• Airens STROBO gelesen von Deef - alle Lesungstermine hier
Apr
30
2009
12

AIDS-Kampagne von Wirklichkeit eingeholt

Lucy von den No Angels wirbt für eine Anti-AIDS-Kampagne (c) vergissaidsnicht.de

Lucy von den No Angels wirbt für die Anti-AIDS-Kampagne vergissaidsnicht.de. Slogan: “Ich habe AIDS  …nicht vergessen”. Bestimmt hat Lucy das nicht, da die HIV-Infektion ihrer Bandkollegin vor kurzem durch alle Medien ging (z.B. Spiegel online).

Die Kampagne wird dadurch aber nicht authentischer, sondern völlig unglaubwürdig, denn das saubere Image der No Angels ist durch die Medienberichterstattung zumindest hinsichtlich der AIDS-Thematik ruiniert. Das ist ähnlich, wie wenn ein des Dopings bezichtigter Sportler für “Keine Macht den Drogen” werben würde.

Die Frage, ob Lucy dafür etwas kann, ist nicht der Punkt, sondern alleine die positive Werbewirkung, die bei ihr so nicht mehr gegeben ist. Folgerichtig hätte man ihr Motiv schnellstmöglich zurückziehen müssen. Man hat nicht nur versäumt es in Printtiteln auszutauschen (siehe oben), sondern lässt es auch noch online (PDF) stehen.

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Apr
06
2009
2

Nicht nur Banken, auch das Klima retten

Nicht nur Banken, sondern auch das Klima retten - Foto von Deef
“Angie, you can: Nicht nur Banken, auch das Klima retten!” (c) Greenpeace – Foto von Deef

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Mrz
20
2009
6

Zuverlässig enttäuscht von Ihrer Bahn AG

Der düsterste Werbebrief der Welt - Foto von Deef

Ich vermute, die Werbeagentur der Bahn setzt auf die Neugier der Menschen.  So ein uuuunbändiges Verlangen, welches immer Auftritt, wenn man einen Brief der Bahn im Briefkasten findet. Der BAHN! Natürlich reißt man ihn sofort auf, um zu erfahren, was einem das beliebteste Transportunternehmen Deutschlands schickt. Neue Bahncard-Schnäppchen? Einen Gutschein für ein pappiges Mitropa-Brötchen? Schaffnerinnen-Titten-Bilder?

Ich vermute all das, weil ich heute einen werbeagenturmäßig voll durchoptimierten Brief der DB Fernverkehr AG erhielt. Ein leeres Blatt mit dem Hinweis “Erst ins Licht halten, dann im Dunkeln lesen”. Vor Neugier platzend machte ich die Faxen brav mit, Leuchttinte wurde leserlich und offenbarte einen Werbetext über…

…Nachtzüge. Ich bin sehr enttäuscht. In der Hinsicht sehr zuverlässig die Bahn.

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Feb
14
2009
3

Kussaktion in München

Kussaktion in München - Foto von Deef
Küssender Freezemob auf dem Karlsplatz – Foto von Deef

Marco Wanke küsst gerne. Der Eventmanager ist im vergangenen Jahr mit dem Ziel durch Deutschland getourt, innerhalb von zehn Tagen 1000 Frauen zu küssen (siehe seine Seite, rp-online, Westen). Heute eine neue Aktion: Punkt 12 Uhr mittags versammelte er auf dem Stachus in München einen küssenden Freezemob (Menschenauflauf, der in der Bewegung innehält). weiterlesen »

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Jan
12
2009
3

Die Welt aus Sicht einer Vagina

[via Turi2 und Brandrepublic]

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Jul
28
2008
3

Für was steht nochmal die CSU?

Es ist Landtagswahlkampf in Bayern und so wirbt die CSU am Gärtnerplatz:

CSU, die selbsternannte Umweltpartei - Foto von Deef

Das überrascht. Es handelt sich doch tatsächlich um die Partei, deren Vorsitzender Erwin Huber laut Spiegel Online gerade den Atomausstieg “dumm und töricht” nannte.

