Aug
01
2012
1

Dialogfetzen: Shitstorm in der Fäkalcommunity

Hochspannung - Foto von Deef

“Welche Puppe wärst du gern.” “Eins von den Rattenviechern in der allwissenden Müllhalde. Und du?” “Die Quietschboys.” // “Äh…” “Sorry. Ich bin noch nicht richtig wach und diese Diät zerrt an meinen Nerven.” “Vollstes Verständnis. Fetten Borderlinern mit Kohlenhydrahturkey und jahrelangem Sexentzug kann das schon passieren. Komm ich drück dich. Im Schritt.” // “Ich bin nicht psychisch instabil! Ich nehme die gleiche Dosis wie immer!” // “Warum sind Sie Single?” “Ich habe wohl einen Hang zu Männern , die nichts können, außer gut aussehen.” // “Welche Lindenstraßen-Figur wärst du gerne?” “Schwierig… Gab’s da einen erfolgreichen Selbstmörder?” // “Du erinnerst dich: ich bin die mit den Haaren. Mit den dunklen Haaren. Nicht eine der anderen unhaarenden Bitches.” // “Das ist nichts, GAR NICHTS! Erleb mal einen Shitstorm in der Fäkalcommunity!”

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Jul
07
2012
6

Radiodiskussion: Warum werden Videogames nicht als Kulturgüter gesehen?

Symbolbild: Street Art in Berlin - Foto von Deef
Street Art in Berlin – Symbolfoto von Deef

Warum gilt Spielen als minderwertig im Vergleich zu Bücherlesen und Theater- oder Kinobesuch? Warum finden Videogames kaum im Feuilleton statt? Was gibt es zum Thema Klischees, Rollen und Gewalt zu sagen? Den Fragen will DRadio Wissen heute ab 11 Uhr in einer Talksendung nachgehen. Zu hören im Digitalradio DAB und hier. Mit Moderatorin Vera Linß diskutieren Christian Schiffer, Gunnar Lott und ich. Update: Die Sendung kann man hier nachhören.

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Jun
09
2012
32

Beinahvergewaltigung in Tomb Raider: “Na und?” oder “geht’s noch?”

Da steckt so vieles drin, was emotionalisiert und eine Diskussion ver-un-sachlichen kann: Videospielekritik an sich, Kinder, Gewaltdarstellung, Vergewaltigung sowie Meinungs- und Kunstfreiheit. Und noch viel mehr, was man reininterpretieren kann: die Befürchtung, der Diskutant sei pro Zensur und Verbote, würde Moralisten, Zeigefingerhebern oder Spielkulturmissverstehern das Wort reden. Und trotzdem kann man darüber eine sachliche Diskussion führen. Sogar auf Twitter.

Diskutieren auf Twitter? Viele haben damit schlechte Erfahrungen gemacht, wie der Searchstring “twitter nicht diskutieren” zeigt. Aber es geht doch, wie man gleich hier lesen kann. Zunächst das Thema:

Das Video zeigt Spielauschnitte aus dem kommenden Tomb Raider, das im März 2013 erscheinen soll. Ab 2m16s ist in diesem Video oder bei PC Games noch ausführlicher zu sehen: Heldin Lara Croft wird beinah vergewaltigt und kann sich nur dadurch retten, dass sie den Angreifer aus nächster Nähe erschießt. Letzteres sehen wir nicht, aber danach taumelt sie blutbespritzt und traumatisiert davon. (UPDATE in diesem Kommentar) weiterlesen »

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Mai
26
2012
1

ESC-Finale 2012: ein Opa, viele Omas, Schmalz, Clubbeats, Balkanstyle und ein dänischer Lichtblick

Heute Abend feiert der Eurovision Song Contest sein Finale in Baku, zu sehen ab 21.00 Uhr im Ersten. Hier alle 26 Songs im ehrlichen Verri… äh Überblick – inklusive Stilanalyse und Erfolgsaussichten. Update mit den Ergebnissen ganzen unten.


