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    Reklame: re-publica 2013
Nov
29
2008
1

Candy Club – Sweets and Beats in München

Der Candy Club ist eine queere Veranstaltungsreihe in München, die allen Vorurteilen trotzt. DJ Thomas Lechner erbringt den praktischen Nachweis, dass man Justice mit Britney Spears mixen kann, ohne die Tanzfläche leer zu spielen. Das Publikum ist schwul, aber nicht sissy, lesbisch, aber nicht butch und hetero, aber nicht machomäßig/tussig. Coole Jungs halten Händchen, süße Mädchen küssen sich und Heteropärchen tanzen dazwischen und schauen sich tief in die Augen.

Der Candy Club ist das Gegenteil seines Titels – nicht der sündige Süßigkeitenladen zur Schau gestellter Frivolitäten, sondern eine Blase gelebter Normalität, von der wir in Fußgängerzonen, auf Sportplätzen und in den Medien noch weit entfernt sind.  Jeden zweiten Samstag im Monat findet die Veranstaltung in der Roten Sonne statt (dazwischen auch mal in anderen Locations), dem alternativen Club am Maximiliansplatz, der vom “angesagten” Pacha und den Partyschuppen 089, Baby und Max & Moritz eingerahmt wird. Nicht selten landen Feierwillige, denen die Schlange an den anderen Läden zu lang oder die Türsteher zu streng waren, im Candy Club und merken nicht mal, dass sie eine Gay-and-Friends-Party betreten.

Für manche ist das ein Beleg dafür, wie enttäuschend un-proud und “normal” die Veranstaltung doch sei. Aber genau das ist souverän, integrativ, und angenehm unprätentiös. Ein Hoch auf den Candy Club, der bereits seit neun Jahren stattfindet und laut Website “die älteste Queer-Indie-Electro-Party auf dem europäischen Kontinent” darstellt. Ob das stimmt, kann dem Münchner Partygänger egal sein, wichtig ist nur: Der nächste Candy Club steigt am Samstag, dem 13. Dezember 2008. Und den 5. Januar 2009 darf man sich auch bereits vormerken, denn dann feiert die Reihe ihr Zehnjähriges im Muffatwerk mit Stereo Total, Peaches, Scott Mathew und anderen.

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , , , |
Mrz
16
2008
3

Frühling Flavor

Foto von Deef

In ihren Kellerwohnungen haben sich die Schneeglöckchen herausgeputzt. Langsam wagen sie sich in kleinen Gruppen an die Oberfläche und zeigen ihre makellos weißen Blüten. Sie sind der erste Glanz auf dem vom Winter geschundenen Rasen am Maximiliansplatz. Auch die Feierleute, die in kleinen Gruppen zu den Clubs dort laufen, haben sich zurecht gemacht. Es ist wieder mild genug, um die dicken Daunenjacken, die North Face-Parkas und die Wollmützen im Schrank zu lassen. Ungefütterte Lederjacken, Pullis mit ärmellosen Westen drüber und leichte Stoffmäntel künden ebenso den Frühling an, wie der Blütenzauber im Gras. weiterlesen »

Geschrieben von Deef in: Storys | Tags: , , , , |
Mrz
13
2008
2

Uffie und Moonbootica live

Heute das Electropärchen aus Paris, DJ Feadz und Uffie, in der Ersten Liga.
Morgen the currently most played artist on my iPod, Moonbootica, im Garden.

Und so wars:

Uffie - Foto von DeefDJ Feadz - Foto von Deef
Uffi und DJ Feadz – Fotos von Deef

Wir stehen in der Schlange vor dem Club. Ein weißer, alter 5er BMW fährt auf den Bürgersteig. Hinten steigen Uffie und Feadz aus und latschen wortlos rein. Als der Einlass beginnt, stehen beide – jetzt merklich aufgetaut – im Eingangsflur hinter der Kasse und lassen sich von und mit Fans fotografieren. Der Aufwärm-DJ spielt die Meute heiß, macht sie gierig, auf das was noch kommt. Ins Erste Liga passen bequem vielleicht 150 Leute, aber 300 sind drin. Die Tanzfläche ist ein Saunaclub mit Anfassen. Feadz legt auf und Uffie los: “On the beat that you hear, it’s a girl that you fear. And if you don’t enjoy this shit, you can get outta here!”. Alle flippen total aus.

Moonbootica
Tobitob und KoweSix sind Moonbootica – Foto von Deefs mieser Handycam

Moonbootica pumpen die Menge mit Beats und Licht zu höchster Euphorie. KoweSix raucht Peter Stuyvesants und Tobitob reißt an den guten Stellen die Arme in die Luft. Dazwischen posen sie lässig im Takt und geben, ganz multitaskingfähig, Autogramme auf CD-Covers und Flyer. Um halb vier morgens spielen sie eine schnelle Technodancenummer, benannt nach Captain Futures heimlicher Liebe Joan Landor. Ich vergesse, dass ich lange Stunden darauf warten musste, ich vergesse die Rudel Wodka-Bull-Koma-Kinder um mich rum und mache das Beste aus dem Viertel Quadratmeter Tanzfläche, den ich mir im quetschvollen Garden mit spitzen Ellenbogen erkämpft habe. Danach ist die Luft raus und ich gehe schweißgebadet zum Taxi. Der Fahrer hört the Best of Janis Joplin. Auch das noch.

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