“Axolotl Roadkill” (Partnerlink zu Amazon) ist der gerade erschienene Debüt-Roman der 17jährigen Berlinerin Helene Hegemann. Das Buch wird aller Orten gelobt (Rezensionsüberblick via buecher.de): weiterlesen »
“Axolotl Roadkill” (Partnerlink zu Amazon) ist der gerade erschienene Debüt-Roman der 17jährigen Berlinerin Helene Hegemann. Das Buch wird aller Orten gelobt (Rezensionsüberblick via buecher.de): weiterlesen »
Full House im Bar-Restaurant NIEDERLASSUNG zur Lesung und Buchpräsentation STROBO am 3.09.2009. Schauspieler Maximilian Stangl und ich lasen Texte aus Airens frisch erschienenen Roman (hier bestellen – Reklamelink zu Amazon) über Techno, Berghain, Berlin, Selbsthass, Mischkonsum, Absturz und die Flucht nach Mexiko. Dazu zauberte gently.radical stylische Visuals. Das Publikum schien sehr angetan. Einen Eindruck geben die Fotos in diesem Flickr-Set und diese Twitter- und Blogkommentare: weiterlesen »
Videotrailer (cc) 2009 – Design: gentlyradical.de – Musik: loozabeats.net – Foto: Fabiovenni
NIEDERLASSUNG präsentiert aus der Reihe Multimediale Lesungen
eine Veranstaltung im Rahmen von München851:
STROBO – Technoprosa aus dem Berghain von Airen
Lesung und Buchpräsentation mit Deef Pirmasens und Maximilian Stangl
Donnerstag, 3. September 2009, 20 Uhr, Eintritt 4 €
im Bar-Restaurant NIEDERLASSUNG, Buttermelcherstr. 6, München.
weiterlesen »
In ihren Kellerwohnungen haben sich die Schneeglöckchen herausgeputzt. Langsam wagen sie sich in kleinen Gruppen an die Oberfläche und zeigen ihre makellos weißen Blüten. Sie sind der erste Glanz auf dem vom Winter geschundenen Rasen am Maximiliansplatz. Auch die Feierleute, die in kleinen Gruppen zu den Clubs dort laufen, haben sich zurecht gemacht. Es ist wieder mild genug, um die dicken Daunenjacken, die North Face-Parkas und die Wollmützen im Schrank zu lassen. Ungefütterte Lederjacken, Pullis mit ärmellosen Westen drüber und leichte Stoffmäntel künden ebenso den Frühling an, wie der Blütenzauber im Gras. weiterlesen »

Heute: Fluppe contra Tube. Klebstoffschnüffeln punktet zwar mit einem unschlagbaren Preis-Gift-Verhältnis, verliert aber in der optischen Wertung. Wie unser Demonstrationsbild beweist, kann mit Zigarette im Gesicht wirklich jeder lässig aussehen. Alle Versuche, das mit Plastiktüte und Pattextube zu erreichen, scheiterten kläglich.
- “Boah und dann hab ich die Pilze gefressen und hab versucht zu vergessen, dass ich meine Eltern beim Sex gehört habe.”
- “Hat es geholfen?”
- “Nein, ich hatte den Alptraum, ich würde mit im Bett liegen. GRAU-EN-HAFT!”
- “Träume sind Wünsche.”
- “ÜUAH! Im Ernst? Ich meine, Du hast doch Psychologie studiert. Sag mir, was Du davon hälst.”
- “Nein. Nein, das wird Dir nicht gefallen.”
- “Ich will es trotzdem wissen.”
- “Meine Meinung?”
- “Klar!”
- “Na dann kurz und schmerzlos: Du bist im Arsch.”
- “Verdammt… das hab ich in mir drin auch schon gefühlt…. Tom, was rätst Du mir?”
- “Ich bin Frank. Tom ist da drüben und raucht.”
- “Äh… ahja. Und wer von Euch ist nochmal der Psychologe?”
- “Rate mal. Auch noch ein Bier?”
Gottogott, es wird alles immer schlimmer, wenn Drogen im Spiel sind. In den 80ern erzählte mir das Christiane F., bzw. die Verfilmung ihres Absturzes im Kollektiv der Kinder vom Bahnhof Zoo. Ein durchaus sehenswerter Film trotz Bohei und Bowie (höhö). Das Sozialdrama wurde mir in der 10. klasse im Religionsunterricht kredenzt. Zeigefinger hoch und Motto: “schau, was aus Dir wird, wenn Du einer Einstiegsdroge (“Mariaundhanna?”) zu nahe kommst.
Von Spaß war da nie die Rede. Dass es den im Drogensumpf offensichtlich ohne Ende gibt, lernte ich erst Mitte der 90er in TRAINSPOTTING. Recht spät? Ja sorry, ich war ein gutgläubiges Kind und ein braver Teenager. Stichwort Modellflugzeuge von REVELL. Jedenfalls eröffnete der Film eine völlig neue Perspektive. Was an Irvine Welshs phantasitischer Romanvorlage, aber auch an Danny Boyles kreativen Regieideen lag.
