Ich stehe um 10 Uhr auf, ein Bote bringt ein Präsidenten-Frühstück aus dem Bayerischen Hof rüber. Ich nehme es zur neusten Folgen von Lost und Dexter. Beim Abspann ruft die Berliner Synchron Gesellschaft an und fragt, ob ich die neue deutsche Stimme von Matthew Fox oder Michael C. Hall werden möchte. Ich nehme beide. Nach einem halbstündigen Ausdauerlauf an der Isar dusche ich mit zwei asiatischen Badefrauen und lasse mich hinterher von einem Shiatsu-Experten mit süßem französischem Akzent durchkneten.
Nachmittags gehe ich zur vorletzten Probe meines gesellschaftskritischen Theaterstücks über Genderklischees und Heteronormativität, welches am Abend am Deutschen Theater Premiere feiert. Ich feuere das halbe Ensemble, telefoniere kurz herum und besetze alle freien Rollen mit Nutten und Strichern. In einer Apotheke kaufe ich die – hey es ist der perfekte Tag, gell? – legalisierten Drogen und versorge die ganze Truppe. Da ich keine Zeit für die Premiere habe, springt Woody Alan als Regisseur für mich ein, der mir noch einen Gefallen schuldet.
Warum habe ich keine Zeit für die Premiere? Die Airforce bittet mich einen McDonnell Douglas AV-8B Harrier II von Fürstenfeldbruck nach Tegel zu überführen. Nach der Ankunft, gehe ich mit meinem Bruder in Wilmersdorf Rinderrouladen essen und danach in eine Spätvorstellung von Das Große Fressen. Um drei bin ich im Berghain. Ein Freund gibt mir telefonisch die Premierenkritik der Süddeutschen durch. Der Artikel endet mit dem Satz: “Das beste Stück der Saison, wenn Sie es ertragen.” Im Berghain legt DJ Feadz auf und ich tausche intensive Blicke mit einem wunderschönen Menschen aus, der auf der anderen Seite des Dancefloors tanzt. Ich verknalle mich unsterblich. Filmriss.
Das ist die Antwort auf eine Frage, die mir anonym bei Formspring gestellt wurde. Was möchtest du von mir wissen? Hier lang.

Mit so nem Tag wär ich durch und durch zufrieden – die Stelle “ich nehme beide” gefällt mir am besten ;)