[via Turi2 und Brandrepublic]
Sie: Bringst Du mich noch zum Auto?
Er: Wieso? Hast Du Angst im Dunkeln?
Sie: Nein. Ich fände es einfach höflich, wenn Du das machst, weil ich Dich darum bitte.
Er: Klar. Schläfst Du vorher mit mir? Ich fände es höflich, wenn Du das machst, weil…
Sie: Halt’s Maul!
Auf ihren taillierten T-Shirts prangt neonfarben “3 Tage wach”. Die Trägerinnen lächeln und zeigen mit den Fingern auf ihre Brüste. Die Pose halten sie solange, bis das Blitzen der Kamera in der Hand ihrer Freundin aufhört. Der Apparat verschwindet in einer Handtasche, die drei schlanken Körper in der tanzenden Menge. Harter House, maximaler Bass, verspielte Visuals an den Wänden. This club is a place to be.
Das steht auch in den Reiseführern, die die jungen Oktoberfestbesucher lesen. Sie brauchen auf der Tanzfläche doppelt soviel Platz, sie schreien doppelt so laut, wenn der Beat stärker wird. Zwei oder mehr Liter Wiesnbier wirken und machen vergessen, dass man in Lederhosen oder Dirndl in einem Elektroclub auffällt wie eine Nonne in einem Striplokal.
Um drei liegen Lederhosen und Dirndl müde auf den Sofas oder übergeben sich auf den Klos. Einige versuchen vor dem Club vergeblich ein Taxi zu bekommen. Die Fahrer schauen auf die Kleidung, sehen die ferngesteuerten Bewegungen und schütteln den Kopf. Schnell winken sie einen nüchtern wirkenden Fahrgast in Club-Outfit heran und brausen davon.
Die Mädchen mit den bedruckten Shirts wischen Haare aus verschwitzten Gesichtern, nippen an Wodka-Bulls und knipsen sich dabei. Sie kichern nicht über die verbliebenen Trachtträger, die am Rand der Tanzfläche eingeschlafen sind. Passt schon, das ist München im September und vielleicht gehen sie morgen Nachmittag in kurzem Dirndl selbst aufs Oktoberfest.
In ihren Kellerwohnungen haben sich die Schneeglöckchen herausgeputzt. Langsam wagen sie sich in kleinen Gruppen an die Oberfläche und zeigen ihre makellos weißen Blüten. Sie sind der erste Glanz auf dem vom Winter geschundenen Rasen am Maximiliansplatz. Auch die Feierleute, die in kleinen Gruppen zu den Clubs dort laufen, haben sich zurecht gemacht. Es ist wieder mild genug, um die dicken Daunenjacken, die North Face-Parkas und die Wollmützen im Schrank zu lassen. Ungefütterte Lederjacken, Pullis mit ärmellosen Westen drüber und leichte Stoffmäntel künden ebenso den Frühling an, wie der Blütenzauber im Gras. weiterlesen »
“Ja, sie und ich, wir sind Freundinnen, aber wir stehen schon auf Männer, auch wenn wir auf’em Dancefloor rumknutschen.”
“Is ja ein Ding.”
“Bist Du gut im Bett?”
“Das musst du die anderen fragen.”
“Ich frag aber dich.”
“Ums mit Bukowski zu sagen: ich bin sicher nicht der Beste, aber es hat sich noch niemand beschwert.”
“Ach komm, wenn ich dich so ansehe, würde ich sagen, du bist doch end die geile Sau.”
“Sieh dir lieber deine Kippe an, die brennt dir gleich ein Loch ins Knie.”
“Hör mal, willst Du nicht mit mir und meiner Süßen nach Hause kommen, sie vögeln und ich schau zu?”
“Nö.”
“Wieso denn nicht? Was ist los mit dir? Mach dich mal locker!”
“Hast Du was genommen?”
“Quatsch. Nur Wodka Bull und Antibiotika-Pillen. Glaub ich zumindest… – Also was ist jetzt? Bist du dabei?”
“Weißt Du, früher wollte ich die Welt verändern und heute will ich nur noch mit etwas Würde diesen Ort verlassen”.
“PUSH!!! PUSH HARDER!!!!!! YEAH, I SEE IT COMING!”
Eigentlich selbsterklärend. Für alle, die kein Bild vor Augen haben:
Ich schüttelte kräftig für sie den Automaten, damit der von ihr bezahlte, aber hängengebliebene Schokoriegel doch noch herausfiel.

Gehe also selbst in die Hotelbar, um Nachschub zu holen und platze mitten in den Business-Event einer Modellagentur. Seltame Hauspolitik in diesem Laden, dass bei geschlossenen Veranstaltungen der Zugang für andere Gäste erlaubt bleibt. Augen auf und durch. Vom Barkeeper lasse ich mir zwei Flaschen Laško geben (“DON’T open them!”) und zwinkere – underdressed wie ich bin – ein paar Hochglanzgirls zu, denen die Gefühlskälte durchs geübte Stewardessenlächeln hinweg anzusehen ist. Die Blicke erregen trotzdem. Oder gerade deshalb? Schnell aufs Zimmer, bevor das Bier warm und mir kalt wird.