Aber jetzt ist die Party vorbei (eigentlich schon seit 2000), denn REQUIEM FOR A DREAM mischt mother’s little helper mit Smack. Mit einer Melancholie wie in 21 GRAMM, der Ausweglosigkeit von MAGNOLIA und den Schnitten aus SNATCH wird hier eine Drugstory erzählt, in der es nur Verlierer gibt. Ein passender Zufall, dass der Hauptdarsteller Jared Leto in kleinen Rollen auch in FIGHT CLUB und AMERICAN PSYCHO zu sehen war. Die weibliche Hauptrolle, Jennifer Connelly, spielte dagegen vor 20 Jahren als Sarah die “Reise ins Labyrinth”, wo sie vom bösewichtigen David Bowie bekriegt wurde. Was ist noch zu sagen?
Erstens: REQUIEM FOR A DREAM ist hochgradig empfehlenswert.
Zweitens: Danke für diesen Filmtipp, Marc.
Drittens: Öfter als man denkt, hat Bowie seine Finger drin.
Viertens: Drittens tut nichts zur Sache.
“Maria voll der Gnade” stellt Dir eine junge Columbianerin vor. Weil sie ihren Job in einer Gärtnerei geschmissen hat und zu Hause weg will, wird sie Drogenkurierin und fliegt, den Magen voll mit Heroinpäckchen, in die USA.
Der Film erzählt aus einer weiblichen Perspektive und ohne Vorurteile, Kitsch und Pathos. Durch viele Handkameraaufnahmen gibt er sich einen dokumentarischen Anstrich. “Maria voll der Gnaden” ist der Gegenentwurf zu Hollywoods Männer-Drogenkrieg-Vater-holt-Tochter-aus-Junkyloch-Epos “Traffic”. Der war auch gut, aber das hier, ist etwas gaaaanz anderes.
“Maria voll der Gnade”: Schönes Anti-Hollywood. Sehr sehenswert!
Nicole Kidman ist “Die Dolmetscherin”. Weil sie Zeugin eines Mordkomplotts wird, gerät sie in Lebensgefahr. Sean Penn soll eigentlich den Staatsmann schützen, der ermordet werden soll, interessiert sich aber immer mehr für das Wohl der Dolmetscherin. Paßt gut für ihn, seine Frau starb nämlich gerade. Jean Penn sieht aus, als hätte er den ganzen Film lang Kopfschmerzen. Und das die Dolmetscherin noch ein paar Überraschtungen für ihn auf Lager hat, macht diesen Zustand nicht besser. Der Film von Reggiseur Sydey Pollak (u.a. “Die drei Tage des Condor”, “Tootsie” und “Die Firma”) ist spannend und gut gemacht. Mir stießen die glattpolierten, auf Punkt formulierten Dialoge auf. Zwischen Tür und Angel beiläufig gesprochene Lebensweisheiten wie “Rache ist die schlechteste Form der Trauer” sind mir zu dick aufgetragen.
“Die Dolmetscherin”: spannendes Hollywoodkino. Sehenswert – kein Muss.
Andreas Dresen hat mir den schönsten deutschen Dokumentarfilm der letzten Jahre geschenkt: „Herr Wichmann von der CDU“. Vorher entzückte er mich mit dem Beziehungsdrama „Halbe Treppe“.
Gestern habe ich seinen neuen Film gesehen. Axel Prahl, der kumpelhafte Imbissbesitzer aus „Halbe Treppe“, spielt darin den Titelheld Willenbrock. Er ist Autohändler und besitzt Haus, Wochenendhaus, dickes Auto, schöne Ehefrau und willige Geliebte. Das Leben läuft gut. Andreas Dresen nimmt sich Zeit und stellt mir in aller Ruhe seinen Helden vor. Dann, als ich glaubte, der Film ginge immer so weiter, zieht der Regisseur Willenbrock plötzlich und unvermittelt den Boden unter den Füßen weg.
Die Stärke des Films sind die perfekt besetzten Schauspieler und die von ihnen lebensecht gespielten Figuren. Dresen erzählt realistisch und sein Handlungsbogen ist ungewöhnlich. Wie im wirklichen Leben, zeigt er zu dem alles ändernden Ereignis, nicht nur ein vor sich hinplätscherndes Vorher, sondern auch ein längeres Nachher. Das klassische Drama setzt den Höhepunkt eher gegen Ende und deshalb überrascht „Willenbrock“ formal. Er lässt die zum Schluss erwartete Wendung weg. Mag an der Buchvorlage liegen.
„Willenbrock“: schön erzählte Novelle mit tollen Darstellern, aber ohne Schlussbonbon. Ein Muss für Andreas Dresen-Fans.
Konserviert mit einem WP-Theme von TheBuckmaker | Hintergrundbild © Deef
Die Gefühlskonserve © Deef Pirmasens 2005-2012 | Impressum und Datenschutz