Mrz
31
2011
1

Mit Lesbenwitz gegen die Wand

Beim Münchner CSD demonstrieren natürlich auch Frauen - Foto (CC BY 2.0) Jerome Munich via Flickr
Lesben kommen in den Medien selten vor, obwohl beim Münchner CSD natürlich auch viele Frauen demonstrieren – Foto (CC BY 2.0) Jerome Munich

Wie sich eine gut gemeinte Idee zum frauenfeindlichen PR-Desaster entwickelte und welche Lehren ich daraus ziehe, habe ich bei jetzt.de aufgeschrieben. Da lang.

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , , , , |
Apr
29
2009
9

Der Mythos der Politischen Korrektheit

Da war es wieder, das Argument der Politischen Korrektheit. In der Debatte bei Spreeblick um homophobe Äußerungen in einem CDU-Forum äußert ein Kommentator:

Ich kann das Theater um diesen Beitrag nicht wirklich nachvollziehen. Muss man denn für Homosexualität sein? Gerade hier spürt man doch immer wieder sehr stark den Druck der sog. „Politischen Korrektheit“, die nicht nur hier die Meinungsfreiheit ziemlich einschränkt.

Was ist Politische Korrektheit? Ein Verhaltenskodex, der bestimmte Ansichten verbietet? Eine Geisteshaltung, die niemandem wehtun will und deshalb jeglichen Witz oder Ironie vermeidet? Ein gesellschaftlicher Maulkorb? Das mag man glauben und ist damit konservativer Propaganda auf den Leim gegangen. weiterlesen »

Okt
10
2008
1

“Und das ist nicht gut so”

Wenn man sagt, “ein Kind braucht Mutter und Vater, um gesund aufzuwachsen”, so erntet man breite Zustimmung. Wenn man dagegen äußert, “ich sehe für die Entwicklung von Kindern keine Nachteile, wenn sie in schwulen oder lesbischen Partnerschaften aufwachsen”, sieht es anders aus.

Eine von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in Auftrag gegebene Studie (leider nicht direkt verlinkbar. Zum Finden hier klicken und nach “Regenbogenfamilien” suchen) vom Institut für Frühpädagogik könnte mit diesen Vorurteilen aufräumen. Sie attestiert der Entwicklung von Kinder in sogenannten Regenbogenfamilien sogar Vorteile, denn homosexuelle Eltern setzten sich bewusster mit ihrer Rolle und ihren Kindern auseinander. In Bälde wird Zypries über ein allgemeines Adoptionsrecht für homosexuelle Paare entscheiden. Aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist es nicht haltbar, schwulen und lesbischen Lebensgemeinschaften weiterhin zu verbieten, Kinder fremder Eltern zu adoptieren.

Das sieht die katholische Tagespost anders und veröffentlicht einen Artikel (Update 30.11.2008: der Artikel ist dort verschwunden, aber bei einem protestantischen Verein hier online zu finden) von Christl R. Vonholt, die für die Aufrechterhaltung von Schwulen- und Lesbendiskriminierung plädiert und folgende Stichworte benutzt: sexueller Missbrauch von Kindern, Häufung psychischer Erkrankungen bei Homosexuellen, sadomasochistische Handlungen, von Kindern entdeckte Dildos homosexueller Eltern, Verwirrung durch gemeinsames Duschen mit homosexuellen Vätern, Homosexualität als Folge von Missbrauch in der Kindheit.

Schön, wenn sich Homophobiker selbst der Lächerlichkeit preisgeben.  Weitere details gefällig? Der Gay Dissenter hat sich die Mühe gemacht, Frau Vonholts “Argumente” der Reihe nach abzuklopfen. Lesenswert.

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , |
Apr
14
2008
2

Über das allgemeine Beschwichtigungsgeschwätz gegenüber Homophobie

Schon ein paar Wochen alt, aber immernoch sehr richtig: Jan Feddersen in der taz [via].

“Voll schwul” – “ist doch schwul” – “schwul, ey”, das sind die Floskeln, mit denen jeder bedacht wird, der den machohaften Wahrnehmungen dieser Straßenjungmänner nicht nahe kommt. (…) Wer glaubt, es sei nicht so gemeint, will den hassenden Inhalt nicht sehen und verkleidet Verständnis für die armen Jungs in sozialpädagogische Rhetorik. Im wahren Leben ist es alles eben so gemeint. Und würde die Vokabel nicht schwul, sondern jüdisch lauten, wäre das Geschrei groß.

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , |
Feb
13
2008
6

“Du bist dufte und deine Eltern schwul”

Kinder sind dreckig, nervig, teuer, aber das Tollste auf dieser Erde. Das ist die Botschaft dieses hübsch aufgemachten, aber fragwürdigen Filmchens aus der Reihe “Du bist Deutschland”, die unser Land kinderfreundlicher machen soll. Der Werbespot ist bei weitem das Beste an der Propaganda-Kampagne. Gestern verblüffte mich eine ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen mit dem Text:

“Du sagst jetzt ‘fett’ statt ‘cool’. Deine Freunde nennst du ‘Digger’, deinen Französischlehrer ‘echt krass’ und uns manchmal ‘voll schwul’. Ist das jetzt was Gutes? Eigentlich auch egal. Denn dich: Finden wir ‘dufte’.”

Lassen wir mal die seltsame Interpunktion und fragen uns, wer ist “wir”? Ich vermute, Eltern denen egal ist, ob ihr Kind gute oder schlechte Eigenschaften hat. Das heißt, sie sind z.B. arbeitsscheue Alkoholkranke mit niedrigem Bildungsniveau oder bekiffte Spät-68er, die noch nicht mitbekommen haben, dass die antiautoritäre Erziehung mit Karacho an der Realitätsmauer zerschellt ist.

Wer soll sich damit identifizieren? Für wen soll das ein Vorbild sein? Ein unklares Ziel plus eine fragwürdige Botschaft macht in der Summe schlechte Werbung. Hinzu kommt dieser Stilfauxpas: “schwul” wird hier ganz nebenbei als hippes Schimpfwort salonfähig gemacht wird. Wer soetwas textet, ist nicht “dufte”, sondern peinlich und dumm.

Update: “voll schwul” wurde von den Kampagnenmachern kurz darauf durch “zwei Vollpfosten” ersetzt, was es nur noch schlimmer macht.

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , |

Konserviert mit einem WP-Theme von TheBuckmaker | Hintergrundbild © Deef
Die Gefühlskonserve © Deef Pirmasens 2005-2012 | Impressum und Datenschutz