Der Spiegel widmet dem deutschen Mann ein Titelthema. So scheint es, dabei geht es eigentlich um die weibliche Emanzipation. Zehn Autoren beschreiben auf elf Seiten den aktuellen Stand der Gleichberechtung und dem Weg dorthin in den letzten Jahrzehnten. Das ist eine nette, streckenweise sogar interessante Fleißarbeit, aber kein knalliges Heft-Verkäufer-Thema.
Deshalb versieht der Spiegel das Thema “50 Jahre Emanzipation” leider mit dem dick gedruckten Untertitel “Was vom Manne noch übrig ist”. Genauso irreführend wie blöde, denn Männer haben, wie der Artikel auch sagt, durch die Emanzipation viel gewonnen. Sie sind akzeptiert, wenn sie Kinder erziehen, Gefühle zeigen, private Beziehungen pflegen und sich von der patriarchaischen Rolle als Familienernährer und -bestimmer distanzieren.
Aber nicht nur der Titel ist schlecht gewählt. Der Artikel erzählt viel über Gesetze, Frauengruppen, Alice Schwarzer usw. vernachlässigt aber einiges der aktuellen gesellschaftlichen Realität. Zum Beispiel, weiterlesen »