Schon ein paar Wochen alt, aber immernoch sehr richtig: Jan Feddersen in der taz [via].
“Voll schwul” – “ist doch schwul” – “schwul, ey”, das sind die Floskeln, mit denen jeder bedacht wird, der den machohaften Wahrnehmungen dieser Straßenjungmänner nicht nahe kommt. (…) Wer glaubt, es sei nicht so gemeint, will den hassenden Inhalt nicht sehen und verkleidet Verständnis für die armen Jungs in sozialpädagogische Rhetorik. Im wahren Leben ist es alles eben so gemeint. Und würde die Vokabel nicht schwul, sondern jüdisch lauten, wäre das Geschrei groß.

Interessanter Aspekt, der auch meine Meinung trifft. Da ich selbst vom sozialpädagogischen Fach bin, muss ich allerdings auch mal ne Lanze für die Menschen brechen, die in der Kinder – und Jugendarbeit solche Probleme zu bekämpfen versuchen. Denn eigentlich wäre dann schon wieder der Ausspruch “sozialpädagogische Rhetorik” ein Stigma, das unnötig gesetzt würde.
Allerdings ist es schon deutlich wahrzunehmen, dass immer mehr Jugendliche zum Wort “schwul” als Schimpfwort greifen. Klar, es ist wichtig Vorurteile abzubauen und dort anzufangen. Aber auch gewisse Redakteure bestimmter Boulevard Blätter sollten sich gehörig an die Nase fassen und überlegen, ob sie nachts ruhig schlafen können, wenn sie wissentlich Menschen in Gefahr bringen, entblößen (denn es sollte im Ermessen eines jeden liegen, seine Homosexualität offen oder verdeckt zu leben!) und es damit Kindern – und Jugendlichen leicht machen sich Verhaltensweisen und Umgang mit dem leider immer noch großen Tabuthema Homosexualität anzutrainieren.
“Children see – children do.”
So ist es. Zum Thema Journalisten bzw. als Journalisten verkleidete Boulevard-Hetzer siehe auch der von mir verlinkte Artikel von Stefan Niggemeier.