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Danke an die Veranstalter, denn die re:publica’09 hat Spaß gemacht. Ich werde wohl auch nächstes Jahr wieder hinfahren. Ein paar Dinge dürfen aber 2010 gerne besser sein. Das WLAN war ausfallgeplagt und eher Ausnahme als Regel. Zu viele Veranstaltungen legten Wert darauf, Neulinge in Themen einzuführen, statt Tiefe für Fortgeschrittene zu bieten. Insgesamt habe ich zu oft die üblichen Verdächtigen gesehen und zu wenig Kontroversen erlebt. Wie Tessa hier schreibt, wünsche auch ich mir mehr junge Wilde, mehr freche Frauen und mehr Skeptiker. Und zwar sowohl auf den Bühnen als auch im Publikum.
Apropos freche Frauen. Da gab es erfreulicher Weise schon einige. In den Veranstaltungen “Feministische Netzkultur” und “Wenn Frauen bloggen” haben mich aber die länglichen Besprechungen der Frage “wie geht Ihr in Eurem Mädchenblog eigentlich mit negativen Kommentaren von Männern um” verwundert. Böse Kommentare gibt es in fast jedem Blog. Einfache Regel: Entweder man kann sie ab und lässt sie stehen oder man löscht selbstbewusst. Nur öffentlich Jammern sollte man nicht, denn dann haben die Trolle gewonnen.
PS: Die Twitterlesung war zum Schreien komisch.
“Oaaaaar, es gibt hier kein Internet. ICH STERB!” // “Wo ist eigentlich Saschas Lobotomie?” // “Guck mal, der Tüp vor uns hat neun Follower. Aber Tweetdeck benutzen, ey!” // “Bin gleich soweit – ich will das nur mal schnell wegbloggen.” // “Laden wir doch mal die Seite und schauen, wie die performt.” // “Und jetzt werfen wir einen Blick auf SEO-Typen, sogenannte Pro-Blogger und anderes Gesindel.” // “Schutzräume für weibliche Blogger find ich total wichtig.” // “Hier haben wir einen dunkelgrauen, aber nur fast schwarzen Hintergrund und nicht lesbare Schriften. Designerblog halt.” // “Ich betreibe Gestaltungsverweigerung als bewusste Entscheidung.” // “Ich alte Chauviesau kann mich einfach nicht dran gewöhnen, dass total niedliche Mädchen, von denen man annehmen könnte, dass sie mit Puppen spielen, politische Präsentationen halten. Auf Englisch und mit Videos und so. Weeste?” // “Give me WLAN and no one gets hurt!”
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