Kurz bevor die WM-Euphorie Deutschland überkam, bevor Straßen zu Fanmeilen mutierten und bevor auch Menschen mit Verstand Deutschlandflaggen hissten, saß ich im Frühling 2006 in der Redaktion eines Radioprogramms und dachte darüber nach, wie ich Plätze für sogenannte Players Escorts verlosen soll. Vor allem, wie ich den Preis benenne. Ich war kurz zuvor bereits beim Übersetzen von “Public Viewing” gescheitert und wollte diesmal unbedingt einen deutschen Begriff.
Players Escorts sind Kinder, die z.B. Fußballspieler an der Hand aufs Feld führen. In den Sinn kamen mir “Eskorten-Kinder” (verwandt mit Retortenkindern?), “Auflauf-Kids” (zartes Fleisch im Kartoffelschlafrock?) und “Einlauf-Kinder” (Kochwäsche oder Klistier?). Natürlich verwarf ich all das.
Nichtsdestotrotz gibt es Leute, die anders assoziieren als ich oder einfach schmerzfrei sind. Ein Handballverein sucht Auflaufkinder, ein Privatradio “Einlaufkids” und Youtube und Google fördern ein breites Spektrum von glücklichen Kindern beim sportlichen Einlauf zutage.
Ich entschied ich mich damals für “Spieler Eskorte”. Das war nicht besonders kreativ, aber weit entfernt vom Bild, was sonst entstanden wäre: “Das wird ein unvergesslicher Moment für Ihren Sohn oder Ihre Tochter, der gemeinsame Einlauf, Hand in Hand mit den Fußballstars, während zehntausende Fans im Stadion und Millionen Fernsehzuschauer zusehen.”