Mrz
20
2011
14

Konrad Lischka und das “Netz der Ignoranten”

Ich bin eine zarte Wildblume... - Stencil Street Art in München - Foto von Deef

Konrad Lischka (Wikipedia, Homepage, Twitter) von Spiegel Online hat sich vorgestern – in gewisser Weise zurecht – über Menschen aufgeregt, die sich ignorant zur die Katastrophe in Japan äußerten. Sein Artikel dazu hier.

Aus meiner Sicht schwingt in dem Text (vielleicht unbeabsichtigt?) eine internetkritische Haltung mit, die ich in ihrer Pauschalität für faktisch falsch halte und die man als wohlfeilen Kulturpessimismus verstehen kann. Denn: es gab schon immer ignorante Menschen, das Internet macht sie nur sichtbar.

Der Artikel stellt zwar die Ignoranten in den Mittelpunkt, geizt aber nicht mit Sätzen wie “Im Netz der Ignoranten”, “das Internet, ein globales Dorf” oder “Auffällig ist, wie viele Menschen im Netz diese Fehleinschätzung teilen”. Diese Stoßrichtung von Lischkas Text kritisierte ich in einer Twitternachricht, die sich für mich überraschend zu einer Diskussion mit Konrad Lischka entwickelte. Meine Überraschung war positiv in der Hinsicht, dass ich nicht damit gerechnet hatte, dass ein Spiegel-Online-Autor versucht, sich mir und der Twitter-Öffentlichkeit gegenüber zu erklären bzw. zu rechtfertigen.

Ob ihm das gelungen ist, lässt sich hier beurteilen: weiterlesen »

Jun
24
2008
4

Was vom Mann noch übrig ist

Der Spiegel widmet dem deutschen Mann ein Titelthema. So scheint es, dabei geht es eigentlich um die weibliche Emanzipation. Zehn Autoren beschreiben auf elf Seiten den aktuellen Stand der Gleichberechtung und dem Weg dorthin in den letzten Jahrzehnten. Das ist eine nette, streckenweise sogar interessante Fleißarbeit, aber kein knalliges Heft-Verkäufer-Thema.

Deshalb versieht der Spiegel das Thema “50 Jahre Emanzipation” leider mit dem dick gedruckten Untertitel “Was vom Manne noch übrig ist”. Genauso irreführend wie blöde, denn Männer haben, wie der Artikel auch sagt, durch die Emanzipation viel gewonnen. Sie sind akzeptiert, wenn sie Kinder erziehen, Gefühle zeigen, private Beziehungen pflegen und sich von der patriarchaischen Rolle als Familienernährer und -bestimmer distanzieren.

Aber nicht nur der Titel ist schlecht gewählt. Der Artikel erzählt viel über Gesetze, Frauengruppen, Alice Schwarzer usw. vernachlässigt aber einiges der aktuellen gesellschaftlichen Realität. Zum Beispiel, weiterlesen »

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , , , |
Aug
02
2006
1

Deutschland, Deine Kinder sind arm. Äh… reich!

Das schöne (aber verwirrende) am Journalismus ist, man kann je nach Auswahl und Interpretation der Quellen erzählen, was man will. Beispiel gefällig?

- SPON 28. Juli: Jedes sechste Kind lebt in Armut
- SPON 1. August: Kinder sind so reich wie nie

Dass ich SPON noch lese, lässt sich auch nur noch mit meinem Hang für Trash stilvoll begründen…

Geschrieben von Deef in: Der ganze Rest | Tags: , |

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