Immerhin findet die Veranstaltung, für die das oben abgebildete Plakat wirbt, heute im Hofbräuhaus statt. Das erinnert daran, für was die CSU steht: für bierseligen Bayernlobbyismus konservativster Sorte.

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Jul
14
2008
5

Kaputt machen! Kaputt machen!

Werbung mit höchsten Trash-Faktor: Der Hersteller des Luxus-Küchenmixers Blender (das günstigste Modell für 399,95 $) lässt einen Pseudowissenschaftler Alltagsgegenstände und technische Geräte schreddern. Zum Beispiel iPod, iPhone, Videokamera, Golfbälle, Leuchtsticks usw.

Die sinnlosen, aber sehenswerten “Versuche” beginnen mit der immer gleichen Frage “Will it blend?” (soviel wie “lässt es sich mixen?”) und enden mit dem immer gleichen Ergebnis: einem Haufen Staub.

Check it out, but don’t try this at home.

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Jul
03
2008
0

Die Google-Formel mit der geheimen Zutat

Angeblich liegt in einem Tresor in Atlanta ein Umschlag mit einem wertvollen, wenn nicht sogar unbezahlbaren Inhalt: die geheime Coca-Cola-Rezeptur, die Geschmacksformel, die angeblich nur eine Handvoll Menschen je zu sehen bekommen hat.

Die Geschichte ist, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, eine moderne Legende. Lebensmittelchemiker bekommen mit etwas Herumgetüftel und den richtigen Zutaten eine Brause hin, die genauso schmeckt wie Coke. Theoretisch. Denn wenn nicht Coke auf dem Etikett steht, dann glaubt man nicht, dass es genauso schmeckt. Die Marke hat Anteil am Geschmackserlebnis.

Im Californischen Mountain View befindet sich die Zentrale von Google. Dort steht in einem atombombensicheren Keller ein nicht mit dem Internet verbundener Rechner, auf dem die geheime Google-Suchroutine mehrfach verschlüsselt gespeichert ist. Klingt glaubhaft, nicht wahr? Hab ich aber erfunden.  Denn Googles Suchtechnologie ist die moderne Coca Cola-Legende. Nehmen wir mal an, die Yahoo-Suche oder ask.com benützten den gleichen Algorhythmus wie Google, würde das wahrgenommen werden? Würde man Google dann den Rücken kehren? Nein, denn so wie Coke die Nummer 1 der Cola-Marken ist, ist Google die Nummer 1 der Suchmachinen-Marken.

Natürlich muss der Schein gewahrt werden. Google treibt die Legendenbildung clever voran und schützt sein “Geheimnis” genau wie es der Hersteller der braunen Brause aus Atlanta schon immer getan hat. Die Konkurrenz hilft fleißig mit. Am Dienstag hat ein US-Gericht eine Klage abgewiesen, die Google zwingen sollte, den geheimen Suchalgorhytmus herauszugeben.

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Mrz
12
2008
0

Be Berlin – oder: Fast sowas wie Stadtmarketing

Berlin ist die Stadt in Deutschland. Nichts ist größer, untergrundiger, schmutziger, vielschichtiger und aufsaugender als diese Metropole, die vieles andere in Europa in die Tasche steckt. Ein Selbstläufer für eine Werbeagentur. Die neue Kampagne für die Hauptstadt, “Be Berlin“, kann also nur super werden. Wir lesen:

“Berlin ist einzigartig, tolerant, weltoffen, lebens- und liebenswert. Berlin ist Alltag und wilde Party, Kiez und Kultur. Zuweilen rau, aber immer ehrlich und mit Herz. Und Berlin ist immer in Bewegung. Keine andere Stadt der Welt verändert sich so rasant, leicht und unkompliziert und behält dabei trotzdem ihren so charakteristischen, eigensinnigen und unverwechselbaren Charakter. Dieses Bewusstsein soll nun bei den Berlinerinnen und Berlinern neu gestärkt werden.”

