Wenn die mütterlichen Anrufe mit der Frage, was man sich als Geschenk wünsche und wann man denn nach Hause komme, regelmäßiger werden, dann hat entweder man selbst bald Geburtstag oder Jesus. Für manch bedauernswerten Zeitgenossen gilt sogar beides. Dem heraufziehenden Beschenkungs- oder Wichtelstreß zum Trotz kann man der Vorweihnachtszeit durchaus angenehmen Ritualcharakter abgewinnen, in dem man verbal z.B. den Konsum geißelt, während man Dominosteine futtert und sich mit Glühwein oder (für Fortgeschrittene) Feuerzangenbowle sediert.
Aber nicht nur das. Der bei uns allen ähnliche Wissenspool aus Kindheitserinnerungen, Traditionen und christlichem Überlieferungsunterbau bietet sogar die Möglichkeit, weihnachtliche und weihnachtskritische Geschichten zu kreieren und kuschelig bei Kaminfeuerbeflackerung zu genießen.
Das ist der Plan für die Lesung “mit einem Hauch von Zimt”. Die war im letzten Jahr schon ein gutbesuchter Knaller (Fotos hier), also dachten Alex Schwarz, der Wirt der Niederlassung und ich, das könnte, sollte, müsste man wiederholen. Und weiter dachten wir, dass es sehr unterstützenswert ist, dass der KlinikClowns e.V. kranken Kindern u.a. in Münchner Krankenhäusern ein Lächeln schenkt, und deshalb – jetzt kommt eins zum anderen – spenden wir 50 Prozent des Gewinns aus Eintrittsgeld und Getränkeverkauf an den Verein.
Kommt also zahlreich für Unterhaltung, Kunsterlebnis, guten Zweck und um diese Autoren zu bestaunen, die sich 2010 mit mir auf die Bühne trauen:
Michi Sailer stand mit den “Schwabinger Schaumschlägern” (u.a. Moses Wolff) schon fast 150 Mal auf der Bühne des Vereinsheims in der Occamstraße. Heute gibt es keinen aktuellen Rundumschlag und keine Ablenkung durch Mitstreiter oder Lesebühnengäste, sondern ihn allein und nur sein Bestes. Pressetext:
Michael Sailers Geschichten vom „Schwabinger Krawall“ und seine Kurzkomödien um Vater, Mutter und Bub sind seit Jahren eine Institution, nicht nur gedruckt in der „taz“ und diversen Büchern, sondern auch im Vereinsheim – bei „Blickpunkt Spot“ und den Schwabinger Schaumschlägern. Seine Kolumne „Belästigungen“ im IN München sorgt alle 14 Tage für Aufsehen, Grinsen, Zustimmung und erbostes Kopfschütteln. Aber Sailer hat, seit ihm mit 5 Jahren das erste Mal ein Bleistift in die Hände geriet, auch ganz andere Sachen geschrieben: Romane, Kurzgeschichten, Reportagen, Gedichte, Theaterstücke, Essays und vor allem jede Menge Schmarrn. Vieles davon ist verstreut in Büchern und Zeitschriften erschienen, aber noch mehr blieb bislang ungedruckt und unerhört – nun steht er erstmals ganz alleine auf der Bühne und wühlt tief im Archiv, vom allerersten Roman „Der geheimnisvolle Pfarrer“ (kurz nach der allerersten Religionsstunde entstanden) bis hin zum allerletzten Gedicht.
20 Uhr im Vereinsheim, Occamstraße 8, U3/U6 Münchner Freiheit.
Links Christian Bruhn, rechts Günther Gebauer. Bruhn ist Komponist, Produzent und Keyboarder des Captain Future Soundtracks von 1980, Gebauer spielte damals den Bass.
Das Captain Future Project spielt die Originalmusik der Zeichentrickserie live. Der letzte Gig fand gestern vor circa 120 begeisterten Fans in der Elli Disco statt. Anwesend war auch Christian Bruhn, der den Captain Future-Soundtrack 1980 komponiert und produziert hat. Ich nutzte die Gelegenheit, um dem Schöpfer des wahrscheinlich großartigsten Zeichentricksoundtracks aller Zeiten ein paar Fragen zu stellen. weiterlesen »
Am Donnerstag, dem 9. Dezember veranstalten die Bar Niederlassung und ich wieder eine Lesung mit weihnachtlichen und weihnachtskritischen Storys. 50 Prozent des Gewinns aus Eintritt und Getränkeverkauf gehen an die KlinikClowns, einen gemeinnützigen Verein, der u.a. kranken Kindern in München ein Lächeln schenkt.
Derzeit stelle ich gerade die Liste mit den vorlesenden Autoren zusammen. Dabei freue ich mich auf Vorschläge bzw. Bewerbungen. Wer will, schreibt mir an deef[at]gmx.de.
Ein lockerlässiger Blogger- und Lokaljournalistentreff fand gestern im Puerto Giesing, dem diesjährigen Münchner Place-to-be statt: Monaco Mob. Ein paar Fachgesprächsrunden plus unpluggedte Livemusik plus circa 20 sich präsentierende Webangebote, Printmagazine und Radiosender ergaben 100 bis 150 zufrieden wirkende Gäste. Veranstaltet wurde das Treffen von der Stadt-Plattform mucbook.de, die damit ihr Einjähriges feierte.
Ist Monaco Mob eine Art re:publica des Südens und wie unterscheidet sich mucbook.de von anderen Webredaktionen aus München habe ich Mucbook-Chef Marco Eisenack im obigen Video gefragt. Gemafreie Musik in diesem Clip von DJ Chris.
Ein Mann wird an einem Strand angespült und erinnert sich an nichts, was vor diesem Augenblick in seinem Leben geschehen ist. Doch anscheinend ist er nicht allein mit diesem Schicksal. Ohne Erinnerung und ohne Trinkwasser beginnt er eine Reise zwischen Realität, Traum und Wahnvorstellung, auf der er nicht nur einen Fluchtweg von der Insel, sondern vielmehr seine eigene Identität zu finden hofft … weiterlesen »
Ich bin ein Freund von Hörspielen, Poetry Slams und Lesungen und freue mich immer, wenn es neue Veranstaltungen gibt. Die Tage wurde ich von den der Gruppe Hörspieler München eingeladen, deren nächstes Livehörspiel am Samstag, dem 23.10.2010 zu erleben.
Alleine die beteiligten Sprecher – u.a. die deutschen Stimmen von Ned Flanders und Mark Wahlberg – klingen vielversprechend. Die Veranstaltung kann man hier bei Facebook vormerken. weiterlesen »
Tanzen unter fehlender Deckenverkleidung, trinken an einer Bar aus übereinandergeschichteten Holzpaletten. Puerto Giesing räumt mit dem Klischee vom “geleckten” München auf. Foto von Deef.
Wenn man an Clubbing in München denkt, dann eher an “neu, schick und teuer” als an “alt, runtergekommen und improvisiert.” Das ist schade, vor allem für Leute wie mich, die auf marodes Flair stehen. Zum Glück gibt es das aber auch in München. Zum Beispiel im erstklassig runtergerockten Puerto Giesing. Das ehemalige Hertie-Kaufhaus in der Tegernseer Landstr. 64 (U2 Silberhornstraße) wird seit dem Frühjahr von Künstlern und Veranstaltungsmachern als Atelier, Ausstellungsfläche und Partyort genutzt und hat sich wochenends zu einem Club mit ausgezeichnetem Booking gemausert. weiterlesen »