technotempel nimmt zu. weiterlesen »
Mrz
15
2009Total hetero

“Eben beim Reingehen hat mich der Türsteher gefragt, ob ich wüsste, was heute für ne Party steigt. Ich so Candy Club und er lässt mich rein. Gab’s da Probleme mit Leuten, die plötzlich überrascht festgestellt haben, dass Lesben und Schwule um sie rumtanzen?”
“Entweder das oder dein Aussehen. Du siehst einfach total hetero aus.”
“Ist das aus deinem Mund jetzt ein Kompliment oder eine Beleidigung?”
“Ich könnte dich als Antwort küssen.”
“Auf die Wange?”Feb
08
2009Music For Tipsy Girls

Das DJ-Set mit “Stars on 45″-Instrumentals, Sugar-Hill-Gang-Remixen und einer Karaoke-Version von “Pump up the Jam” übertölpelt mich gehörig. Erst halte ich es für mutig und tanze artig, dann wird mir klar: die 70er ertrag ich nicht mehr und die 90er noch nicht wieder. Aber es ist laut Schriftzug überm Plattenaufleger auch kein Mix für mich, sondern “Music for tipsy girls”. Die anwesenden Damen geben sich redlich Mühe, dem gerecht zu werden. weiterlesen »
Dez
15
2008Berghain: So kommt man durch die härteste Tür Berlins
Eine heftige Gravitationskraft geht aus vom Berghain in Berlin. Trotz langer Anstehzeiten und strikter Türpolitik zieht es wie ein gigantisches Schwarzes Loch aus Beton und Stahl scharenweise partywütige Techno- und Housefans an. Hier ein paar Tipps, wie mit hoher Wahrscheinlichkeit reinkommt. weiterlesen »
Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: Berghain, Berlin, Clubbing, Dresscode, Sven Marquardt, Techno, Türsteher |
Nov
29
2008Candy Club – Sweets and Beats in München
Der Candy Club ist eine queere Veranstaltungsreihe in München, die allen Vorurteilen trotzt. DJ Thomas Lechner erbringt den praktischen Nachweis, dass man Justice mit Britney Spears mixen kann, ohne die Tanzfläche leer zu spielen. Das Publikum ist schwul, aber nicht sissy, lesbisch, aber nicht butch und hetero, aber nicht machomäßig/tussig. Coole Jungs halten Händchen, süße Mädchen küssen sich und Heteropärchen tanzen dazwischen und schauen sich tief in die Augen.
Der Candy Club ist das Gegenteil seines Titels – nicht der sündige Süßigkeitenladen zur Schau gestellter Frivolitäten, sondern eine Blase gelebter Normalität, von der wir in Fußgängerzonen, auf Sportplätzen und in den Medien noch weit entfernt sind. Jeden zweiten Samstag im Monat findet die Veranstaltung in der Roten Sonne statt (dazwischen auch mal in anderen Locations), dem alternativen Club am Maximiliansplatz, der vom “angesagten” Pacha und den Partyschuppen 089, Baby und Max & Moritz eingerahmt wird. Nicht selten landen Feierwillige, denen die Schlange an den anderen Läden zu lang oder die Türsteher zu streng waren, im Candy Club und merken nicht mal, dass sie eine Gay-and-Friends-Party betreten.
Für manche ist das ein Beleg dafür, wie enttäuschend un-proud und “normal” die Veranstaltung doch sei. Aber genau das ist souverän, integrativ, und angenehm unprätentiös. Ein Hoch auf den Candy Club, der bereits seit neun Jahren stattfindet und laut Website “die älteste Queer-Indie-Electro-Party auf dem europäischen Kontinent” darstellt. Ob das stimmt, kann dem Münchner Partygänger egal sein, wichtig ist nur: Der nächste Candy Club steigt am Samstag, dem 13. Dezember 2008. Und den 5. Januar 2009 darf man sich auch bereits vormerken, denn dann feiert die Reihe ihr Zehnjähriges im Muffatwerk mit Stereo Total, Peaches, Scott Mathew und anderen.
Sep
28
2008München im September
Auf ihren taillierten T-Shirts prangt neonfarben “3 Tage wach”. Die Trägerinnen lächeln und zeigen mit den Fingern auf ihre Brüste. Die Pose halten sie solange, bis das Blitzen der Kamera in der Hand ihrer Freundin aufhört. Der Apparat verschwindet in einer Handtasche, die drei schlanken Körper in der tanzenden Menge. Harter House, maximaler Bass, verspielte Visuals an den Wänden. This club is a place to be.
Das steht auch in den Reiseführern, die die jungen Oktoberfestbesucher lesen. Sie brauchen auf der Tanzfläche doppelt soviel Platz, sie schreien doppelt so laut, wenn der Beat stärker wird. Zwei oder mehr Liter Wiesnbier wirken und machen vergessen, dass man in Lederhosen oder Dirndl in einem Elektroclub auffällt wie eine Nonne in einem Striplokal.
Um drei liegen Lederhosen und Dirndl müde auf den Sofas oder übergeben sich auf den Klos. Einige versuchen vor dem Club vergeblich ein Taxi zu bekommen. Die Fahrer schauen auf die Kleidung, sehen die ferngesteuerten Bewegungen und schütteln den Kopf. Schnell winken sie einen nüchtern wirkenden Fahrgast in Club-Outfit heran und brausen davon.
Die Mädchen mit den bedruckten Shirts wischen Haare aus verschwitzten Gesichtern, nippen an Wodka-Bulls und knipsen sich dabei. Sie kichern nicht über die verbliebenen Trachtträger, die am Rand der Tanzfläche eingeschlafen sind. Passt schon, das ist München im September und vielleicht gehen sie morgen Nachmittag in kurzem Dirndl selbst aufs Oktoberfest.
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