Großbritannien: Engelbert Humperdinck – “Love Will Set You Free”

In den 80ern war Engelbert der Tom Selleck unter den Schnulzenonkels, wie man sich z.B. hier nochmal anschauen kann. Der Bart ist ab, der Nachname dran und Engelbert sieht jetzt aus wie Johnny Cash in seiner letzten Lebensphase (Vergleiche hier und da). “Love will Set You Free” ist eine ruhige Walzer-Ballade, die ohne Schlagerkleister und Bombastorchester auskommt. Wenn – sagen wir mal – Gossip das coverten, wär’s ein Hit. Und Engelbert? Der hat immerhin angeblich 150 Millionen Alben verkauft – wenn Europa ein Country for old Men ist, wird der sanfte Opa den ESC gewinnen. Nicht? Na gut, dann schickt Großbritannien nächstes Jahr seine andere Geheimwaffe: Roger Whittaker. weiterlesen »

Dez
29
2011
2

Meine Spiele des Jahres 2011

Polyneux.de sammelt die Lieblingsspiele von Bloggern und erstellt daraus eine Gesamtbewertung. Hier meine vier Games des Jahres und weitere vier, die es nicht geworden sind:

1.) Portal 2 (Amazon-Link): Portal 1 hatte ein neues Genre groß gemacht: den Shooter ohne Waffe. Oder wie die englische Wikipedia es nennt, ein “single-player first-person puzzle-platform sci fi video game”. Der erste Teil hatte mich so begeistert, dass ich nicht glaubte, es könnte im zweiten Teil besser werden. Ich irrte. Portal 2 sieht hübscher aus als der Vorgänger und führt die Handlung in doppelter Hinsicht fort (was zwischen den beiden Teilen geschah erzählt ein kostenloser Download-Comic). Portal 2 ist ein Sequel, erzählt aber auch sehr charmant die Vorgeschichte des ominösen Forschungseinrichtungsunternehmens Aperture Science, welche man am Ende von Teil 1 sprengt. Wiedersehen mit der bösartigen, durch bewegliche Kameras repräsentierte, Computer-Persönlichkeit GlaDOS inklusive. Sie macht schon im ersten Monolog klar, wie sie zur weiblichen Spielheldin Chell steht: “Ich glaube, wir können unseren Streit beilegen. Der Wissenschaft zuliebe…du Monster!” Ein geniales Spiel. Um so wunderbarer, da es zusätzlich zur ausgezeichneten Einzelspielerkampagne viele Koop-Level für zwei Spieler per Splitscreen und online enthält. Hört Ihr das Spiele-Entwickler? So muss das! Der ultimative Review zum Spiel steht im Agitpopblog. weiterlesen »

Nov
27
2011
-

Halt auf freier Strecke

Der Regisseur Andreas Dresen ist der Meister der Trostlosigkeit. In “Halbe Treppe” zieht er zwei befreundeten Pärchen durch einen gemeinsamen Seitensprung den Boden unter den Füßen weg. Im Dokumentarfilm “Herr Wichmann von der CDU“, zeigt er den erfolglosen Wahlkampf eines motivierten, aber unbeholfenen Bundestagskandidaten in der Uckermark. In “Willenbrock” gerät das Leben eines untreuen Gebrauchwagenhändlers nach einem häuslichen Einbruch völlig aus den Fugen. In “Wolke 9” gönnt er einer fast 70jährigen einen Seitensprung und Glücksgefühle, zerstört sie aber kurz darauf, denn ihr betrogener Ehemann nimmt sich das Leben.