Wilde Party, herzlicher Kiez und leichte Kultur – klingt wunderbar, aber dürfte es für unsere Hauptstadt nicht eine Prise monumentaler sein? weiterlesen »

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Feb
13
2008
6

“Du bist dufte und deine Eltern schwul”

Kinder sind dreckig, nervig, teuer, aber das Tollste auf dieser Erde. Das ist die Botschaft dieses hübsch aufgemachten, aber fragwürdigen Filmchens aus der Reihe “Du bist Deutschland”, die unser Land kinderfreundlicher machen soll. Der Werbespot ist bei weitem das Beste an der Propaganda-Kampagne. Gestern verblüffte mich eine ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen mit dem Text:

“Du sagst jetzt ‘fett’ statt ‘cool’. Deine Freunde nennst du ‘Digger’, deinen Französischlehrer ‘echt krass’ und uns manchmal ‘voll schwul’. Ist das jetzt was Gutes? Eigentlich auch egal. Denn dich: Finden wir ‘dufte’.”

Lassen wir mal die seltsame Interpunktion und fragen uns, wer ist “wir”? Ich vermute, Eltern denen egal ist, ob ihr Kind gute oder schlechte Eigenschaften hat. Das heißt, sie sind z.B. arbeitsscheue Alkoholkranke mit niedrigem Bildungsniveau oder bekiffte Spät-68er, die noch nicht mitbekommen haben, dass die antiautoritäre Erziehung mit Karacho an der Realitätsmauer zerschellt ist.

Wer soll sich damit identifizieren? Für wen soll das ein Vorbild sein? Ein unklares Ziel plus eine fragwürdige Botschaft macht in der Summe schlechte Werbung. Hinzu kommt dieser Stilfauxpas: “schwul” wird hier ganz nebenbei als hippes Schimpfwort salonfähig gemacht wird. Wer soetwas textet, ist nicht “dufte”, sondern peinlich und dumm.

Update: “voll schwul” wurde von den Kampagnenmachern kurz darauf durch “zwei Vollpfosten” ersetzt, was es nur noch schlimmer macht.

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Dez
30
2007
5

Ich müsste nur durch diese Tür gehen

Drehtür, Nähe Münchner Hbf. Foto von Deef

Scheiße, keine Zeit!

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Jun
18
2007
0

Zahnprothesencremeklebeleistung mit 13 Buchstaben?

“Nasshaftkraft”

Habe ich gerade vom ZDF-Werbefernsehen gelernt, wo dieses Produkt beworben wird. Zugegeben, die Frage dazu ist von mir. Sind wir nicht alle ein bisschen Jeopardy?

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Apr
17
2007
2

True love waits

Gibt es jemand, der daran zweifelt, dass man mit Werbung, PR und Propaganda Meinungen oder Verhaltensweisen beinflussen kann? Gut so, denn manchmal laufen selbst milliardenschwere Kampagnen ins Leere. Was natürlich nicht die Wirkung von Werbung, PR und Propaganda widerlegt, sondern darauf hinweist, dass ihre Wirkung an Voraussetzungen geknüpft ist: z.B. dass eine Tendenz, die verstärkt werden kann, vorhanden ist oder ein echter Vorteil kommuniziert wird, in dessen Genuß man durch die suggerierte Meinung oder das gewünschte Verhalten kommt. “True love waits” beinhaltet auch einen Vorteil, wenn auch nur im Umkehrschluss: Wer auf wahre Liebe verzichtet, braucht nicht auf Sex zu warten.

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Aug
04
2005
3

Wir stehen für was anderes als die anderen

Bild von Deef

Die einen claimen einen Produktvorteil, der sich nicht mit ihrem Image deckt. Den anderen fällt statt eigenem Mehrwert nur die Negativaussage über die Konkurrenz ein. Übereinstimmung der Marketing-Inkompetenz. Hallo große Koalition!

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