Jun
14
2008
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Kinski Jesus Christus Erlöser

Das hat man schon mal gesehen: Ein Mann mit kantigen Gesichtszügen und langen Haaren steht im Scheinwerferlicht und beschimpft das Publikum. Er scheucht einen Protestierer von der Bühne, nennt ihn “dumme Sau”, befiehlt ihm “die Schnauze zu halten”. Es ist Klaus Kinski, wie man ihn kennt: exzentrisch, aggressiv, irre. So ist der Eindruck, der durch Ausschnitte entsteht. Sieht man den ganzen Auftritt vom 20. November 1971, der im neuen Film “Jesus Christus Erlöser” unkommentiert gezeigt wird, so ergibt sich ein komplexeres Bild. weiterlesen »

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Jun
13
2008
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Kinski Paganini

Nach meinem Umzug ins Glockenbachviertel erforsche ich meinen neuen Kiez. Um die Ecke, in der Fraunhoferstraße befindet sich das Werkstattkino. Ein Hinterhofkeller mit schwarz getünchten Ziegelwänden, wo man Pogorausch trinken und alte Filme sehen kann. Diese Woche: “Kinski Paganini“.

Ende der 80er brannte Klaus Kinski darauf, einen Film über den Geigenvirtuosen Paganini zu drehen. Er schrieb selbst ein Drehbuch und suchte einen Regisseur. Werner Herzog, der fünf Filme mit (und später eine erstaunliche Dokumentation über) Kinski gedreht hatte, war nicht zur Mitarbeit zu bewegen. Herzog hielt das Skript laut Wikipedia für unverfilmbar. Kinski führte kurzerhand selbst Regie und besetzte auch noch seinen kleinen Sohn Nikolai als Achille Paganini.

Nikolai spielt überraschend gut, Klaus Kinski gewohnt irre. Ich frage mich, ob Kinski sich der Rolle anpasste oder ob er das aus Paganini machte, was er irgendwie immer verkörperte: einen Getriebenen – maßlos und wahnsinnig. Gewisse Übereinstimmungen scheint es zwischen Paganini und Kinski gegeben zu haben, zumindest waren beide jungen Frauen (bei Kinski immerhin volljährig) sehr zugetan. Das belastet auch “Kinski Paganini”, der unkritisch zeigt, wie der Geigenvirtuose junge Maiden im Dutzend defloriert.

Ein maßlos delierendes Porträt, sagt der Kinoflyer und meint damit wohl den hektischen Schnitt zwischen bunten Bildern, die fast die kompletten 80 Filmminuten lang mit anstrengendem Stakkatogefidel unterlegt sind. Ob das Kunst ist? Auf alle Fälle ist es 100 Prozent Kinski. Der Paganini-Film war sein einziger als Regisseur und sein letzter überhaupt.

Heute abend seh ich mir im Monopol-Kino an der Münchner Freiheit “Jesus Christus Erlöser” an. Update: Review hier.

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