Seit einer Woche ist Dresens neuster Film im Kino: “Halt auf freier Strecke” (offizielle Seite, Wikipedia). Die menschlichen Katastrophen, die Dresen bisher seinen Protagonisten zumutete, waren vor allem selbst verschuldet. Diesmal lässt er die Tragödie aus dem Nichts zuschlagen, was dem Film auf der nach oben offenen “Runterzieh”-Skala einen Wert nahe unendlich verleiht. (Achtung Spoiler im folgenden Text). weiterlesen »

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Nov
26
2011
-

München Ende November

Rolls vor Dallmayr - Foto von Deef

Rolls vor Dallmayr

Gaukler beim mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf dem Wittelsbacherplatz - Foto von Deef

Gaukler auf dem Wittelsbacherplatz

Kutschfahrt für Zwei, bitte - Foto von Deef

“Kutschfahrt für zwei, bitte.”

Er sagte, er sei Weltmeister in der Disziplin Königsbart - Foto von Deef

Er sagte, er sei Weltmeister in der Disziplin “Königsbart”.

Der rechte Turm friert - Foto von Deef

Der rechte Turm friert.

Weihnachtsmarkt an der Münchner Freiheit - Foto von Deef

An der Münchner Freiheit duftet’s nach Zimt.

Sep
25
2011
1
Sep
22
2011
-

Warum die Piratenpartei erfolgreich ist

1992 war Politikverdrossenheit das Wort des Jahres. Spätestens seit der Zensursula-Debatte im Jahr 2009 zeigt sich allerdings ein stärkeres Interesse an Entscheidungen und Mitsprache. “Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen”, twitterte damals vielbeklatscht und oft zitiert Max Winde als Reaktion auf den Vorstoß der damaligen Bundesregierung, das Internet vom Bundeskriminalamt filtern zu lassen. Am vergangenen Sonntag erzielte die Piratenpartei rund 9 Prozent der Stimmen bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und zieht damit erstmals in ein deutsches Parlament ein. Ein Erfolg aus dem Nichts oder Folge einer langen Entwicklung?

Betrachten wir drei Dinge: Auftreten, Persönlichkeit und Kompetenz der Protagonisten unserer politischen Landschaft. weiterlesen »

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Aug
11
2011
5

Satire im Netz

Street Art mit Angela Merkel in München - Foto von Deef

Geschätzte Leser, auf der Suche nach Satire im Netz habe ich folgendes gefunden: weiterlesen »

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Jul
23
2011
4

Reklame aus der Hölle

Reklame aus der Hölle - Foto von Deef

Ob diese Reklame ein positives Licht auf das beworbene Produkt wirft? Auf die Werber, die Ekelüberschriften und eine kopflose Frau als Blickfang für ein Intimhygienepräparat in Ordnung finden, jedenfalls nicht. Natürlich kann man für ein Scheidenpilzmedikament werben und Scheidenpilz beim Namen nennen. Aber “Geruch” im Kontext von Geschlechtsteilen auf einem 18/1-Großflächenplakat ist nicht nur geschmacklos, sondern abstoßend.

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Jul
09
2011
-

So sah die CSD-Parade 2011 in München aus

Fotos vom Christopher Street Day in München am 9. Juli 2011. Größer durch Klick.

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Jun
07
2011
3

Der Volkszähler war da

Der Volkszähler war bei mir - Foto von Deef

Letzte Woche hatte er mir einen Brief in den Kasten geworfen. Ich gehöre zu den 9,5% Befragten der Haushaltsstichprobe des Zensus 2011. Eine Telefonnummer hatte er mir dazugeschrieben für eine Terminabsprache. Kein Anschluss unter dieser Nummer. Eine Servicenummer vom Amt gab’s auch. Ständig besetzt. Aber wozu machte ich mir überhaupt die Mühe? Er musste ohnehin wiederkommen.