See Britney, Paris and Lindsay having fun with car crashes, puking and powder in their noses. [via]
Meine greise Nachbarin schenkt mir selbstgepflückte Blümchen, die türkische Damen vom Getränkeshop zieht mir nichts ab, obwohl ich keinen ganzen Kasten zurückgebracht habe – Gott, oh Gott, heute ist die Welt wieder so nett zu mir und ich weiß kaum noch, wie ich meine schlechte Laune rechtfertigen soll. Wenn alles um einen rum so toll ist, bleibt nur intrinsische Schuldzuweisung. Ich fühl mich noch schlechter. Zu allem anderen hat mir das ganze Grillfleisch-und-Zwiebeln-Gefresse der letzten Tage auch noch heftige Blähungen beschert. weiterlesen »
Donnerwetter! Frauen finden Männer, die gut riechen, attraktiver.
Das hat der Axe-Konzern Unilever sich jetzt beweisen lassen. Ob Axe “gut” riecht, wurde allerdings nicht getestet.
Nach meiner Nase weniger, aber die Bom-Chicka-Wah-Wah-Kampagne brachte mich zum Schmunzeln. Die suggerierte Vorstellung, Frauen würden durch einen Sniff Discounterdeo willig, ist ultra-abwegig und hoch-interessant zugleich…
Es klirrt und klappert im ICE-Wagen. Tapfer schiebt eine junge Frau ein Wägelchen mit Kaffee, Limo und Sandwiches durch den Gang. Vorbei an Ellenbogen und Samsonite-Ungetümen, die in den Gang ragen. Sie wirkt geschafft. Ich ordere einen Kaffee und gebe Trinkgeld. Sie strahlt mich an, wünscht gute Fahrt und verschwindet klappernd und vor sich hinsummend in den nächsten Waggon. Ich mische Milch und Zucker in den heißen Kaffee und nippe. Er schmeckt gräßlich.

Kleines Schmankerl für Deine grauen Zellen, entstanden auf der GC 2005:
Wo schauen die Jungs hin?
A: Sie wollen die neue XBOX 360 sehen.
B: Sie fotografieren einen LAMBORGHINI am NEED FOR SPEED-Stand.
C: Sie fordern ihren Kumpel auf, er soll die mit Farbe bespritzten Hintern der Mäuse neben ihm berühren.
(hebt ab und wählt)
Hi ich bin’s! Na wie geht’s? … Was?! Echt?!! … Das’s ja super! Herzlichen Glückwunsch! Wann ist es soweit? … Ja das ist ja toll. … Na Du, lass uns das mal feiern. … Bei Mario’s? Gut, wann? … Ja, passt. Du ich muss’s noch mal sagen: Ich find das soooo toll. Ich freu mich tierisch für Dich. … Ok, also bis morgen abend! Tschauiiii!
(legt auf)
Oaaah, Mann ist das abartig! Jetzt werden alle schwanger! Ich bin echt die letzte, die sich zurückhalten kann, ey!
Ich laufe, nein ich renne. Um mich herum kalte Nacht. Hinter mir… ich weiß nicht, ich kann nicht stehen bleiben, kann mich nicht umdrehen. Aber aus den Augenwinkeln sehe ich die Verfolger. Es sind viele, mindestens ein halbes Dutzend, vielleicht mehr. Sie haben laute Hunde dabei, die meine Spur aufgenommen haben. Die kalte Luft brennt in meiner Lunge. Vor mir taucht aus dem dunklen Nebel ein schwarzer Umriss auf. Mein Auto. Es parkt am Straßenrand. Ich spurte noch schneller, so schnell es trotz Seitenstecken geht. Ich keuche und muss ausspucken. Fäden von Speichel ziehen sich aus meinem Mund in den Wind. Meine Häscher sind nur noch etwa fünfzig Meter hinter mir, rufen, schreien, die Hunde bellen laut. Noch bevor ich am Auto angekommen bin, zerre ich meinen Schlüsselbund aus der Hosentasche, nehme den Autoschlüssel zwischen die Finger. Endlich bin ich am Wagen, aber ich brauche zwei endlos lange Versuche, bis ich das schmale Ding im Schlitz des Schlosses habe. Einen Moment später sitze ich, knalle die Tür mit Schwung zu. Noch dreißig Meter sind sie von mir entfernt. Ich sehe jetzt, sie tragen Baseballschläger, schwingen sie hoch über ihren Köpfen. Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss, drehe ihn und… nichts. Noch 15 Meter. Ich drehe zurück, versuche noch einmal die Zündung… NICHTS. Ich blicke mich im Wagen um, suche ob da irgendein vergessener Schalter ist, ein Choke, den man ziehen kann, aber ich kann mich nicht erinnern, dass sowas nötig gewesen wäre. Mein Puls, der bereits bei 120 Schlägen pro Minute angekommen war, beschleunigt um weitere zehn als sie meinen Wagen erreichen und die Türen aufreißen. Ein Zucken fährt durch meine Glieder und ich sehe das fahle Morgenlicht durch die Fenster scheinen. Als ich mich aufsetze, dreht sie sich zu mir um.
„Was ist los, Süßer?“ Ich wische mir Sabber vom Kinn und blinzle die Decke an.
„Ich hab schlecht geträumt.“
„Und? Was ist passiert?“
„Mein Auto ist nicht angesprungen“. Sie streckt sich und gähnt.
„Oh Gott! Jungs-Alpträume…. ‚Hilfe, ich hab kein Tor geschossen’ und so.“
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