Und das war eben der Fall. Ich öffnete die Tür, er – schmächtig, Glatze, Mitte 50, in kurzen Hosen und mit Sportrucksack ausstaffiert – sagte mit Gerhard-Polt-Stimme: “Ich bin dein Volkszähler.” weiterlesen »

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Mai
10
2011
2

Dialogfetzen: Die wirkliche Welt

Stencil Street Art in München - Foto von Deef

“Wir haben ihn in unser wunderschönes Wellnessressort auf Kuba eingeladen, aber dann hat er meinem Kollegen die Waffe entrissen und sich…” // “Duht Sie störe, dass i’ im Abteil telefonier?” “Im Prinzip nein. Nur Ihr Dialekt. Weisch?!” // “In was für einem Regierungssystem leben Sie?” “Demokratie” “Und was trendet bei Ihnen?” “Vorratsdaten. Zensur. Jugendarrest. Vergeltung…” //  “Eine Zeitung, der Herr?” “Gewiss. Haben Sie SZ? FAZ? Tagesspiegel? Taz?” “Nur die Welt Kompakt.” “Moment, Sie sagten doch Zeitung oder?” // “He! Zugführer! Wo issn hier die nerdste Klasse?” “Haben Sie denn die Nerdcard 50?” “Logan, Alter!” // “Und wie findest du Twitter so?” “Obwohl es dem traditionellen deutschen Lebensmotto ‘Fresse halten, Steuern zahlen’ widerspricht, ganz gut” // “Genieße Deine Zeit.” “Da ist nichts, wofür der Gott der Biomechaniker dich in den Himmel lassen würde.” // “LEUTE, SCHNELL! Ein abwertendes Adjektiv für einen Style!” “Flott.” “Frech.” “Pfiffig.” “Gott, Ihr müsst immer gleich übertreiben…” // “Männer sind so grausam. Jetzt wird den Frauen auch noch von den Schwulen der Look ‘Fielmann-Brillen-Lesbe’ weggenommen.” // “In welchem Film hättest du gern mitgespielt?” “Eiskalte Engel.” “Welche Rolle?” “Alle.” // “Wann kauft Twitter eigentlich Myspace?” “Wen?” // “Die nehm ich mal unter die Hupe.” // “Wie war der PoetrySlam?” “Gut wie immer. Rapper reimten, Schreihälse schimpften + am Ende gewann ein Deutsch-LK-Mädchen mit nem Emogedicht” // “This is like Gilligan’s Island meets Ground Hog Day. In hell.” // “Sei froh, dass du mich noch nicht geil erlebt hast” “Bin ich. Du Monster. Ich liebe dich.” “Ach, als ob so eine männliche Nympho-Bi-Schlampe wie Du wüsste, was das für ein Wort ist! Haste in Deiner GALA gelesen, was?” //  “Was für eine Welt ist das?” “Die Wirkliche.”

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Mai
05
2011
19

Ein Herz für Selbstdarsteller

Stencil Street Art in München - Foto von Deef

Sie sind in den Medien, auf Konferenzen und im überall Netz: zur Marke gewordene Internetpersönlichkeiten. Ihre heftigsten Kritiker werfen ihnen Eitelkeit und Geltungssucht vor. Ist das berechtigt? Und wenn: na und?

Es gab diese Zeit, da lernten Kinder erst laufen und sprechen, dann still sitzen und den Mund halten. Als ich Ende der 70er im Kindergarten und Anfang der 80er in der Grundschule war, begann sich eine bessere Erziehung durchzusetzen: Kinder wurden neuerdings nach ihrer Meinung gefragt und sollten sich kreativ austoben. 30 Jahre danach sind die Kinder dieser und späterer Jahrgänge erwachsen und ein Teil von ihnen schreibt das Internet voll. Ein paar davon sind mit ihren Veröffentlichungen so erfolgreich geworden, dass man sie auch offline kennt.

Kreative Selbstvermarkter haben sich von der Medienkonsumentencouch erhoben. Jedes 68er-Lehrerkollegium und Bert Brecht, der sich schon vor über 80 Jahren Bürger als sendende Medien wünschte, würden sich freuen. Manche andere sind dagegen genervt und wütend. So ist z.B. unter einem jetzt.de-Artikel über Internetmenschen der Kommentar zu lesen, das seien „irrelevante Zivilversager“, die nur „Selbstbeweihräucherung“ betrieben. weiterlesen »

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